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Druckmaschine für Bogen Der Buchdruck erfolgt in der Regel so, daß
jeder einzelne Bogen für die ganze Auflage gedruckt wird, danach der zweite und
so fort bis zum letzten Bogen des Buches.; Die einzelnen Bogen werden für sich gefalzt,
dann zusammengetragen, schließlich verglichen und eingebunden. Infolge dieser verschiedenen
Druck- und Einbindearbeiten verteuert sich die Herstellung der Bücher erheblich,
so daß selbst beim besten Willen der Verleger der Buchpreis kaum wesentlich ermäßigt
werden kann. Andererseits ist aber eine starke Vergrößerung der Auflage gegenüber
dem bisherigen Umfang-. des Bücherverkaufs sowohl im Interesse der Verbreitung guter
Literatur wie auch des ganzen Buchgewerbes selbst anzustreben, um die zahlreiche
Belegschaft dauernd beschäftigen zu können. Das Einbindeverfahren kann vereinfacht
werden, wenn das Einbindender Bücher nicht mehr wie bisher nach gefalteten Bogen,
sondern nach einzelnen Blattstapeln erfolgt, die zu den Buchblocks zerschnitten
und durch besondere Verfahren am Rücken vereinigt und mit der Decke versehen werden.
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Ein beschleunigter Druck von einzelnen Bogen läßt sich nun nach einem
bekannten; Vorschlage bereits dadurch erzielen, daß die Druckplatten auf .einem
umlaufenden Träger in einer Ebene angeordnet :sind, über der mehrere Druckwalzen
und Farbwerke eingebaut sind. Immerhin ist die erreichbare Druckauflage hinsichtlich
der Schnelligkeit bei dieser Anordnung noch sehr beschränkt, weil der Durchmesser
des umlaufenden Trägers praktisch nur innerhalb bestimmter Grenzen bleiben und demzufolge
auch nur eine sehr beschränkte Anzahl Druckplatten aufnehmen kann, die für ein normales
Buch nicht annähernd ausreichen. -Die vorliegende Erfindung ermöglicht demgegenüber
den gleichzeitigen Druck fast beliebig vieler Druckseiten eines Buches, und zwar
dadurch, daß die Druckplatten am umlaufenden Träger schaufelradförmig angeordnet
sind. Da sich die Schaufeln verhältnismäßig eng stellen lassen, so können auf dem
Umfang des umlaufenden Trägers sehr viele Druckplatten untergebracht werden, weil
die Schaufeln auf beiden Seiten Druckplatten aufnehmen können; es können daher alle
Seiten eines Buches normalen Umfangs vollständig hintereinander ausgedruckt werden.
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Entsprechend der Größe der Druckplatten bzw. der Maschine können beliebig
viele Seiten, beispielsweise q., 8; 12 oder eine beliebige andere Zahl, gleichzeitig
gedruckt werden. Der Bogenblock-wird dann zu den einzelnen Buchblocks zerschnitten,
die an die Bindemaschine übergehen. Es wird dadurch möglich, einen laufenden Arbeitsgang
vom Einlegen der Bogen in die Druckmaschine bis zum fertig gebundenen Buch durchzuführen.
Naturgemäß könnten mit der Maschine auch durch Falzen hergestellte Buchblocks gedruckt
werden, z. B. dadurch, @daß, die Druckplatten nacheinander wie bisher, verteilt
auf beiden Seiten eines die Druckplatten tragenden Rahmens,
die
Seiten i bis 16 eines Bogens .aufnehmen. Die Bogen könnten dann aus der Maschine;
unmittelbar abgeleitet, der Falzmaschine übergeben und von dieser zum fertigen Buch
gepackt werden, so daß aus der Falzmaschine fertig zusammengetragene Bücher herauskommen,
die dann in üblicher Weise eingebunden. werden.
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Die Erfindung ist an Hand der schematischen Zeichnung, die einen senkrechten
Schnitt durch die Druckpresse darstellt, nachstehend näher erläutert.
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Auf einem Gestell a sind, über die Länge verteilt, mehrere kreisförmige
Schienenbahnen b gelagert, auf denen ein Kranz c mit seinen Rollen c' läuft, der
eine beliebiges Anzahl von strahlenförmig angeordneten rechteckigen Rahmen d trägt.
Diese dienen zum Befestigen der Druckplatten d' und d", die auf den
Rahmen d in laufender Folge entsprechend den Buchseiten eingesetzt sind. Die Maschine
kann demgemäß., je nach ihrer Größe, beispielsweise 5o der ioo Rahmend aufweisen,
wodurch im letzteren Fall Zoo Seiten mit einemmal gedruckt werden können.
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Der untere Teil des von den Schienenkränzen c eingenommenen Hohlraumes
dient zum Einbau eines Farbbehälters e, von. dem aus über Verreibewalzene' die zu
beiden Seiten liegenden Farbauftragwalzen e" gleichmäßig mit Farbe versehen werden.
Die Farbauftragwalzen e" lagern an den Enden von Lenkstangen/, die bei f mit schwingen-
-den Hebeln f " verbunden sind. Diese lagern am Gestell a bei a' und
erhalten zu bestimmten Zeiten einen schwingenden Antrieb, wo:@. durch die links
liegende Farbauftragwalze e" über die bei ihr oben liegenden Druckplatten d' und
die rechte Farbauftragwalze e" über die bei ihr oben liegenden- Druckplattend" gefahren
werden. Da der Rahmenkranz c einen ständigen Antrieb erhält, so erfährt jede Farbauftragwalzee"
zugleich beim Einfärben der Druckplatten um den Lagerpunkt f' ihrer Lenkstange/
eine Schwingbewegung. Entsprechend der Schwingung . muß. die linke Walze e" bei
der Rückkehr in den Ringraum des Kranzes c abgefangen und wieder in ihre ursprüngliche
Lage geleitet werden. Das kann mittels der bei g' am. Maschinengestell a gelagerten
Schwinghehel g erfolgen, die mit Rolleng" unter die Lenk-' stange f greifen und
sie führen.
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Außerhalb des Rahmenkranzes c sind am Maschinengestell bei
a" Hebel h' gelagert, die mittels der Lenkstangen h einen Sauger h"
führen, der bis an den Schienenkranzc heran zwischen zwei Rahmend geschwungen wird,,
wobei er von einem Blattstapel l den obersten Bogen abnimmt und auf die Druckplattend'
legt. Der Blattstapel 1 kann mit seinem Tisch i' am Maschinengestell
a auf einem Wagen fahrbar sein, um einen geleerten Tisch ohne Störung des
Betriebes durch einen vollen ersetzen zu können. Der Sauger h" ist zweckmäßig zugleich
mit einem Bläser verbunden, der vor der Freigabe des Bogens ihn glattbläst. Da auch
der Sauger h" am Umlauf des Rahmenkranzes c teilnimmt, wird er zunächst ebenfalls
mittels Arme g geführt, bis er sich nach dem Auflegen des Bogens auf die Druckplatted'
von dieser abhebt und zurückgezogen wird. Die Arme g lassen ihn dann für das Abheben
des folgenden Bogens sinken.
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über dem Sauger h" ist eine Druckwalze h"
in Lenkern
h gelagert, die mit SchwinghebeIn h' verbunden sind. Diese schwingen um Zapfenaa
und erhalten zu bestimmten Zeiten den erforderlichen Antrieb. Die Walze k" fährt
über den auf den Druckplattend' liegenden Druckbogen und bewirkt den Andruck auf
die Druckplatte d'. Schließlich ist in: weiterer Folze noch ein Abhebesauger j"
mit seinen Schwinghebeln j bei j' am Gestell a gelagert; der Abhebesauger j" kippt
den Bogen an der Vorderkante hoch, zweckmäßig unterstützt durch einen Bläser, löst
ihn von der Druckplatted' und trägt ihn auf den Ablegestapell..
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Von dem Ablegestapell werden die Bogen z. B. durch endlose Riemen
oder andere Beförderungsmittel zu einem auf der anderen Seite der.Maschine befindlichen
Stapeltisch n geführt, um auf der anderen Seite bedruckt zu werden. . Die Reihenfolge
der Druckplatten ist naturgemäß so zu wählen, daß den ungeraden Seiten eines Blattes
auf der anderen Seite die folgenden geraden Seiten entsprechend angeordnet sind.
Auf dieser Seite der Maschine erfolgt zunächst wieder das Einfärben. der Druckplatten
d" . durch,die in derselben Weise wie die Farbauftragwalze e' arbeitende Farbauftragwalze.e".
Ein Sauger v", der mit seinen Lenkstangen,o und seinen Schwinghebeln o' bei a5 am
Gestell a gelagert ist,. hebt den ,obersten Bogen vom Stapeln ab und leitet ihn
über- die Druckplatte d", um ihn mittels eines Bläsers festzublasen und dann freizugeben.
Unter dem Stapeln arbeitet die bei a6 am Gestell a mittels der Schwilzghebel p'
und der- Lenkstangen p gelagerte Druckwalze p", die ebenso wie die Druckwalze k"
über den Bogen fährt und ihn auf die Druckplatte d" andrückt. Danach hebt ein Sauger
g", der mittels seiner Lenkstangen q und der Schwinghebel g' bei a7 am Gestell
a
gelagert ist, den Bogen von der Druckplatte d" ab und legt ihn auf dem Stapel
Y ab. Auf diesen kommen die einzelnen Bogen in i der richtigen Folge zu liegen und
können zur Beschneidmaschine befördert werden. Die
Führung des Saugers,o"
sowie der Druckwalze p" erfolgt in gleiche- Weise wie beim Sauger h" und der Druckwalze
h", nämlich mittels dem Umlauf des Rahmenkranzes c folgender Arme g.