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Vorrichtung zum Anlassen von Viertakt-Brennkraftmaschinen im Zweitakt.
Das Anlassen von Viertakt-Brennkraftinaschinen im Zweitakt hat bekanntlich den Vorteil,
daß man bei einer Mehrzylinderinaschine nur einem Teil. normaler Weise nur der Hälfte
der ArbeitsrAinder das gespannte Mittel, vorzugsweise Druckluft, zuzuführen braucht,
um bald einen zur Einleitung von Zündungen ausreichenden Beschleunigungszustand
der Maschine zu erhalten, Der übergang von der Viertaktsteuerung des Brennkraftbetriebes
zur Zweitaktsteuerung des Druckluftbetriebes bzw. umgekehrt wurde dabei bewirkt,
indem die Eröffnung des Einströmventils vom ersten Takt in den zweiten verlegt wurde,
so daß es als Auslaßorgan für die im ersten Takt zugelassene Anlaßdruckluft diente,
während das unverändert gesteuerte Atissti-ömventil imvierteii Taltt iii üblicher
Weise die im dritten Takt zum zweitenmal in einem Arbeitsspiel zugelassene Anlaftc1ruckluft
ausließ. Die zur Ausübung dieses Verfahrens bekannt gewordene Anordnuti g, bei der
das das Drucklufteinlaßventil öffnende Gestänge gleichzeitig die Steuerwelle, die
nur die die Einlaßventile steuernden Nocken trägt. verdreht, besitzt erhebliche
-Nachteile, weil nicht nur außer der üblichen Steuerwelle eine besondere Steuerwelle,
welche nur die Einlaßnocken trägt, mit dem entsprechenden, besonderen Steuerwellenantrieb
notwendig wird, sondern auch die erforderlichen Steuerkräfte infolge der ungünstigen
Umwandlung der geradlinig eingeleiteten Steuerbewegung in eine kreisförmige über
Schnecke und Schneckenmutter äußerst groß werden, zumal nicht nur die auftretende
Reibung, sondern bei dem Übergang auch der gesamte Ventilfederdruck überwunden werden
muß. Gemäß vorliegender Erfindung ergibt sich eine einfachere und leichter zu handhabende
Vorrichtung zur Ausführung des bekannten Verfahrens dadurch. daß die Rolle des das
Einströmventil betätigenden Ventilstößels in der Anlaßzeit auf einen zweiten Socken,
der sie im zweiten Takt anhebt, in den übrigen Takten in Ruhe läß@. über-leführt
wird, während die Rolle des das Auslaßventil betätigenden Ventilstößels unverändert
unter dem Einfluß des normalen Steuernockens bleibt. Zweckmäßi - ist die Verbindung
zwischen denn die Stößelrolle unmittelbar verschiebenden Organ und dem die Verschiebung
bewirkenden Handsteuerorgan kraftschlüssig ausgeführt; wird nämlich die Rollenverschiebung
in einem Zeitpunkt eingeleitet, in dem der Rolle gerade die Flanke einer Nockenerhebung
gegenübersteht, so würde bei zwangläufiger Verbindung des die Stößelrolle unmittelbar
verschiebenden Organs mit dem die Verschiebung bewirkenden Handverstellorgan
entweder
ein Maschinenteil zu Bruch gehen oder bei geringer, der Rolle gegenüberstehender
Nockenerhebung die Rolle gewaltsam unter Beschädigung der Nockenbahn auf diese überführt
werden. Bei kraftschlüssiger Verbindung dagegen wird das Handsteuerorgan in die
Endlage gebracht, unabhängig davon, ob die Rolle sofort auf die zweite Nockenbahn
gebracht werden kann oder nicht. Im zweiten Fall wird in den die kraftschlüssige
Verbindung bewirkenden Mitteln, wie etwa Federn o. dgl., die Verstellkraft aufgespeichert;
sobald die die Rollenverschiebung hindernde Flanke der Nockenerhebung vor der Rolle
weggetreten ist, bringen die gespannten Federn selbsttätig die Stößelrolle unter
den Einfluß des zweiten Nockens.
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Die Zeichnung zeigt eine Ausführung des Erfindungsgedankens.
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Auf der im Maschinenrahmen a gelagerten Steuerwelle b ist der den
Brennkraftlbetrieb steuernde Nocken c, neben ihm der den Druckanlaßbetrieb steuernde
Nocken d angeordnet. Die Rollee, die rnit Hilfe des Bolzens f in der Gabel g des
das EinstrÖmventil betätigenden Ventilstößels gelagert ist, wird in der gezeichneten
Lage vom Nocken c gesteuert. In dieser Lage befindet sich die Rolle bei abgestellter
Maschine.
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Soll die Verbrennimgskraftmaschine angelassen werden, so wird Kurvenscheibe
h über Handgriff i und Hülse k, die mit Hilfe des Bolzens l am Maschinengestell
a drehbar angeordnet ist, in eine solche Lage gebracht, daß über Übertragungsbolzen
in und Winkelhebel iz die auf den Mitnehinerbo1zen o' aufgesteckte Hülse p in den
Maschinenrahmen eingedrückt wird. Zwischen der Hülse p und dem auf dem Mitnehmerbolzen
angeordneten Federteller q ist eine Druckfeder r, zwischen Hülse p und Maschinenrahmen
a eine Druckfeder s angebracht. Das Kopfende des Bolzens o' erfaßt mit einem gabelförmigen
Mitnehmer o die Stößelrolle e des Einströmventils. Die nicht gezeichnete Stößelrolle
des Ausströmventils steht ständig unter dem Einfluß des Brennkraftnockens c.
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Befindet sich in dem Augenblick, in dem in der eben beschriebenen
Weise Hülse p gegen Wirkung der Feder s in den Maschinenrahmen a eingedrückt wird,
der Druckluftnocken d in einer solchen Stellung, daß die Flanke seiner Erhebung
den Übergang der Rolle e auf seine Bahn nicht verhindert, so wird unter Vermittlung
von Druckfeder y, Mittiehmerbolzen o', Mitnehmer o und damit Rolle e bei der Bewegung
der Hülse mitgenommen und Rolle e unter den Einfluß des Druckluftnockens d gebracht;
dieser hebt Rolle e im zweiten Maschinentakt an, so daß das Einströtnventil die
im ersten Takt eingeführte und entspannte Druckluft auslassen kann. In den anderen
Takten bleibt Rolle e in Ruhe, während die vorn Necken c gesteuerte Rolle des Auslaßventils
die im dritten Maschinentakt eingeführte und entspannte Druckluft im vierten Maschinentakt
ausläßt. Die Steuerung des Anlaßdruckluftventils war unmittelbar bei Verlegung des
Handsteuerorgans i in die Anlaßstellung unter Vermittlung eines auf der Hülse k
angeordneten Organs eingerückt worden.
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Befindet sich dagegen im Augenblick der Verlegung des Handsteuerorgans
i in die Anlaßstellung Nocken d in einer solchen Lage, daß Rolle e durch Anschlag
an die Flanke der Nockenerhebung nicht auf die Nockenbahn d gelangen kann, so bleibt
Rolle e, Mitnehmer o und Mitnehmerbolzen o' in der gezeichneten Stellung, während
Hülsep der ihr über i, k, h, in und ia aufgezwungenen Bewegung unter Spannung
der Federn s und r folgt. Sobald aber die Flanke der Erhebung des Nockens
d vor der Rolle e durch Drehung der Steuerwelle weggetreten ist, versucht
Feder y sich zu entspannen und bringt das Mitnehmer system q, o', o und damit
die Rolle e in den Wirkungsbereich des Druckluftnockens d.
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Beim Übergang von Druckluft- auf Brennkraftbetrieb versucht die gespannte
Feder s das Mitnehmersystem aus dem Maschinenrahmen herauszudrücken und damit Rolle
e auf den Brennkraftnocken c zu bringen. Damit für den Fall, daß infolge der zunächst
noch vor der Rolle e liegenden Flanke der Erhebung des Nockens c Rolle e nicht sofort
in den Bereich des Nockens c treten kann, ein Pendeln des Übertragungsbolzens in
und des Winkelhebels n zwischen der bereits über Handsteuerorgan i eingeschalteten
Brennkraftbetriebsstellung und der von Rolle e und dem Mitnehmer system noch eingehaltenen
Anlaßstellung vermieden wird, sorgt eine Feder t am Kopf des Übertragungsbolzens
m für ständige Anlage der Steuerungsteile m, n und p in einer Richtung.