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Spritzdruckmaschine Zusatz zum Patent 451032
Gegenstand der
Erfindung ist eine weitere Ausgestaltung der Spritzdruckmaschine gemäß Patent 451032.
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Während bei der Spritzdruckmaschine gemäß dem Hauptpatent die unmittelbar
auf die Düsen einwirkenden Spritzkarten einem bestimmten Muster entsprechend profiliert
und daher jeweils nur für dieses Muster verwendbar sind, wird gemäß vorliegender
Erfindung ein System auf die Düsenhebel einwirkender Steuerstifte und Anschläge
verwendet, das von den Schablonenmustern unabhängig und daher für die verschiedensten
Muster verwendbar ist. Diese Steueranschläge werden erst durch besondere, dem jeweiligen
Muster entsprechend profilierte oder gelochte Karten bzw. Walzen u. dgl. für eine
mustergemäße Steuerung der Spritzdüsen eingestellt.
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Statt für jedes einzelne Schablonenmuster diesem entsprechend gestaltete
Karten o. dgl. anzuwenden, kann man auch eine einzige Lochwalze oder Lochplatte
für alle Muster verwenden, indem man vor Beginn der Arbeit durch Stöpsel bestimmte
Löcher der Platte dem Muster entsprechend ausfüllt. Desgleichen ist es denkbar und
fällt in den Rahmen der Erfindung, daß im Falle der Verwendung einer großen Steuerplatte,
deren Lage in Abb. = gestrichelt eingezeichnet ist, gar keine Lochkarte zur Verwendung
kommt. Diese Platte ist dann in gleich große Flächen unterteilt und z. B. mit Bohrungen
versehen, in die man dem Muster entsprechend verteilt Stifte, Bügel o. dgl. einführt,
die, solange das betreffende Muster gespritzt wird, in der Platte bleiben und sich
mit ihr gemeinsam bewegen.
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Die Zeichnung stellt in den Abb. i bis 7 Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes
dar.
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Auf einer feststehenden, ebenen Tischplatte i werden über Walzen 2
laufende Filze 3 (Abb. i) samt dem Druckgut 4 während eines Arbeitsganges um eine
Schablonenlänge fortgeschaltet. Die zu einem Muster gehörigen Schablonen
Schi,
Sch2, Schi und Sch4 sind in einem gemeinsamen Rahmen 5 untergebracht,
liegen auf dem Druckgut und machen dessen gleichförmig fortschreitende Bewegung
mit. Während dieser Zeit wird das Muster gleichzeitig in allen seinen Farben gespritzt,
indem über die Schablonen je eine Preßluftspritzvorrichtung Spi bis Sp4 quer zur
Bahn des Druckgutes hin und her bewegt wird. Dabei bewegt sich die Spritzvorrichtung
bei jedem Hingang entsprechend dem Vorschub, den das Druckgut erfährt, mit diesem
mit, wird am Ende der Bahn um den jedem Spritzstreifen entsprechenden Schaltweg
zurückbewegt, eilt beim darauffolgenden Rücklauf
dem Druckgut neuerlich
nach usf., so daß die von jeder Spritzdüse durchlaufene Bahn die Form einer 8 hat
und das Druckgut in parallelen Streifen in gleichen Abständen mit einem gleichmäßigen
Farbton abgespritzt wird.
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Die Spritzvorrichtungen sitzen sämtlich auf einem gemeinsamen Wagen
6, auf dem sie sich nach Belieben in der Längsrichtung der Stoffbahn verschieben
lassen. Der Wagen bewegt sich in Führungen 7 seitlich hin und her und ist außerdem
in Gelenken G längsverschiebbar. Aus dem Wagen greift ein Zapfen Z in die feststehende
Achterbahn A, wodurch der Wagen und damit die Düsen zur Ausführung der dem Druckgut
nacheilenden und am Wegende immer zurückspringenden Bewegung gezwungen werden. Das
ununterbrochene Abspritzen in parallelen Streifen dauert so lange, bis der Schablonenrahmen
bei 8 anschlägt. In diesem Augenblick bleibt die Maschine stehen,. die Schablonen
heben sich einige Zentimeter vom Druckgut ab und bewegen sich in gehobener Stellung
um die Schablonenlänge in ihre Ausgangslage bis zum Anschlag g zurück, senken sich
auf den Tisch, und das Spritzen beginnt von neuem.
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Um scharfe Umrisse zu erzielen, ist ein genaues, dichtes Anliegen
der Schablonen am Druckgut notwendig. Gemäß der Erfindung wird dies auf einfachste
Weise dadurch erreicht, daß über dem Tisch ein flaches elastisches Kissen xo (z.
B. Luftpolster aus Gummi o. dgl.) aufgelegt wird, über das der Filz 3 sowie die
Ware samt Schablonen gleiten. Das elastische Kissen folgt den Unebenheiten der Blechschablone
und drückt das Druckgut von unten überall gleichmäßig und dicht an die Schablone
an.
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Die Preßluftzuleitung erfolgt durch einen pendelnden, mit einem Hahn
=i versehenen Schlauch 12 und durch ein am Wagen 6 befestigtes Verteilerrohr
13 zu den einzelnen Spritzvorrichtungen.
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Die Farbenzufuhr zu jeder Spritzdüse erfolgt gesondert entweder von
feststehenden Farbgefäßen durch pendelnde Schläuche =q., 15, 16, 17 oder es sind
(Abb. 2) am Wagen 6 unmittelbar neben den Spritzvorrichtungen Farbkannen K angebracht.
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Ein wesentlicher Bestandteil der Erfindung ist die dem Muster entsprechende
Düsenregelung mit Hilfe von den Schablonen entsprechend gelochten Karten und aus
durch die Schablonen einstellbaren lamellen- oder stiftartigen Steueranschlägen
bestehenden Düsenöffnern., Jede Spritzvorrichtung Sp (Abb. 2) hat seitlich einen
in Führungen r8a, =8b auf und ab beweglichen Stift =g mit einem Kopf 2o, dessen
Seitenansicht in Abb. 3 dargestellt ist. Dieser Kopf, der auch als Rolle ausgebildet
sein kann,. ' wird durch eine innere Schließfeder der Spritzvorrichtung mittels
des Hebels 21 ständig aufwärts gedrückt.
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Das (Offnen der Düsen erfolgt durch Steueranschläge 22, die oberhalb
des Kopfes 2o über die ganze Schablonenbreite verteilt auf der Unterseite von in
Führungen 24 voneinander unabhängig gleitenden Schiebern 25 sitzen. Am linken Ende
jedes Schiebers sitzt ein Anschlag 26, am rechten Ende jedes Schiebers greift ein
bei 27', drehbar gelagerter Winkelhebel 27 an, den eine Zugfeder 28 samt dem Schieber
25 ständig nach rechts in die durch den Anschlag 2q,, 26 begrenzte Endlage zu ziehen
sucht, wo sich die Steueranschläge 22 außerhalb der Bahn des Kopfes 2o in der Linie
e-f befinden. Jeder Winkelhebel 27 trägt an seinem waagerechten Arm einen Stift
29 und kann nur dann von der Feder 28 in die gestrichelt gezeichnete Stellung gezogen
werden, wenn. an der betreffenden Stelle die oberhalb befindliche, die ganze Schablonenbreite
bedeckende Karte 30 gelocht ist, ,jede Lochreihe in der Karte entspricht
einem Spritzstreifen.
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Wo keine Löcher sind, wird der betreffende Schieber 25 mit Steueranschlag
22 in die Bahn des Kopfes 2o (Linie c-d) gedrückt und dort wird durch Senken des
Stiftes =g und Hebels 9,1 die Düse zum Spritzen veranlaßt. Wo Löcher in der Karte
das Niederdrücken der Stifte 99 verhindern, bleiben ihre Schieber 25 mit den Steuerlamellen
oder Stiften 22 in der Linie e-f außerhalb der Bahn der Köpfe 2o, und dort setzt
die Düse mit dem Spritzen aus. Diese Lochkarte bewegt sich unter der Wirkung eines
Schaltwerkes in: der Zeit, während der die Spritzvorrichtungen einen Leerlauf über
den Rand der Schablone hinaus machen, sprungweise um eine Lochreihe weiter, bis
das Muster fertiggespritzt, d. h. bis die letzte Lochreihe erreicht ist. Dann wird
die Lochkarte gleichzeitig mit den Schablonen abgehoben, auf die erste Lochreihe
zurückgebracht und niedergelassen. Die Lochkarte kann statt in der Ebene- zu wirken,
über einen entsprechenden Zylinder gelegt und in entsprechender Weise weitergeschaltet
werden, so daß das Zurückholen entfällt..
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Bei symmetrischen Mustern, z. B. Tischdecken, die zwei Symmetrielinien
haben,.braucht die Lochkarte nur für ein Viertel ausgebildet zu werden, und in diesem
Falle werden z. B. die symmetrischen Steuerlamellen oder Stifte bzw. deren Tragschienen
25 geeignet gekoppelt (Abb. 6). Die eine Hälfte der Schienen wird, von der Karte
gesteuert, während die andere symmetrisch mitgeht. Die Schaltvorrichtung für die
gelochten Karten kann derart ausgeführt werden, daß vom Anfang bis zur Mitte der
Schablone die sprungweise Schaltung von Lochreihe. zu. Lochreihe- in einer Richtung,
von
der Mitte bis ans Ende in der entgegengesezten Richtung erfolgt.
Ebenso kann man -bei Mustern, die sich mehrmals in der Breite oder Länge der Schablone.
wiederholen, zwecks Verkleinerung und Verbilligung der gelochten Karten diese nur
für den sich wiederholenden Teil ausbilden und in der Richtung der Spritzstreifen
eine entsprechende Kopplung der die Steuerlamellen oder Stifte tragenden Schienen
untereinander bzw. in der Längsrichtung eine passende Schaltung der gelochten Karten
vorwärts bzw. rückwärts Platz greifen lassen.
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Unwesentlich für den Erfindungsgedanken ist die Form der Steueranschläge
und die Richtung, in der sie dem Kopf ausweichen. Es können beispielsweise die Steueranschläge
22 im Grundriß und Seitenriß die Form nach Abb. 5 haben; in diesem Falle bewegen
sie sich nicht seitlich, sondern auf und ab. Auch die Art, wie die gelochten Karten
die Steueranschläge beeinflussen (ob durch Winkelhebel oder Stangen bzw. Schieber,
ob durch geradlinig bewegliche oder um Drehpunkte schwingende Stifte) ist unwesentlich.
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Erfindungsgegenstand ist ferner eine andere Art der Düsenbeeinflussung
ebenfalls durch Lochkarten, wobei jedoch statt der an seitlich beweglichen Schienen
sitzenden Steueranschläge 22 auf und ab bewegliche Stifte 31 in gleichen Abständen
(Abb. 7) und statt des Kopfes 2o @Abb.2) ein malteserkreuzartig ausgebildeter Düsenschalter
32 mit einer Unrundscheibe 33 angewendet wird. Diese Schaltvorrichtung 32, 33, drehbar
um die Achse 3q., läuft mit der Spritzvorrichtung hin und her. Die Unrundscheibe
33 hat vier rechtwinklig zueinander stehende Rasten 33z, und das von der Schließfeder
der Spritzvorrichtung durch Vermittlung des Stiftes ig stets aufwärts gedrückte
Rädchen 35 legt sich jeweils in eine der Rasten und zwingt das Schaltrad 32 in einer
der Arbeitsstellungen zu verharren. Wird nun durch die Lochkarten 30 (Abb. 7) eine
Anzahl der Stifte 31 niedergedrückt, so wird durch jeden Stift 31 das Schaltrad
32 im Vorbeilaufen um 9o ° weitergedreht, so daß die Düse spritzt, und zwar so lange,
bis sie durch Eingriff des Rades 32 in einen anderen Stift 31 abgestellt wird. Die
Stifte 31 bedeuten sozusagen Grenzsteine.
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Ist eine Fläche zu spritzen, so genügt es, an den Grenzen die Stifte
niederzudrücken. Ferner kann die ganze Düsenbeeinflussung sowohl bei beiden beschriebenen
Steuerungsarten nicht nur in der beschriebenen Weise erfolgen, daß ruckweise für
jeden Streifen das eine Reihenprofil geändert wird, man kann auch eine Fläche in
der Größe der Schablone parallel zu dieser mit sämtlichen Profilen entsprechend
allen Spritzs-treifen ausbilden, indem entweder senkrecht bewegliche Lamellen 22
oder Stifte 31
über die ganze Fläche verteilt und durch eine entsprechend
große Lochkälte einmal vor Arbeitsbeginn niedergedrückt werden; wobei dann während
der Arbeit keine Veränderung des Gesamtreliefs erfolgt. In diesem Falle bewegt sich
allerdings die Steuerplatte synchron mit den Schablonen und wird am Ende jedes Arbeitsganges
mit diesen vorgeholt.