DE488692C - Verfahren zur Herstellung von elektrischen Heizwiderstaenden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von elektrischen HeizwiderstaendenInfo
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Classifications
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Description
- Verfahren zur Herstellung von elektrischen Heizwiderständen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von elektrischen Heizwiderständen, bei dem ein Gemisch von Kohle und Metalloxyden in Formkörper gepreßt und das Brennen des Formkörpers so weit getrieben wird, bis sich auf ihm eine feste Schicht aus Metallcarbonaten bildet. Erfolgt die Bildung der Carbonatschicht durch einfaches Brennen des Formkörpers, so zeigt diese, wenn nicht sehr sorgfältig verfahren wird, ein wenig festes Gefüge, es sei denn, daß der Formkörper längere Zeit im Stromkreis oder im Ofen auf einer Temperatur gehalten wird, die die später bei seiner Verwendung im Betriebe auftretende Temperatur beträchtlich übersteigt.
- Diese Art des Arbeitens beeinträchtigt jedoch den übrigbleibenden leitenden Kern in ungünstiger Weise, da durch die lange Dauer der Erhitzung eine relativ dicke Carbonatschicht entsteht und dementsprechend auch der Widerstand des leitenden Kernes im gleichen Maße wächst. Bei kurzer Erhitzungsdauer hingegen entsteht eine dünne, leicht verletzliche Carbonatschicht, und der Widerstand des Heizkörpers bleibt geringer.
- Nach dem eingangs erwähnten Verfahren ist es daher nur möglich, eine dicke Carbonatschicht und hohen Widerstand oder einen geringeren Widerstand und eine dünne, leicht verletzliche Carbonatschicht zu schaffen.
- Die Erfindung bezweckt, diese- Übelstände durch Erzeugung einer dünnen und doch festen Carbonatschicht zu beseitigen, dabei aber auch die Zeit und den Stromverbrauch für das Formieren des fertigen Formkörpers weitgehend zu verringern.
- Erreicht wird dies dadurch, daß die Bildung der Carbonatschicht in einem von der Außenluft abgeschlossenen Raume, beispielsweise unter einer Glasglocke, bei verhältnismäßig schwacher Erhitzung der zu formierenden Heizkörper durch Einleitung reinen Sauerstoffes in diesen abgeschlossenen Raum bewirkt wird. Hierdurcb erwärmt sich die Oberfläche des zu formierenden Heizkörpers viel höher als der Kern, wodurch eine bessere Verschmelzung der Metalloxyde erfolgt und zugleich unter dem Einfluß des bei der Verbrennung sich bildenden Kohlendioxydes die Umbildung der Metalloxyde in Metallcarbonate wesentlich beschleunigt wird, so daß sich eine dünne, aber sehr feste Carbonatschicht bildet, die auch das weitere Eindringen des Sauerstoffes erschwert.
- Will man jedoch für gewisse Zwecke, bei denen der Heizkörper starken mechanischen Einwirkungen ausgesetzt ist, beispielsweise bei einem Heizkörper für Bügeleisen eine stärkere und damit widerstandsfähigere Carbonatschicht erzeugen, so braucht man nur den Sauerstoff längere Zeit auf den zu formierenden Heizkörper einwirken zu lassen.
- Durch die vorausgegangene Sauerstoffbehandlung hat bei gleichzeitiger Formierung mehrerer Stäbe nicht immer jeder einzelne Stab den gleichen Widerstand, da selbst bei gleichmäßiger Pressung manche Stäbe Sauerstoff leichter aufnehmen und daher eine stärkere Carbonatschickt entsteht. Bei Beimengung von Oxyden, die sich schwer zu Carbonaten wandeln, wie z. B. Magnesit, bleibt unter der Calcium- und Aluminiumcarbonatschicht stets noch eine Oxydschicht aus Magnesitoxyden bestehen.
- Eine nachfolgende Behandlung der Stäbe mit Kohlensäure gibt nun ein Mittel an die Hand, die an sieb, verschiedenen Widerstände der einzelnen Stäbe auf die gleiche Größe zu bringen und gleichzeitig die Carbonatschicht dichter zu gestalten. Man hat dabei nur nötig, die Stäbe auf eine höhere Glut zu bringen und sie der Einwirkung von Kohlensäure auszusetzen. Die Kohlensäure bewirkt dann eine Reduktion der noch nicht umgewandelten Oxyde in Carbonate, die sich innen an der Carbonatschicht festsetzen und dadurch die Carbonatschicht im ganzen verstärken. Bei dieser Umwandlung wird im Innern des Stabes Kohle frei, die den Widerstand des Kernes entsprechend erniedrigt. Schließt man den Stab an ein Ohmmeter an, so braucht man nur die Kohlensäurebehandlung zu unterbrechen, wenn der Stab den gewünschten Widerstand erreicht hat. Versuche haben ergeben, daß bei einer solchen Behandlung unter Verstärkung der isolierenden Carbonatschicht eine Reduktion des Widerstandes bis auf 40 0/a mög- -]ich ist.
- Die Behandlung mit Kohlensäure des vorher mit Sauerstoff behandelten Heizkörpers braucht nicht unmittelbar in einem Arbeitsgang vorgenommen zu werden. Sie kann auch, wenn gewünscht und erforderlich, erst später, selbst erst nach dem vollständigen Erkalten des Heizkörpers durchgeführt werden.
- Durch das vorliegende Verfahren ist es daher möglich, dem Heizkörper jeden gewünschten Widerstand, beispielsweise von ioo bis 7 ooo Ohm bei einer Abmessung des Heizkörpers von beispielsweise q. mm Durchmesser und 3o cm Länge zu geben. Man ist demzufolge nicht mehr auf bestimmte Abmessungen in der Stärke und der Länge des Heizkörpers gebunden, sondern man kann dem Heizkörper für alle Fälle die zweckmäßigsten Abmessungen geben. Damit ist man in der Lage, die zur Wirkung kommende Wärmemenge für den jeweiligen Zweck zu variieren und sehr wirtschaftlich arbeitende Heizkörper herzustellen,- weil mit der Gesamtmasse des Heizkörpers auch die Wärmemenge in weiten Grenzen abgestimmt werden kann.
Claims (2)
- PATENTANSPRUCH: i. Verfahren zur Herstellung von elektrischen Heizwiderständen, bei dem ein Gemisch von Kohle und Metalloxyden in Formkörper gepreßt und auf ihm durch nachfolgendes Brennen eine isolierende Metallcarbonatschicht erzeugt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildung der Carbonatschicht in einem von der Außenluft abgeschlossenen Raume bei verhältnismäßig schwacher Erhitzung der zu formierenden Körper durch Einführung von reinem Sauerstoff bewirkt wird.
- 2. Verfahren nach. Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Behandlung mit Sauerstoff bei erhöhter Temperatur eine Behandlung der Formkörper mit Kohlensäure vorgenommen wird, um durch Einwirkung der Kohlensäure auf die unter der Carbonatschicht vorhandenen Oxyde auch diese in Carbonate umzuwandeln und durch den dadurch frei werdenden Kohlenstoff den Widerstand des Formkörpers nach Bedarf zu ändern. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCICEREt
Priority Applications (1)
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| DE488692C true DE488692C (de) | 1930-01-08 |
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