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Verfahren zur Vorbereitung des Verlötens von Zusatzkörpern mit Ketten,
Ringgeflechten und anderen Schmuck- oder Gebrauchsgegenständen Das Befestigen' von
Zier-, Füll- oder Einsatzstücken in oder auf bestimmten Gliedern von Schmuckketten
und Ringgeflechten oder an Broschen, Anhängern, Ohrringen, Ringen und anderen Schmuck-
oder Gebrauchsgegenständen durch Löten geschieht bisher nur von Hand.
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Der Goldschmied bereitet das Löten in bekannter Weise dadurch vor,
daß er nach dem Ein- oder Aufsetzen des Zusatzkörpers Flußmittel auf die Lötstellen
streicht und die Lotplattchen auflegt. Alsdann erfolgt das Erhitzen der Arbeitsstücke
entweder einzeln mit dem Lötrohr oder der Lötpistole oder zu mehreren chargenwellse
im Lötofen.
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Diese Art der Befestigung von Zusatzkörpern an Schmuck- und Gebrauchsgegenständen
durch Löten ist umständlich und zeitraubend, erfordert gelernte Arbeitskräfte und
wird daher, insbesondere für die Anordnung zahlreicher Zusatzkörper, wie z. B. der
Schnörkel in den Rahmengestellen des Filigranschmuckes oder der Füllstücke in den
Gliedern von Schmuckketten, sehr teuer.
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Nach der vorliegenden-Erfindung soll die Vorbereitung der Zusatzkörper
und ihrer Träger dadurch vereinfacht werden., daß diese nicht mehr einzeln, sondern
in mehr oder weniger größeren Mengen mit dem erforderlichen Lot und Flußmittel oder
einem von diesen versehen werden, indem sie z. B. mit den trockenen oder 'etwas
mit Öl angefeuchteten pulverförmigen Mitteln zusammen geschüttelt oder in einen
daraus hergestellten Brei eingetaucht werden. Zu diesem Zweck müssen vorher die
Zusatzkörper an ihre Trägern gut befestigt werden. Das kann unter Benutzung der
gegebenenfalls vorhandenen Federkraft der Teile durch Ein- oder Aufsprengen oder
bei nicht federnden Teilen durch Befestigen mit besonderen Klammern, Draht oder
auf andere geeignete Weise geschehen. In. letzterem Falle müssen die Befestigungsmittel
vorher mit einem lötwidrigen Überzug versehen sein oder selbst aus lötwidrigem Material
bestehen.
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Die so vorbereiteten Gegenstände können, wenn es sich um einzelne
Gegenstände, wie Broschen, Ohrringe u. dgl. handelt, getrennt weiterbehandelt werden,
vorteilhaft können sie aber auch zu einem zusammenhängenden Strang verbunden werden,
indem sie mit Hilfe der erwähnten Befestigungsmittel an einem ketten- oder schnurartigen
Strang befestigt oder zu einem solchen vereinigt und dann wie Ketten oder Ringgeflechte
weiterverarbeitet werden.
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Nach dem Aufbringen des Lots und des Flußmitttels werden diese von
den Gegenständen so weit wieder entfernt, daß sie nur
noch an den
zu lötenden Stellen verbleiben. Dann erfolgt das Löten durch Erhitzen im Lötofen
oder mittels der Lötflamme.
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Es könnten also folgende Fälle unterschieden werden : z. Träger und
Zusatzkörper sind starre Gebilde. Die vorläufige Befestigung während der Vorbereitung
für das Löten und während des Erhitzers geschieht mit Hilfe von Klammern oder Draht,
welche, um an der Verlötung nicht teilzunehmen, mit einer lötwidrigen Masse gedeckt
sind oder aus einer solchen bestehen.
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2. Ein oder beide . zu verlötenden Teile sind federnde Gebilde. In
diesem Falle können Träger und Zusatzkörper vorläufig, d. h. während der Vorbereitung
und des Erhitzers, ohne besondere Hilfsmittel, z. B. durch Ein-oder Aufsprengen
des Zusatzkörpers oder eines Teiles desselben, in- oder aufeinander befestigt werden.
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3. Der Träger ist ein Kordel-, Ketten- o. dgl. Stranggebilde. Die
Zusatzkörper werden in der gewünschten Verteilung und je nach ihrer Beschaffenheit
und derjenigen des Trägers durch Ein- oder Aufsprengen oder mittels besonderer Hilfsmittel
vorläufig am Strang befestigt, worauf das Ganze z. B. durch selbsttätiges Durchlaufen.
der aus Rüttelstationen bestehenden Vorrichtung für das Löten vorbereitet und schließlich
in einer Lötstation erhitzt wird, wobei auch unter Umständen vorhandene Drahtschnittfügen
von Kettengliedern verlötet werden.
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q.. Die Träger sind einzelne, kleinere Schmuck- oder Gebrauchsgegenstände,
z. B. Broschen, Ohrringe usw. In diesem Falle ist nach dem vorläufigen Befestigen
des oder der Zusatzkörper sowohl Einzel- wie Massenvorbereitung für das Löten möglich.
So kann z. B. der Träger finit dem Zusatzkörper in :einen Brei von Lot- und Flußmitteln
eingetaucht und alsdann zwecks Entfernens des Überschüssigen in einem Gefäß, das
trockenes Lotmetallpulver enthält, geschüttelt werden. Oder aber es werden zahlreiche
vorzubereitende Stücke an einem Ketten- o. dgl. Förderstrang, der, um an der Lötung
nicht teilzunehmen, mit lötwidriger Masse gedeckt ist oder aus einer solchen besteht,
mittels Klammern oder sonst geeigneten Mitteln abnehmbar befestigt, worauf die Vorbereitung
zum Löten und selbst das Erhitzen durch selbsttätiges Durchlaufen der Stationenvorrichtung
vorgenommen wird. Die unter q. genannten Verfahren lassen sich auch auf das Zusammenlöten
der Fugen einzelner Gegenstände, z. B. von Ringeng anwenden.
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Die Fälle 2 und 3 .sind durch die Zeichnung beispielsweise erläutert,
und zwar zeigen Abb. i und 2 die Ansichten zweier Zierkettenstücke und Abb.3 den
Grundriß zu Abb. 2.
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Die Träger i sind längliche Drahtkettenglieder und daher federnde
Gebilde. Die Zusatzkörper bestehen im Kettenstrang der Abb. i aus einem Drahtschnörkel
2 und somit ebenfalls aus einem federnden, hingegen in der Kette nach Abb.2 aus
einem Derlstab 3, also aus einem starren Gebilde. Sowohl die Drahtschnörkel 2 als
auch die Perlstäbe 3 werden durch Einsprengen im rahmenartigen Träger i vorläufig
befestigt, worauf der Kettenstrang, z. B. -durch Eintauchen, mit den erforderlichen
Lot- und Flußmitteln überzogen und unter Durchlaufen der Stationen fertig vorbereitet
wird. Die geringe Lot- und Flußmittelmenge, welche sich hierbei um die Berührungsstelle
q. von Träger i und Zusatzkörper 2 bzw. 3 festsetzt, genügt, um eine sehr gute Verlötung
zu bewirken.