DE45951C - Verfahren zur Gewinnung der flüchtigen Destillationsproducte aus den Zellstoff-Kochlaugen - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung der flüchtigen Destillationsproducte aus den Zellstoff-KochlaugenInfo
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- D—TEXTILES; PAPER
- D21—PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C11/00—Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
- D21C11/0007—Recovery of by-products, i.e. compounds other than those necessary for pulping, for multiple uses or not otherwise provided for
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- Paper (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 55: Papierfabrikation.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 13. December 1887 ab.
In der Papierfabrikation wird bei der Zellstoffgewinnung aus Holz von der wasserfreien
Masse desselben fast die Hälfte des Gewichts oder noch mehr durch die Kochlaugen in
Lösung gebracht. Aus diesen gelösten Stoffen sind durch Destillation Methylverbindungen zu
gewinnen, doch hat man bisher wegen der schwierigen Behandlung der eingedickten syrupartigen
Laugen für die Wiedergewinnung der Alkalisalze nur die einfache Verbrennung zur Anwendung gebracht.
Durch Wärmezufuhr mittelst Dampfschlangen läfst sich die Alkalikochlauge des Natronzellstoffverfahrens
bis 310, selbst 350B. verdicken.
Wenn solche eingedampfte Lauge, anstatt wie bisher in Oefen verbrannt zu werden, mit 40
bis 55 Gewichtstheilen Holzkohle gemischt wird, entweder durch Eintauchen trockener
Holzkohlenstücke in heifse starke Kochlauge oder durch Einrühren von Holzkohlenpulver
zu einem prefsbaren Teig, so ist es möglich, gleichmäfsige, haltbare und transportfähige
Stücke daraus herzustellen, die ein weiteres Abtrocknen in Heizkammern ermöglichen.
Aufserdem gestatten sie auch sofort mit dem ursprünglichen Wassergehalt das Eintragen in
glühende Retorten, ohne die letzteren durch plötzliche Abkühlung zu beschädigen und ohne
beim Verkohlen die Form zu verlieren.
Es sind z. B. Mischungen aus 100 kg Holzkohlenstücken
(die nebst dem Hohlraum ein Volumen von 6 bis 700 1, in Pulverform von
400 1 einnehmen) mit 140 1 Lauge von 310 B.
(= 186 kg) hergestellt worden, und für die daraus erhaltenen Stücke von 286 kg Gewicht
war ein Retorteninhalt von 800 bis 900 1 nöthig gewesen. In ähnlichem Verhältnis zu
Teig gemischte Feinkohle hat mit einer Ziegelpresse scharfkantige Formstücke gegeben.
Die Destillation, das Dämpfen und Erkalten der rückständigen Holzkohle, die Auffangung
des Theers, des Gaswassers und des Gases unterscheiden sich in keiner Weise von den
bisher bekannten ähnlichen Vorgängen. Nur das Destillat selbst ist von demjenigen der gewöhnlichen
Retortenholzverkohlung insofern verschieden, als Ameisensäure, Essigsäure u.s.w.
und die übrigen sauren Theerverbindungen nicht auftreten, dagegen wie sonst Methylalkohol,
Aceton u. s. w. und verschiedene Aminverbindungen im Destillationswasser gelöst werden, auch ein Theer von änderer Beschaffenheit
gewonnen wird.
Daraus entstehen für den Betrieb die Vortheile, statt des Kupfers als Metall der Condensationsgefäfse
Eisen anwenden zu können, und dafs man im Stande ist, bei der Rectification des Gaswassers (infolge der Abwesenheit
von Essigsäure) dessen leichtflüchtige, werthvolle Producte schon durch Abdestilliren eines
kleinen Theiles zu gewinnen.
Sobald die sauren Laugen des Sulfitzellstoffverfahrens in dieser Weise zur Verarbeitung
gelangen sollen, müssen dieselben von der freien Säure befreit werden. Da ferner der
gelöste Kalk den Kohlerückstand schliefslich durch Anhäufung entwerthen würde, so empfiehlt
sich ein Ausfällen desselben als Gyps
durch Zusatz von Glaubersalz, welches schliefslich aus der Kohle stets wiedergewonnen wird.
Bei der Destillation der Sulfitlaugen und auch der alkalischen, Schwefelnatrium haltenden
Laugen der sogenannten Sulfatcellulose entstehen aufser dem Aceton und dem Methylalkohol
noch andere flüchtige, schwefelhaltige, mercaptan- und senfölartige Verbindungen,
welche entweder vollständig condensirt oder bei der Verbrennung des gewonnenen Gases,
dem sie beigemischt bleiben, unschädlich gemacht werden.
Die Kohlelaugenwürfel behalten nacE dem Ausglühen fast vollständig ihre Form und gestatten
selbst in heifsem Zustande das Herausziehen mittelst Krücken in die zum Abkühlen
dienenden verschliefsbaren Kästen, werden jedoch, falls es auf Erhaltung scharfer Kanten
an den Ziegeln ankommt, in den bekannten beweglichen Retorten verkohlt, welche das Erkalten
ohne Berührung des Inhalts ermöglichen.
Der entstandene Staub wird wegen des Gehalts an Alkali sorgfältig gesammelt und kommt
bei der darauf erfolgenden Auslaugung durch Wasser oben auf die grofsen Stücke zu liegen.
Da dies Auslaugen der Natriumverbindungen ganz vollständig geschehen mufs, so ist eine
gröfsere Zahl von Gefäfsen mit Siebeinlageböden nothwendig, die in bekannter Verbindung
mit einander eine vollständige Erschöpfung des Rückstandes und gleichzeitig die Gewinnung
einer starken Alkalilösung ermöglichen, welche wiederum für den Cellulosekochprocefs dient.
Nach der Erschöpfung der Holzkohle wird dieselbe aufs Neue zum Vermischen mit eingedampfter
Kochlauge verwendet. Nur der hiervon bleibende Ueberschufs (entsprechend der aus der gelösten Holzsubstanz herrührenden
Kohle) wird in Trockenkammern bei mä'fsiger' Hitze vom Wasser befreit und kann als Heizmaterial
(für Eisenbahnwagen etc.) Verwerthung finden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Holzgeist, Aceton und den anderen Destillationspro ducten des Holzes aus den Zellstoff-Kochlaugen dadurch, dafs die möglichst concentrirten Laugen mit Holzkohle zum Teig geformt, zu Ziegeln oder Stücken geprefst und in Retorten mit Condensationsvorrichtungen geglüht werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE45951C true DE45951C (de) |
Family
ID=321091
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT45951D Expired - Lifetime DE45951C (de) | Verfahren zur Gewinnung der flüchtigen Destillationsproducte aus den Zellstoff-Kochlaugen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE45951C (de) |
-
0
- DE DENDAT45951D patent/DE45951C/de not_active Expired - Lifetime
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