DE46336C - Wassermotor mit Ventilsteuerung - Google Patents
Wassermotor mit VentilsteuerungInfo
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- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F03—MACHINES OR ENGINES FOR LIQUIDS; WIND, SPRING, OR WEIGHT MOTORS; PRODUCING MECHANICAL POWER OR A REACTIVE PROPULSIVE THRUST, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- F03C—POSITIVE-DISPLACEMENT ENGINES DRIVEN BY LIQUIDS
- F03C1/00—Reciprocating-piston liquid engines
- F03C1/08—Distributing valve-gear peculiar thereto
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- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Combustion & Propulsion (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- General Engineering & Computer Science (AREA)
- Compressor (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Um den Stofs beim plötzlichen Eintreten des Wassers auf den Kolben und die Maschinentheile
zu vermeiden und den Wasserverbrauch der Kraft entsprechend zu regeln, ist die Maschine
wie nachstehend beschrieben construirt.
Es kommen zunächst die Fig. 1, 2 und 3 in Betracht.
Wie aus Fig. 1, einem Verticalschnitt, ersichtlich,
ist der Motor stehend angeordnet. In dem oben offenen Cylinder 1 ist der Kolben 3
durch Pleuelstange mit der gekröpften Kurbelwelle 5 verbunden. Auf diesen ist das Schwungrad
8 und auf die verlängerte Nabe 10 desselben eine Riemscheibei 1 konisch aufgeschoben.
Vermittelst Schraube und Scheibe werden Schwungrad und Scheibe gegen den Bund 14
gedrückt. Auf der entgegengesetzten Seite ist am Lagerdeckel 15 die Führung 16 mit dem
Arm 18, Fig. 2, in welchem der Winkelhacken 19 drehbar ist, für den Regulator 17
angegossen. Ferner erhält der Lagerdeckel 1 5 einen Arm 20 mit dem winkelförmigen Steuerungshebel
21, Fig. 2. An der Nabe 22 des konischen Rades 23 ist ein Daumen 24 angebracht
zur rechtzeitigen Bewegung der beiden Ventile 26 und 27. Der vorerwähnte Steuerungshebel 21 dient zur Bewegung des Auslafsventils
27, Fig. 2, und indirect durch Herausziehen des gelenkartig befestigten Zwischenstückes
28a zur Steuerung des Einlafsventils 26. Durch Feder 28 wird das Zwischenstück 28a
an dem Anschlag 29 gehalten. Am Hebel 21 ist aufserdem eine lange Blattfeder 30 befestigt,
welche die Verbindung mit dem Auslafsventil 27 durch das am Ventilgehäuse 31 geführte Verbindungsstück
32 herstellt.
Das Zwischenstück 28a ist, wenn in den
Cylinder Kraftwasser eintritt, in der aus Fig. 2 ersichtlichen Stellung. Wenn dagegen der
Steuerungshebel 21 in die Höhe gehoben ist, so ist das Zwischenstück 28s herausgezogen,
und es kann dadurch bei einem Niederdrücken der Rolle 32s der Stange 36 durch den
Daumen 24 das Einlafsventil 26 vermöge des zwischen 36 und 35 gebildeten Zwischenraumes
3611 nicht geöffnet werden. ,Der weitere
Steuermechanismus besteht aus dem am Ständer 33 des Cylinders angeschraubten Gehäuse 34,
dem hohlen, oben mit Rolle 32a versehenen
Führungsstück 35 und der in dasselbe eingepafsten Verbindungsstange 36 mit Bund 37.
Auf diesem ist eine schwache Feder 38, welche nur das Eigengewicht des Führungsstückes 35
zu überwinden hat, also stets nach oben drückt. Eine zweite Feder 39 unter dem Bund 37
dient dazu, das Einlafsventil an seinen Sitz zu drücken. Bei Anwendung einer Dichtungshülse 41 hat auch diese Feder nur das Eigengewicht
des Gestänges zu heben, da der unter dem Ventil befindliche Wasserdruck das Schliefsen
desselben bewirkt Zwischen Ventil 26 und Verbindungsstange 36 ist ein Verbindungsstück
40 angeordnet, um Spannungen beider Theile zu vermeiden.
Die Dichtungshülse 41 ist auf dem Ende 41a
aufgeschliffen und zur leichteren Bearbeitung und Auswechselbarkeit in Führung 42 eingeschoben.
Durch Platte 43 und Mutter 44a wird die Dichtungshülse 41 auf seine Dichtung 41s
gedrückt. Der an dem Ventil 26 befindliche kleine Konus 2Öa dient dazu, während ca. 0,5
des Kolbenrückganges und der Luftcompression
erexemplaii
im Cylinder die Ventilstange 26 b des Ventils
abzudichten. Er ist jedoch bei recht genauem Aufpassen der Dichtungshülse 41 oder bei Anwendung
einer Stopfbüchse nicht durchaus nöthig.
Es kann hier gleich darauf hingewiesen werden, dafs das Einlafsventil, wenn (durch Zufälligkeiten)
der Druck unter dem Kolben bei Compression höher wird, als der Wasserdruck im Ständer ist, als Ausgleichventil wirkt und
so einer Zerstörung der Maschinentheile vorbeugt. Das Einlafsventil ist daher auch gleichzeitig
Sicherheitsventil. 46 ist der gemeinschaftliche Ein- und Austrittskanal, und die geneigte
Lage desselben hat den Zweck, den Austritt des Wassers sowohl zu begünstigen, als
auch die Luft möglichst vor dem Wasser herzuschieben, so dafs eigentlich immer Luft hinter
dem Kolben ist, Fig. 1 und 3.
Der Cylinder 1 ist doppelwandig gegossen; der sich dadurch bildende Raum 45, Fig. 1,
dient einestheils als Windkessel. Dadurch wird bezweckt, was wichtig ist, dafs derselbe möglichst
nahe zum Einlafsventil kommt bezw. unmittelbar an dasselbe anschliefst, Fig. 1. Die
beiden verticalen Arme 45a und 45b bilden
ebenfalls einen Windkessel. Die inneren Wandungen der Arme 45a und 45b sind mit einem
entsprechenden Anstrich zu versehen, damit die Poren des Gufseisens vollkommen geschlossen
werden.
Die Wirkungsweise der einzelnen Mechanismen und die Arbeitsweise des Motors ist folgende:
Tritt von der Druckwasserleitung bei 46%
Fig. i, Wasser in den Mantel 45 (Windkessel) ein, so preist dasselbe die in demselben befindliche
Luft zusammen, entsprechend dem Wasserdruck, so dafs sie sich dann in den beiden Armen 45a und 45b befindet und der
Abstand der Luft von dem Eintrittswasser .daher grofs ist. Stellt man den Kolben 3 durch
Drehen am Schwungrad 8 bis ca. zur Hälfte des Niederganges des Kolbens, so wird in diesem
Moment das Auslafsventil geschlossen und alsdann die unter dem Kolben im Raum 47 befindliche
Luft geprefst. Die Grenze, wann die Pressung beginnen soll und wie grofs der Raum unter dem Kolben sein mufs, wird nach
dem jeweiligen Wasserdruck bestimmt. Doch empfiehlt es sich, die Compression nur innerhalb
praktischer Grenzen vorzunehmen. Wird nun vermittelst Daumens 24 durch die Theile
32% 35, 28a, 36 und 40 in dieser Lage des
Kolbens das Einlafsventil 26 geöffnet, so tritt das Druckwasser mit seinem vollen Druck in
den Cylinder ein, bis etwa 0,5 bis 0,6 des Hubes, und schiebt die geprefste Luft vor sich
her. Von da ab expandirt die geprefste Luft bis circa 0,87; in diesem Moment öffnet sich
das Auslafsventil 27, indem der gleiche Daumen 24 die Theile 21, 30, 32 hebt. Der noch geringe
Ueberdruck (weicher allerdings verloren geht) ist aus dem Diagramm (schwarz angelegt, Fig. 6)
ersichtlich, wirkt schon jetzt das Wasser austreibend. Im nächsten Augenblick, bei 0,9, trifft
der untere Kolbenring 2a auf das Luftloch 4711
und läfst oben Luft in den Cylinder ein, so dafs der Austritt des im Cylinder befindlichen
Wassers entsprechend erfolgen kann. Der schwache Ueberdruck bewirkt, dafs der Austritt
des Wassers nicht schlagend vor sich geht. Aufserdem ergiebt die Construction des
Daumens ein allmäliges Oeffnen der Ventile und ein rasches Schliefsen derselben. Das Luftloch
47a ersetzt gleichzeitig bei jedem Kolbenhub
die durch event. Undichtheiten verloren gegangene Luft. Wäre dasselbe nicht vorhanden,
dann würde es sehr fraglich sein, selbst bei sehr grofsem Austrittsventil, dafs das
Wasser durch die im Cylinder befindliche Luft bei der Bewegung des Kolbens von ο bis 0,5
Rückgang aus dem Cylinder entfernt werden würde. Es geht daraus hervor, wie wichtig
es ist, dafs das Wasser, schon bevor der Kolben in den oberen todten Punkt gelangt, austritt
und eine Oeffnung vorhanden ist, welche den Austritt des Wassers durch Luft ersetzt, ohne
dafs die Luft durch das Wasser zu treten braucht. Hat der Motor die normale Umlaufszahl erreicht, dann hebt sich der Regulator 17
und mit ihm der krumme Hebel 21, Fig. 11.
Der Daumen 24 hebt den letzteren, nämlich mit seinem Ansatz 47b etwas höher als den
Hacken 48 des Winkelhebels 19, so dafs noch ein kleiner Spielraum zwischen beiden entsteht.
Dadurch wird alsdann der Hebel 21 oben festgehalten und das Auslafsventil 27 geöffnet. Da
das Zwischenstück 28s in diesem Moment ebenfalls herausgezogen ist, so macht die Kurbelwelle
5 einige Umdrehungen, je nachdem Kraft von dem Motor verlangt wird, ohne dafs das
Einlafsventil geöffnet wird. Ist nämlich das Zwischenstück 2811 herausgezogen, so wird der
Daumen 24 jedesmal nur das Führungsstück 35 herunterdrücken, ohne Einwirkung auf das
Ventilgestänge. Sinkt die Tourenzahl, so kann vermöge des Spielraumes 49, welchen der
Winkelhebel 19 am Regulator 17 hat, letzterer
sinken, ohne dafs Hebel 19 vom Hebel 21 losgerissen
wird. Erst wenn der Daumen 24 den Hebel 21 mit Ansatz 47b von dem Hacken 48
des Winkelhebels 19 lüftet, kann vermöge des kleinen Uebergewichtes der horizontale Arm 19a
heruntersinken, in welcher Stellung 48 nicht mit 47b einklinken kann. Der Hebel 21, Zwischenstück
28a sammt Auslafsventil 27 folgt nun
dem Daumen, und in vorbezeichneter Kolbenstellung beginnt wieder Pressung und Wassereintritt
in der todten Lage des Kolbens etc. Zur Abstellung des Motors empfiehlt sich die
Anwendung einer Vorrichtung, welche den Regulator in die Höhe hält, wodurch das
Zwischenstück 28a herausgezogen ist, so dafs
das Einlafsventil geschlossen bleibt und daher
beim Rotiren der Kurbel kein Wasser in den Cylinder tritt. Eine solche Vorrichtung ist aus
Fig. 2 ersichtlich und besteht aus einem Stützhebel 50, durch welchen der Regulator in die
Höhe gestellt und alsdann in der Stellung gehalten werden kann, so dafs das Einlafsventil
beständig geschlossen und das Auslafsventil beständig offen gehalten ist. Es wird dadurch
auch in allen Fällen der volle Druck des Wassers ausgenutzt und auch dem Laien unmöglich
gemacht, bei mehr oder weniger Kraftverbrauch die Regulirüng durch mehr oder weniger Oeffnen der Zuleitungsventile durchführen
zu wollen.
Zieht man vor, das Luftkissen und den Ausfall von Füllungen nicht anzuwenden, so erreicht
man dies bei der sonst gleichen Maschine dadurch, dafs man dem Kolben γ ein selbstfhätiges
Luftventil 51, Fig. 4 und 5, giebt und ;
den Cylinder bei jedem Hüb, d. h. wenn der :
Regulator nicht einwirkt, nahezu mit dem ganzen Wasserdruck vollfüllt.
Um die Geschwindigkeit zu reguliren, wird (statt-wie bei den bisher bekannten Motoren
den Wasserdruck zu drosseln) durch den abgeschrägten Daumen 52 die Füllung durch das
Einlafsventil von ganzer bis Y10-Füllung variirt.
Es wird durch den Daumen, je nach dem Kraftbedarf und der Kolbenstellung, das Einlafsventil
geschlossen und stets im todten Punkt geöffnet, und wenn der Druckausgleich im Cylinder
stattgefunden hat, öffnet sich das Luftventil 51 im Kolben und läfst denselben ohne Kraftverlust
bis zum oberen todten Punkt rotiren.
Beim Rückgang des Kolbens wird das Wasser und die Luft durch Oeffnen des durch eine
Curve 53a des Rades 53 beeinflufsten Auslafsventils
27 ausgelassen und letzteres kurz vor dem unteren todten Punkt geschlossen, so dafs
der in dem Kanal vorhandene Raum comprimirt wird. Um letzteres den örtlichen Verhältnissen
anpassen zu können, ist das Rad 53 mit der Curve 53a verstellbar eingerichtet, so
dafs je nach Stellung das Auslafsventil früher oder später geschlossen und dadurch die Compression
erhöht oder erniedrigt wird.
Zu vorbeschriebener Einrichtung ist für den Wasser-Ein- und Austritt ein gemeinschaftlicher
Kanal vorhanden, an dem jedoch das Einlafsventil 26 ganz an dem äufsersten Ende angeordnet
ist, zu dem Zweck, eine möglichst ruhige Wasserbewegung zu bewirken. Die sonstige
Construction ist aus Fig. 4 ersichtlich.
Die zuletzt beschriebene Construction kann auch, wie aus Fig. 7 ersichtlich, in umgekehrter
Anordnung angewendet werden, d. h. mit dem Cylinder nach oben, wobei jedoch der Windkessel
45 im Mantel wegfällt und in der aus der Zeichnung ersichtlichen Weise angeordnet
wird. Hierbei besitzt der Motor genau dieselbe Regelung mittelst Auslasses oder mittelst
Füllungen durch den abgeschrägten Daumen.
Jedoch kommt das selbstthätige Luftventil 51 nicht in den Kolben, sondern wird im Cylinderdeckel
angeordnet, mit demselben Zweck, beim Arbeiten die Luft nicht durch das Wasser saugen
zu müssen. Der Kolben selbst erhält noch ein Ventil 54, welches beim Kolbenrückgang
auf einen gewissen Weg desselben durch Anstofs des bei 5 5 an der Pleuelstange befestigten
Ansatzes an seine Ventilstange gesteuert wird. Geht der Kolben nach abwärts, so ist das
Ventil geschlossen. Bei circa 0,80 seines Herunterganges hat das Einlafsventil bei gröfster
Füllung den Zutritt des Wassers abgesperrt und nun kommt der obere Kolbenring 2a mit den
Kanälen 55% Fig. 7 und 8, in -Verbindung, so
dafs das Wasser sofort von 0,80 des Kolbenhubes nach abwärts bis zum Hubwechsel und
circa 0,20 des Kolbenrückganges in den vollständig geschlossenen Mantel des Motors und
durch die Oeffnung 55b abfliefst. Wie oben
erwähnt, wird beim Kolbenrückgang das Ventil 54 durch den Ansatz 55 der Pleuelstange offen
gehalten, und zwar von 0,15 bis 0,80 des Weges, um einestheils eine vorzeitige Compression zu
verhüten, anderentheils aber die etwa noch im Cylinder befindliche Menge Wasser herauszulassen.
Wie aus der Zeichnung, Fig. 7, ersichtlich, ist der Einlafskanal so construirt, dafs
er immer mit Wasser gefüllt bleibt, um den schädlichen Raum nach Möglichkeit zu verkleinern.
Das Wasser tritt unterhalb des Windkessels 45 in den durch die punktirten Linien
angedeuteten Oeffnungen seitlich ein. Die Regulirüng
des Einlafsventils geschieht auch durch einen abgeschrägten Daumen 52 der Kurbelwelle,
wie bei Fig. 4, jedoch mit der Abänderung, dafs mit dem Regulator ein in dem Gehäuse 56 drehbarer Winkelhebel 57 verbunden
ist, der die Rolle 58 der Ventilstange 36 verschiebt, mittelst welcher in Verbindung mit
dem abgeschrägten Daumen 52 das rechtzeitige Oeffnen des Ventils 26 bewirkt wird. Die
Wirkungsweise vorbeschriebenen abgeänderten Motors ist folgende:
Man dreht das Schwungrad derart, dafs der Kolben circa 0,80 des Aufganges zu stehen
kommt, und preist dadurch die oberhalb befindliche Luft zusammen. Der Daumen 52 öffnet alsdann im todten Punkt das Einlafsventil
26 j so dafs nun der Kolben heruntergedrückt wird. Ehe alsdann der obere Kolbenring
2a mit den Kanälen 5 5a in Verbindung
treten kann, schliefst sich das Einlafsventil, worauf alsdann, nachdem sich das selbstthätige,
nur mit einer schwachen Feder zur Hebung seines Eigengewichtes versehene Ventil 5 1 öffnet,
Luft in den Cylinder tritt und daher das Wasser durch Kolbenring 2a, Kanäle 55s1 etc.
rasch abfallen und durch Oeffnung 55b abfliefsen
kann. Beim Kolbenrückgang wird nun das Ventil 54 geöffnet, bis circa 0,80 des Weges, worauf Compression eintritt und das
Spiel sich von neuem wiederholt. Die Regulirung läfst Wasser je nach Bedarf ein, und
hat der Druckausgleich stattgefunden, tritt Luft durch das Ventil 51 auf das Wasser.
Zieht man vor, das selbsttätige Luftventil im Kolben und die Oeffnung zum Ersatz der
verloren gegangenen Luft zu umgehen und den Zweck der sicheren Entfernung des Verbrauchswassers
im Moment der Compression zu erreichen, so gelangt man dazu, dem Kolben eine Arbeitsweise zu geben, welche an eine
Viertaktbewegung erinnert.
Hierbei wird alsdann die gleiche Steuerung, wie die von Fig. 1 und 2 etc. angewendet,
jedoch wird sie nicht direct von der Kurbelwelle 5 aus in Thätigkeit gesetzt, sondern, wie
aus Fig. 18 und 19 ersichtlich, von einem Vorgelege
α aus, das an dem Arm 45b angebracht
ist, mit Uebersetzungsrädern r r1 derart, dafs a
die Hälfte Umdrehungen macht wie die Welle.
Aufserdem ist aufser dem Daumen 24 für die Einlafsventilstange noch ein solcher 24a
(getheilt links und rechts von diesem) auf dem Vorgelege α angeordnet, wobei der Winkelhebel
21, welcher von dem letzteren wie bei Fig. ι periodisch gehoben wird, aufwärts gebogen
und über dem Daumen 24 gespalten ist, damit dieser rotiren kann, ohne den Winkelhebel
zu beeinflussen.
Es wird sonach folgende Arbeitsweise eintreten :
Beim Rückgang des Kolbens, Austritt des Wassers und der Luft durch Offenhalten des
Auslafsventils,
beim Aufgang des Kolbens Ansaugen von Luft,
beim Rückgang des Kolbens Compression der Luft durch Schliefsen des Auslafsventils in
entsprechender Kolbenstellung.
Durch solchen Viertakt erreicht man gleiche Compression und ruhiges Arbeiten, wenn vielleicht
auch etwas Kraftverlust damit verbunden ist.
In der Zeichnung ist aufser den in der Beschreibung in Bezug genommenen Figuren
noch in Fig. 9 eine Seitenansicht von Fig. 1 gegeben, Fig. 10 ein Grundrifs davon; Fig. 11
zeigt eine Seitenansicht, Fig. 12 einen Rifs, senkrecht zu Fig. 4, Fig. 13 einen Schnitt, senkrecht
zur Bildfläche von Fig. 7 durch den Arbeitscylinder, Fig. 15 einen solchen durch
das Einlafsventil und Fig. 14 eine Seitenansicht von Fig. 7. Die Fig. 16 und 17 zeigen die
Form des Daumens 52 und der Curve 53 von Fig. 4.
Claims (4)
1. Ein Kraftwassermotor mit Ventilsteuerung, in Zwei- oder Viertakt arbeitend, derart,
dafs in dem Cylinder beim ZurUckgang des Kolbens Luft comprimirt und dadurch das
Einlafsventil einerseits entlastet wird, und dafs dieses andererseits von dem Arbeitswasser unter dem Druck der durch dasselbe
in einem in unmittelbarer Nähe angebrachten Expansions- oder Windkessel so lange geschlossen gehalten wird, bis es
in der Todtlage des Kolbens durch eine Steuerung geöffnet wird, so dafs dadurch und durch die nahe Verbindung des Windkessels
mit dem Cylinder das Kraftwasser einen ruhigen und anhaltenden Druck auf den Kolben ausübt und die geprefste Luft
expandirt, wobei nach jedem Kolbenhub ein selbstthätiger Luftersatz immer oberhalb
des Wassers durch ein Ventil oder eine Bohrung (Fig. 1 und 7) oder im Kolben
(Fig. 5) erfolgt.
2. Bei dem Kraftwassermotor von Patent-Anspruch i. die durch einen Daumen der
Kurbelwelle vermittelst des Steuerhebels' 21
und der Steuerstange 36 (Fig. 1 und 2) bewirkte Neuerung des Einlafsventils 26 und
des Auslafsventils 27 und die Regulirung des Motors in der Weise, dafs bei ersterer
bei rascherem Gang in der Maschine das Auslafsventil offen gehalten wird Und dabei
nur Luft aus- und eintritt und das Einlafsventil geschlossen so lange erhalten wird,
bis durch den dadurch verursachten Ausfall von Wasserfüllung und Compression die
normale Tourenzahl eingetreten ist.
3. Statt der Steuerung und Regulirung nach Patent-Anspruch 2. eine solche durch die
Curve 5 3a und den abgeschrägten Daumen 52,
durch welchen die Füllungen variabel gemacht werden. Hierbei die Vergrößerung
oder Verkleinerung der Compression im Cylinder durch die Verstellbarkeit der Curve 53a, welche das Auslafsventil früher
oder später schliefst, wodurch der Kolben früher oder später zu comprimiren beginnt.
4. Bei Umkehrung des Motors von Patent-Anspruch ι. nach Fig. 7 die Anordnung
eines immer mit Wasser gefüllten Einlafskanales, zum Zweck, in der Kolbenstellung
nahe im oberen todten Punkt genügende Compression zu ermöglichen, und die Anordnung
eines Ventils 54 im Kolben, welches beim Aufwärtsgehen durch die Pleuelstange geöffnet, und dadurch der Austritt
von Verbrauchswasser und Luft bewirkt wird.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE46336C true DE46336C (de) |
Family
ID=321451
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT46336D Active DE46336C (de) | Wassermotor mit Ventilsteuerung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE46336C (de) |
-
0
- DE DENDAT46336D patent/DE46336C/de active Active
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