DE47178C - Verfahren zur Darstellung eines zur Absorption von Nitroglycerin besonders geeigneten Schwarzpulvers - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines zur Absorption von Nitroglycerin besonders geeigneten Schwarzpulvers

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DE47178C
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DENDAT47178D
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A. S. FlTCH in New-York, 57 Temple Court
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0033Shaping the mixture
    • C06B21/0066Shaping the mixture by granulation, e.g. flaking

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Medicinal Preparation (AREA)
  • Acyclic And Carbocyclic Compounds In Medicinal Compositions (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 78: Sprengstoffe.
Schwarzpulvers.
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist die Herstellung eines Explosionsgemisches für Sprengzwecke, aus den Materialien des gewöhnlichen Schwarzpulvers und Nitroglycerin, welches durch das Schwarzpulver absorbirt wird; bei dem Explosionsgemisch haben die Körner des Pulvers eine gröfsere Absorptionsfähigkeit und behalten nach der Absorption des Nitroglycerine ihre körnige Form.
Bisher hat bei der Vereinigung des Nitroglycerins mit den Körnern von gewöhnlichem Schwarzpulver die Absorption des Nitroglycerine durch das Pulver die Auflösung bezw. Zerstörung der Körner des Pulvers veranlafst und das Gemisch in Breiform oder in eine zerfliefsende Masse übergeführt, die als solche als wirkliches Pulver nicht zu verwenden war; um diesen Uebelstand zu beseitigen, sind die Körner des Pulvers, mit welchem das Nitroglycerin gemischt wird, vor dieser Mischung gehärtet und polirt worden, wodurch aber ihre Absorptionsfähigkeit fast beseitigt wurde; oder es wurden die Körner auch mit einem nicht aufsaugenden und Flüssigkeit widerstehenden Material überzogen. Die angeführten Behandlungen hatten den Zweck, die Absorption des Nitroglycerins durch die Pulverkörner zu verhindern, .und zu veranlassen, dafs das Nitroglycerin nur als äufserer Ueberzug anhaften blieb. Alle diese Hülfsmittel und Methoden zur Vorbehandlung des Pulvers vor der Mischung mit Nitroglycerin sind notwendigerweise verhältnifsmäfsig kostspielig und umständlich und erhöhen die Gefährlichkeit des Herstellungsverfahrens.
Nach vorliegender Erfindung fällt die Nothwendigkeit einer Vorbehandlung des Pulvers, die zeitraubend, kostspielig und gefährlich ist, ganz fort, und es wird ein Sprengpulver erhalten, in welchem die Pulverkörner nicht künstlich hart gemacht und polirt, noch mit einer nicht absorptionsfähigen Substanz überzogen sind. Die Körner haben vielmehr eine gröfsere Absorptionsfähigkeit und lösen sich nach Aufnahme des Nitroglycerins nicht auf. Die fertige Mischung ist ein körniges Pulver von hoher Explosionsfähigkeit.
Bei der Ausführung der Erfindung werden die üblichen Bestandtheile des gewöhnlichen Schwarzpulvers, nämlich Kohle, Schwefel und ein Nitrat angewendet, z. B. Natronsalpeter. Diesen Bestandtheilen wird eine gewisse Menge Stärke in Form einer Pasta zugesetzt und alle diese Ingredienzien werden nach gehöriger Durchmischung gekörnt und das so gebildete Pulver mit Nitroglycerin verbunden.
Die Herstellung des angeführten Pulvers geschieht in folgender Weise:
Die Stärke wird zuerst in eine Pasta oder Gallerte durch Auflösung übergeführt und dann mit kochendem Wasser übergössen. Mit dieser Gallerte werden alsdann die Bestandtheile des gewöhnlichen Schwarzpulvers gut untermischt, welche das gaserzeugende Material bilden, nämlich ein Gemisch von fein gemahlener Kohle, Schwefel und einem Nitrat, z.B. das vonNatrium,
Kalium oder Ammonium. Da diese Masse in nassem Zustande untermischt wird, ist ein Unfall bei Herstellung dieses Gemisches nicht zu fürchten. Die gut untermischte Masse wird alsdann ausgebreitet oder in dünnen Kuchen ausgerollt und nach der Trocknung in bekannter Weise gekörnt.
Die Mischungsverhältnisse der Kohle, des Schwefels und Nitrates können im wesentlichen dieselben sein wie im gewöhnlichen Schwarzpulver; für ihre Wahl ist entscheidend, dafs eine möglichst vollkommene Verbrennung der Kohle in dem Gemisch bei der Explosion desselben resultirt.
Versuche haben feststellen lassen, dafs folgende Mengenverhältnisse ein gutes und wirksames Resultat liefern:
73 Gewichtstheile Natriumnitrat, 12 Gewichtstheile Kohle und 10 Gewichtstheile Schwefel. Die Stärkepasta wird in der Weise hergestellt, dafs 5 Theile Stärke in 18 bis 19 Theile Wasser eingeweicht werden. In diese heifse Pasta wird dann das Gemisch von Kohle, Schwefel und Nitrat eingerührt und sorgfältig damit untermischt. Dann wird die Masse ausgebreitet, getrocknet und, wie aus der Schwarzpulverfabrikation bekannt, gekörnt.
Die Masse von gaserzeugendem Material, mit welcher die Stärkepasta wie angegeben verbunden worden ist, hat, wenn das Wasser der Pasta ausgetrocknet oder verdampft ist, ein wabenartiges oder zellenförmiges Getriebe, da das Wasser nach Verdampfung feine capillarische Zellen in der ganzen Masse hinterläfst, während die Stärke der Pasta in der Masse incorporirt bleibt.
Wenn diese trockene Masse gekörnt wird, so besitzen die Körner eine gröfsere Absorptionsfähigkeit infolge ihrer zellenartigen Structur, als die Körner des in üblicher Weise hergestellten Schwarzpulvers. Es hat sich gezeigt, dafs das nach dem neuen Verfahren hergestellte körnige Pulver die besondere Eigenschaft besitzt, dafs die Körner, während sie eine gröfsere Absorptionsfähigkeit besitzen, in ihrer Form und Structur nicht beeinflufst werden, auch nicht zerfliefsen, wenn die Aufnahme von Nitroglycerin erfolgt, dafs sie vielmehr bei der Mischung mit und ohne Absorption von Nitroglycerin ihre volle Kornform und Structur beibehalten und das entstehende Gemisch selbst ein körniges Pulver bleibt.
10 Gewichtstheile Nitroglycerin, mit 90 Gewichtstheilen des angegebenen körnigen Pulvers untermischt, bilden erfahrungsmäfsig einen Sprengstoff von hoher Explosionsfähigkeit, der besonders für Sprengzwecke aufserordentlich geeignet ist. Das Mengenverhältnifs des Nitroglycerins in dem fertigen Gemisch kann natürlich auch gröfser oder kleiner sein, wie vorbezeichnet; es hängt dies davon ab, wie stark und schnell der Stoff wirken soll. Bei der Mischung des Nitroglycerins mit dem körnigen Pulver mufs darauf geachtet werden, dafs beim Einrühren des Pulvers in oder auf das Nitroglycerin letzteres gleichmäfsig in oder auf die Pulverkörner vertheilt wird, so dafs die Absorption in allen Körnern wesentlich gleichmäfsig ist.
Die Anwendung von Stärke bei Explosivmischungen geschah bisher nur, um durch die Stärke einen gröfseren oder kleineren Theil des kohlenstoffhaltigen Materials des Pulvers zu ersetzen, und ausschliefslich zu dem Zweck, um die Herstellungskosten zu vermindern. Die durch Beimischung von Stärke zu dem bezeichneten Zweck gebildeten Explosivmischungen ^ haben aber erfahrungsmäfsig eine aufserordentlich geringe Durchschlagskraft. Die Anwendung von Stärke aber bei Explosivmischungen von hoher Durchschlagskraft als Bestandtheil der Mischung von Substanzen, welche Nitroglycerin absorbiren, weicht aber von dem Gegenstand dieser Erfindung bildenden Verfahren insofern wesentlich ab, als sowohl das Mengenverhältnifs, wie die Stoffe, mit welchen die Stärke untermischt wird, bei dem neuen Verfahren von den bekannten wesentlich verschieden ist und einen ■ wesentlich neuen Zweck anstrebt und durchaus verschiedene Resultate erzielen läfst. Das nach älteren Verfahren hergestellte Explosionsgemisch hatte nach Absorption des Nitroglycerins, wenn Stärke in Anwendung ge- kommen war, eine plastische und halbplastische Beschaffenheit und ähnelt in seiner Structur den verschiedenen Sorten Dynamit und nicht einem körnigen Pulver.
Bei dem neuen Verfahren wird die Stärke nicht als Aequivalent eines Theiles der Kohle, noch als eigentlicher Bestandtheil des gaserzeu-' genden Materials des gekörnten Pulvers angewendet. Da Stärke langsamer verbrennt und deshalb als gaserzeugender Stoff in einer Explosivmischung weniger wirksam ist, so ist die Anwesenheit von Stärke in beträchtlicher Menge in einem Stoff nicht angängig, der hohe Explosionsfähigkeit haben soll. Die Stärke jedoch, wie sie nach dem neuen Verfahren angewendet werden soll, hat die alleinige Aufgabe, der Masse des gaserzeugenden Materials, mit welchem die Stärke als Pasta verbunden wird, ein zellenartiges, wabenförmiges Gefüge zu ertheilen, wenn das Wasser der Pasta verdampft ist, und bewahrt die körnige Structur der Körner, wenn dieselben Nitroglycerin aufgenommen haben. Die Stärke ist in der vorliegenden Masse in verhältnifsmäfsig so geringer Menge vorhanden, dafs der Charakter des Explosionsgemisches nicht beeinträchtigt wird.
Natürlich können die Mengenverhältnisse der Bestandtheile des gewöhnlichen Schwarzpulvers
innerhalb der bezeichneten Grenzen geändert werden; ebenso kann Schwefel fortfallen und an Stelle dessen das verbleibende Oxydationsmittel, z. B. Natronsalpeter, entsprechend vermehrt werden. Ebenso können anstatt der Stärke bei Herstellung des Explosivgemisches Kohlenhydrate, wie z. B. Dextrin oder Getreidemehl, in Anwendung kommen, die Stärke in ausreichenden Mengen. enthalten, so dafs. in dem Gemisch die zellenförmige Structur des Kornes erzeugt und der körnige Charakter des Pulvers in dem Endproduct nach Absorption des Nitroglycerins durch die Körner gewahrt wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung eines zur Absorption von Nitroglycerin infolge seines Aggregatzustandes besonders geeigneten Schwarzpulvers durch Vermischen der Bestandtheile des letzteren mit Stärkekleister und Erzeugung eines körnigen Productes aus diesem Gemisch.
DENDAT47178D Verfahren zur Darstellung eines zur Absorption von Nitroglycerin besonders geeigneten Schwarzpulvers Expired - Lifetime DE47178C (de)

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