DE498134C - Rieselturm - Google Patents
RieselturmInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
- Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)
Description
- Rieselturm Bei der Behandlung von Gasen mit Flüssigkeiten in Rieseltürmen verfährt man gewöhnlich in der Weise, daß man mit müll körpern, z. B. den bekannten Glover-Kugeln, gefüllte Türme mit Flüssigkeit berieselt un-l das Gas im Gleich- oder Gegenstrom durch den Turm führt. Dadurch, daß sich die Füllkörper mit einer Flüssigkeitshaut überziehen, wird dem Gas eine sehr große wirksame Oberfläche geboten. Dieses Verfahren gibt in vielen Fällen gute Resultate, es versagt aber besonders dann, wenn keine klaren Flüssigkeiten vorliegen, sondern solche mit festen Niederschlägen (Suspensionen), In diesem Falle setzt sich der Niederschlag sehr leicht in die Zwischenräume der einzelnen Füllkörper, so daß das Gas bei seinem Durchgang durch den Turm einem mehr und mehr wachsenden Widerstand begegnet, der schließlich so groß wird, daß er einerseits das Gas anl Durchgang behindert, andererseits den Al )flu ß der Berieselungsflüssigkeit hemmt.
- Der Betrieb muß dann abgestellt, der Turm ausgeräumt und neu beschickt werden.
- Es wurde nun gefunden, daß man diesen Übelstand vermeidet und eine ausgezeichnete Berührung zwischen Gas und Flüssigkeit erzielt, wenn man letztere in Rieseltürmen auf einer ein- oder mehrgängigen Schraubenfläche mit vertilaler Achse, deren Erzeugende eine nach der Turmachse geradlinig oder gekrümmt abfalletide Form besitzt, von oben nach unten fließen läßt und das Gas im Gleichstrom oder Gegenstrom darüberleitet. Der Reaktionsraum ist also nicht mit Füllkörpern angefüllt, sondern es ist in ihm eine in Schraubenlinien um die Turmachse sich windende geneigte Fläche angebracht, welche von oben mit Flüssigkeit berieselt wird, während das Gas entweder ron unten nach oben oder ron oben nach unten darüber streicht. Durch die nach der Turmachse geradl-inig oder gekrümmt abfallende Form der Erzeugenden der Schraubenfläche wird eine geeignete Bahn für die Berieselungsflüssigkeit geschaffen, die einer Stauung der Flüssigkeit am Umfang entgegenwirkt und eine gleich. mäßige Verteilung der berieselnden Flüssigkeit bewirkt.
- Durch die damit erzielbare stete Berieselung der ganzen Fläche mit Flüssigkeit wird dci Ansatz von festen Teilen auf der geneigten Fläche verhindert, da sie stets mit der Flüssigkeit nach unten gespült werden.
- Gleichzeitig wird noch der Vorteil erreicht, daß das Gas, welches in Schraubenlinien den Turm durchzieht, zwangsläufig einen sehr langen Weg zurücklegt, auf welchem es stets in inniger Berührung mit der Flüssigkeit bleibt.
- Rieseltürme der beschriebenen Art sind sowohl für solche Fälle besonders geeignet, wo schon von vornherein ein fester Körper in der Flüssigkeit vorhanden ist, gleichgültig, ob sich dieser an einer Reaktion beteiligt oder nicht, als auch für Fälle, in. denen der Niederschlag erst durch Einwirkung des Gases auf die Flüssigkeit entsteht.
- Ein Beispiel der ersten Art bietet die Absorption der bei der Verbrennung von Ammoniak mit Luft entstehenden nitrosen Gase.
- Hierzu benutzt man, nach Herausnahme des größten Teils der nitrosen Gase auf saurem AN ege, in der sogenannten »Bndabsorption« allgemein sodahaltigc Lösungen, aus denen man dann Natron salpeter für Düngezwecke gewinnt. Der Verbrauch an Soda stellt sich aber für diese Zwecke außerordentlich teuer.
- Beim Arbeiten gemäß vorliegender Erfindung kann man mit Vorteil eine Suspension von Ätzkalk oder kohlensaurem Kalk in einer valcium-Nitrit-Nitrat-Lösung benutzen, die ebensogut absorbiert wie eine sodahaltige Lösung, aber bisher wegen der Verstopfungsgefahr der Türme nicht verwendet werden konnte. Aus der erhaltenen Lösung kann man dann Kalksalpeter gewinnen. Ein Beispiel der zweiten Art ist die Absorption von Sohlensaure durch eine ammoniakalische Kochsalzlösung, wobei sich festes Natriumbicarbonat bildet, das von der Lösung dauernd nach unten gespült wird.
- Die Schraubenfläche kann gegebenenfalls prope-ilerartig in kürzere oder längere Sektoren geteilt sein, die übergreifend oder unterbrochen angeordnet sind. Sie kann auch kaskadenförmig, sowohl in radialer als auch in fortschreitender Richtung, unterteilt sein.
- Zur gründlichen Durchmischung von Gas und Flüssigkeit kann die Drehrichtung der Schraubenfläche nach einer oder mehreren Windungen ein oder mehrmals abwechselnd geändert werden. Sie kann ferner der bequemeren fabrikmäßigen Herstellung wegen ringförmig in einzelne konaxiale Schraubenflächenstreifen aufgelöst werden, die einzeln durch Walzen, Pressen oder Drücken leicht maschinell herstellbar sind und auf Trag bändern einer vertikalen Tragstütze befestigt werden.
- In besonderen Fällen kann die Schraubenfläche mit aufgesetzten spiraligen Blechstreifen oder Strombrechern versehen sein, um die Flüssigkeit vom Umfang nach der Mitte und umgekehrt zu leiten. Auch Umlenkkanäle können diesem Zweck dienen.
- Zur noch innigeren Berührung des Gases mit der Flüssigkeit kann in allen Fällen die Schraubenfläche zrveclimäßig gelocht werden.
- Derartige Anordnungen bewähren sich nicht nur zur Behandlung von Gasen mit Flüssigkeit bei gewöhnlichem oder Unterdruck, sondern ganz besonders auch bei entsprechender Bauart bei höherem als atmosphärischem Druck. Sie können, auch wenn keine festen Niederschläge in den Flüssigkeiten sich befinden, mit Vorteil an Stelle von Rieseltürmen mit Füllkörpern gebraucht sverden.
- Ferner können in derartigen Apparaten sehr leicht Einrichtungen zur Regelung der Temperatur angebracht werden. WIan kann z. B. sowohl auf als unter der Schraubenfläche runde oder Rache Rohrschlangen u. dgl. befestigen, durch die geeignete Heiz-oder Kühlflüssigkeiten geschickt werden. Die Rohrschlangen können hierbei u. U. zugleich zur Abstützung der Schraubenflächen dienen.
- Auch die Schraubenflächen selbst, die mittlere Tragstütze sowie das Mantelrohr können als Kühl- oder Heizrohre ausgebildet werden.
- Es ist bekannt, bei der Behandlung von Gasen mit Flüssigkeiten, z. B. zum Ausscheiden fester Bestandteile aus Gasen, eine mit einem schraubenförmigen Leitkörper versehene Vorrichtung zu verwenden. Demgegenüber besteht die vorliegende Erfindung in der angegebenen besonderen Ausgestaltung des schraubenförmigen Leitkörpers. Durch die spezielle Form der Schraubenfläche wird der Vorteil erzielt, daß der Flüssigkeitsstrom die ganze Schraubenfläche gleichmäßig bespült und nicht, wie dies bei den benannten Vorrichtungen der Fall ist, durch die Zentrifugalkraft der strömenden Flüssigkeit nach der Turmwandung geschleudert wird. Es wird dadurch eine vollständige Berührung zwischen Gas und Flüssigkeit erreicht und ferner bewirkt, daß ein. Ansatz von festen Teilen auf der geneigten Fläche nicht eintritt.
Claims (6)
- P A T E N T A N S P R Ü C H E : 1 Rieseltürm mit einer eine oder mehr gängigen Schraubenfläche zur Behandlung von Gasen mit Flüssigkeiten im Gleichstrom oder Gegenstrom. auch bei höherem als atmosphärischem Druck, dadurch gekennzeichnet, daß die Erzeugende der Schraubenfläche eine nach der Turmachse geradlinig oder gekrümmt abfallende Form besitzt.
- 2. Rieselturm nachAnspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubenfläche in kürzere oder längere Sektoren, die iibergreifend oder unterbrochen angeordnet sind, propellerartig aufgeteilt ist.
- 3. Rieselturm nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraubenfläche in radialer oder fortschreitender Richtung kaskaden£örmig abgestuft ist.
- 4. Rieselturm nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Schraubenfläche spiralige Blechstreifen oder Strombrecher aufgesetzt oder Umlenkkanäle angebracht sind. j.
- Rieselturm nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß Löcher in der Schraubenfläche angebracht sind.
- 6. Rieselturm nach Anspruch I bis 5, da lurch gekennzeichnet, daß auf oder unter den Schraubenflächen Rohrschlangen u. dgl. angebracht sind, oder die Schraubenflächen mit doppelten Wänden versehen sind, durch deren Hohlräume Heiz- oder Kühlmedien geleitet werden können.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DEI30200D DE498134C (de) | 1927-02-02 | 1927-02-02 | Rieselturm |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (1)
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| DE498134C true DE498134C (de) | 1930-05-17 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEI30200D Expired DE498134C (de) | 1927-02-02 | 1927-02-02 | Rieselturm |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE498134C (de) |
-
1927
- 1927-02-02 DE DEI30200D patent/DE498134C/de not_active Expired
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