DE975985C - Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Widerstandes mit negativem Temperaturkoeffizienten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Widerstandes mit negativem Temperaturkoeffizienten

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DE975985C
DE975985C DEN475A DEN0000475A DE975985C DE 975985 C DE975985 C DE 975985C DE N475 A DEN475 A DE N475A DE N0000475 A DEN0000475 A DE N0000475A DE 975985 C DE975985 C DE 975985C
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    • H01ELECTRIC ELEMENTS
    • H01CRESISTORS
    • H01C7/00Non-adjustable resistors formed as one or more layers or coatings; Non-adjustable resistors made from powdered conducting material or powdered semi-conducting material with or without insulating material
    • H01C7/04Non-adjustable resistors formed as one or more layers or coatings; Non-adjustable resistors made from powdered conducting material or powdered semi-conducting material with or without insulating material having negative temperature coefficient
    • H01C7/042Non-adjustable resistors formed as one or more layers or coatings; Non-adjustable resistors made from powdered conducting material or powdered semi-conducting material with or without insulating material having negative temperature coefficient mainly consisting of inorganic non-metallic substances
    • H01C7/043Oxides or oxidic compounds
    • H01C7/045Perovskites, e.g. titanates

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Description

  • Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Widerstandes mit negativem Temperaturkoeffizienten In verschiedenen Zweigen der Elektrotechnik werden Widerstände benötigt, die einen negativen Ternperaturkoeffizienten aufweisen. Die Verwendung dieser Stoffe erfolgt beispielsweise zur Konstanthaltung der Spannung bei Netzschwankungen, zur Verhütung von Einschaltstromspitzen bei Verbrauchern mit positivem Ternperaturkoeffizienten, wie beispielsweise Glühlampen, Elektronenröhren u. dgl.
  • Als Massen mit Heißleitereigenschaften, d. li. Halbleitern mit negativem Temperaturkoeffizienten, sind seit langem Silbersulfid und Urandioxyd bekannt. Die Entwicklung der letzten Jahre machte den Weg frei für die Verwendung einer Reihe weiterer Metalloxyde als Ausgangsstoffe für die Herstellung von Halbleitern mit negativem Temperaturkoeffizienten. Aus der Vielzahl der Kombinationsmöglichkeiten zwischen den Oxyden des Titans, der Alkalien, Erdalkalien und der Schwermetalle wurden einige als besonders bedeutsam herausgestellt. Beispielsweise seien genannt: TiO2 + Erdalkalioxyde, Ti02 + Ca0 + Fe203, mehrere Schwermetalloxyde, Fe203 + Schwermetalloxyde und/oder Erdalkalioxyde, Alkalioxyde + Schwermetalloxyde.
  • Fast alle Heißleiterstoffe wurden bisher einem reduzierenden Garbrand unterworfen. - Die Anwendung einer anteiligen oxydischen Atmosphäre geschah im wesentlichen unter dem Gesichtspunkt der Einstellung auf einen bestimmten Widerstandswert. - Diese Verfahrenstechnik stützt sich auf die Erkenntnis, daß die Reduktionshalbleiter bei reduzierendem Brand einen Widerstand mit negativem Temperaturkoeffizienten erhalten, bei oxydierendem Brand dagegen hochwertige Isolatoren ergeben. Zur Erhaltung der Heißleitereigenschaften sind beim Betrieb solcher Widerstände oberhalb bestimmter Temperaturen überdies Maßnahmen zu treffen, die eine Reoxydation, d. h. den Übergang eines Heißleiters in einen Isolator, verhindern.
  • Die Möglichkeit, eine oxydierende Atmosphäre sowohl beim Garbrand wie beim Betrieb des Heißleiters anzuwenden, wird daher als fortschrittlich angestrebt, besonders deshalb, weil dann normale atmosphärische Luft keinen störenden Einfluß mehr ausüben kann. Durch die Erfindung wird nun ein derartiger Heißleiter erstellt.
  • Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Widerstandes mit negativem Temperaturkoeffizienten unter Verwendung von Ti02 und ErdaIkaliverbindungen. Die Erfindung besteht darin, daß Eisenoxyd, insbesondere Fe,04 oder andere Schwermetallverhindungen zugesetzt sind und die Masse in an sich bekannter Weise einem oxydierenden Garbrand, z. B. in sauerstoffhaltiger Atmosphäre, unterworfen wird. Ebenso muß auch die Abkühlung in sauerstoffhaltiger Atmosphäre erfolgen, wenn nicht eine Verschlechterung oder gar Aufhebung der beim Garbrand erreichten elektrischen Eigenschaften beim Abkühlungsprozeß erfolgen soll. Die beim Garbrand einzuhaltenden Temperaturen können je nach den gewünschten Eigenschaften der gargebrannten Masse verschieden sein, jedoch handelt es sich im allgemeinen dabei um Temperaturen, die etwa. zwischen iooo und i4oo' C liegen.
  • Es ist zwar auch die Herstellung eines elektrischen Widerstandes bekannt, der sich aus TiO., Fe20, und Ca0 oder MgO zusammensetzt; dieser wird jedoch in einer reduzierenden Atmosphäre gebrannt und besteht aus einem Mischspinell. Dagegen ist die Bildung des erfindungsgemäßen Heißleiters nur möglich, wenn die Ausgangsstoffe in einer oxydierenden Atmosphäre gesintert werden.
  • Vor dem Garbrand wird in weiterer Ausbildung der Erfindung.die aus den erwähnten Bestandteilen zusammengesetzte Masse einer besonderen Behandlung unterworfen, die in verschiedener Weise durchgeführt werden kann. Ein einfaches Verfahreg, das sich als -brauchbar erwiesen hat, besteht darin, den aus den Einzelbestandteilen bestehenden Versatz trocken zu mahlen und durch Zusatz geeigneter Plastifizierungsmittel in eine plastische Masse zu überführen, die dann durch einen Formungsprozeß, wie z. B. Spritzen oder Pressen, in die gewünschte Form des Widersta'ndskörpers gebracht und anschließend getrocknet und gargebrannt wird.
  • Wenn eine besonders feine Zermahlung der Bestandt « eile der Masse angestrebt wird, um z. B. Widerstandskörper mit besonders dichtem Gefüge und glatter Oberfläche zu erzeugen, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, den , Versatz naß aufz - ubereiten, in nassem Zustande, z.B. durch Mahlung. zu zerkleinern, alsdann zu trocknen und.anschließend durch Zusatz des Plastifizierungsmittels in die zum Pressen oder Spritzen geeignete plastische Form zu überführen, aus welcher dann der Körper geformt wird, um anschließend getrocknet und gebrannt zu werden.
  • Als geeignetes Plastifizierungsmittel hat sich das sogenannte Preßöl erwiesen, welches ein Gemisch von Erdölen darstellt, die zwischen i 2o und 300' C allmählich flüchtig werden. Ein solches Gemisch bietet den Vorteil, daß die Verdampfung nicht spontan bei einer bestimmten Temperatur erfolgt, was eine Blasenbildung und Lockerung des Preßlings bei der Erhitzung zur Folge hätte, sondern daß mit zunehmender Erwärmung das Plastifizierungsmittel allmählich entweicht. Die besondere Eignung des sogenannten Preßöles ergibt sich weiter aus der Eigenschaft, daß bei etwa 300' C seine vollständige Verdampfung erfolgt ist, und dies ist wiederum notwendig, weil sonst die sich bei der Erwärmung bildende dichte Oberflächenschicht des Preßlings durch Blasenbildung oder Lockerung des Preßgefüges zerstört würde. Selbstverständlich können an Stelle von Preßöl auch andere geeignete Stoffe verwendet werden, welche die Eigenschaft besitzen, nur allmählich mit wachsender Temperatur zu verdampfen, aber bei einer Temperatur von etwa 300' C vollständig flüchtig zu sein. Weitere vorteilhafte Maßnahmen zur Durchführung der Erfindung.beziehen sich auf die Durchführung des Garbrandes des geformten und getrockneten Widerstandskörpers#. Die zum Garbrand erforderliche Temperatur ist von den prozentualen Anteilen der in dem Körper enthaltenen Einzelbestandteile abhängig. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Erkenntnis, daß der Garbrand bei bestimmten Prozentanteilen der Bestandteile in der Mischung bei Temperaturen von weniger als 1300' C durchgeführt werden le-ann. Diese Erkenntnis ist deshalb besonders wichtig, weil für Temperaturen unter 13000 C be'-stimmte Öfen noch mit einer Drahtwicklung beheizt werden können, während bei höheren Temperaturen eine Silitstabheizung erforderlichist, diewesentlich teurer und unwirtschaftlicher ist. Es wurde gefunden, daß z. B. bei einer Masse, die aus iol/o TiO2, 30% BaCO, und 6o"/o FeA besteht, ein einwandfreier Garbrand bei Temperaturen unter 1300' C erzielt werden kann. Das angegebene Mischungsverhältnis oder ein ähnliches wird daher mit besonderem Vorteil benutzt, wenn Öfen für höhere Temperaturen als 1300' C nicht zur Verfügung stehen oder aus wirtschaftlichen Gründen unzweckmäßig sind. Zahlreiche genaue Untersuchungen haben weiter ergeben, daß die Eigenschaften des gargebrannten Widerstandskörpers sowohl von den Anteilen der Einzelb-estandteile in der Masse als auch von der Durchführung des Glühverfahrens in bezug auf Temperatur und Dauer sowie schließlich auch von der Abkühlgeschwindigkeit des gargebrannten Körpers abhängig sind. Zwar bleibt die Heißleitereigenschaft an sich auch bei erheblicher Änderung des prozentualen Anteils gewisser Komponenten der Masse erhalten, jedoch ändern sich dabei die Eigenschaften des Heißleiters im einzelnen nicht unerheblich. Wird z. B. in der Masse Ferro-Ferri-Oxyd in einem Prozentsatz von 2o"[o verwendet, so erhält man einen Widerstandsbaustoff-, dessen spezifischer Widerstand etwa 8oo - 166 Ohm mm2/m beträgt, während bei einem Anteil von 8o"/o Ferro-Ferri-Oxyd in der Mischung der spezifische Widerstand nur mehr 5.106 MM2/M erreicht. Die verschiedene Bemessung des Gehaltes der Mischung an Ferro-Ferri-Oxyd bietet da-her ein wirksames Mittel, um den spezifischen Widerstand des Heißleiters in sehr weiten Grenzen zu verändern.
  • Auch die Lenkung des Glühprozesses bietet ein Mittel, den spezifischen Widerstand des Heißleiters auf einen vorgegebenen Wert zu bringen. Diesbezüglich wurde gefunden, daß in dem Temperaturintervall zwischen iooo und 1300' C der spezifische Widerstand des gargebrannten Heißleiters um so kleiner ausfällt, je höher die Glühtemperatur gewählt war.
  • Einen ähnlichen Einfluß übt auch die Dauer des Glühens auf die Größe des spezifischen Widerstandes im Endprodukt aus, und zwar in dem Sinne, daß durch eine Verlängerung der Glühdauer der spezifische Widerstand ebenfalls verkleinert wird. Es sind also sowohl Temperaturerhöhung als auch Glühdauerverlängerung geeignete Mittel, um Heißleiter mit kleineren spezifischen Widerstandswerten zu gewinnen. Demzufolge kann z. B. in gewissen Grenzen ein Heißleiter mit kleinerem spezifischem Widerstand dadurch gewonnen werden, daß an Stelle einer Glühung bei höherer Temperatur eine solche von längerer Dauer durchgeführt wird und umgekehrt. Ebenso kann auch ein und derselbe Wert des spezifischen Widerstandes bei verschiedenen Glühtemperaturen und entsprechend veränderter Glühdauer erhalten werden. Glüht man z. B. einen Widerstandsbaustoff bestimmter Zusammensetzung i Stunde lang bei i29o' C, so erhält man den gleichen spezifischen Widerstand, der bei einer Glühtemperatur von 1270' C und 2stündigerDauer oder auch bei einer Glühternperatur von i25c>' C und 3stündiger Dauer erzielt wird. Die angegebenen Werte sind der Praxis entnommen und sind, da in allen drei Fällen Glühtemperaturen unter 1300' C angewandt werden, in öfen mit Drahtspiralenheizung zu erreichen.
  • Wenn im Zuge einer ersten Glühung die gewünschten Werte des spezifischen Widerstandes nicht mit genügender Genauigkeit erhalten wurden, sondern z. B. zu hoch ausgefallen wären, so kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine Herabsetzung des spezifischen Widerstandes dadurch erfolgen, daß die bereits gebrannten Körper einem oder mehreren weiteren Glühverfahren in sauerstoffhaltiger Atmosphäre ausgesetzt werden. Dabei kann die Glühung bei der gleichen Temperatur wie bei der ersten Glühung wiederholt werden. Es kann aber auch zur Beschleunigung des Verfahrens eine beispielsweise um 2o' C höhere Temperatur gewählt werden, um die Herabsetzung des spezifischen Widerstands zu erreichen. Die Glühdauer liegt bei solchen Nachglühungen in der Regel in der Größenordnung von i bis 2 Stunden. Als weitere geeignete Maßnahme, um Heißleiter mit niederem spezifischem Widerstand zu erhalten, hat sich die Durchführung eines Abschreckprozesses nach dein Glühen erwiesen, und zwar hat sich gezeigt, daß eine schnellere und von höheren Temperaturen, beispielsweise von 95o' C ab, erfolgende Abschreckung kleinere spezifische Widerstandswerte ergibt als eine Abschreckung von niederen Temperaturen, wie z. B. 5oo' C aus. Da die Wirkung also bei der Abschreckung aus niederer Temperatur geringer ist als diejenige aus höherer Temperatur, so stellt sich die letztere Maßnahme als das geeignete Mittel für die Erzielung stärkerer Änderungen im spezifischen Widerstand, die zuvor erwähnte Maßnahme jedoch als besonders zur Feinabgleichung der Werte geeignet, dar. Der Abschreckprozeß bietet also neben der Änderung der Zusammensetzung der Masse und der Erhöhung oder Erniedrigung der Glühtemperatur ein weiteres Mittel, um den spezifischen Widerstand im Endprodukt auf einen bestimmten vorgegebenen Wert einzustellen.
  • Was die Durchführung des Abschreckprozesses selbst angeht, so kann diese z. B. in der freien Luft durch einen in seiner Stärke geeignet bemessenen Strom von Preßluft erfolgen, dem das Brenngut bei einer bestimmten Temperatur ausgesetzt wird, die, wie bereits erwähnt, in der Regel zwischen 5oo und 95o' C liegt. Aber nicht nur der spezifische Widerstand des Widerstandskörpers läßt sich durch eine bestimmte Lenkung des thermischen Prozesses beeinflussen, sondern es ist auch möglich, den Temperaturkoeffizienten des Heißleiters durch Wahl einer bestimmten Glühtemperatur auf einen vorge-Crebenen Wert einzustellen. So haben z. B. diesbe-23 zügliche Untersuchungen ergeben, daß man bei einer Temperatur von i2oo' C einen Temperaturkoeffizienten von io"/o je Celsiusgrad im Bereich der kaumtemperatur erhält, während bei einer Garbrandtemperatur von i28o' C der Ternperaturkoeffizient nur noch 3"/o je Celsiusgrad bei Raumtemperatur beträgt. Wie aus diesen Werten ersichtlich, werden die Heißleitereigenschaften mit zunehmender Glühtemperatur verschlechtert, so daß es in Fällen, in denen ein höherer Temperaturkoeffiziellt gewünscht wird, notwendig ist, mit nicht zu hoher Glühtemperatur zu arbeiten. Der Fachmann hat es nun in der Hand, die geeignete Glühtemperatur auszuwählen, bei der er z. B. einerseits einen genügenden hohen Temperaturkoeffizienten und andererseits auch einen spezifischen Widerstand bestimmter Größe erhält.
  • Da außer der Lenkung des thermischen Prozesses auch die Wahl einer bestimmten Zusammensetzung der Mischung ein Mittel bietet, um bestimmte elektrische Eigenschaften am gargebrannten Körper zu erhalten, wird bei einer Befolgung des erfindungsgemäßen Verfahrens der Forderung nach großer Mannigfaltigkeit in den elektrischen Eigenschaften der Widerstandsbaustoffe weitgehend Genüge geleistet. Allerdings muß, da eine Erhöhung der Glühtemperatur einerseits eine Herabsetzung des spezifischen Widerstandes, andererseits aber auch die meist unerwünsche Herabsetzung des Temperaturkoeffizienten des Heißleiters mit sich bringt, sehr häufig zur Erzielung bestimmter Eigenschaften des Widerstandsbaustoffes auf die mit der Zusammensetzung der Masse zusammenhängenden Eigenschaftsänderungen Bezug genommen werden, und in denjenigen Fällen, in denen die geforderten elektrischen Eigenschaften auf thermischern Wege nicht zu erreichen sind, eine Änderung in der Zusammensetzung der Masse vorgenommen werden. Diesbezüglich hat sich als weitere Ausgestaltung der Erfindung ergeben, daß die Bariumverbindungen durch stöchiometrisch gleichwertige Verbindungen von Strontium oder Calcium ersetzt werden können. Wird dann bei gleichbleibender Glühtemperatur gearbeitet, so erhält man steigende spezifische Widerstände der Heißleiter in der Reihenfolge von Barium über Strontium zum Calcium, wobei es sich aber nur um Änderungen von einigen Prozenten handelt. Wird jedoch beim Glühprozeß die mit dem Stoffaustausch einhergehende Veränderung der Sinterungstemperatur mit berücksichtigt, die in der Reihenfolge von Barium über Strontium zum Calcium ansteigt, so erhält man bei stÖ-chiometrisch gleichwertigen Mengen der verschiedenen Erdalkalielemente die gleichen elektrischen Werte des spezifischen Widerstandes.
  • Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung, die sich auf die Zusammensetzung der Masse bezieht und einen veränderten Verlauf der thermischen Reaktion beim Glühen zur Folge hat, besteht darin, daß das Titandioxyd in der Masse ganz oder teilweise in der Anatasform zugegeben wird. Diese Modifikation des Titandioxyds führt beim Glühen p einer wesentlich stärkeren Reaktion mit den anderen Zusätzen, weil die Anata-sforni bei Temperaturen zwischen goo und iooo' C in die Rutilmodifika,tion übergeht. Hierdurch wird das Glühverfahren beschleunigt und in seiner Wirkung verstärkt, so daß der Glühprozeß hierdurch wirtschaftlicher gestaltet werden kann. Selbstverständlich ist es auch möglich, nur einen Teil des Titandioxyds in der Anatasform zuzugeben und es im übrigen bei der Rutilmodifikation zu belassen.
  • Schließlich kann das Titandioxyd in der Masse teilweise oder ganz durch Titansesquioxyd ersetzt werden. Hierdurch werden die Heißleitereigenschaften verstärkt, da Titansesquioxyd selbst schon in bestimmtem Maße Heißleitereigenschaften besitzt. Der Ersatz des Titandioxyds durch das Sesquioxyd ist demnach in denjenigen Fällen am Platze, in denen es auf die Erreichung eines besonders hohen Temperaturkoeffizienten im Endprodukt ankommt.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren gibt demnach Möglichkeiten in die Hand, um durch eine gewisse Wahl der prozentualen Zusammensetzung der Masse und/oder durch eine bestimmte Lenkung des therrnischen Prozesses dem Widerstandsbaustoff gewisse geforderte elektrische Eigenschaften zu verleihen, sei es, daß es sich darum handelt Heiß--leiter mit hohem Ternperaturkoeffiziente# oder #solche mit hohem oder besonders geringem spezifischein Widerstand herzustelleii. Die möglichen Veränderungen der Masse bestehen hierbei sowohl in der Veränderun- der prozentualen Anteile der einzelnen Komponenten wie auch im Austausch gewisser Stoffe durch andere, wie z. B. der Titan-Rutilform durch die Anatasform oder des Titandioxyds durch Titansesquioxyd. Durch gemeinsame Anwendung der hier gegebenen Lehren lassen sich alle in der Technik geforderten. Werte für den Heißleiter erzielen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung eines elektrischen Widerstandes mit negativem Temperaturkoeffizienten unter Verwendung von Ti02 und Erdalkaliverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß Eisenoxyd, insbesondere Fe.041 oder andere Schwermetallverhindungen zugesetzt sind und die Masse in an sich bekannter Weise einem oxydierenden Garbrand, z. B. in sauerstoffhaltiger Atmosphäre, unterworfen wird. :2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Erdalkaliverbindungen solche des Bariums und Strontiums sind. 3. Verfahren nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Gemisch eine oder mehrere der Erdalkaliverbindungen durch stöchiometrisch gleichwertige oder angenähert gleichwertige Mengen anderer Erdalkaliverbindungen ersetzt sind. 4. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß der Versatz für den Widerstand aus Ti02, Erdalkalikarbonat und Fe#04 besteht. 5. Verfahren nach Anspruch4, gekennzeichnet durch einen Fe.047Gehalt von :2o bis 8o"/o im Versatz. 6. Verfahren nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch einen Gehalt von 5 bis 2o04 Ti02 und 15 bis 6o"/o BaC03 im Versatz. 7. Verfahren nach Anspruch6, dadurch gekennzeichnet, daß der Versatz für den Widerstand aus io"/o Ti02, 3011/o BaCO, und 6o0io Fe304 besteht. 8. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, gekennzeichnet durch den vollständigen oder teilweisen Zusatz von Tio2 in der Anatasform im Ausgangsgeinisch. g. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Gemisch das Titandioxyd teilweise oder ganz durch Titansesquioxyd, Ti20., ersetzt ist. io. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Ab- kühlen des gargebraimten Körpers in sauerstofflialtiger Atmosphäre erfolgt - i i. Verfahren nach Anspruch i oder den folgendeh, dadurch gekennzeichnet, daß als Plastifizierungsmittel ein 'Gemisch von Erdölen, -die zwischen i:2o und 300' C flüchtig sind, verwendet wird. i--. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Glühverfahren im Ternperaturbereich von etwa iooo bis 13OO'C bei um so höherer Temperatur und/oder mit um so größerer Glühdauer durchgeiührt wird, je kleiner der geforderte Wert des spezifischen Widerstandes ist. 13. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die bereits gebrannten Körper in sauerstoffhaltiger Atmosphäre mehrfach geglüht werden. 14. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die gebrannten Körper bei Temperaturen von vorzugsweise 500 bis 950'C abgeschreckt werden. 15. Verfahren nach Anspruch i oder den folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß das Ab- schrecken durch Preßluft erfolgt. 16. Verfahren nach Anspruch i oder den fol- genden, dadurch gekennzeichnet, daß das Glühverfahren im Bereich von etwa iooo bis 1300' C bei um so -.niederer Temperatur durchgeführt wird, je größer der Ternperaturkoeffizient des fertigen Widerstandes sein soll. In Betracht gezogene Druckschriften: FranzösischePatentschriftenKr.952247,923835; britische Patentschriften Nr. 586 o64, 577 748.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB577748A (en) * 1943-02-15 1946-05-30 Taylor Tunnicliff & Co Ltd Improvements in electric insulators
GB586064A (en) * 1945-02-20 1947-03-05 Taylor Tunnicliff And Company An improved electrically-conductive ceramic coating or composition
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FR952247A (fr) * 1946-08-23 1949-11-14 Philips Nv Procédé de préparation d'une substance semi-conductrice et objets réalisés en cette substance

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