DE129481C - - Google Patents

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DE129481C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B31/00Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt
    • C06B31/28Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate
    • C06B31/32Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound
    • C06B31/38Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic
    • C06B31/40Compositions containing an inorganic nitrogen-oxygen salt the salt being ammonium nitrate with a nitrated organic compound the nitrated compound being an aromatic with an organic non-explosive or an organic non-thermic component

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Polysaccharides And Polysaccharide Derivatives (AREA)
  • Cereal-Derived Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
M 129481 KLASSE 78 c.
Das neue Verfahren zur Herstellung eines Trinitrotoluol und Getreidemehl enthaltenden Ammoniaksalpetersprengstoffes besteht im Wesentlichen darin, daß all-e drei Componenten in einer einzigen Operation gemahlen, auf das Innigste gemischt und durch den Kleber des Getreidemehls in der Wärme und bei Gegenwart von Wasser so mit einander verkleistert werden, daß das verkleisterte Mehl das Bindemittel zwischen dem Ammoniaksalpeter einerseits und dem Trinitrotoluol andererseits bildet.
Die Herstellung des Sprengstoffes geschieht in der Weise, daß die fein gemahlenen Componenten zunächst in der üblichen Weise mechanisch unter einander gemischt werden. Sodann wird die Mischung auf einem Apparat, welcher gestattet, die Masse während des weiteren Mahlens zugleich zu mischen und steigernd zu erwärmen (z. B. einem heizbaren Kollergang oder einem Trockenapparat mit Laufwalze), mit der zum Verkleistern erforderlichen Menge Wasser überbraust und unter Erwärmen und fortwährendem mechanischen Umschaufeln bis zur vollständigen Trockne gemahlen.
Einen vorzüglichen und gegen schlagende Wetter und Kohlenstaub relativ sicheren Sprengstoff erhält man, wenn man nach obigem Verfahren 8 Theile Trinitrotoluol und 86 Theile Ammoniaksalpeter mit 6 Theilen Getreidemehl, dem ca. 7 Theile Wrasser hinzugefügt werden, verkleistert.
Durch das neue Verfahren wird erstens erreicht, daß der fertige Sprengstoff nicht ein einfaches mechanisches Gemenge darstellt, sondern daß jedes kleinste Theilchen des feinstgemahlenen Sprengstoffes alle drei Componenten in dem richtigen Mischungsverhältniß fest mit einander verbunden enthält. Es wird durch die Verkleisterung des Mehls ein ähnlicher technischer Effect erzielt, wie er.bei anderen Sprengstoffen durch Zusatz von geschmolzenen organischen Componenten zum Ammoniaksalpeter zu erreichen versucht worden ist, nur in vollkommener Weise, weil der Mehlkleister beim Trocknen amorph erstarrt und die Componenten fest und sehr innig mit einander verbindet, während fast alle organischen Körper krystallinisch erstarren und dadurch statt einer festen Verbindung der einzelnen Sprengstoffcomponenten eine lose Nebeneinanderlagerung derselben stattfindet, wie dies auch das Mikroskop zeigt.
Zweitens wird bei dem neuen Verfahren der Sprengstoff wesentlich verdichtet, was ganz besonders wichtig und bedeutungsvoll ist. Während der Sprengstoff beim rein mechanischen Mischen der Componenten ein cubisches Gewicht von 0,8 haben würde, wird das Gewicht durch das neue Verfahren des Mischens, Mahlens und Verkleisterns in einer Operation auf 1,0 erhöht. Der technische Effect des neuen Verfahrens ist daher ein ganz anderer als der, welcher beispielsweise gemäß Patentschrift 47178 angestrebt wird.
Nach dieser Patentschrift wird das Verfahren derart ausgeführt, daß man Stärke mit kochendem Wasser übergießt und mit der so erhaltenen Gallerte die Bestandtheile des gewöhnlichen Schwarzpulvers vermischt. Die Mischung wird dann ausgebreitet, getrocknet und gekörnt.
Der Zweck des Stärkezusatzes ist dort, wie in der Patentschrift ganz besonders betont wird,
(2. Auflage, ausgegeben am 2/. Mai igo6.)
der Masse ein zeilenartiges, wabenförmiges Gefüge zu ertheilen, um sie für Nitroglycerin aufnahmefähig zu machen.
Durch das neue oben beschriebene Verfahren wird gerade das Gegentheil erreicht. Dadurch nämlich, daß die vorher gemischten Bestandtheile feucht und in der Wärme durch Laufwalzen oder Kollergänge vermählen werden, und die Vermahlung bis zur vollständigen Trocknung der Masse fortgesetzt wird, erhält man, abgesehen von der absolut homogenen, durch kein anderes Mittel zu erreichenden, innigen Mischung, eine Verdichtung der Masse von 0,8 bis ca. 1,0 cubisches Gewicht. Es ist dies ein durchaus neuer technischer Effect.
Auch in anderen Schriftstellen ist das Hinzufügen von Stärke zu den Bestandtheilen der Sprengstoffe schon erwähnt; z. B. in Guttmann »Die Industrie der Esplosivstoffe« wird auf S. 244 bis 246 (Ausgabe 1895) ein Verfahren zur Herstellung eines Sprengstoffes beschrieben, in welchem Stärke oder Kleie enthalten ist, ebenso in der Patentschrift 27229. Jedoch weicht auch dieses Verfahrens ganz wesentlich von dem ab, welches den Gegenstand dieser Erfindung bildet.
Es wird dort ein Dampfkochapparat beschrieben, in welchem ein Pulver, bestehend aus Salpeter, Schwefel, Holzkohle, Kleie oder Stärke u. s. w., gekocht werden soll. Nach dem Kochen, und nachdem der größte Theil des Wassers abgedampft ist, wird ebenso wie in der Patentschrift 47178 der Brei flach ausgebreitet und dann erst entweder direct getrocknet, oder erstgekörntund dann getrocknet, infolge dessen ein Auskrystallisiren des Salpeters erfolgt, wodurch die gleichmäßige Vermischung der Componenten aufgehoben wird.
Im Gegensatz hierzu wird gemäß der vorliegenden Erfindung durch das gleichzeitige Verkleistern, Mahlen und Trocknen in einer einzigen Operation die größtmögliche Homogenität erzielt, was nach Guttmann bei den bisher bekannten Verfahren nicht möglich ist.
Durch dieses besondere Merkmal unterscheidet sich das neue Verfahren auch von demjenigen, welches in der englischen Patentschrift 6431 vom Jahre 1896 erwähnt worden ist.
In dieser Schrift wird besonders die Eigenschaft von Kohlenwasserstoff oder anderen inactiven Körpern, die im Ueberschuß Pulvern oder auch brisanten Sprengstoffen zugesetzt werden, hervorgehoben, die Explosionstemperatur herabzusetzen und die Sicherheit gegen Schlagwetter zu erhöhen. Als solche die Wettersicherheit erhöhende Körper sind dort angeführt : Natriumcarbonat, Alaun oder andere zweckmäßige inactive Körper einerseits oder Dextrin, Zucker, Holzmehl, Stärke, Salpeter u. s. w. andererseits.
Das Herstellungsverfahren" selbst ist nur flüchtig erwähnt worden.
Es sei nochmals betont, daß nur durch die vorbeschriebene neue Methode des Mahlens und Trocknens in einer Operation ein brauchbarer stärkehaltiger Sprengstoff erhalten werden kann. Selbst Oscar Guttmann hat ausgesprochen, daß nach der bisher befolgten Methode des Mischens auch in der Wärme und unter Umrühren und des nachherigen Trocknens und Körnens ein brauchbarer Sprengstoff nicht hergestellt werden kann. Den Beweis hierfür hat auch die Praxis erbracht, denn die in den oben erwähnten Patentschriften und Literaturstellen beschriebenen Sprengstoffe haben in der Praxis keine Verbreitung gefunden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Herstellung von Ammoniaksalpetersprengstoffen durch Vermischen des Ammoniaksalpeters mit den organischen Componenten (Trinitrotoluol) und mit Getreidemehl oder anderen Stärkemehl enthaltenden Stoffen unter Wasserzusatz und nachfolgendes Verkleistern des Stärkemehls durch Erwärmung, dadurch gekennzeichnet, daß nicht nur das innige Vermischen und Verkleistern, sondern auch das Trocknen durch \^errnahlen mittels heizbaren Kollergangs oder Walzen in einer Operation ausgeführt wird.
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