DE50831C - Neuerung im Verfahren der Entzuckerung von Melasse mittelst Baryumhydroxyds - Google Patents

Neuerung im Verfahren der Entzuckerung von Melasse mittelst Baryumhydroxyds

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DE50831C
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barium
barium hydroxide
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desugarization
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DENDAT50831D
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EUSTACE W. HOPKINS in London, 45 Farleigh Road
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C13SUGAR INDUSTRY
    • C13BPRODUCTION OF SUCROSE; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED THEREFOR
    • C13B35/00Extraction of sucrose from molasses
    • C13B35/02Extraction of sucrose from molasses by chemical means
    • C13B35/04Extraction of sucrose from molasses by chemical means by precipitation as alkaline earth metal saccharates

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Man ist bis jetzt bestrebt gewesen, möglichst reines Baryumhydroxyd zur Ausfällung von Zucker aus Melasse zu verwenden, besonders dasselbe von Baryumsulfhydrat möglichst vollständig zu befreien. Andererseits hat man, wie im Patent No. 41154 (Klasse 75, Wackenro,der) , Mischungen von gleichen Theilen Baryumhydroxyd und Baryumsulfhydrat verwendet, zwar weniger zur Entzuckerung der Melasse, als um kohlensauren Baryt zu gewinnen.
Man hat aber bisher nicht erkannt, dafs Baryumhydroxyd mit einem Zusatz von bis etwa 10 pCt. Baryumsulfhydrat für die Entzuckerung von Melasse von wesentlichem Vortheil dadurch ist, dafs das in nur geringer Menge vorhandene Baryumsulfhydrat mit den freien und freiwerdenden Alkalien beim Kochen zu den werthvollen Schwefelalkalien umgesetzt ■wird und dadurch auch sich Baryumhydroxyd bildet, welcher Theil also beim ursprünglichen Zusatz von Baryumhydroxyd erspart wird. Der Zusatz von Baryumsulfhydrat in einer den Alkalien entsprechenden Menge wirkt also genau wie Baryumhydroxyd, und diese Erkenntnifs und die darauf basirende Verwendung einer mit Baryumsulfhydrat bis zu 10 pCt. vermischten Baryumhydroxydlösung unter nachfolg'ender Saturirung der Abfalllauge (Schlempe) mit Kohlensäure bildet den ersten Theil der neuen Erfindung.
Es wird darauf, hingewiesen, dafs bis jetzt bei Verwendung und Zumischung von Baryumsulfhydrat zu Baryumhydroxyd noch nie die nachfolgende Saturation mit Kohlensäure angewendet worden ist, sondern dafs im oben erwähnten Patent No. 41154, dem einzigen Patent, nach welchem .ein Gemisch von Baryumhydroxyd und Sulfhydrat benutzt wird, die Abfalllauge direct , eingedampft und verkohlt wird.
Der Erfinder weist ausdrücklich' darauf hin, dafs nach Patent No. 41154, sowie schon bei einem Zusatz von z. B. 20 pCt. Baryumsulfhydrat zu Baryumhydroxyd eine Saturation beim Fabrikbetrieb ausgeschlossen ist, weil der Ueberschufs von Baryumsulfhydrat bei der Behandlung mit Kohlensäure Schwefelwasserstoff bildet, der gesundheitsschädlich wirkt und einen schwefelhaltigen kohlensauren Baryt liefert, welcher für die Regeneration zu Baryumhydroxyd untauglich ist.
Um die vorerwähnte, für die Fällung von Zucker aus Melasse. günstigste Lösung von Baryumhydroxyd und Sulfhydrat fabrikmäfsig herstellen zu können, hat der Erfinder ein neues Verfahren gefunden, welches den zweiten Theil der vorliegenden Erfindung bildet. Dasselbe besteht darin, dafs der bekannte Procefs der Bildung von Baryumhydroxyd aus Baryumsulfat mittelst wasserstoff hai tiger Gase (am billigsten Wassergas) vor der Vollendung unterbrochen wird, nachdem eine entnommene Probe ergeben hat, dafs der für die Entzuckerung günstige Procentsatz von etwa Y6 des Gehalts an Baryum noch nicht zur Oxydbildung gekommen ist. Es findet sich dann bei der nachfolgenden Auslaügung der Glühmasse in der Lösung ein Verhältnifs von etwa 90 pCt. Baryumhydroxyd und etwa- 10 pCt. Baryumsulfhydrat vor, da bei der Auslaugung bei Siedetemperatur das Schwefelbaryum sich be-
kenntlich in Baryumhydroxyd und Baryumsulfhydrat zerlegt. Dieser unterbrochene Glühprocefs, dessen Vollendung den Alkalien der Melasse überlassen wird, ist fabrikmäfsig günstiger, weil die vollständige Entfernung des Schwefels aus den Baryumverbindungen mittelst wasserstoffhaltiger Gase zum Schlafs sehr langsam verläuft und kostspielig ist.
Das Verfahren ist demgemäfs kurz folgendes:
Man erhitzt ein Gemenge von schwefelsaurem Baryt (Baryumsulfat) und Kohle mit wasserstoffhaltigen Gasen so lange, bis die entnommene Probe etwa Y5 noch nicht umgewandelte schwefelhaltige Baryumverbindung ergiebt; dann unterbricht man den Procefs und laugt die Glühmasse aus. Die Lösung enthält etwa Q1OpCt. Baryumhydroxyd und etwa io pCt. Baryumsulfhydrat, welche man der Melasse zusetzt und kocht. Hierbei tritt neben der Fällung von Zucker als Baryumsaccharat, sowie der Fällung von Baryumcarbonat und Baryumsulfat folgende Reaction ein: ■
Zuerst werden freie Alkalien gebildet, und diese wirken «auf Baryumsulfhydrat in der Weise ein, dafs sie Schwefelalkalien und Baryumhydroxyd bilden, welch letzteres dazu beiträgt, das Baryumsaccharat unlöslich zu machen. Zur Abscheidung der Schwefelalkalien vom Baryt saturirt man mit Kohlensäure, so lange noch Baryumcarbonat ausfällt; durch fractionirte Krystallisation kann man dann die Schwefelalkalien rein gewinnen.
Ueber die Reduction des schwefelsauren Baryts durch wasserstoffhaltige Gase ist noch Folgendes zu bemerken:
Reducirt man, wie bekannt, schwefelsauren Baryt mit einem Zuschlag von kohlenstoffhaltigen Körpern, so findet folgende Reaction statt:
Ba S O4 + 4 C = Ba S + 4 C O.
Läfst man dagegen die Reduction unter gleichzeitiger Einwirkung von wasserstoffhaltigen Gasen vor sich gehen, so wird sich die Reduction nach folgender Gleichung vollziehen:
BaSO1 + 4H+ 2 C = Ba (OHJ2 + 2 C O + H2 S.
Aus der ersten Reactions - Gleichung ersieht man, dafs doch ca. 20 pCt. Kohlenstoff (C) nöthig sind, um den Reductionsprocefs, d. h. die Bildung von Schwefelbaryum, zu vollenden.
Die zweite Gleichung ergiebt, dafs bei ihr nur etwa 10 pCt. Kohlenstoff erforderlich sind, um den schwefelsauren Baryt sämmtlich in Baryumhydroxyd umzusetzen.
Führt man nun die diesen beiden Reactions-Gleichungen entsprechenden Processe getrennt von einander aus und mischt 1 Theil Schwefelbaryum - Glühmasse mit 4 Theilen Baryumhydroxyd - Glühmasse, so erhält man beim Auslaugen dieser Mischung mit siedendem Wasser eine Lösung von etwa 90 pCt. Baryumhydroxyd und 10 pCt. Baryumsulfhydrat, da bei der Auslaugung bei Siedetemperatur das Schwefelbaryum sich bekanntlich in Baryumhydroxyd und Baryumsulfhydrat zerlegt.
Bei dieser Arbeitsweise werden natürlich zwei Oefen mit getrennter Feuerung erforderlich. Benutzt man nun einen Ofen, der mit wasserstoffhaltigen Gasen beschickt wird, und führt den Procefs unter Zusatz von ca. 12 bis 14 pCt. Kohlenstoff aus, so erhält man sofort eine Glühmasse, welche ca. 20 pCt. Baryumsulfid (Ba SJ enthält; den Procefs möge folgende Gleichung veranschaulichen:
5 BaSOi + 12C + 16 H = 4.Ba(OHJ2 +Ba S+4.H2 S+ 12CO.
Die so erhaltene Glühmasse liefert, wie das Gemisch der beiden oben erwähnten Glühmassen , eine Lauge, in welcher 90 pCt. Baryumhydroxyd etwa 10 pCt. Baryumsulfhydrat entsprechen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Bei der Entzuckerung der Melasse mittels Baryumhydroxyds die Anwendung eines Zusatzes oder einer Beimengung von Baryumsulfhydrat in einer zur Umwandlung der Kalioder Natronsalze der Melasse in Schwefelalkalien hinreichenden Menge, in Verbindung mit der Saturation der Nichtzuckerlauge mit Kohlensäure zur Reinigung der entstandenen Schwefelalkalien von Baryumverbindungen.
DENDAT50831D Neuerung im Verfahren der Entzuckerung von Melasse mittelst Baryumhydroxyds Expired - Lifetime DE50831C (de)

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