DE480752C - Vorrichtung zur Erzeugung kuenstlicher Faeden nach dem Trockenspinnverfahren - Google Patents
Vorrichtung zur Erzeugung kuenstlicher Faeden nach dem TrockenspinnverfahrenInfo
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- D01D5/04—Dry spinning methods
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
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Description
- Vorrichtung zur Erzeugung künstlicher Fäden nach dem Trockenspinnverfahren Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung künstlicher Fäden aus Cellulosederivaten nach dem Trockenstreckspinnverfahren.
- Bei den bisher üblichen Verfahren verspinnt man die Celluloselösungen, z. B. Celluloseacetat in Aceton gelöst, im allgemeinen in einer mehr oder weniger geschlossenen, ventilierten Zelle, um die Lösungsmittel tunlichst restlos wiedergewinnen zu können. Vielfach wird die- Zelle oder der Luftstrom erwärmt, um die organischen Lösungsmittel besser aus den Fäden austreiben zu können. Die warme Luft wird dann zumeist im Gegenstrom durch die Zelle geführt. Diese Richtung wird nicht allein deshalb gewählt, damit sich nicht an der empfindlichsten Stelle der Spinneinrichtung, nämlich an der Düse, die höchste Wärmewirkung geltend macht, sondern auch der Luftstrom, solange er noch warm ist, auf die bereits gebildeten auszutrocknenden Fäden einwirkt. Eine gewisse Erwärmung der Düse allein genügt nämlich schon, um durch vorzeitiges Verdampfen des Lösungsmittels den Spinnprozeß ungünstig zu beeinflussen. Dies hat zum Einblasen abgekühlter Luft in der Nähe der Düse geführt, und um andererseits aber nicht auf die Preisgabe der Wärmebehandlung in der Spinnzelle zu verzichten, wurde eine' Absaugevorrichtung verwendet, welche in der mittleren Zone der Zelle angeordnet ist.
- Es ist nun erkannt worden, daß Luftwirbel im Innern der Zelle, wie sie durch Erwärmen der Zellenluft und der Zelle aufzutreten pflegen, einen schädlichen Einfluß, auf den Spinnprozeß, ausüben.
- Gemäß der Erfindung wird nun derart vorgegangen, daß die Erwärmung der Spinnzelle i nach der Abbildung bzw. die Erwärmung der Zellenluft preisgegeben wird und die Wärmebehandlung der frisch gesponnenen Fäden außerhalb der Spinnzelle in eine zweite geschlossene, mit Ventilation zur Rückgewinnung des Lösungsmittels ausgerüstete Kammer verlegt ist. Hierdurch wird die schädliche Wirbelbildung infolge Erwärmung in der Spinnzelle bei der Fadenbildung vollkommen ausgeschaltet.
- In der Spinnzelle befindet sich oben die Spinndüse 3 und unten der Fadenvereiniger (Fadenführer) ¢, wo die Fäden f gesammelt und durch ein kleines Loch 5 der Spinnzelle und Loch 6 der Wärmezelle in diese letztere während des Betriebes geleitet werden. Die Frischluft zur Spinnzelle tritt durch Löcher 7 in der Nähe der Düse ein, durchströmt die Spinnzelle nach dem Gleichstromprinzip von oben nach unten, also im Sinne des Fadenabzuges, und tritt beim Absaugeloch 8 aus. Eine Erwärmung der Spinnzellenluft findet daher überhaupt nicht statt. Die Spinnzelle arbeitet bei Zimmertemperatur bzw. nach Maßgabe der Unterkühlung der Eintrittsluft und der Unterkühlung durch Lösungsmittelverdampfung noch darunter. Diese tunlichst wirbelfreie Luftbewegung im Innern der Zelle, die Leitung derselben im Sinne des Fadenabzuges und die niedrige Temperatur haben sich für die Fadenbildung nach der Erfindung als außerordentlich vorteilhaft erwiesen. Insbesondere gelingt !es unter. diesen Umständen im Gegensatz zu den bisher erwärmten Spinnzellen viel leichter, den Faden auf große Feinheit auszuziehen, vermutlich deshalb, weil der- ruhige, gleichgerichtete, kühle Luftstrom das Lösungsmittel dem Faden nur ganz allmählich entzieht.
- Zum Anspinnen haben sich die Benutzung eines Hilfsfadenführers 4' und die Verwendung von geeigneten Türen 9 und io in der Spinnzelle bzw. der Wärmezelle als zweckmäßig erwiesen. Hilfsfadenführer 4' befindet sich zwischen den Türen 9 und i i. Zuerst wird der Faden über diesen Fadenführer gezogen und auf die Spule 16 aufgelegt. Alsdann wird der Faden über den Hauptfadenführer 4 gelegt. Desgleichen kann eine Bedienungstür ii in der Spinnzelle vorgesehen werden.
- Beim Anspinnen bleiben die Türen 9, io und i i oder auch bloß die Türen 9 und io zunächst geöffnet, um dem Spinner die Möglichkeit zu geben, den anfangs oft unregelmäßig verlaufenden Fadenbildungsvorgang leichter beobachten und erforderlichenfalls verbessern zu können. Sobald der Fadenbildungsvorgang regelmäßig, d. h. ohne Abreißen von Einzelfäden, Flaumbildung u. dgl., erfolgt, legt der Spinner voi% Hand oder vermittels eines Babel- oder hakenförnügen Instrumentes, z. B. aus Draht, den Faden vom hakenförmigen Fadenführer 4' auf den ebenfalls, wie üblich, hakenförmigen Fadenführer 4 um und schließt die Bedienungstüren.
- In der Wärmezelle a werden die frisch gesponnenen Fäden während der Wärmebehandlung gleichzeitig auf geeignete Aufnahmeteile 16 aufgespult oder aufgehaspelt. In der Abbildung sind Spulen bzw. Walzen für diesen Zweck vorgesehen. Die Aufwickelung kann dort indessen auf alle möglichen Arten erfolgen, z. B. auch unter gleichzeitiger Zwirnung auf Zwirnspulen.
- Die Wärmezelle ist mit einer geeigneten Bedienungstüri --, Lufteintrittslöchern i3, Luftabzugskanal 1 4. und Heizkörpern 15 und Aufwickelglied 16 ausgerüstet. Statt Heizkörper in der Wärmezelle selbst unterzubringen, kann auch bereits vorerwärmte Luft eingeführt werden.
- Die Wärmezelle hat nicht nur den Zweck, die letzten Anteile an Lösungsmitteln wiedergewinnen zu können, sondern ihre Wirkung hängt außerdem erfindungsgemäß mit der zu erzielenden Fadenqualität aufs engste zusammen. Wenn nämlich die Spinnvorrichtung ohne Erwärmung der Wärmezelle in Betrieb genommen wird, so arbeitet wohl die Spinnzelle einwandfrei, und die Fäden können in der Aufwickelzelle a einwandfrei gesammelt werden, aber die Fäden bleiben milchig und glanzlos. Wird indessen während des Betriebes die Aufwickel- oder Wärmezelle bzw. die durchströmende Luft z. B. auf etwa 3 5 bis 45° C geheizt, so werden glänzende Fäden erhalten.
- An sich ist es bereits bekannt, beim Trokkenspinnprozeß den Glanz von Fäden, welche in der Spinnzelle noch nicht völlig getrocknet worden sind, durch nachträgliches Erwärmen unter Führung der gespannten Fäden über eine Heiztrommel zu verbessern. In Abänderung dieses älteren Verfahrens ist nach der Erfindung die Spinnzelle von der Wiärmebehandlungsarbeit gänzlich entlastet und nur ihrem eigentlichen Zwecke der Erzeugung und Bildung des Fadens vorbehalten, und die Erwärmung ist in eine abgetrennte, besondere, geschlossene undventilierbareWärmezelle verlegt. Bei der von der Spinnzelle getrennten Wärmebehandlung kann die letztere ihrerseits wiederum ungehindert nach ihren besonderen Zwecken geregelt und die Wiedergewinnung des Lösungsmittels günstig beeinflußt werden.
- Es ist auch die Abänderung vorgesehen, da.ß die Fäden entweder frei oder auf einem Träger durch die Wärmezelle streichen und nach Austreibung der Lösungsmittelreste und Erzeugung des Glanzes erst außerhalb der Wärmezelle auf geeignete Aufwickelteile aufgewickelt werden.
Claims (1)
- PATENTANSFRÜCFIE: i, Vorrichtung zur Erzeugung künstlicher Fäden aus Cellulosederivaten, insbesondere Celluloseacetat, nach ,dem Trokkenspinnverfahren, bestehend in zwei getrennten, geschlossenen, mit Ventilation zur Rückgewinnung der Lösungsmittel versehenen Kammern, von denen die erste nicht erwärmte, vom Faden und dem Luftstrorti von oben nach unten durchzogene (Spinnzelle i) zur Erzeugung der Fäden und die andere erwärmte (Wärmezelle z) zum Austrocknen der Fäden dient. z. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmezelle (a) mit Lufteintrittslöchern (13), Luftaustrittsloch (1q.), Fadeneintrittsloch (6), Bedienungstüren (a-o und 1a), Heizvorrichtung (15) und Aufwickelteilen (16) für die Fäden versehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEV20025D DE480752C (de) | 1925-03-12 | 1925-03-13 | Vorrichtung zur Erzeugung kuenstlicher Faeden nach dem Trockenspinnverfahren |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE249141X | 1925-03-12 | ||
| DEV20025D DE480752C (de) | 1925-03-12 | 1925-03-13 | Vorrichtung zur Erzeugung kuenstlicher Faeden nach dem Trockenspinnverfahren |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE480752C true DE480752C (de) | 1929-08-07 |
Family
ID=25768304
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEV20025D Expired DE480752C (de) | 1925-03-12 | 1925-03-13 | Vorrichtung zur Erzeugung kuenstlicher Faeden nach dem Trockenspinnverfahren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE480752C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE741010C (de) * | 1939-10-26 | 1943-11-03 | Wacker Chemie Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von hohlen Kunstseidefaeden |
-
1925
- 1925-03-13 DE DEV20025D patent/DE480752C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE741010C (de) * | 1939-10-26 | 1943-11-03 | Wacker Chemie Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von hohlen Kunstseidefaeden |
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