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Schnurwinde zum Anschluß ein oder mehrerer Kopfhörer an einen Empfangsapparat
Bekannt sind Behelfsvorrichtungen, welche dazu dienen, es zu ermöglichen; daß Personen,
die Radio hören wollen, sich zu diesem Zwecke nicht in der Nähe des Empfangsgerätes
aufhalten müssen. Es seien. beispielsweise nur die sogenannten Verteilerbrettchen
erwähnt, bei deren Verwendung aber erst noch eine besondere Leitung vom Empfangs
apparat bis zur entfernt gelegenen Hörstelle im gleichen oder Nachbarraum gelegt
werden muß. Nach Benutzung einer solchen Aushilfsleitung, die zufolge ihrer Umständlichkeit
überhaupt selten in Anwendung kommt, mußten die Schnüre zwecks Aufbewahrung wieder
entfernt werden, was zu Beschädigungen und Verwicklungen derselben vielfach Anlaß
gab.
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All den vorgenannten Mängeln begegnet der Gegenstand vorliegender
Erfindung. Abb. i stellt eine Gesamtansicht desselben dar. Abb. z veranschaulicht
die Inneneinrichtung. Die Abb.3 bis 5 sind Beispiele für weitere Ausführungsformen
der Leitungsschnurbefestigung.
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Im wesentlichen handelt es sich um eine Verlängerungsschnure, welche
beliebig lang sein kann und die in der jeweils erforderlichen Länge von einer Winde
besonderer Art auf- und abgerollt, also j e nach Wunsch verlängert oder verkürzt
bzw. wieder aufgerollt werden kann.
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Das Wesen der Erfindung liegt aber keineswegs in der Verwendung einer
Seilwinde, deren Wirkungsweise ja auch allseitig bekannt ist. Vielmehr ist der Grundgedanke
in einer V erknotungei in der halben Länge der Leitungsschnur auf der Achsenmitte,
also gleichfalls der halben Achsenlänge, zu suchen. Damit sich dieser Knoten nicht
verschiebt, insbesondere auch bei einer Umdrehung der Achse die an dieser Stelle
verknotete Telephonschnur nicht auf der Achse gleitet, ist an fraglicher Stelle
:eine Ausnehmung (Aussprung) d vorgesehen, derart, daß diese die Gestalt
einer geradlinigen Nut erhält, wodurch der Leitung eine kantige Fläche entgegensteht.
Diese Fläche nimmt einer fest angezogenen; Verknotung die Möglichkeit des Leerlaufes
auf der Achsett. Setzt man nun die fragliche Achse in Umdrehung, beispielsweise
durch Drehen an einem der beiden an ihren Enden angebrachte Knöpfe b, so windet
sich ganz von. selbst rechts vom Knoten, also auf dem rechten Achsenteil, auch die
rechte Hälfte.e3 der angeknoteten Radioschnüre auf. Ebenso verhält es sich mit dem
linken Achsenteil und der linken Hälfte e°-der Radioschnüre.
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Patentbegründend erscheint ferner, daß durch die vorbeschriebene Befestigung
einer Radiolitze auf einer Welle in bezug auf ein Auf- und Abrollen der Litze die
halbe Umdrehungszahl Lind demnach auch nur die halbe Zeit erforderlich wird wie
bei Anwendung einer gewöhnlichen Winde. Diese Eigenschaft der Erfindung ist in ihren
sämtlichen Anwendungsarten die gleiche. Erwähnt sei beispielsweise :eine Anwendungsform
als Hanf-und Drahtseilwinde. Im Gegensatz hierzu,
und das wird als
das Wesentlichste angesehen, handelt es sich bei der Verwendung dieser Konstruktion
als Radiozubehör nicht darum, durch eine Winde ein Seil zu verkürzen oder zu verlängern,
um durch diese Kräfteverschiebung Arbeit zu leisten bzw. Lasten zii heben oder zu
senken, sondern um die willkürliche Verlängerung oder Verkürzung einer Radiotelephonleitung.
Aus diesen Gründen ist daher auch keine Parallele zu Seilwindenbauarten zu ziehen,
denn dort handelt -es sich, wie schon hervorgehoben, um rein mechanische Kräfte.
Das Ziel und die Eigenart des Erfindungsgegenstandes besteht aber in der trotz Knüpfung
ununterbrochenen Fortleitung des .elektrischen Stromes.
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Durch .die Knüpfung und die Aufwindung der Schnürenhälften rechts
und links von der Knüpfungsstelle ist zwar die mechanische Arbeitsleistung in zwei
Teile zerlegt, nicht aber die elektrische; denn dieselbe Seele der Radioschnüre
(die im Innern befindliche Kupferleitung) bleibt durch die Verknotung ununterbrochen.
Hierdurch wird die störungsfreie Weiterleitung von Strömen beliebiger Art, insbesondere
Radiotelephon;strömen, gewährleistet.
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Damit die Leitungsschnurverknotung e1 auch ohne flache, scharfkantige
Achserifläche unverrückbar und unverdrehbar an der gewünschten Stelle festgelegt
werden kann, wird dieselbe zweckmäßigerweise mit einer passenden Bandage m versehen.
Man hat beispielsweise die Wahl zwischen mit Leim zu bestreichendem Befestigungsmaterial
oder solchem, welches bereits vorher mit Klebstoff getränkt ist, wie etwa Isolierband.
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Um indessen insbesondere bei größeren Schnurlängen sowie im Interesse
.einer rationellen Massenherstellung von der Schnurverknüpfung sowie Bandagenbefestigung
absehen zu können, wurde noch eine andere Be-Festigungsart hinzugenommen. Diese
besteht aus einer bis zwei Kugelnnoder o, ;welche eine derartige Bohrung iti oder
o' erhalten, um die Radioschnur, jetzt als Demonstrationsschnur mit g bezeichnet,
an einer oder zwei Stellen der Achse, welche bei dieser besonderen Ausführungsform
das Bezugszeichen p erhielt, festzuklemmen, zum Zwecke, auch durch diese Einrichtung
ein sicheres Auf- und Abrollen der beiden Schnurhälften zu erreichen.
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Der Erfindungsgegenstand bedarf für seine praktische Anwendung naturgemäß
eines passenden Gehäuses Y. Dasselbe kann eine beliebige äußere Gestalt erhalten.
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Zweckmäßig erschien beispielsweise die in der Zeichnung veranschaulichte
kugelförmige Ausführungsform aus beliebigem geeigneten Material. Man führt durch
mit Einführungstüllen g versehene Löcher die beiden. Litzenenden nach außen. Der
:eine Schnurteil endigt beispielsweise in einem Bananensteckerpaare h und h, während
das entgegengesetzte Ende mit einem gleichen Paare hl und hl Moder mit Steckerbuchsen
zum Anschluß, eines Doppelkopfhörers abschließt. In .diesem Fall wäre aber nur ein
Doppelkopfhörer zu verbinden. Aus dem erwähnten Grunde hat man noch kugelförmige
Verteileri und i hinzugenommen. Im Sinne der Abb. i versieht ein Bananensteckerpaar
zwei Verteilerkugeln mit Strom. An diese Kugeln sind je nach Größe beliebig viele
Doppelkopfhörer durch die eingebauten Steckerbuchsen anzuschließen.
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Das Abrollen der Leitungsschnur geschieht zweckmäßigerweise durch
gleichmäßiges Herausziehen der beiden Schnurenden. Umgekehrt erfolgt das Wiederaufwinden
durch Drehung an einem der beiden Achsenköpfe. Diese sind mit der Achse durch die
Schrauben c, die gleichzeitig eine Achsenverjüngung darstellen und sich in den Lagerlöchern
f des Gehäuses drehen, verbunden. Die Schnurlänge kann beliebig sein, doch wird
in der Praxis für fast alle Fälle eine Länge von 8 bis io m genügen. Man hat aber
zufolge der Eigentümlichkeit der Aufwindevorrichtung tatsächlich nur 4. bis 5 m
ab- und aufzuwinden, da von der Mitte aus gleichzeitig wieder Auszug auch das Aufrollen
sozusagen automatisch auf der anderen Seite ohne weiteres Zutun erfolgt.
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Um bei äußerer Kugel- oder Ballenform der Radioschnurwinde einen sicheren
Aufbewahrungsort bei steter Benutzungsbereitschaft zu schaffen, wurde -das kugelförmige
Gehäuse mit einem netzartigen Gewebe k, das mit einer Schlaufe L versehen ist, ausgerüstet.
Nun ist man in .der Lage, die Vorrichtung überall, beispielsweise am Lüster, aufzuhängen
und kommt auch in diesem Falle die Zweiteilung der Schnurleitung zu besonderer Geltung.
Das eine Steckerpaar verbindet man mit dem Apparat, während die andere Hälfte der
ausgezogenen Schnüre mit dem Doppelkopfhörer an der geplanten Hörstelle verbunden
wird. Auf diese Weise erzielt man eine Verspannung durch die Luft, während sonst
die Schnüre auf dem Fußboden liegen würden und Anlaß zu Störungen oder gar eigener
Beschädigung geben könnten.