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Vorrichtung für die Aufnahme kinematographischer Filme von veränderlichen
Gesichtspunkten aus Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung für die Aufnahme
von kinematographischen Filmen von veränderlichen Gesichtspunkten aus, bei welcher
die Hauptteile der Kamera, d. h. das Objektiv und der Rahmen, in welchem sich die
aufeinanderfolgenden Bilder des Filmbandes einstellen, während der Filmaufnahme
verschoben werden.
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Die Erfindung besteht darin, daß das zur Erzeugung der Verschiebungen
dienende Getriebe derart beschaffen ist, daß einerseits in an sich bekannter Weise
die diesen Teilen mitgeteilte Geschwindigkeit in jedem Punkte des zurückgelegten
Weges und etwaiges Stillstehen in beliebigen Punkten stets nur durch die freie Wahl
des Operateurs in jedem Augenblick während des Abrollens des Films regelbar ist,
und andererseits derart, daß in selbsttätiger Weise während der Bewegung der Kamera
eine optische Linie oder optische Achse, die durch den optischen Mittelpunkt des
Objektivs bestimmt wird, und durch einen mit Bezug auf den Rahmen feststehenden
Punkt, der sich in der Ebene des Rahmens befindet, beständig im Raume derart gerichtet
wird, daß sie sich dort auf zwei feststehende Geraden stützt, die vorzugsweise aufeinander
senkrecht stehen und in zwei Ebenen hintereinander im Raume liegen, wobei die Lage
,dieser Ebenen zwischen dem Unendlichen und der nächsten gewählten Stellung sowie
die Entfernung dieser beiden Ebenen von Null bis ins Unendliche in jedem Augenblick
nur durch die freie Wahl des Operateurs bestimmt werden.
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Es sind Vorrichtungen dieser Art bekannt, bei welchen der durch die
Kamera zurückgelegte Weg nicht frei durch den Operateur gewählt wird und nur in
einer Ebene verläuft, welche parallel zur optischen Achse verläuft, wobei diese
optische Achse an eine einfache Schwingungsbewegung in einer Ebene gebunden ist,
die parallel zu derjenigen liegt, in welcher sich die die Kamera tragende Platte
befindet. Bei diesen bekannten Vorrichtungen kann nur die Größe und die Richtung
der Bewegung in einer Ebene frei durch den Operateur gewählt werden.
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Es sind ebenfalls Vorrichtungen bekannt, bei welchen die Kamera gezwungen
wird, einem vorgeschriebenen Weg zu folgen und wo die optische Achse beständig durch
einen gleichen Punkt im Raume während. des Abrollens des Films hindurchgeht, welche
Achse also einen Kegel erzeugt, dessen Bodenlinie eine geschlossene Kurve bildet,
deren Gestalt unveränderlich ist und dem Operateur im voraus vorgeschrieben wird.
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Gegenüber jenen bekannten Vorrichtungen bietet diejenige gemäß der
Erfindung den Vorteil, daß der Operateur die Kamera ganz nach seinem Belieben bewegen
kann und dabei die optische Achse auf einen Punkt richtet, den er ebenfalls ganz
nach Belieben wählen und beständig verändern kann, um den Bewegungen oder Veränderungen
des Hauptgegenstandes folgen zu können.
Eine Ausführungsform der
Vorrichtung gemäß der Erfindung ist als Beispiel auf der Zeichnung dargestellt.
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Abb. i und 2 sind schematische Darstellungen, die zur Erklärung des
Grundgedankens der Vorrichtung dienen.
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Abb. 3 ist ein senkrechter Schnitt durch die Vorrichtung nach Linie
3-3 der Abb. 4 und von hinten gesehen.
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Abb. 4 ist ein waagerechter Schnitt gemäß der Linie 4-4 der Abb. 3.
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Abb.5 zeigt in Ansicht Einzelteile des Getriebes von vorn gesehen.
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In der Beschreibung wird als »Rahmen« derjenige bewegliche Teil i
bezeichnet, durch welchen die aufeinanderfolgenden Bilder gleiten, d. h. das Fenster,
welches sich in der Kammer befindet und- wo das Filmband absatzweise hindurchgeht
und zum Stillstand kommt, um die aufeinanderfolgenden `Bilder aufzunehmen.
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Der »feste Punkt« ist der Punkt I (Abb. i und 2), der mit Bezug auf
den Rahmen unbeweglich ist und sich in der Ebene dieses Rahmens befindet. Dieser
Punkt wird beständig mit dem Bilde der Punkte P1 und FZ übereinstimmen, die durch
den Operateur frei gewählt werden, wie dies weiter oben erwähnt worden ist, und
zwar auf zwei Geraden des Raumes (dieser feste Punkt I wird gewöhnlich der Mittelpunkt
des Rahmens sein, Abb. i und 2).
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»Feldachse« X-X ist die feste ideale Gerade des Raumes, auf welcher
der Operateur die veränderlichen Schnittpunkte X1 und X2 nach Belieben wählen kann,
wo diese Achse von den beiden Ebenen geschnitten wird, die die Stützlinien enthalten,
die unter sich senkrecht verlaufen, wie dies oben erwähnt worden ist. Die Feldachse
steht zu diesen Ebenen senkrecht.
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Die »optische Linie« ist die optische Achse des Objektivs, die in
jedem Augenblick verändert werden kann und durch den festen Punkt I hindurchgeht
und beständig die beiden senkrecht aufeinanderstehenden Geraden H und V des
Raumes schneidet, die durch die Feldachse hindurchgehen, welche Geraden selbst als
»Stützgeraden« bezeichnet werden.
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Die Lage der Feldachse X-X im Raume wird wie folgt bestimmt: Die Bewegung
der Kamera wird derart beschaffen sein, daß wenigstens ein geometrischer Punkt I
dieser Kamera sich in einer Ebene bewegen wird, die gewöhnlich senkrecht steht.
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Für eine ganz bestimmte Feldachse X-X wird die Lage dieser Ebene und
diejenige der Feldachse selbst während der Arbeit unbeweglich bleiben mit Bezug
auf den Boden, auf welchem die Vorrichtung in gewünschter Höhe ruht. Die Feldachse
wird dadurch bestimmt, daß man durch die optische Mitte C des Objektivs eine zu
dieser Ebene Senkrechte zieht, sobald der geometrische Punkt I der Kamera durch
:die Mitte des begrenzten Weges hindurchgeht, in dessen Innern sie sich frei bewegen
kann. Mit Bezug auf die bewegliche Kamera bildet auf diese Weise diese Gerade X-X
oder Felldachse eine feststehende Achse, die gewöhnlich waagerecht liegt, und sich
im aufgenommenen Raume befindet.
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Die Kamera kann in zwei verschiedenen Weisen gebaut werden, ohne daß
dadurch irgend etwas an dem gesuchten Ergebnisse geändert wird.
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Die Hauptachse des Objektivs., die beständig senkrecht zur- Ebene
des Rahmens i verläuft, wird entweder beständig (während der ganzen Dauer der Aufnahme
des Films) mit der optischen Linie übereinstimmen, welche den optischen Mittelpunkt
C mit dem festen Punkt I des Rahmens verbindet, oder die Hauptachse, welche stets
senkrecht zur Ebene des Rahmens i verläuft, wird sich frei aus der Mitte rücken
können, und zwar nach allen Richtungen hin mit Bezug auf den festen Punkt I, und-
dann wird die optische Linie durch eine Nebenachse bestimmt.
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Man versteht unter diesen Bedingungen, daß, damit in jedem Augenblick
die optische Linie I-C die beiden Stützgeraden H und V schneidet, die Kamera zwei
verschiedene Bewegungen ausführen muß, je nachdem man sich in einem oder dem anderen
Ausführungsfalle der Kamera befindet.
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Im ersten Falle wird die Kamera während ihrer Verschiebungen einer
Drehung folgen müssen., deren Ausschlag um einen Aufhängungsmittelpunkt veränderlich
ist (Mittelpunkt, mit welchem beispielsweise in der Kamera .der bewegliche geometrische
Punkt übereinstimmen wird, der sich in der zur Feldachse normalen Ebene bewegen
kann).
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Im zweiten Falle können die verschiedenen Teile der Kamera eine Bewegung
ausführen, die nur. eine Verschiebung ist, wobei alle Punkte sich in einer senkrecht
zur Feldachse stehenden Ebene bewegen.
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Jedoch werden die Projektionen der Verschiebungen des Objektivs mit
Bezug auf die Projektionen der Verschiebungen der Kamera oder des Rahmens gemäß
einer gleichen, senkrecht zur Stützgeraden H verlaufenden Richtung in einem Verhältnis
vermindert werden, welches gleich ist
während sie in einem Verhältnis
gemäß einer senkrecht zur Stützlinie P verlaufenden Richtung vermindert werden.
Man
sieht, daß in beiden Fällen, sobald der optische Mittelpunkt C des Objektivs durch
die Achse X-X hindurchgeht, Übereinstimmung zwischen der optischen Linie (Hauptachse)
und der Feldachse vorliegt. Liegen jedoch die Stützgeraden im Unendlichen, so liegt
fortlaufender Parallelismus vor zwischen der Feldachse X-X und der optischen Linie
I-C oder Hauptachse, welche dann zusammenfallen.
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Die Ausführungsform, welche als Beispiel in den Abb. 3 und 4. dargestellt
ist, entspricht dem zweiten Falle. ' 2 bezeichnet einen Kasten, der die gesamte
Vorrichtung enthält. Ein Schlitten 3 ist derart angeordnet, daß er in diesem Kasten
nur eine geradlinige Bewegung in einer bestimmten Ebene mit Bezug auf diesen Kasten
ausführen kann, welche bei Befestigung des Kastens auf einem Tisch oder einem standfesten
Fuß zur Feldachse X-X senkrecht verlaufend eingestellt wird.
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Die Führung des Schlittens in dieser Ebene wird beispielsweise durch
Schienen 4 gesichert, welche in Führungsnuten des Schlittens eingreifen.
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Diese Ebene, in welcher sich auf diese Weise der Schlitten bewegen
kann, ist auch diejenige, in welcher entsprechend der Ausführungsform der Kamera
sich eine Ebene der Kamera oder nur einer ihrer Punkte verschieben wird.
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Die Genauigkeit der Lage, welche man für die optische Linie zu erzielen
sucht, wird dazu führen, daß die Führung des Schlittens mit der größten Genauigkeit
ausgeführt werden muß, die praktisch erreicht werden kann. Zu diesem Zwecke können
die Führungsschienen 4 fest auf einem Gestell angeordnet werden, auf welchem sich
der Kasten befindet.
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DiesKamera 5 ist im Schlitten derart angeordnet, daß sie mit Bezug
auf diesen nur eine geradlinige Bewegung ausführen kann, und zwar durch eine Führung
dieser Kamera im Schlitten, welche Führung derjenigen des Schlittens im Kasten nachgebildet
ist.
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Die beiden Führungen werden vorzugsweise senkrecht zueinander verlaufen,
wobei die Führung des Schlittens waagerecht und diejenige der Kamera senkrecht verlaufen
wird.
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Da auf diese Weise die Kamera in der Lage ist, in einem rechteckigen
Umriß gemäß der beschriebenen Führungsart eine beliebige Lage einzunehmen, so wird
die richtige Einstellung der optischen Linie wie folgt gesichert: Auf einer mit
Bezug auf die Kamera festliegenden Achse D-D befindet sich der Scheitel eines Gelenkparallelogrammes,
das vorzugsweise eine Raute 7, 8, 9, io bildet. Der Scheitel dieser Raute, der der
Achse D-D gegenüberliegt, befindet sich auf einer Achse Y-Y, die mit Bezug auf den
Kasten festliegt und parallel zur Achse D-D verläuft.
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Diese große Raute bestimmt durch deren Formveränderungen die Lage
der Kamera im Kasten, da ein einziges Aussehen dieser Raute einer jeden Lage der
Kamera im Kasten entspricht.
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Zwei kleine Schenkel 12, 13, die in Punkten E, F gelenkig angeordnet
sind und zu den Schenkeln 7, 9 oder zu Teilen 7', g' gehören, die in Abb. 3 mit
den Schenkeln 7, 9 zusammenfallen, und jeweils mit den Schenkeln 7, 9 durch eine
Büchse 7" und eine Achse g", welche koaxial zur Achse D-D durch die Kamera hindurchgeht,
verbunden sind, werden mit diesen Teilen der Schenkel 7, 9 ein weiteres Parallelogramm
mit den Scheiteln D, E, H, F bilden, das dem Parallelogramm 7, 8, 9, io nachgebildet
ist.
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Die Gelenkachse H, welche den kleinen Schenkeln r2, 13 gemeinsam ist,
befindet sich in einer Entfernung von der -Achse D-D, welche der Richtung, Größe
und Lage nach mit Bezug auf die Kamera bestimmt wird. Man wird aus obenerwähntem
verstehen können, daß mit Hilfe eines Knopfes 14, der auf der Achse H schwingt,
die gewünschte Wirkung auf den Halter des Objektivs 16 ausgeübt werden kann, um
die richtige Einstellung der optischen Linie zu erzielen. Dieser Knopf 14 selbst
oder, entsprechend den jeweiligen Lagen der verschiedenen Teile der Kamera, ein
Teil 17
(Abb.5), der die gleichen Bewegungen ausführt, wird den richtigen
Angriff des Halters bewirken. In Abb. 5 wird gerade mit Hilfe dieses Teiles 17 die
gewünschte Bewegung ausgeführt. Zu diesem Zwecke wird man beispielsweise ein Parallelogramm
mit den Scheiteln K, L benutzen, das dem Parallelogramm D, H genau nachgebildet
ist, wobei der Scheitel K in einem festen Punkt der Kamera 5 schwingt.
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Dieses Parallelogramm oder kleine Raute mit den Scheiteln K, L bleibt
beständig der Raute mit den Scheiteln D, H gleich, d. h. der Raute mit den Scheiteln
D, Y, wobei jeder der Schenkel parallel zum Schenkel der großen Raute bleibt,
der ihm entspricht, dies wegen der Anordnung einer mechanischen Verbindung, die
durch die Teile 7', 9', 12, 13 gebildet ist und in passender Weise beispielsweise
durch Lenker i8 und ig vervollständigt wird.
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Man wird verstehen, daß der Scheitel L der kleinen Rauten mit Bezug
auf die Kamera und eine feststehende gegebene und verkleinerte Einteilung die Bewegungen
der Kamera
selbst im Kasten bestimmt. Damit sich die optische Linie
beständig auf die beiden Stützgeraden H und V im Raume stützt, von denen
die -eine waagerecht und die andere senkrecht angeordnet ist, werden die Bewegungen
des führenden Teiles 17 dem Halter 15 des Objektivs übertragen, und zwar durch Vermittlung
von Vorrichtungen, welche die Projektionen dieser Bewegungen nach zwar senkrecht
aufeinanderstehenden Richtungen H und V umwandeln und in denn gewünschten
Verhältnis für eine jede -dieser Richtungen.
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Zur Erzielung dieses Ergebnisses wird der Halter 15 des Objektivs
mit Hilfe eines Schiebers 2o, der in einer Führung 2I der Kamera gleitet und eine
Führungsnut 22 besitzt, in welcher der Halter 15 geführt werden kann, oder
durch ein gleichwertiges Hilfsmittel derart geführt, daß er sich nur mit Bezug auf
die Kamera 5 verschiebt, wobei die Ebene, in welcher diese Bewegung erfolgt, senkrecht
zur optischen Achse des Objektivs steht.
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Die Richtungen der Nuten 2r und 22 stehen senkrecht aufeinander und
zu den Stützgeraden im Raume. Zwei ebene Flächen 22' und 23 des Halters i 5, die
vorzugsweise aufeinander senkrecht stehen, werden durch zwei Hebel 24 und 25 angegriffen,
die selbst durch den Teil 17 betätigt werden. Federn 26 und 27 drücken beständig
den Halter gegen die Hebel und die Hebel gegen den Teil 17.
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Der Teil 17 besitzt zwei ebene Flächen 28 und 29, die jeweils parallel
zu den Flächen 22' und 23 des Halters verlaufen und durch eine Führung mit zwei
Nuten der Achse z der Kamera gehalten werden, welche der Führung des Halters 15
nachgebildet ist und auf der Zeichnung nicht sichtbar ist, wodurch der Teil 17 starr
mit der Achse r verbunden ist. Die Hebel 24 und 25, welche auf zylindrischen Zapfen
oder auf Messern 30 und 31 schwingen, greifen die ebenen Flächen dies
Halters mit Nocken von kreisförmigem Querschnitt 32,33 an und wenden selbst
durch ähnliche Nocken 34,35 und die ebenen Flächen des Teiles 17 derart angegriffen,
daß alles verlaufen wird, wie wenn die Hebel 24 und z5 in den Mittelpunkten der
Nocken durch den vergrößerten Teil 17 angegriffen würden und andererseits der vergrößerte
Teil 15 durch die Mittelpunkte der Nocken 32, 33 betätigt würde. Die Lage dieser
Hebel mit Bezug auf die Kamera wird beispielsweise durch Zapfen 36 und 37 gesichert,
welche auf der Kamera selbst sitzen und in Führungsschlitze eingreifen, welche sich
in diesen Hebeln befinden. Das Verhältnis der Verminderung zwischen den ' Bewegungen
der Punkte C und L wird durch das Verhältnis der Abstände gesichert, welche vorzugsweise
auf einer Geraden die Mittelpunkte der Nocken voneinander trennen von der Lage der
Messer oder Zapfen 30 und 31
auf der Kamera.
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Diese Achsen können gleichzeitig um gleiche Strecken oder in einem
abhängigen oder unabhängigen- Verhältnis verschoben werden, um die beiden Verminderungsverhältnisse
zu ändern, und zwar um ein durch den Operateur gewünschtes Maß.
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Die Achsen 30 'und 31 können beispielsweise gleichzeitig mit
Hilfe von Hebeln 38, 39, die bei 40, 41 auf der Kammer schwingbar angeordnet sind,
verschoben werden. welche Hebel einerseits mit diesen Achsen durch Lenker 42, 43
und andererseits mit einem gemeinsamen Antrieb 44 durch Lenker 45, 46 verbunden
sind. Dieser Teil 44 muß von außen betätigt wenden können, und zwar entweder unmittelbar
oder durch Vermittlung von formveränderlichen Übertragungsmitteln. Die Lage dieser
Teile, sobald sie einanal eingestellt ist, muß von der Lage der Kamera unabhängig
sein.
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Der Schieber 44 kann in jedem Augenblick verschoben werden, ungeachtet
der Bewegungen der Kamera 5, und zwar beispielsweise mit Hilfe einer gelenkigen
2Jbertra-gungsvorrichtung, die sich aus Ketten82, $3 zusammensetzt, die über Räder
84, 85, 86, 87 laufen, wobei das Rad 84 auf einer Betätigungswelle 88 sitzt, welche
mit Bezug auf den Kasten feststeht, und das Rad 87 auf einem Halter 89 angeordnet
ist, der durch die Kamera 5 in Bewegung gesetzt wird, und die beiden Räder 85, 86
sich hintereinander auf einer beweglichen Welle go befinden, die durch Lenker gr,
92 in unveränderlichen Abständen von den Achsen der Räder 84 und 87 gehalten wenden.
Letzteres treibt wihrend seiner Umdrehung eine Kurvenscheibe mit spiralförmiger
Nut 93 an, welche auf einen Zapfen 94 einwirkt, der auf dem Schieber 44 derart befestigt
ist, daß letzterer in seiner Führung in einer oder der anderen Richtung verschoben
wird, je nach der Drehrichtung, welche der Welle 88 durch den Operateur gegeben
wird. Der Wert des Verhältnisses zwischen den beiden Hebeln 38, 39 wird beispielsweise
durch die Lage geregelt, welche einer oder mehreren Gelenkachsen der Lenker 42,
431 45 und 46 gegeben wird. Selbstverständlich sind die dargestellten Antriebe nur
als Beispiel angegeben und können durch gleichwertige Hilfsmittel ersetzt werden,
ohne daß dadurch vom Wesen der Erfindung abgewichen wird.
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Falls an der Grenze die zylindrischen Achsen 3o-und 31 tangential
zu den Hebeln
24 und 25 zu liegen kommen und dabei ihre Achsen sich
in den Mittelpunkten der Nocken 32 und 33 einstellen, welche den Halter 15 angreifen,
so wird letzterer auf der Kamera 5 unbeweglich verbleiben, welches auch deren Bewegungen
seien und welche Bewegungen der Punkt L ausführt. Der Schnittpunkt der Stützgeraden
mit der Feldachse liegt sodann im Unendlichen.
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Falls die Gleichheitsverhältnisse, welche durch die Hebel 24 und 25
in die beiden Bewegungsprojektionen des Halters 15 eingeführt werden, einander
gleich sind, welches auch der Wert dieses Verhältnisses- sei, so werden die Bewegungen
des Halters 15 denjenigen des Teiles 17 gleich sein, und die beiden Stützgeraden
der optischen Linie werden sich somit im gleichen Punkte auf der Feldachse in einer
Entfernung von der Vorrichtung schneiden, die vom Wert dieses Verhältnisses abhängt.
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Ist der Rahmen i mit Bezug auf die Kamera beweglich, während dann
das Objektiv auf dieser festsitzt, so werden die vorstehenden Erklärungen sich auf
den Rahmen i beziehen, der die Ränder eines jeden Bildes begrenzt, welcher Rahmen
mit der Führung 47 fest verbunden bleibt, in welcher das Filmband gleitet und der
mit Bezug auf die Kamera in Bewegung versetzt wird.
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Sind beide Teile, d. h. der Rahmen und der Halter des Objektivs, fest
mit der Kamera verbunden, so ergibt sich aus weiter oben befindlichen Erklärungen,
daß die optische Linie beständig mit der Hauptachse oder optischen Achse des Objektivs
zusammenfällt. In diesem Falle wird die Kamera durch einen Schlitten ersetzt, der
im Schlitten 3 gleitet, und alles oben über die Kamera und die Parallelogramme mit
den Scheiteln D, Y und K, L Gesagte trifft für diesen Schlitten zu. In diesem
Schlitten wird die Kamera mit einem Kardangelenk aufgehängt, damit sie nach allen
Richtungen hin ausschwingen kann, und die Hebel 24 und 25, welche in passender Weise
auf dem Schlitten angeordnet sind, werden nicht mehr den Halter des Objektivs sondern
einen Fuß angreifen, welcher mit den beiden Flächen versehen ist, die den Flächen
22 und 23 entsprechen und fest mit der Kamera verbunden sind, derart, daß die Kante
der beiden Flächen dieses Fußes, die parallel zur optischen Achse verläuft, durch
den Aufhängungspunkt des Kardangelenkes hindurchgeht oder in der Nachbarschaft dieses
Punktes.
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In allen Fällen wird die Bewegung des Verschlusses der Kamera, der
die Bewegung der Antriebsvorrichtung für das Filmband bewirkt, von außen erzeugt,
und zwar mit , Hilfe einer Kurbel 48 oder durch einen Motor und durch Vermittlung
einer formveränderlichen Verbindung, wie z. B. von Rädern 49, 5o und 51,
52, die paarweise einander gleich gestaltet sind und derart durch Gallsche Ketten
53, 54 miteinander verbunden sind, daß das Rad 52 die gleiche Drehbewegung als das
Rad 49 ausführt. Ein Zahnradvorgelege 55, 56, welches sich zwischen der Kurbel 48
und dem Rade 49 befindet, sowie ein anderes Vorgelege 57, 58, 59 oder eine andere
Verbindung durch Kette zwischen dem Rade 52 und der Achse 6o des Verschlusses wird
dabei zwischen der Kurbel und dem Verschluß für das prassende Übersetzungsverhältnis
sorgen.
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Schließlich wird die beliebige Bewegung der Kamera von außen in beliebiger
Weise erzeugt, beispielsweise und vorzugsweise dadurch, daß man die beiden Schenkel
8, io des Parallelogrammes D, Y jeweils mit der Achse 8o und mit einer Büchse
81 der gleichen Achse Y-Y starr verbindet, wobei diese beiden Teile den Kasten 2
durchdringen und mit den Schenkeln 62 und 64 eines Parallelogrammes 61,
62, 63, 64 starr verbunden sind, das dem Parallelogramm 7, 8, 9, 1o
nachgebildet ist und derart, daß die senkrechte Projektion der Abb. 2 diese beiden
Parallelogramme übereinanderliegend zeigt. In diesem Falle wird der Knopf 65, der
von Hand betätigt werden wird, die gleiche Bewegung erhalten als diejenige, welche
die Kamera erhalten soll, oder der Schlitten, der diese Kamera ersetzen soll. Das
Abrollen des Filmbandes 66 (welches in üblicher Weise in Kästen 67 angeordnet ist,
die durch dichte Türen in den Kasten eingeführt werden) und das Aufwickeln dieses
Filmbandes nach Durchgang durch die Führung 47 der Kamera werden in üblicher Weise
erfolgen und durch mechanische Antriebe erzielt, die nicht dargestellt worden sind,
und durch die gleiche Kurbel 48 betätigt werkten unter der Bedingung, daß die erforderlichen
Vorsichtsmaßregeln getroffen werden, damit das Filmband die für die Bewegungen der
Kamera erforderliche Schleife erhält.
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Um zu vermeiden, daß das Filmband während der Bewegung der Kamera
in der Führung gleitet, falls es infolge der Trägheit dieser Gefahr ausgesetzt ist,
kann man eine Bremsvorrichtung vorsehen, die mit dem Verschluß verbunden ist und
das Filmband feststellt während der Zeit, die zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Stößen des Filmbandes verfließt. Der Halter 15 oder auch unmittelbar die Kamera
5 können mit einem Sonnenschutz 68 verbunden werden, der mit 1 einer nachgiebigen
Membrane 69 formveränderlicher Art verbunden ist, die das Licht
nicht
durchläßt, den Bewegungen der Kamera folgt und andererseits mit den Rändern einer
Öffnung- genügender Breite verbunden ist, die in die Wand des Kastens 2 eingeschnitten
ist.
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Wünscht man, daß für jeden Standpunkt die Kamera eine gewisse Anzahl
von Bildern aufnimmt, so wird es möglich sein, beispielsweise mit Hilfe einer Bremse
die Achse 8o und die Büchse 81 festzustellen, welche Bremse sich unter dem Einfluß
der Kurbel 48 derart befindet, daß sie jedesmal losgelassen wird, sobald die Kurbel
eine Winkeldrehung ausgeführt hat, welche dieser Anzahl von Bildern entspricht,
und während einer Dauer, die entweder der Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Bildern oder einer längeren Zeit entspricht.
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Man kann beispielsweise eine Bremse 70 benutzen, welche. auf Sektoren
71, 72 der Achse 8o und der Büchse 81 einwirkt, wobei diese Bremse durch
einen Hebel 73 betätigt wird, der bei 74 schwingbar gelagert ist und durch Kurvenscheiben
75 betätigt wird, die sich auf dem Zahnrad 55 in regelmäßigen Abständen befinden.
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Die Kurbel 4.8 wird vorzugsweise unter die Bedienung eines Gehilfen
oder eines Motors gestellt, während der Knopf 65 und die Betätigung für die Einstellung
der Achsen 30 und 31 unmittelbar von der Kontrolle des Operateurs
abhängen.
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Um die Kamera in einer gegebenen Lage festzustellen, wird man beispielsweise
den Knopf 65 mit einem Keil oder einem Riegel beliebiger Art versehen können, mit
dessen Hilfe er in der gewünschten Lage festgestellt werden kann mit Bezug auf den
Boden des Kastens.
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Um die Handhabung zu erleichtern, können Federn oder Gegengewichte
derart angeordnet werden, daß sie das Gewicht der beweglichen 'feile ausgleichen,
wie z. B. des Rahmens, des Objektivs, der Gelenkparallelogramme usw.
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Gemäß der Erfindung wird, welches auch die Bauart der Kamera sei,
die optische Linie I-G gezwungen, in der Nähe der Feldachse eine zusammengesetzte,
einstellbare Fläche zu umschreiben, deren Gestalt in jedem Augenblick vom Operateur
beliebig geändert werden kann. Der feste Punkt des Rahmens ist dann, bei jedem auf
dem Filmband aufgenommenen Bilde, das Bild aller Punkte veränderlicher Art von einem
Bilde zum anderen, die durch die optische Linie getroffen werden.
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Man wird verstehen, daß bei Projektion dieses Filmbandes der feste
Punkt, der auf den nacheinanderfolgenden Bildern des Filmbandes die gleiche Lage
mit Bezug auf die Ränder eines jeden Bildes einnimmt und infolgedessen auf dem Schiirne
einen bestimmten Punkt wiedergibt, der stets mit Bezug auf die Schirmränder der
gleiche bleibt, die Projektion aller Punkte des aufgenommenen Raumes sein wird,
die durch die optische Linie in jeder Lage getroffen worden sind.
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Mit Bezug auf die feststehenden Ränder des Schirmes wird man dann
verstehen, daß alle Punkte, welche das auf den Schirm geworfene Bild bilden, während
der Projektion des Filmes lebend erscheinen und zusammengesetzte Bewegungen auszuführen
scheinen, deren Art und Größe von den Verschiebungen der optischen Linie durch den
Operateur während der Aufnahme mit Hilfe der beschriebenen Vorrichtung abhängen.
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Es ist gerade die Auffindung und Verwirklichung dieser geeignetsten
Bewegungen der optischen Linie während der Aufnahme durch den Operateur, welche
dem Beschauer die beste Empfindung des auf den Schirm geworfenen Filmes und der
im Raume befindlichen Gegenstände verschaffen wird.
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Falls die Stützgeraden sich während einer gewissen Dauer der Aufnahme
schneiden, w=ird die Ebene des Raumes, welche sie enthält, wie feststehend erscheinen,
sobald der Film auf den Schirm geworfen wird.
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Man kann die Vorrichtung unbeweglich feststellen und sie wie eine
gewöhnliche Kamera benutzen.
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Es versteht sich von selbst, daß die Bewegungen der Kamera um so größer
sein werden und da:ß die Stützgeraden um so weiter von der Vorrichtung abstehen
werden, als man von weiter .abstehenden- Ebenen Wirkungen zu .erzielen wünscht und
umgekehrt, ohne daß man jedoch an diese Vorgänge irgendwie gebunden sei. Schließlich
.werden die Bewegungen der Kamera beispielsweise denjenigen der aufgenommenen Gegenstände
im Raume folgen, oder diese Bewegungen, welche vorzugsweise zahlreiche Richtungsänderungen
besitzen werden, werden $- oder. Z-förmige Wege beschreiben oder auch zickzackförmig
nach allen Richtungen hin sich verschieben, wobei die zurückgelegten Wege nach Belieben
des Operateurs ineinander übergehen.