DE565897C - Verfahren zur Gewinnung des Ammoniaks als Ammonsulfat aus schwefelwasserstofffreien Gasen - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung des Ammoniaks als Ammonsulfat aus schwefelwasserstofffreien Gasen

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DE565897C
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01CAMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/24Sulfates of ammonium
    • C01C1/245Preparation from compounds containing nitrogen and sulfur
    • C01C1/246Preparation from compounds containing nitrogen and sulfur from sulfur-containing ammonium compounds
    • C01C1/247Preparation from compounds containing nitrogen and sulfur from sulfur-containing ammonium compounds by oxidation with free oxygen

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Description

  • Verfahren zur Gewinnung des Ammoniaks als Ammonsulfat aus schwefelwasserstoffreien Gasen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak als Ammoniuinsulfat aus Gasen, die von Schwefelwasserstoff frei oder befreit sind, wobei gegebenenfalls auch der eigene ursprüngliche Schwefelw-asserstoffgehalt der Gase als Quelle für die im Verfahren benötigte Schwefelsäure auszunutzen ist.
  • Es ist bekannt, Gase der vorgenannten grt zur Gewinnung des Ammoniaks mittels einer Waschlauge zu behandeln, die Animoniumsulfat und freie schweflige Säure enthält und die in stetigem Umlauf zwischen einer Waschvorrichtung zur Bindung des Ammoniaks aus dein Gase und einer anderen Waschvorrichtung zum Absorbieren von Schwefeldioxyd kreist, das in die Lauge zur Neubildung von schwefliger Säure eingeführt wird. Von diesem bekannten Verfahren unterscheidet sich das Verfahren der Erfindung durch die beiden wesentlichen Merkmale, daß erstens in den Kreislaufweg der Waschlauge von der Aminoniakwaschung zurück nach der Säurewaschung eine Oxydation der Lauge durch Einwirkung von Luftsauerstoff als besondere Stufe eingefügt und zweitens die Aminoniakwaschung, und zwar durch Anwendung von Gegenstrom zwischen dein ammoniakhaltigen Gas und der Waschlauge, zwangsläufig so geführt wird, daß die Lauge beim Austritt aus der Aninioniakwaschung immer ammoniakalisch ist. Hierdurch wird erreicht, daß die Oxydation der Lauge durch den Luftsauerstoff im alkalischen Zustande derselben durchzuführen ist, und dies ergibt den Vorteil, daß mit Leichtigkeit eine vollständige Umwandlung des Ammoniumsulfits der Lauge in Aminoniumsulfat und damit die Erzielung eines sulfitfreien schwefelsauren Ammoniaksalzes als Enderzeugnis gesichert ist.
  • Die Zeichnung zeigt in schematischer Darstellungsweise als Ausführungsbeispiel eine Anlage größtenteils im senkrechten Schnitt, mit der das Verfahren zur Durchführung gebracht werden kann.
  • Es wird hierbei angenommen, daß es sich um die Verarbeitung von Gasen der Trockendestillation oder der Vergasung fester Brennstoffe, wie Steinkohle, also um Kokereigas, Leuchtgas, Schwelgas, Generatorgas u. dgl., handelt. Derartige Gase enthalten im Rohzustande größere oder geringere Mengen Ammoniak, Schwefelwasserstoff und Cyan als solche Bestandteile, die in dem Verfahren zu entfernen und zu gewinnen sind.
  • Die von den Destillationsöfen oder Gaserzeugern herkommenden Rohgase treten durch eine Rohrleitung r in einen oder mehrere Röhrenkühler :2 ein, um darin bis auf gewöhnliche Temperatur heruntergekühlt zu werden. Bei dieser Kühlung scheiden sich Teer und Aminoniakwasser aus, welche mittels einer Abflußleitung 3 einem Scheidebehälter d. zugeleitet werden. Der hier abgeschiedene Teer tritt in einen Sammelbehälter 5, das abgeschiedene Ammoniakwasser in einen Behälter 6 über. Die in dein Kühler 2 gekühlten Gase werden durch den Gassauger 7 in die Rohrleitung 8 weiterbefördert. Auf dem Wege durch diese Rohrleitung 8 werden den Gasen die Destillierdämpfe des Ammoniakwassers, das aus dem Behälter 6 durch die Pumpe g und die Rohrleitung io in den Destillierapparat ii eingeführt worden ist, mittels der Dämpfeleitung 12 zugemischt. Sowohl durch die Kompression der Gase in dem Gassauger 7 als auch durch die Zumischung der heißen Destillierdämpfe aus der Leitung i2 tritt eine mäßige Erwärmung der Gase ein, die der weiteren Behandlung förderlich ist. Die Gase gelangen nun aus der Rohrleitung 8 in den mit Horden ausgesetzten Waschturm 13, worin sie mit einer von oben her durch die Rieselvorrichtung 1¢ verteilten wässerigen Aufschlämmung von Eisenhydroxyden gewaschen werden, um von ihrem Schwefelwasserstoffgehalt befreit zu werden. Bei dieser Waschung wird eine Betriebstemperatur des Gases und der Waschflüssigkeit von etwa 3o bis q.0° C aufrechterhalten. Durch die vor dem Waschturm 13 stattgehabte Vereinigung der in dem Kühler :2 gekühlten Rohgase mit den Destillierdämpfen des bei dieser Kühlung ausgefallenen rohen Ammoniakwassers ist dafür gesorgt, daß .die in den Wäscher 13 eintretenden Gase ihren gesamten im Rohzustande vorhanden gewesenen Schwefelwasserstoffgehalt besitzen. Die gewaschenen Gase treten aus dem Waschturm 13 oben durch die Rohrleitung 53 aus und werden von hier aus der später zu beschreibenden weiteren Verarbeitung zugeführt. Die im Bodenteil des Waschturms 13 gesammelte Waschflüssigkeit wird hier mittels einer Rohrleitung 15 und einer Umlaufpumpe 16 in einen Oxydationsturm 17 von unten her eingedrückt, in welchem sie eine hohe Flüssigkeitssäule bildet. In diese Flüssigkeitssäule wird vom Boden her durch eine Verteilvorrichtung 18 Preßluft eingeleitet, die entweder aus einem Vorrat frischer Preßluft oder, wie es im vorliegenden Beispiel vorgesehen ist, aus der Abluft eines späteren Stadiums des Verfahrens entnommen wird. Die durch die Flüssigkeitssäule des Oxydationsturmes 17 aufsteigende Luft oxydiert die bei der Waschung im Turm 13 gebildeten Eisensulfide zu elementarem Schwefel und regeneriert zugleich die aufgeschlämmten Eisenhydroxyde. Der Rohschwefel bildet eine auf der Oberfläche der Flüssigkeitssäule aufschwimmende schaumige Masse und gelangt in diesem Zustand am oberen Ende des Oxydationsturms 17 durch die weltgehaltene Rohrleitung ig in ein auf den Waschturm 13 oben aufgebautes Scheidegefäß 2o. Hier werden die nach unten sinkenden Flüssigkeitsteile, welche die Eisenverbindungen mit sich nehmen, durch denTauchverschluß 21 und das Rohr 22 nach der Berieselungsvorrichtung 14 überführt, um von neuem über die Hordenfüllung des Waschturmes 13 verteilt zu werden. Der obenauf bleibende Schwefelschaum, der natürlich auch noch einen Teil Flüssigkeit mit sich führt, gelangt durch die Rohrleitung 23 in eine Vorlage 2¢, worin ein weiteres Absetzen stattfindet und aus der die etwas ammoniakhaltige Oxydationsabluft nach einem Schlußwascher hin entweicht. Die am Boden der Vorlage 2q. zusammenlaufende Flüssigkeit wird durch die Rohrleitung 25 abgeleitet. Der nasse Schwefelschaum wird durch die Rohrleitung 26 einem rotierenden Zellenfilter 27 zugeführt, das mit Unterdruck zum Abnutschen betrieben wird. Die auf der Umfangsfläche der Filtertrommel abgesetzte trockene Rohschwefelmasse wird durch den Schaber 28 abgenommen und einer Schneckenfördervorrichtung 2g zugeführt, die durch Vorsehung einer Dampfheizung gleichzeitig als Vortrockner für die feuchte Masse eingerichtet wird. Zum Auffangen der abgefilterten Flüssigkeit dient ein Paar von geschlossenen Sammelbehältern 31, deren jeder abwechselnd an die Vakuumpumpe oder an die Atmosphäre angeschlossen werden kann und seinen Zulauf aus der Leitung 30 empfängt, während der Ablauf durch die Rohrleitung 32 erfolgt. Die Rohrleitungen 25 und 32 vereinigen sich zu der Rohrleitung 33, die in den Fußteil des Waschturms 13 einmündet und dadurch die aus dem Rohschwefel abgeschiedene Flüssigkeit in den Kreislauf der Waschflüssigkeit zurückbringt.
  • Bei der Gaswaschung im Waschturm 13 mittels einer Eisenaufschlämmung wird aus dem Rohgase neben einem Teil des Ammoniaks, der dauernd in der Umlaufflüssigkeit verbleibt, nicht nur der Schwefelwasserstoff, sondern auch der Cyanwasserstoff durch die Waschflüssigkeit bzw. die darin schwebenden Eisenverbindungen aufgenommen.
  • Die Auswaschung und Bindung des im Gase vorhandenen Cyanwasserstoffes geht nach folgenden Reaktionen vor sich, welche nebeneinander verlaufen: Fe(OH)2 + 4NH3 -i- 6 HCN - (NH4)4Fe (CN)s + 2 H20 (1) NH3 + (N H4)2 S2 -I- HCN = (NH4) CN S -f- (N H4)2 S (2) Von diesen Reaktionen ist die Umsetzung nach i vorherrschend und erfaßt etwa 6o °1o des vorhandenen Cyanwasserstoffes. Das gebildete Ferrocyanammonium und Rhodanammonium wird in der Umlauflauge angereichert. Beim Abscheiden des Rohschwefels durch das Zellenfilter 27 wird durch die anhaftende Umlauflauge ständig ein Teil der gebildeten Cyanverbindungen aus dem Kreislauf entfernt, welcher beim Trocknen des Schwefels in diesem zurückbleibt. Infolgedessen enthält der gewonnene Rohschwefel neben dem eigentlichen elementaren Schwefel und beigemengten Eisenhy droxyden auch praktisch das gesamte C_van als komplexe Cyanverbindungen.
  • Hierzu sei bemerkt, daß die geschilderte Auswaschung des Schwefelwasserstoffes in dem Rieselturin 13 durch eine wässerige Aufschlämmung von Eisenhydroxyden und das Absondern von Rohschwefel aus der letzteren durch Einleiten von Regenerierluft in eine zusammenhängende, den Oxydationsturm 17 ausfüllende Masse der Waschflüssigkeit an sich bekannt ist. Bei der Anwendung dieser bekannten Maßnahmen auf das Verfahren der Erfindung ergeben sich jedoch aus der dadurch erhältlichen hohen Konzentration des Rohschwefels und aus dem Cyangehalt Vorteile, wenn diese Rohschwefelmasse gemäß den nachstehenden Beschreibungsangaben als Ausgangsstoff für die weitere Behandlung des Gases genommen wird. Man erhält dann nämlich das für das Verfahren erforderliche Schwefeldioxyd in stärkerer Konzentration, verbessert dadurch die Bindung und Gewinnung des eigenen Ammoniaks der Gase und ermöglicht ferner die Erzeugung und -Nutzbarmachung zusätzlichen Ammoniaks aus dem Cyan der Masse. Der Rohschwefel wird durch dieFördervorrichtung29 in einenköstofen 3.4 übergeführt, der hier als ein stetig arbeitender Drehtrommelofen vorgesehen ist. Am oberen Ende wird die abzuröstende Masse bei 35 zugegeben, am unteren Ende wird die Drehtrommel durch Gasbrenner 36 beheizt. Die abgeröstete Masse fällt in einen Vorbau 37. Die zum Abrösten erforderliche Luft wird dahinein durch einen Stutzen 38 zugeführt. Die gebildeten Röstgase ziehen durch eine Leitung 39 in einen Staubscheider .Io ab und entweichen aus diesem durch eine Leitung 4t zur Weiterbehandlung, wie unten angegeben. Durch das stetige Fortschreiten der abzuröstenden Rohschwefelmasse in der Drehtrommel 34 von kühlen bis zu ganz heißen Zonen wird erreicht, daß mittlere Temperaturgebiete durchlaufen werden, in denen eine solche Einwirkung zwischen den Cvanverbindungen und den Eisenoxydhydraten bei gleichzeitigem Vorhandensein des aus der Feuchtigkeit gebildeten Wasserdampfs eintritt, daß aus den Cyanverbindungen Ammoniak erzeugt wird. Da diese Ammoniakdämpfe nach dem kühleren Ende der Drehtrommel 3q. hin abziehen, findet auch keine nachträgliche Zersetzung derselben durch hohe Temperaturen statt. Diese besondere Durchführungsweise des Röstens unter Bildung von Ammoniak ist für die Erfindung unterscheidend gegenüber dem an sich bekannten Verfahren, schwefelhaltiges Eisenoxydhy drat, das zur Gasreinigung benutzt worden war, durch Rösten auf Schwefeldioxyd. zu verarbeiten. Das erzeugte Ammoniak wird im weiteren Verfahren, wie noch nachstehend angegeben wird, nutzbar gemacht.
  • Die durch die Rohrleitung .fr abziehenden, noch verhältnismäßig heißen Röstgase, die neben dem Schwefeldioxyd, wie bekannt, auch etwa :2 bis 6°/o ihres Schwefelgehaltes als Schwefeltrioxyd enthalten, werden zunächst einem Waschgefäß 4.2 zugeführt, worin sie mittels einer Brause 43 mit einer beschränkten Menge von Frischwasser oder statt dessen auch von einer der schwefelwasserstofffreien Betriebsflüssigkeiten berieselt werden. Hierbei wird aus dem Schwefeltrioxyd eine verdünnte Schwefelsäurelösung gebildet, die sich im Bodenteil des Waschgefäßesd.2 ansammelt. Die Weiterverwendung dieser verdünnten Schwefelsäure wird aus den späteren Angaben hervorgehen. Die verbleibenden Röstgase werden aus dem Bodenteil 4.2 des Wäschers durch eine Rohrleitung 4.4 dem oberen Teil 45 eines Waschturms zugeführt, der oben durch eine Vorrichtung 46 berieselt wird -Lind im Innern mit säurefestem Füll-,verk ausgesetzt ist. Als Flüssigkeit zum Berieseln dient zu Beginn des Betriebes Frischwasser oder Ammoniakwasser, im späteren Verlaufe eine daraus gebildete, gelöstes Ammoniumsulfat enthaltende Lauge. Diese über das Füllwerk 4.5 herabrieselnde Lauge bildet die von unter her aus der Rohrleitung .I 4 zugeführten Schwefeldioxydgase zu einer Lösung von schwefliger Säure und das mitgeführte Ammoniak zu Ammoniumsulfit. Die oben durch die Leitung q.7 abziehenden Abgase enthalten dann im wesentlichen nur noch Stickstoff, Kohlendioxyd und Reste von Luftsauerstoff. Die am Fuß des Wäschers 45 oberhalb des Querbodens 48 gesammelte schwefligsaure Lauge fließt durch eine Abflußleitung 49 und einen Tauchtopf 5o der Berieselungsvorrichtung 51 des unteren Teils 52 des Waschturms zu, der ebenfalls mit säurefestem Füllwerk ausgesetzt ist. In den unteren Teil des Waschturms 52 werden durch die Leitung 53 die aus dem Schwefelwascher 13 abziehenden ammoniakhaltigen Gase eingeleitet. Beim Aufsteigen dieser Gase durch das Füllwerk 52 gegen die von oben herabrieselnde schwefligsaure Lauge wird das Ammoniak der Gase zu Ammoniumsulfit gebunden, das in Lösung geht. Der Betrieb des Wäschers 52 wird nun nach der Erfindung durch Einhaltung passender Mengen und Konzentrationen an schwefliger Säure so geführt, daß die im Bodenteil des Wäschers zusammenlaufende und hier austretende Waschlauge an dieser Stelle ammoniakalisch ist. Dies ist durch die Gegenstromführung der Flüssigkeit und des Gases recht gut zu ermöglichen, weil das Gas an dieser Stelle in jedem Falle seinen vollen Ammoniakgehalt in freier Form zubringt. Die im Bodenteil des Waschturms 52 gesammelte Waschflüssigkeit, die im wesentlichen eine Lösung von Ammoniumsulfat, Ammoniumsulfit und freiemAmmoniak darstellt, wird mittels einer Rohrleitung 54 und einer Umlaufpumpe 55 in einen Oxydationsturm 56 von unten her eingedrückt, der gleicherweise wie der obenerwähnte Oxydationsturm 17 die Flüssigkeit ebenfalls als eine hohe Säule von etwa 2o m Höhe und mehr enthält. In diese Flüssigkeitssäule wird von unten her durch eine Verteilvorrichtung 57 frische Preßluft von verhältnismäßig hohem Druck, zweckmäßig etwa 6 bis 8 Atm., zugeleitet. Die verbrauchte Preßluft wird am oberen Ende des Oxydationsturms 56, wo ein freier Luftraum 58 gehalten wird, unter einemRestdruck von ebenfalls noch mehreren Atmosphären durch eine Rohrleitung 74 nach der Verteilvorriclitung 18 des obenerwähnten Oxydationsturms 17 der Entschwefelungsanlage zugeleitet und hierin sowohl ihr restlicher Sauerstoffgehalt als auch ihr Druck nutzbar gemacht. Durch die- Einwirkung der durch den Verteiler 57 zugeleiteten Preßluft auf die in dem Oxydationsturm 56 befindliche Laue wird deren Gehalt an Ammoniumsulfit zu Sulfat oxydiert. Diese Oxydationswirkung wird einerseits durch den Gehalt der Lauge an freiem Ammoniak, andererseits durch den erhöhten Druck der Luft begünstigt. Die hohe Flüssigkeitssäule bedingt die Anwendung eines erhöhten Luftdruckes an der Einführungsstelle der Luft; damit ist zugleich an dieser Stelle eine besonders wirksame Sauerstoffkonzentration gegeben. In der ammoniakalischen Lauge ist alles in die Flüssigkeit gelangende Eisen, dessen Anwesenheit schon- durch die Benutzung von eisernen Apparaten bedingt ist, das aber auch eigens zugesetzt «,-erden kann, als Eisenhcdroxyd -zugegen. Diese Beimengung kleiner Mengen von Eisenhydroxyd wirkt bekanntlich beschleunigend auf den Oxydationsv organg. Die Alkalität der Flüssigkeit verhindert außerdem Korrosionswirkungen in allen von ihr in diesem Zustande durchströmten Vorrichtungen, also auf dem ganzen Wege vom Bodenteil des Turmes 52 bis schließlich zum Oberteil des Waschturms 45. Außerdem ermöglicht es die -Alkalität der Lauge, wie sich noch zeigen wird, die Eindampflauge, bei der ein Säuregehalt ebenfalls höchst störend wäre, auf leichte Weise neutral zu halten. Ammoniumsulfitlösung in ammoniakalischem Zustand durch Luft von erhöhtem Druck zu Sulfat zu oxydieren, ist zwar an sich bekannt. Beim Verfahren der Erfindung dient jedoch diese bekannte Maßnahme zur Sicherung der beabsichtigten Wirkung, daß alles in den Turm 56 eintretende Ammoniumsulfit auf dem einmaligen Wege bis zum Austritt vollständig in Sulfat umgewandelt und dadurch ein sulfitfreies schwefelsaures Ammoniaksalz als Enderzeugnis erhalten wird.
  • Aus dem Turin 56 wird die oxydierte Ammoniaksalzlauge durch einen Ablaß 6o, der zum Zwecke der Abschirmung gegen die aufwärts steigenden Luftblasen nur oben offen ist, und durch eine anschließende Rohrleitung 61, in die ein Drosselventil 59 zur Druckentspannung eingebaut ist, zunächst nach einem Röhrenkühler 62 geleitet, um die Temperaturerhöhung durch die bei der Oxydation frei werdende Reaktionswärme zu beseitigen, und dann der Berieselungsvorrichtung 46 am oberen Ende des Wäschers45 zugeführt. Wie man sieht, vollführt die Waschlauge einen dauernden Kreislauf durch die beiden Wäscher 45 und 52 und den Oxydationsturm 56. Hierbei reichert sie sich allmählich immer stärker mit gelöstem Aminonsalz, d. h. im Endergebnis mit Ammonsulfat, an. Von der an Ammonsalz angereicherten Lauge wird von Zeit zu Zeit ein Teil durch die mit einem Absperrorgan 63 versehene Ablaufleitung 64 entnommen und einer Eindampfanlage, die hier als Pfanne 65 dargestellt ist, zugeleitet, um hierin auf kristallisiertes Ammoniumsulfat verarbeitet zu werden. Da die abzuziehende Lauge, wie oben erwähnt, freies Ammoniak enthält, wird zum Neutralisieren dieses Ammoniaks aus dem Waschgefäß 42 die notwendige Menge der dort gebildeten Schwefelsäurelösung durch die Rohrleitung 66 abgenommen und in die Leitung 64 eingeführt. Der verbleibende Rest der Schwefelsäurelösung aus 42 wird durch die Leitung 67 dein Tauchtopf 5o und auf diese Weise dein Wäscher 52 zugeführt.
  • Das in dem Wäscher 52 behandelte und hier von dem Hauptteil seines Ammoniakgelialtes befreite Gas wird am oberen Ende des Wäschers durch die Rohrleitung 68 abgeführt und dem unteren Ende eines Waschturms 69 zugeleitet, der von oben her durch die Vorrichtung 70 mit Frischwasser berieselt wird. Das fertigbehandelte Gas zieht am oberen Ende des Waschturms 69 durch die Leitung 71 ab. Diese Schlußwaschung des Gases mit Wasser hat den Zweck, die letzten im Gase verbliebenen Reste von Ammoniak in Form von Ammoniakwasser zu gewinnen. Das am Boden des Turms 69 sich sammelnde Anmoniakwasser wird durch die Leitung 72 dem Bodenteil desWäschers52 zugeführt und auf diese Weise in den Kreislauf der hier benutzten Ammonialzsalzlauge eingebracht. Dadurch wird schließlich auch dieses restliche Ammoniak als- Ammoniuinsulfat gewonnen. Die in Form von Ammoniakwasser dem Kreislauf der Ainmöniaksalzlauge zugesetzte Flüssigkeitsmenge dient gleichzeitig dazu, die aus dem Kreislauf durch die Leitung 64 zur Eindainpfung abgenommene Flüssigkeitsmenge auszugleichen.
  • Bei der vorbeschriebenen Ausführung des Verfahrens wird ausschließlich der Schwefelgehalt der Rohgase als Quelle für die zur Bindung des Ammoniaks der Gase als Ammoniumsulfat erforderliche Schwefelsäure benutzt.- Wenn der Schwefelgehalt der Rohgase für diesen Zweck zu gering ist, so steht es frei, in dem Röstofen 34 zusätzlichen Schwefel anderer Herkunft, etwa in Form von Pyrit, Zinkblende oder anderen Schwefelerzen, niitzuv erwenden. Im übrigen ist das geschilderte Verfahren der Ammoniumsulfatgewinnung nicht an die Verarbeitung schwefelhaltiger Gase zwecks Verwertung des Gasschwefels gebunden. Wesentlich für das Verfahren ist lediglich, daß in der Stufe, in der die Ammoniakgewinnung einsetzt, der Schwefelwasserstoff soweit wie praktisch möglich aus den Gasen entfernt ist. Bei der etwaigen Verarbeitung von Gasen, die von vornherein praktisch frei von Schwefelwasserstoff sind, würde man also überhaupt nur fremden Schwefel in den Röstbetrieb einzuführen haben. Derartige technische ammoniakhaltige schwefelwasserstofffreie Gase sind z. B. Trokkendestillationsgase von Melasseschlempe und solche Gase, in denen synthetisches Ammoniak enthalten ist, etwa bei der Kalkstickstoffzersetzung mittels Wasserdampfs oder bei der katalytischen Gewinnung des Ammoniaks aus den Elementen anfallende Gasgemische.
  • An Stelle von ammoniakhaltigen Gasen, die unmittelbar als solche, z. B. bei der Br ennstofftrockeridestillation, gewonnen werden, köiiiien auch andere ammoniakhaltige Gase und Dämpfe, so z. B. Destillierdämpfe von Ammoniakwasser, dem geschilderten Verfahren der Ammoniumsulfatgewinnung unterworfen werden. Falls diese Destillierdämpfe Schwefelwasserstoff enthalten, würde man, beispielsweise durch entsprechende Führung der Ammoniakwasserdestillation oder auch durch eine Sonderbehandlung der Dämpfe mit schwefelbindenden Mitteln, dafür zu sorgen haben, daß die Ammoniakdestillierdämpfe vor der Waschung mit der Ainmoniaksalzlauge ebenfalls von Schwefelwasserstoff befreit werden.
  • Beispiele Es ist eine Kokerei angenommen mit 18o ooo cbm Koksofengas in 24 Stunden, die durch Verkokung von 532 t trockener Kohle erzeugt werden.
    Gehalt des Gases
    in i cbm in i8oooo cbm
    Ammoniak ...... 8,35 g 1503 kg
    Schwefelwasser-
    stoff . . . . . . . . . . 8,oö - 1440 -
    Cyanwasserstoff . . i,oo - 180 -
    Ausgewaschen werden
    aus i cbm aus 18oooo cbm
    Ammoniak ...... 8,339 1499,4 kg
    Schwefelwasser-
    stoff . . . . . . . . . . 7,99 - 1438,22 -
    Cyanwasserstoff . . o,99 - 178,2 -
    als Ferrocyanam-
    monium ...... o,6o - 1o8,2 -
    als Rhodanammo-
    nium . . . . . . . . . o,39 - 70,2 -
    Verluste beim Waschen
    von i cbm von i8oooo cbm
    Ammoniak ...... o,o2 g 3,6 kg
    Schwefelwasser-
    stoff.......... o,oi - 1,8 -
    Cyanwasserstoff . . o,oi - 1,8 -
    Die aus dem Gase ausgewaschenen 1438,2 kg Schwefelwasserstoff enthalten = I35'9 kg Schwefel. Hiervon werden während des Waschprozesses 83,3 kg für die Bildung von 197,7 kg Rhodanammonium aus 70,2 kg Cyanw asserstoff verbraucht, so daß 135'9 kg - 83,3 = 12966 kg Schwefel -in elementarer Form abgeschieden werden. Weitere 1o8 kg- Cvanwasserstoff gehen in Ferroccanammonium über, wobei 37,2 kg Eisen in komplexe Bindung übergeführt und der Hauptreaktion, der Bindung des Schwefelwasserstoffes zu Eisensulfid dauernd entzogen werden. Bei der Abscheidung der 1296,6 kg Reinschwefel in Form von Rohschwefel sind diesem 14 °1o oder 181,5 kg Eisenhydroxyd beigemengt, wodurch ebenfalls 94,9 kg Eisen täglich aus der Umlauflauge entfernt werden. Der Gehalt der Lauge an freiem Ammoniak stellt sich im Betriebe erfahrungsgemäß auf 4 g in 1 1 ein. Das Zellenfilter 27 scheidet täglich 1296,6kgReinschwefel,vermischt mit181,5kg Eisenhydroxyd gleich 1478,1 kg Festsubstanz als Rohschwefelschaum, aus. Erfahrungsgemäß enthält der vom Filter abfallende Rohschwefel neben den 1478,1 kg Festsubstanz und allen im Laufe seiner Abscheidung gebildeten Salze noch 50 °1o Wasser.
  • Das Zellenfilter entzieht dem Umlauf täglich an nassem Rohschwefel 4502,5 kg, welcher sich wie folgt zusammensetzt:
    Reinschwefel . . . . . . . . . . . . 1296,6 kg,
    Eisenhydroxyd . . . . . . . . . 181,5 -
    Ferrocyanammonium ...... 189,o -
    Rhodanammonium ........ 197,7 -
    Wasser (= Festsubstanz -
    Salze) . .. .. ..... 225O,5 -
    freies Ammoniak 4 911 ..... 9,0 -
    -41243 kg.
    Die Umlauflauge des Entschwefelungskreislaufes enthält ungefähr in 11:
    Eisenhydroxyd in Suspension .. 5,093
    freies Ammoniak . . . . . . . . . . . . . 4,0 -
    Ferrocyanverbindungen ....... 84,3 -
    Rhodanammonium ........... 88,o -.
    Das beim Trocknen des Rohschwefels ent-,veichende freie Ammoniak geht von der Trockenschnecke 29 durch die Rohrleitungen 35 und 39, vereinigt sich mit dem beim Verbrennen des Schwefels aus den Cyan- und Rhodansalzen frei werdenden Ammoniak und dem Schwefeldioxyd und wird mit diesem zusammen weiterverarbeitet.
  • Wenn von den im Koksofengas verbleibenden Resten von Ammoniak,. Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff abgesehen wird, tritt im Gang des Verfahrens bisher nur ein Verlust an wirksamen Eisen ein, weil die 37,2 kg Eisen, welche in das Ferrocyanammonium eingegangen sind, und die 94,9 kg, welche dem Rohschwefel beigemengt sind, durch den Verbrennungsvorgang in ein für die Schwefelwasserstoffauswaschung nicht mehr verwendbares Eisenoxyd übergeführt worden sind. Es müssen also täglich 132,1 kg Eisen in Form von Eisenhydroxyd in das Verfahren eingebracht werden. Außerdem müssen täglich 225o 1 Wasser hinzugesetzt werden, damit das Volumen der Umlaufflüssigkeit (etwa 50 cbm) erhalten bleibt.
  • Beim Verbrennen des Rohschwefels wird auch der im Rhodanammonium gebundene Schwefel in Schwefeldioxyd übergeführt, so daß der gesamte im Schwefelwasserstoff enthaltene Schwefel - 1352,9 kg als Schwefeldioxyd zum Binden des Ammoniaks zur Verfügung steht. Beim Betrieb des Wäschers 45 ist darauf zu achten, daß durch die Leitung 47 neben Stickstoff, Sauerstoff, Wasserdampf und Kohlendioxyd nur eine möglichst kleine Menge Schwefeldioxyd dem in der Verlängerung von 47 zu denkenden Kamin zugeführt werden. An dieser Stelle tritt ein Verlust von etwa 2 °1o des verbrannten Schwefels, täglich also von 27 kg Reinschwefel auf. Ammoniakverluste werden hierdurch an dieser Stelle vermieden.
  • Die verfügbare Schwefelmenge 1352,9 kg - 27,0 -1325,9 kg reicht zum Abbinden der ausgewaschenen 1499,4 kg Ammoniak,. welche Schwefel erfordern, nicht aus. Durch die Umwandlung von 178,2 kg HCN in Ammoniak entstehen nach Berücksichtigung von 1o °1o Zersetzungsverlust weitere 1o1,1 kg Ammoniak, welche Schwefel erfordern. Der Gesamtschwefelbedarf ist demnach 1503,2 kg. Es müssen daher 1503,2 - z325,9 = 1773 kg Schwefel -als Pyrit oder Gasreinigungsmasse zugesetzt und im Drehofen 34 demnach rund 1504 kg Schwefel zu Schwefeldioxyd verbrannt werden.
  • Die in den Wäscher 45 eintretende ammoniakalische Sulfatlösung enthält in 1 cbm etwa Zoo kg Ammoniumsulfat 3 kg freies Ammoniak. Die Umlaufmenge beträgt 18o cbm täglich, welche im Wäscher 45 täglich die aus rund 15oq.kg verbranntem Schwefel entstandenen 3oo8 kg S 02 aufnehmen. Hiervon wird ein Teil sofort durch die in der Lösung enthaltenen 180 # 3 - 540 kg freien Ammoniaks zu Sulfit gebunden, wodurch 1841,5 kg Ammoniumsulfit entstehen und 1015,0 kg Schwefeldioxyd gebunden werden. Die aus dein Cyanwasserstoff entstandenen 1o1,1 kg Ammoniak binden 19o,2 kg Schwefeldioxyd und bilden 3448 kg Ammoniumsulfit. Es bleiben 3008 - (1015 + 1902) - 1792,8 kg freies Schwefeldioxyd übrig, welche sich in den 18o cbm Umlauflauge lösen. Die Umlauflösung enthält beim Verlassen des Schwefeldioxydwäschers45 in 1 cbm: 2oökgAmmoniumsulfat, 12,15 kg Ammoniumsulfit, 9,96 kg freies Schwefeldioxyd. Im Wäscher 52 nimmt die Flüssigkeit die im Gase enthaltenen 1499,4 kg Ammoniak auf, und zwar im oberen Teile durch Bindung an das freie Schwefeldioxyd, im unteren Teile durch Lösen in der Flüssigkeit oder durch Zufuhr als Ammoniakwasser aus dem Schlußwäscher 69 durch das Rohr 72. Hierbei bilden 953,1 kg Ammoniak mit den 1792,8 kg freien Schwefeldioxyds 3294,8 kg reines Ammoniumsulfit, während sich der Rest von 546,3 kg Ammoniak als freies Ammoniak in den 18o cbm Flüssigkeit löst, so daß in freies oder an Kohlensäure gebundenes Ammoniak enthalten sind, die Lösung also ammoniakalisch ist.
  • Die Lösung enthält beim Austritt aus dem Ammoniakwäscher 52 und beim Eintritt in den Oxydeur 56: Zoo kg Ammoniumsulfat, 31,00 kg Ammoniumsulfit, 3,03 kg freies Ammoniak je Kubikmeter.
  • Im Oxydeur werden die in der Lösung enthaltenen 1841,5 -f- 344,8@-32948=5481,1kg Ammoniumsulfit unter Aufnahme von 755,1 kg Sauerstoff in 6236,2 kg Ammoniumsulfat übergeführt. Beim Austritt aus dem Oxydeur sind in 1 cbm enthalten: 233,65 kg Ammoniumsulfat, 3,03 kg freies Ammoniak.
  • Die Tagesproduktion an Ammoniumsulfat aus 499,4 kg Ammoniak des Gases zuzüglich 1o1,1 kg Ammoniak aus Cyanwasserstoff ist 62o8 kg. Da keine Verluste an Ammoniak oder Flüssigkeit während des Kreislaufs auftreten, muß täglich eine Flüssigkeitsmenge, welche die Tagesproduktion an Sulfat enthält, abgezogen und eingedampft werden. Im vorliegenden Falle werden täglich Flüssigkeit dem Umlauf entzogen und eingedampft. Hierfür wird eine entsprechende Menge Wasser zugesetzt, so daß die Konzentration der Umlauflauge an Zoo kgicbm Ammoniumsulfat erhalten bleibt. Im vorliegenden Falle verbleiben nach Abzug von 26,6 cbm 1534 cbm Lauge mit 153,4-233,65 = 35 842 kg Sulfat im Umlauf. Nach Auffüllen der Flüssigkeit auf 18o cbm enthält die Lösung Sulfat und beginnt nach Entfernung der Reaktionswärmemengen im Kühler 62 aufs neue den Kreislauf über die Brause 46 durch den Schwefligsäurewäscher 45.
  • Außer den technisch nicht vermeidbaren Verlusten von 3,61:g Ammoniak, 1;8 Schwefelwasserstoff und 1,8 kg Cyanwasserstoff entsteht bei der Umwandlung der Cyanverbindungen und Ammoniak ein Verlust von 17,8 kg durch Zersetzung und beim Auswaschen des Schwefeldioxyds ein Verlust von etwa 27 kg Schwefel, ferner von 132,1 kg reaktionsfähigem Eisen.

Claims (7)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Gewinnung von Ammoniak als Ammonsulfat aus schwefelwasserstofffreien oder von Schwefelwasserstoff befreiten Gasen unter Anwendung einer schwefligsäurehaltigen Ammonsulfatlauge, die als Waschflüssigkeit zwischen einem Schwefligsäurewäscher und einem Ammoniakwäscher kreist, dadurch gekennzeichnet, daß im Ammoniakwäscher der Gegenstrom von Lauge und Gas derart geregelt wird, daß die Lauge beim Austritt aus dem Wäscher in ammoniakalischem Zustand anfällt, und daß während des Kreislaufs der Lauge von dem Ammoniakwäscher zurück nach dem Säurewäscher eine an sich bekannte Oxydation der ammoniakalischen sulfithaltigen Lauge in einer besonderen Verfahrensstufe durchgeführt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oxydation der Waschlauge in an sich bekannter Weise unter überatmosphärischem Druck vorgenommen wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2; dadurch gekennzeichnet, daß die Oxydation des Ammonsulfits vorgenommen wird durch Einleiten von Preßluft in eine hohe Flüssigkeitssäule der Waschlauge von unten her.
  4. 4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auch die Gase beim Austritt aus dem Ammoniakwäscher ammoniakalisch gehalten und darauf einer Nachwaschung mit Frischwasser unterzogen werden, und daß das bei der Nachwaschung gebildete Ammoniakwasser in den Kreislauf der zur Ammoniakgewinnung dienenden Waschlauge eingeführt wird.
  5. 5. Ausführungsform des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4 bei Ausgang von schwefelhaltigen Gasen, wie Kohledestillationsgasen, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Auswaschung des Ammoniaks die Gase in an sich bekannter Weise einer Waschung mittels einer wässerigen Aufschlämmung von Eisensauerstoffverbindungen unterzogen werden und daß danach in an sich bekannter Weise durch Einleiten von Luft in eine hohe Schicht dieser Waschflüssigkeit Rohschwefel als aufschwimmender Schaum abgesondert und darauf zu dem im Verfahren benötigten Schwefeldioxyd abgeröstet wird.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Oxydation der zur Schwefelwasserstoffentfernung dienenden Eisenhydroxydaufschlämmung die mit überatmosphärischem Druck anfallende Abluft von der Oxydation des Schwefeldioxyds in der zur Ammoniakgewinnung dienenden ammonsulfithaltigen Waschlauge benutzt wird.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der abzuröstende, Eisencyanverbindungen enthaltende Rohschwefel einer kontinuierlich wirkenden Röstvorrichtung im Gegenstrom zur Verbrennungsluft zugeführt wird, so daB bei allmählich steigenden Temperaturen das unter der Einwirkung von Wasserdampf in Zonen niedrigerer Temperaturen aus den -Cyanverbindungen gebildete Ammoniak nicht mit Zonen höherer Temperaturen in Berührung kommt. $. Verfahren nach den Ansprüchen 5 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefeltrioxydgehalt der Röstgase durch Waschen derselben in noch heißem Zustande mit Wasser oder einer geeigneten wässerigen Betriebsflüssigkeit zu einer verdünnten Schwefelsäurelösung gebunden und daß diese Schwefelsäurelösung zum Neutralisieren der nach der Eindampfanlage gehenden ammoniakalischen Ammoniumsulfatlauge benutzt wird.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE973204C (de) * 1951-07-08 1959-12-24 Bergwerksverband Gmbh Verfahren zur Verarbeitung von Schwefelwasserstoff enthaltendem Ammoniakwasser

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