DE463473C - Verfahren zur Herstellung von Linoleumdeckmasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von LinoleumdeckmasseInfo
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- DE463473C DE463473C DESCH76602D DESC076602D DE463473C DE 463473 C DE463473 C DE 463473C DE SCH76602 D DESCH76602 D DE SCH76602D DE SC076602 D DESC076602 D DE SC076602D DE 463473 C DE463473 C DE 463473C
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- D—TEXTILES; PAPER
- D06—TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06N—WALL, FLOOR, OR LIKE COVERING MATERIALS, e.g. LINOLEUM, OILCLOTH, ARTIFICIAL LEATHER, ROOFING FELT, CONSISTING OF A FIBROUS WEB COATED WITH A LAYER OF MACROMOLECULAR MATERIAL; FLEXIBLE SHEET MATERIAL NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- D06N1/00—Linoleum, e.g. linoxyn, polymerised or oxidised resin
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Chemical And Physical Treatments For Wood And The Like (AREA)
- Dry Formation Of Fiberboard And The Like (AREA)
- Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
Description
Zur Herstellung von Linoleumdeckmasse wird bisher ein langwieriger Fabrikationsgang
eingeschlagen. Zunächst muß Firnis durch Oxydation in Linoxin verwandelt, dann dieses mit Harz zu Zement zusammengeschmolzen
werden. Der Zement wird mit Kork, Holz und verschiedenen Erdfarben durch wiederholte Mischungs- und Zerkleinerungsprozesse
vereinigt. Erst das so erhaltene Produkt bildet die Linoleumdeckmasse.
Wegen der Umständlichkeit und Kostspieligkeit dieser Arbeitsweise ist wiederholt
nach einer Vereinfachung gesucht worden. So hat Hertkorn in der Patentschrift 100 917 z. B. vorgeschlagen, Firnis mit Kork,
Holzmehl und Harzen, also ohne Erdfarben, zu mischen, die Mischung in einem Rührwerk
dem Einfluß von kalter oder heißer Luft oder sogar von Sauerstoffgas auszusetzen, wobei
aber die Temperatur nie über 70 ° C gehen durfte. Das Hertkornsche Verfahren schließt
in sich fast unausweichlich die Gefahr einer Verkohlung oder Selbstentzündung des Materials.
Denn die vorgesehene Absperrung der Wärmezufuhr beim Überschreiten der genannten
Temperaturgrenze kann das bei dieser Temperatur vor sich gehende Freiwerden von Reaktionswärme nicht verhindern.
Überdies krankt das Verfahren an dem Übelstande, daß man bezüglich des Mischungsverhältnisses an die erstrebte Zusammensetzung
der Linoleummasse gebunden ist, und daß diese Zusammensetzung von der üblichen abweicht.
Um nicht an ein bestimmtes Mischungsverhältnis gebunden zu sein, schlug Hertkorn
in der Patentschrift 109 583 vor, das zu oxydierende Öl portionsweise zuzugeben.
Dies läßt sich aber nur bei solchen Mischungen durchführen, die bedeutend mehr Linoxyn
enthalten als das Linoleum und diesem verwandte Produkte, so daß die Anwendbarkeit
dieses Verfahrens auf diese ausschließen mußte. Diese Maßnahme hat auch keinen Einfluß auf die Gefahr der Selbsterhitzung,
welche sich eher vergrößert, weil sie bei jedem neuen Zusatz von Öl von neuem eintritt.
Es wurde nun ein neues Verfahren gefunden, welches gestattet, Linoleummasse in kürzester
Zeit und unter vollkommener Ausschaltung von unerwünschter Selbsterwärmung herzustellen;
i. Mischt man sämtliche Ausgangsmaterialien für die Linoleummasse miteinander,
so wird die Oxydation des darunter befind-
lichen Öles oder des Firnisses um so rascher vor sich gehen, je größer die Oberfläche ist,
welche ihm in dieser Mischung durch die Verteilung auf die festen Bestandteile zuteil
wird. Diese günstigste größte Oberfläche wird jedoch in den seltensten Fällen dann
vorliegen, wenn die flüssigen Bestandteile und die trockenen Bestandteile in dem Verhältnis
gemischt werden, welches dem für die schließliche Zusammensetzung der Linoleummasse
geforderten Verhältnis entspricht. In den meisten Fällen wird es notwendig, einen Teil der flüssigen oder einen Teil der
pulverförmigen Bestandteile zurückzuhalten.
Abhängig ist das Anfangsmischungsverhältnis von dem Feinheitsgrad der trockenen
Bestandteile und von dem Flüssigkeitsgrad der flüssigen Bestandteile.
2. Ein zweiter Faktor des Verfahrens ist, daß die bei der Oxydation einer Partie frei
werdende Reaktionswärme benutzt wird, um neues öl auf die Reaktionstemperatur zu
bringen. Dies geschieht durch Hinzufügen einer weiteren Partie zu oxydierenden Öles
oder einer Mischung von diesem mit anderen, für die Endzusammensetzung der Linoleummasse
notwendigen Substanzen während der Oxydation. Diese Zusätze wirken also, indem sie die Reaktionswärme aufnehmen, wärmeentziehend
auf die bereits teilweise oxydierte Masse und verhindern so ein Zuweitgehen der Oxydation. Den letztgenannten Zweck
erfüllt auch der Zusatz von nichtoxydierbaren Bestandteilen allein.
3. Die Oxydation geht auch um so rascher vor sich, je höher die Temperatur ist, bei welcher
man sie durchführt. Die unter 1 und 2 genannten Maßnahmen erlauben die Reaktion
bei relativ höherer Temperatur durchzuführen, da man ja eine Überschreitung der gewählten
Temperatur durch Zusatz der noch fehlenden Mischungsbestandteile hintanhalten bzw. die einmal gewählte Temperatur durch
Zusatz neuer Mengen zu oxydierender Mischung festhalten kann.
Diese genannten Maßnahmen erlauben es, die Oxydation des Leinöles bzw. des Firnisses,
welche sonst viele Stunden und Tage erfordert, in Minuten durchzuführen. Die
So Raschheit der Oxydation gibt die Möglichkeit,
auch ohne Sikkativ, also mit gewöhnlichem Leinöl, oder mit einem anderen mehr
oder minder trocknenden öl zu arbeiten. Auch vorbehandeltes Öl, z. B. neutralisiertes
oder voroxydiertes, auch polymerisiertes Öl, kann verwendet werden.
i. Beispiel.
32 kg Firnis werden mit 30 kg Kork, 10 kg Erdfarbe und 8 kg pulverisiertem Harz gemischt,
in einem heizbaren Mischwerk beliebiger Konstruktion auf eine Temperatur von 150° gebracht und der Oxydation durch
Luft ausgesetzt. Sobald die Reaktion im Gange ist, fügt man 10 kg Kork und 10 kg
Lithopon zu. Diese wirken gleichzeitig abkühlend. Der Apparat kann entleert werden.
2. Beispiel.
In .32 kg Firnis werden die für 100 kg Linoleummasse erforderlichen 8 kg Harz
durch Erwärmen aufgelöst. Von der so entstandenen 40 kg Firnis-Harz-Mischung werden
30 kg mit 40 kg Holzmehl und 20 kg Erdfarben gemischt. Diese Mischung wird bei 120° im Mischapparat zur Oxydation gebracht.
Sobald die Oxydation im Gange ist, wird die Heizung abgestellt, dann werden S kg der Firnis-Harz-Mischung zugesetzt und,
sobald nach einigen Minuten die zunächst etwas nachlassende Oxydation wieder volle
Höhe erreicht hat, die restlichen 5 kg. Nun wird die durch das letzte Oxydationsstadium
frei werdende Reaktionswärme durch Zugabe von 10 kg einer kompletten Firnis-Harz-Holzmehl-Erdfarben-Mischung
aufgefangen. Die Reaktionswärme genügt, um die in den letzten 10 kg enthaltenen 3,2 kg Firnis zu
oxydieren. Die neue entstehende Reaktionswärme ist aber nicht groß genug, um die
ganze, im Apparat befindliche Masse wesentlich zu erwärmen.
95 3. Beispiel.
In einem Mischapparat, in welchem maximal 500 kg Masse gleichzeitig oxydiert werden
können, werden 200 kg Firnis, in welchen 50 kg Harz aufgelöst sind, mit 187,5 kg
Kork und 62,5 kg Erdfarbe gemischt und bei 140 ° der Oxydation durch Luft ausgesetzt.
Sobald die Oxydation den gewünschten Grad erreicht hat, was daran zu erkennen ist, daß
eine entnommene Probe auf Druck kein öl mehr abgibt, werden dem Apparate 50 kg
Masse entnommen und durch Ausbreiten auf dem Boden rasch abgekühlt. Gleichzeitig werden
50 kg unoxydierte Mischung der eben genannten Zusammensetzung in den Apparat no
gegeben, so daß wieder seine maximale Fassung erreicht ist. Diese zugefügten 50 kg
werden durch' die in den restlichen 450 kg enthaltene Reaktionswärme auf die Reaktionstemperatur
gebracht und bei dieser Temperatur oxydiert, worauf der Vorgang beliebige Male wiederholt werden kann. Der
dem Apparat entnommenen Masse werden schließlich noch so viel Kork und Lithopon zugemischt, bis das gewünschte Verhältnis,
32 °/0 Firnis, 8 °/0 Harz, 40 % Kork und 20 °/0
Erdfarben, erreicht ist. v
Claims (3)
- 463 4?SPatentansprüche:ι. Verfahren zur Herstellung von T..inoleumdeckmasse, dadurch gekennzeichnet, daß die flüssigen und festen Rohstoffe in einem Verhältnis gemischt werden, in welchem sie eben noch pulverförmig sind und nicht zusammenbacken, daß dann die Mischung der Oxydation durch Sauerstoff oder durch sauerstoffhaltige Gase in bekannter Weise ausgesetzt wird, und daß die fehlenden Bestandteile während der Oxydation beigemischt werden.
- 2. Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung von Linoleumdeckmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oxydation bei einer Temperatur oberhalb 70 ° und unterhalb der Verkohlungstemperatur durchgeführt wird.
- 3. Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung von Linoleumdeckmasse nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die frei werdende Reaktionswärme durch Zusatz von zu oxydierendem öl oder von festen Ausgangsmaterialien oder einer Mischung zu oxydierenden Öles mit festen Ausgangsmaterialien aufgefangen wird, worauf die zur Endzusammensetzung der Linoleummasse noch fehlenden Bestandteile zugesetzt werden.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CS1693917X | 1925-01-16 | ||
| GB306625A GB242832A (en) | 1925-02-03 | 1925-02-03 | An improved process for the manufacture of linoleum covering material |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE463473C true DE463473C (de) | 1928-08-01 |
Family
ID=25746812
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DESCH76602D Expired DE463473C (de) | 1925-01-16 | 1926-01-10 | Verfahren zur Herstellung von Linoleumdeckmasse |
Country Status (5)
| Country | Link |
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| BE (1) | BE331825A (de) |
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| FR (2) | FR518316A (de) |
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Families Citing this family (2)
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|---|---|---|---|---|
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| US2629668A (en) * | 1948-08-18 | 1953-02-24 | Heyden Chemical Corp | Linoleum binder containing esters formed by reacting unsaturated drying oil fatty acids and hydroxyalkyl ethers of polyhydric alcohols |
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1920
- 1920-06-30 FR FR518316A patent/FR518316A/fr not_active Expired
-
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- 1926-01-12 FR FR609139D patent/FR609139A/fr not_active Expired
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- 1926-01-15 BE BE331825D patent/BE331825A/fr unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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| FR518316A (fr) | 1921-05-23 |
| BE331825A (de) | 1926-02-27 |
| FR609139A (fr) | 1926-08-09 |
| US1693917A (en) | 1928-12-04 |
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