DE464822C - Entfernung von Kohlensaeure und Schwefelwasserstoff aus industriellen Gasen - Google Patents

Entfernung von Kohlensaeure und Schwefelwasserstoff aus industriellen Gasen

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DE464822C
DE464822C DEG69271D DEG0069271D DE464822C DE 464822 C DE464822 C DE 464822C DE G69271 D DEG69271 D DE G69271D DE G0069271 D DEG0069271 D DE G0069271D DE 464822 C DE464822 C DE 464822C
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10KPURIFYING OR MODIFYING THE CHEMICAL COMPOSITION OF COMBUSTIBLE GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE
    • C10K1/00Purifying combustible gases containing carbon monoxide
    • C10K1/08Purifying combustible gases containing carbon monoxide by washing with liquids; Reviving the used wash liquors

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Description

  • Entfernung von Kohlensäure und Schwefelwasserstoff aus industriellen Gasen Bei der Reinigung der industriellen Gase und Betriebsgase, z. B. Leuchtgas, Generatorgas, Motorgas usw., kommt es vor allem auf die Entfernung-des Schwefels an, da er der schädlichste Bestandteil der Gase ist und schon ein geringer Schwefelgehalt die Gase für die meisten gewerblichen Zwecke ungeeignet macht.
  • Die Reinigung des Gases vom Schwefel gewinnt auch dadurch eine Wichtigkeit, daß der Schwefel ein nutzbarer Stoff isst, dessen Gewinnung aus den Gasen besonders jener Kohlenarten, welche hohen Schwefelgehalt haben und wegen ihres hohen Schwefelgehaltes als schlechte Kohlen bezeichnet werden, lohnend ist.
  • Die bisherigen Verfahren der Schwefelgewinnung bei der Reinigung des Gases aus stark schwefelhaltiger Kohle o. dgl. können nicht als vollkommen bezeichnet werden, zumal dieselben auch zu kostspielig sind.
  • Die Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur billigen und vollständigen Reinigung des aus der Kohle o. dgl. gewonnenen Industriegases vom Schwefel oder Schwefelverbindungen, selbst wenn das Gas sehr schwefelhaltig ist, d. h. aus schwefelreichen Kohlen stammt. Dabei wird das Gas zugleich auch von Kohlensäure, die die Soda und Bikarbonat liefert, befreit, und auch der Schwefel wird in Form einer wertvollen Schwefelverbindung erhalten, welche im übrigen auch zu Schwefel aufgeärbeitet werden kann.
  • Der Grundgedanke des Verfahrens liegt darin, daß das Gas von Schwefelverbindungen, in, erster Reihe vom Schwefelwasserstoff vollkommen und leicht dadurch befreit werden kann, daß die gleichfalls, im Gas befindliche Kohlensäure vorher entfernt wird. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß der Schwefelwasserstoff aus kohlensäurehaltigen Gasen mittels alkalischer Absorptionsmittel wegen seiner schwachsauren Eigenschaft nicht wirtschaftlich entfernt werden kann, so lange als im Gas Kohlensäure zugegen ist, da der gebundene Schwefelwasserstoff unter der Einwirkung der stärkeren Kohlensäure wieder frei wird.
  • Die Kohlensäure ist auch bei-geringerem Mengenverhältnis ein nachteiliger Bestandteil des Gases. Der Kohlensäuregehalt des aus ärmeren Kohlen hergestellten Gases kann aber bedeutend sein (5 bis i i °/o) ; seine Gegenwart verhindert daher die wirksame Absorption des Schwefelwasserstoffes durch Alkalien. Bei dem neuen Verfahren wird die Kohlensäure nicht nur abgeschieden, sondern auch in Form einer Sololösung gewonnen, und zwar im kontinuierlichen Betrieb, in dem ein Teil der zu verwendenden Stoffe im Kreislauf bleiben kann.
  • Die Ausführung des Verfahrens geschieht im allgemeinen in der Weis, daß das gegebenenfalls entteerte, gewaschene und von Teer und Ammoniak gereinigte Gas zunächst durch eine Schwefelnatrium- oder Sulfhydratlösung geleitet, wird. Diese Schwefelallkalilösung absorbiert die Kohlensäure aus dem Gas und gibt eine dieser äquivalente Menge Schwefelwasserstoff an das Gas ab entsprechend den Formeln C02 + NaSH ; H20 = NaHC03 + H2S .oder CO;,, i- 2 NaSH -i- (X -f- i ) H20 = Na2C03 + XH20 + 2 H2S. Das mit Schwefelwasserstoff angereicherte Gas gelangt dann in einen Kalkwäscher, in dem es von seinem Schwefelwasserstoffgehalt befreit wird, entsprechend der Formel: 2 H2S -(- CaO = Ca(SH)2 --f- H20.-Das Gas ist auf diese Weise von Kohlen.-säure und Schwefelwasserstoff befreit.
  • Die gewonnene Calciums,ulfhydratlösung wird ferner mit Natriumsulfat umgesetzt, wobei Gips und das zur Absorption der Kohlensäure nötige Natriumsulfhydrat :entsteht, nach der Formel: Ca(SH)2 +Na2S04=CaS04+2NaSH- .-Das hier entstehende Schwefelnatrium hat um den aus dem Gas aufgenommenen Schwefelwasserstoff zugenommen, so daß dieser Teil der anfallenden Schwefelnatriumlösung auf Schwefelnatrium oder auf Schwefel verarbeitet werden kann. Nach dem neuen Verfahren ist folglich der der im Gas enthaltenen Kohlensäure entsprechende Schwefelwasserstoff ständig im Kreislauf und wird hier zur Herstellung von -Soda oder von Bikarbonat, ebenso wie bei der Ammnniaksodafabrihation das Ammoniak nutzbar gemacht und bleibt im Kreislauf. Das Abscheiden des Gipses und des ausscheidenden NaHC03 geschieht durch Filtrieren oder auf andere bekannte Weise.
  • Ohne Änderung des Wesens der Erfindung könnten an Stelle der Natriumverbindung auch die entsprechenden Kalium- und Ammoniumverbindungen verwendet werden.

Claims (1)

  1. h,\Ti:NTANSYRÜCIff: i. Entfernung von Kohlensäure und Schwefelwasserstoff aus industriellen Gasen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kohlensäure in einer ersten Waschstufe mit einer Natriumsulfid- .öder Sulfhydratlösung ausgewaschen, und daß das entsprechend der ausgeschiedenen Menge Kohlensäure mit Schwefelwasserstoff angereicherte Gas in einer zweiten Waschstufe mit Ätzkalk-Lösung vom Schwefelwasserstoff befreit wird. -2. - Gasreinigung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Natrium--"§ülfid- oder Sulfhydratlösung aus der in der zweiten Waschstufe entstehenden Calciumsulfhydratlösung durch Behandlung mit Natriumsulfat wiedergewonnen wird, wobei das entstehende Natriumsulfhydrat in Lösung bleibt, der sich bildende Gips ausfällt.
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