DE487219C - Verfahren zur Behandlung von Ablauge der Zellstoff-Herstellung durch Kochen von Pflanzenfaserstoffen mit Natriumsulfit- oder Natriumbisulfitloesung - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Ablauge der Zellstoff-Herstellung durch Kochen von Pflanzenfaserstoffen mit Natriumsulfit- oder NatriumbisulfitloesungInfo
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Description
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Ablauge, welche bei Herstellung
von Cellulose durch Kochen von cellulosehaltigen Stoffen mit Natriumsulfit oder
saurer Natriumsulfitlösung erhalten worden ist, um aus der Ablauge neue Kochsäure herzustellen.
Die Ablauge wird zu diesem Zwecke in bekannter Weise, gegebenenfalls mit vorangegangener,
gleichzeitiger oder nachfolgender Aus-Scheidung von gewissen darin vorhandenen Stoffen, eingedampft, worauf die brennbaren
Stoffe der erhaltenen eingedampften Masse, gegebenenfalls in Verbindung mit zugesetztem
Brennstoff, derart verbrannt werden, daß in der Ablauge vorhandene Natriumverbindungen in
Schwefelnatrium oder Schwefelnatrium und Soda übergeführt werden.
Die Erfindung besteht prinzipiell darin, daß der bei der genannten Verbrennung erhaltene
Verbrennungsrückstand nach Auflösung desselben in Wasser mit einem oder mehreren
Oxyden von solchen Metallen behandelt wird, deren Schwefelverbindungen in Natronlauge
unlöslich sind, so daß alles Na2S in Natriumhydroxyd übergeführt wird, worauf die" somit
erhaltene Na2S-freie Lösung schließlich nach
Abtrennung der Fällung zwecks Herstellung neuer Kochsäure in an sich bekannter Weise mit
Schwefeldioxydgas oder Schwefeldioxydlösung behandelt wird. Die Behandlung der Schwefelnatriumlösung
mit Metalloxyden wird dabei zweckmäßig bei einer Temperatur von 100 ° C
oder darüber, gegebenenfalls unter Druck, ausgeführt, wobei diese Behandlung, für den Fall,
daß die Lösung dabei nicht vollständig von Schwefelverbindungen befreit worden ist, welche
beim Kochen mit Säuren Schwefel ausfällen, in Anwesenheit von Reduktions- oder Oxydationsmitteln
fortgesetzt wird.
Bezüglich der Einzelheiten des Verfahrens ist folgendes zu bemerken:
Aus der bei einer Kochung erhaltenen Ablauge kann man, wenn erwünscht, zunächst nach bekannten
Verfahren Sulfitspiritus herstellen, worauf die dabei erhaltene Schlempe nach dem
vorliegenden Verfahren behandelt wird. Man kann aber auch die erhaltene Ablauge unmittelbar
eindampfen, wobei man, wenn erwünscht, die dabei entweichenden flüchtigen Säuren aufsammeln
kann. Ferner kann man natürlich aus go der eingedampften Ablauge organische Salze,
welche man gewinnen will, extrahieren, bevor die Masse weiterbehandelt wird.
Bei dem Eindampfen der hier fraglichen Ablauge hat man den Vorteil gegenüber der Eindampfung
von gewöhnlicher Sulfitablauge, daß dieselbe die Eindampfapparate nicht inkrustiert,
weshalb die Eindampfung, und zwar besonders,
wenn dieselbe gegen den Schluß bei Temperaturen unter 100° C ausgeführt wird, sehr weit
getrieben werden kann, z. B. bis zu einem Wassergehalt von 25 bis 15%. Zur Brennung
der erhaltenen eingedampften Ablauge kann man zweckmäßig solche Schmelzofen verwenden,
welche in der Sulfatcelluloseindustrie gewöhnlich Verwendung finden. Man kann dabei-den gewöhnlichen
umlaufenden Eintrocknungsofen beibehalten
und die aus den Eindampfapparaten kommende Lauge in denselben einführen. Hat man aber schon in den Eindampfapparaten eine
Ablauge mit einem Wassergehalt von höchstens 20 % erhalten, so kann dieselbe auch unmittelbar
in den Schmelzofen eingeführt werden. In diesem Ofen, oder schon vorher, wird natürlich
so viel Natriumsulfat zugesetzt, daß der Fabrikationsverlust von Natron dadurch gedeckt
wird. Man kann aber auch größere Mengen von Natriumsulfat zusetzen, als zum Decken des
genannten Verlustes erforderlich ist. Mit Rücksicht darauf, daß die Menge von organischen
Stoffen in einer Sulfitablauge etwa dieselbe ist wie in einer Sulfatablauge, kann es zweckmäßig
sein (um dieselben Arbeitsverhältnisse zu erhalten, wie aus der Sulfatcelluloseindustrie bekannt), gerade so viel Natriumsulfat zuzusetzen,
daß die zusammengelegte Natriumsalzmenge für je 1000 kg Cellulose derjenigen entspricht,
welche in einer Sulfatcellulosefabrik gebräuchlich ist. Durch einen solchen besonderen Zusatz
erhält man eine größere Menge Natriumhydroxyd oder Natronlauge und Soda, als für
die Fabrikation erforderlich ist. Dies kann vorteilhaft sein, da solcheLauge besonders verwendbar
ist, um nach eventueller Kaustizierung als Kochlauge zur Herstellung von Natroncellulose
verwendet zu werden. Dieselbe enthält nämlich keine für solche Kochung schädlichen Verunreinigungen,
sondern nur kleine Mengen von Natriumsulfit, Natriumsulfat sowie Zinkat und Plumbat, für den Fall, daß die Schwefelnatriumlösung
mit diesen Stoffen behandelt worden ist. Die aus dem Schmelzofen entweichenden heißen Verbrennungsgase werden natürlich in
bekannter Weise verwendet, um die Wärme desselben zu verwerten, z. B. zur Erzeugung von
Dampf. Wenn erwünscht, kann man natürlich in den Schmelzofen auch weiteren Brennstoff
einführen.
Das im Schmelzofen erhaltene geschmolzene Schwefelnatrium mit darm vorhandener Soda
wird in üblicher Weise in eine Mischvorrichtung aufgenommen, wobei man zweckmäßig die erhaltene
Lauge oder wenigstens denjenigen Teil derselben, der zur Herstellung von Sulfitsäure
verwendet werden soll, so stark wie möglich macht. Wenn man eine Schwefehiatriumlösung
von geeigneter Stärke erhalten hat, so wird dieselbe mit geeigneten Metalloxyden, wie
Oxyden von Zink, Blei, Eisen, Nickel, Mangan, Kupfer, Kadmium oder Mischungen davon, behandelt.
Von diesen Metalloxyden sind die Zink- und Bleioxyde die wirksamsten aus dem Grunde,
daß dieselben in Natronlauge löslich sind. Die Befreiung der Lösung von Schwefelnatrium
geht daher am schnellsten bei Verwendung dieser Stoffe und geht um so leichter in dem
Maße,-wie-der Gehalt der Lösung an Schwefelnatrium
groß und der Sodagehalt klein ist. Eine Lösung mit geringem Schwefematriumgehalt
kann aber leichter zu behändem gemacht werden dadurch, daß dieselbe durch Zusatz von Natronlauge
kaustiziert wird, oder durch Kaustizierung der darm vorhandenen Soda.
Am schnellsten geht aber die Behandlung, Wenn man an Stelle der Metalloxyde Natriumzinkat
oder Natriumplumbat verwendet. Dies kann von Bedeutung sein, besonders wenn man unreine Metalloxyde dieser Stoffe zur Verfügung
hat und die Verunreinigungen vor der Verwendung entfernen will. Man löst dann zunächst
Zink oder Blei aus den unreinen Oxyden aus, z. B. mittels bei der Fabrikation erhaltener
Natronlauge, und verwendet die dabei erhaltene Lösung entweder allein oder zusammen mit
Oxyden. Man kann z. B. die Behandlung mit Zinkat oder Plumbat abschließen, da diese
Stoffe Schwefelnatrium auch dann quantitativ entfernen, wenn nur ein sehr unbeträchtlicher go
Überschuß verwendet wird.
Die bei der beschriebenen Behandlung gebildeten Schwefelmetalle werden in besonders
leicht filtrierbarer Form gewonnen, wenn die Behandlung bei Temperaturen von 100° C und
darüber und gegebenenfalls unter einem Druck, der Temperaturen bis 150 bis 180 ° C entspricht,
vorgenommen wird. Würde die erhaltene Lauge immer noch Schwefelverbindungen schädlicher
Art enthalten, wie Natriumthiosulfat usw., so können solche Verbindungen leicht durch Behandlung
der Lösung mit Reduktionsmitteln, wie metallisches Natrium oder Zink, oder noch leichter durch Oxydation, z. B. mit Chlor, entfernt
werden, und zwar besonders, falls diese Behandlung bei höheren Temperaturen vorgenommen
wird. Falls eine Lösung mit allzu großer Menge von Zink- oder Bleioxyd behandelt
worden ist, so daß die Lauge Natronsalze davon enthält, so können diese Salze durch Zusatz von
Schwefehiatriumlösung zum größten Teil entfernt werden. Wünscht man eine Lauge von
Natriumzinkat oder Natriumplumbat vollständig zu befreien, so kann dies dadurch erfolgen,
daß man in dieselbe Kohlensäure oder Schwefeldioxyd einleitet, bis die genannten Stoffe vollständig
ausgefällt worden sind. Wünscht man eine reine Sodalösung herzustellen, so muß man
außer der Behandlung mit Kohlensäure auch Schwefeldioxyd. und Schwefelsäure entfernen,
z. B. durch Behandlung mit Bariumsuperoxyd. Soll die erhaltene Natronlauge in einer Natron-
cellulosefabrik verwendet werden, so ist aber ein kleiner Gehalt an z. B. Natriumzinkat, Natriumsulfit
oder Natriumsulfat nicht schädlich, sondern eher umgekehrt.
Nachdem die Schwefelmetalle ausgefällt worden sind, werden sie durch Filtrierung von der
Lauge getrennt. Da hierbei ein vollständiges Auswaschen der Schwefelmetalle nicht notwendig
ist, so kann man für diese Filtrierung ι ο zweckmäßig umlaufende Filter verwenden. Hierbei
ist zu bemerken, daß das Auswaschen nicht so weit getrieben werden soll, daß irgendwelche
Schwefelmetalle in Lösung gehen. Die abgetrennte Lauge oder derjenige Teil derselben, der
zur Herstellung der Kochsäure verwendet werden soll, wird zweckmäßig zu einer Konzentration
von 12 bis 15 g Na2O pro Liter verdünnt
und z. B. in Waschtürmen, die mit in Säuren nicht löslichem Stein beschickt sind, mit Schwefeiao
dioxydgas behandelt. Nachdem die Lauge hierdurch einen genügenden Gehalt an SO2 erhalten
hat, wird dieselbe in üblicher Weise mit Abblasgas vom Kocher behandelt, so daß man Kochsäure
erhält. Zweckmäßig ist dabei, die Lauge zuerst, wenn sie die größte Fähigkeit hat, SO2
zu absorbieren, mit den bei der Fabrikation erhaltenen, am meisten verdünnten Schwefeldioxydgasen,
z. B. den Verbrennungsgasen von dem Schmelzofen, zu behändem und dann die
Behandlung mit mehr konzentrierten Gasen fortzusetzen. Man kann natürlich auch die Sodalösung
mit einer Lösung von SO2 in Wasser vermischen. Die abfiltrierten Schwefelmetalle
werden zweckmäßig vor dem Rösten einer Trocknung unterworfen. Diese kann in einer
gewöhnlichen umlaufenden Trocknungstrommel durch direkte oder indirekte Erhitzung ausgeführt
werden. Indirekte Trocknung ist aber vorzuziehen, da man dadurch Staubbildung vermeidet.
Für diese Trocknung können dann auch schwefelhaltige Verbrennungsgase von niedriger
Temperatur Verwendung finden.
Die somit ausgeschiedenen Schwefelmetalle werden dann einer Röstung in geeigneten Öfen
unterworfen, so daß man eine möglichst große Menge von Oxyden und Schwefeldioxyd erhält.
Für diese Röstung kann man vorteilhaft Herreshofföfen desjenigen Typs verwenden, der gewöhnlich
zur Röstung von Schwefelkies und Zinkblende verwendet wird. Enthalten die Schwefelmetalle Natriumhydroxyd oder Soda,
so kann solches Natron bei der Röstung Sulfat bilden. Man soll daher vermeiden, daß eine
unnötig große Menge von Alkali in den Schwefel-SS metallen zurückbleibt. Eine Einmischung von
Kohle kann allerdings die Bildung von Schwefelsäure beim Rösten verhindern, kann dagegen
nicht schon gebildetes Natriumsulfat reduzieren, da eine solche Reduktion höhere Temperatur
erfordert.
Die bei der fraglichen Behandlung erhaltenen Schwefelmetalle haben die Eigenschaft, bei der
Röstung Staub zu bilden. Außerdem entweicht dabei ein Teil des Schwefels als Schwefelsäure.
Damit dieser Staub und die gebildete Schwefelsäure nicht verlorengehen sollen, kann man
zweckmäßig die Röstgase mit einer kreisenden Waschflüssigkeit waschen, welche sie aufnimmt.
Wenn diese Waschflüssigkeit einen genügend hohen Gehalt an Schwefelsäure bzw. Metallsulfat
erhalten hat, so wird dieselbe auf solche Weise verwendet, daß sie zuerst mit Metallsulfiden
versetzt wird, solange Schwefelwasserstoff entwickelt wird. Dieser Schwefelwasserstoff
wird zweckmäßig in den Röstofen eingeleitet, um dort zu Schwefeldloxyd verbrannt zu werden.
Hierauf wird die erhaltene Sulfatlösung mit einer geeigneten Menge von Kohle, Sägemehl oder
anderem Reduktionsmittel vermischt, so daß die Sulfate dann bei der Röstung in Sulfite bzw.
Schwefelmetalle reduziert werden. Die somit erhaltene Mischung wird dann entweder für sich
oder zusammen mit den Schwefelmetallen eingetrocknet, um schließlich für sich oder zusammen
mit diesen in den Röstofen eingeführt zu werden.
Eine andere Weise, die bei der Röstung der Schwefelmetalle gebildeten Gase zu behändem,
und zwar besonders bei der Röstung von getrocknetem Schwefelzink, besteht darin, daß
die Gase, und zwar am besten nachdem dieselben nach bekannten Verfahren von Staub möglichst
befreit worden sind, einer Waschung mit konzentrierter Schwefelsäure unterworfen werden,
um in denselben vorhandene Schwefelsäure auszuwaschen, worauf das von der Schwefelsäure
befreite Gas weiterbehandelt wird, um dessen Gehalt an SO2 zu gewinnen. So gewonnene
Schwefelsäure, welche gegebenenfalls Metalloxyde enthält, die gleichzeitig mit der Schwefelsäure
aus dem Gase ausgewaschen worden sind, kann dann zweckmäßig verwendet werden, um
aus Kochsalz teils Salzsäure und teils Natrium- . sulfat herzustellen, welch letzteres bei der Fabrikation
verwendet wird. Stellt man bei diesem Regenerationsverfahren mehr Schwefelnatriumlösung
bzw. Natronlaugesodalösung her, als bei der Herstellung von Kochsäure verwendet wird,
so ist es daher vorteilhaft, bei der Röstung der Schwefelmetalle einen so hohen Gehalt an
Schwefelsäure in dem gebildeten Gase zu erhalten, daß man nur so viel Schwefeldioxyd
erhält, wie zum Herstellen der Kochsäure erforderlich ist. Um die Schwefelsäuremenge in
dem von dem Schwefelzinkröstofen erhaltenen Gase zu steigern, kann man natürlich in bekannter
Weise geeignete Kontaktsubstanzen verwenden. Dadurch, daß man von Kochsalz ausgeht und mit bei der Fabrikation gewonnener
Schwefelsäure daraus Salzsäure und Natriumsulfat herstellt, oder dadurch, daß man aus
Kochsalz und dem gebildeten Schwefeldioxyd-
gase unmittelbar Salzsäure und Natriumsulfat nach dem Verfahren von Hargreaves und
Robinson herstellt, kann man nach diesem Verfahren als Nebenprodukte Soda und Natronlauge
billiger herstellen als nach irgendeinem anderen Verfahren. Da die Celluloseherstellung
an sich nur etwa ioo kg Na2O in der Kochsäure
für je iooo kg Cellulose erfordert, so kann man gleichzeitig etwa 300 kg Na2O in der Form von
Soda und Natronlauge oder in der Form von sodahaltiger Natronlauge für andere Zwecke
gewinnen, ohne daß man im Schmelzofen mehr Natriumsalze verwendet, als was in der Sulfatcelluloseindustrie
gebräuchlich ist. Die Soda kann aus der Natronlaugesodalösung leicht gewonnen werden, z. B. durch Eindampfen bis
zur Kristallbildung und darauffolgende Calcinierung mit kohlensäurehaltigen Feuergasen.
Gleichzeitig gewonnene Natronlauge erhält man am leichtesten mit einer kleinen Verunreinigung
von Zink. Dadurch wird sie aber besonders zweckmäßig als Kochlauge bei der Sodacellulosefabrikation.
Als Beispiel der Ausführung des Verfahrens sei folgendes erwähnt:
Bei der Herstellung von Cellulose durch indirekte Kochung verwendet man z. B. für je
1000 kg Cellulose 7 m8 Weißlauge mit 12 g Na2O
und 40 g SO2 pro Liter Lauge. Nachdem der Kocher abgeblasen worden ist, enthält er 8 m3
Ablauge für je 1000 kg Cellulose. Durch Verdrängung der Lauge kann man hieraus 6,4 m3
Ablauge, d. h. 80 % der ganzen Menge, gewinnen. Diese Ablauge wird nun mit Kalk neutralisiert
und vorgegärt, worauf der gebildete Spiritus abdestilliert wird. Hierauf erhält man 8 ms
Schlempe mit einem Gehalt von 67 kg Na2O und Schwefelverbindungen zu einer Menge,
welche 33,5 kg Schwefel entspricht. Diese Ablauge wird nun in den Eindampfapparaten bis
zu einem Wassergehalt von 20% eingedampft und darauf unter Zusatz von 45 kg Na2SO4 in
den Schmelzofen eingeführt. Im Schmelzofen bildet sich hierbei eine Schmelze, welche aus
42 kg Na2O in der Form von Soda und 42 kg Na2O in der Form von Na2S besteht, während
5 kg Na2O in die Rauchgase gehen. In die Rauchgase gehen außerdem 42 kg SO2 und
2 kg SO3. Aus dieser Schmelze stellt man in der Mischvorrichtung eine 25prozentige Lösung her,
welche dann bei der Kochungstemperatur mit 55 kg ZnO behandelt wird. Diese Behandlung
nimmt eine Zeit von etwa 1 Stunde in Anspruch. Die 25prozent ige Lösung enthält dann 42 kg Na2 O
in der Form von Soda und 42 kg Na2O in der
Form von Hydroxyd sowie Spuren von Natriumzinkat. Das Schwefelzink wird dann auf umlaufenden
Filtern abfiltriert und gewaschen, bis das Waschwasser nur 1% Naa0 enthält. Hierbei
erhält man 65 kg Schwefelzink zusammen mit 65 kg Wasser mit 0,65 kg Na2O. Dieses
Schwefelzink wird darauf getrocknet und zusammen mit 7 kg Zinksulfat und 0,7 kg Kohle
gebrannt, wobei man 55 kg ZnO und in den Rauchgasen 43 kg SO2 erhält. Die vom Filter
erhaltene 25prozentige Lösung von Natronlauge
und Soda nebst Waschwasser wird dann bis zu einem Gehalt von 14 g Na2O pro Liter verdünnt
und zunächst verwendet, um aus den abgekühlten und gewaschenen Rauchgasen vom Schmelzofen
in einem Waschturme 43 kg SO2-GaS zu extrahieren, worauf die Flüssigkeit in einem
zweiten Waschturme verwendet wird, um aus den aus dem Röstofen entweichenden Gasen
ebenfalls 43 kg SO2-GaS zu absorbieren. Hierdurch
erhält man also eine Lösung, welche 84 kg Na2O in der Form von Na2SO3 enthält.
Die beste Absorption des SO2-Gases erhält man,
wenn die Gase aus dem Waschturme für die Röstungsgase mit den Gasen aus dem Schmelzofen
vereinigt und dann zusammen mit diesen in dem Waschturme für die letzteren Gase gewaschen
werden. Die somit erhaltene Natriumsulfitlösung wird dann mit Gasen vom Schwefelofen
und vom Kocher bis zu einem gesamten SO2-Gehalt von 4°/0 behandelt, wodurch man
fertige Kochsäure erhält.
Wenn die Cellulose durch Kochen der cellulosehaltigen Stoff e mit neutralem oder basischem
Natriumsulfit hergestellt wird, so wird die Behandlungsweise in der Hauptsache dieselbe wie
oben beschrieben.
Claims (3)
1. Verfahren zur Behandlung von Ablauge der Zellstoffherstellung durch Kochen von
Pflanzenfaserstoffen mit Natriumsulfit- oder Natriumbisulfitlösung, wobei die Ablauge,
gegebenenfalls mit vorangegangener, gleichzeitiger oder nachfolgender Ausscheidung
von gewissen darin vorhandenen Stoffen eingedampft wird, worauf die brennbaren Stoffe
der erhaltenen eingedampften Masse, gegebenenfalls in Verbindung mit zugesetztem
Brennstoff, derart verbrannt werden, daß in der Ablauge vorhandene Natriumverbindungen
in Schwefelnatrium oder Schwefelnatrium und Soda übergeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß derVerbrennungsrückstand
nach Auflösung desselben in Wasser mit einem oder mehreren Oxyden von solchen Metallen behandelt wird, deren
Schwefelverbindungen in Natronlauge unlöslich sind, so daß alles Na2S in Natriumhydroxyd
übergeführt wird, worauf die somit erhaltene Na2S-freie Lösung schließlich
nach Abtrennung der Fällung zwecks Herstellung neuer Kochsäure in an sich bekannter
Weise mit Schwefeldioxydgas oder Schwefeldioxydlösung behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Behandlung der Schwefelnatriumlösung mit Metalloxyden
bei einer Temperatur von 100° C oder darüber, gegebenenfalls unter Druck, ausgeführt
wird, und daß die Behandlung, für den Fall, daß die Lösung dabei nicht vollständig von
Schwefelverbindungen befreit worden ist, welche beim Kochen mit Säuren Schwefel ausfällen, in Anwesenheit von Reduktionsund
Oxydationsmitteln fortgesetzt wird. to
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwefelnatriumlösung
mit Natriumzinkat oder Natriumplumbat oder Mischungen davon mit Oxyden der in Frage kommenden Metalle
behandelt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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| SE1699808X | 1925-04-17 |
Publications (1)
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Country Status (3)
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| DE (1) | DE487219C (de) |
| FR (1) | FR627691A (de) |
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1927
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| Publication number | Publication date |
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