DE457580C - Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Kohlenwasserstoffen - Google Patents

Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Kohlenwasserstoffen

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DE457580C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10GCRACKING HYDROCARBON OILS; PRODUCTION OF LIQUID HYDROCARBON MIXTURES, e.g. BY DESTRUCTIVE HYDROGENATION, OLIGOMERISATION, POLYMERISATION; RECOVERY OF HYDROCARBON OILS FROM OIL-SHALE, OIL-SAND, OR GASES; REFINING MIXTURES MAINLY CONSISTING OF HYDROCARBONS; REFORMING OF NAPHTHA; MINERAL WAXES
    • C10G21/00Refining of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by extraction with selective solvents
    • C10G21/06Refining of hydrocarbon oils, in the absence of hydrogen, by extraction with selective solvents characterised by the solvent used
    • C10G21/08Inorganic compounds only
    • C10G21/10Sulfur dioxide

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)

Description

  • Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Kohlenwasserstoffen. Die Erfindung bezieht sich auf die kontinuierliche Behandlung von Kohlenwasser.-stoiten mit verflüssigter schwefliger Säure und betrifft im besonderen die Behandlung des bei dem Verfahren gewonnenen Raffinates und Extraktes. Hierbei wird unter Raffinat der aus Kohlenwasserstoften bestehende, in der Hauptsache in schwefligerSäureunlösliche Anteil und unter Extrakt der Anteil verstanden, der aus schwefliger Säure und dem in ihr löslichen Anteil der Kohlenwasserstofe besteht.
  • Der Zweck der Erfindung besteht darin, in ununterbrochenem Betriebe bei geringstem Energieaufwand eine möglichst restlose Wiedergewinnung der schwefligen Säure in der Form zu erzielen, in der sie ohne weiteres wieder in den Kreislauf des Verfahrens zurückgeführt «-erden kann.
  • In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Vorrichtung beispielsweise dargestellt, welche die Durchführung des Verfahrens ermöglicht.
  • Das zu verarbeitende Öl (z. B. Kerosine, Transforinatorenöl, leichtes Schmieröl usw.) tritt, nachdem es durch weitgehendsten Wärmeaustausch innerhalb der Apparatur vorgekühlt und sodann mittels verdampfender, flüssiger, schwefliger Säure auf die zur Behandlung erforderliche Temperatur abgekühlt ist, durch Leitung i unten in den Mischer 3 ein. Das Regulierventil :2 dient dazu, die zufließende lIlinenge zu regeln. Die zur Behandlung erforderliche flüssige, schweflige Säure dagegen tritt, vom Kondensator 4 kommend, unter dem in ihm herrschenden Druck durch Leitung 5 und Regulierventil f oben in den Mischer 3 ein. Auch die schweflige Säure ist vorher durch geeigneten Wärmeaustausch auf die Behandlungstemperatur gekühlt worden.
  • In dem Mischer 3 steigt das unten eingeführte Öl nach oben, während die oben eintretende flüssige, schweflige Säure, da sie schwerer ist als das Öl, nach unten fällt. Das aufsteigende Öl sättigt sich zunächst mit schwefliger Säure, auf seinem Wege nach oben scheiden sich dann die aromatischen Kohlenwasserstof-te, «-elche bei tiefer Temperatur in der schwefligen Säure in hohem Maße löslich sind, aus und sinken, gelöst in der schwefligen Säure, nach unten.
  • In dem Maße, wie das Öl nach oben steigt, begegnet es schwefliger Säure, welche immer weniger aromatische Bestandteile gelöst enthält, im oberen Teil des Mischers 3 schließlich begegnet das Öl, welches nur noch wenig aromatische Kohlenwasserstoffe enthält, fast reiner schwefliger Säure, welche auch die letzten schweren Bestandteile aus dem Öl aus-w iiselit. Der Waschvorgang im Mischer ist also von unten nach oben fortschreitend und kontinuierlich. Das Raffinat mit verhältnismäßig wenig schwefliger Säure in Lösung (etwa 12 bis 15 Prozent) fließt durch die Leitung 8 in den Raffinatspeicher 9, während das im unteren Teil io des Mischers 3 sich ansammelnde Extrakt-SO,-Gemisch durch die Leitung ii in den Extraktspeicher 12 fließt.
  • Raffinat-S02 Gemisch und Extrakt-S02-Gemisch werden nun mittels Pumpen 13 und 14 den Speichern 9 und 12 entnommen und, nachdem sie im weitgehendsten Wärmeaustausch innerhalb der Apparatur vorgewärmt worden sind, den Raffinat-Verdampfern 15, 16 und 17 und den Extraktverdampfern 18, i9 und 2o durch die Leitungen 21 und 22 und die Regulierventile 23 und 24 zugeführt.
  • Das Austreiben der schwefligen Säure aus dem Raffinat-SO.-Gemisch und dem Extrakt-SO.-Gemisch in den Verdampfern erfolgt nun kontinuierlich, um auch die letzten Reste von schwefliger Säure zu entfernen, und zwar je nach der Art der zu behandelnden Öle und nach Größe der Anlage in beliebig vielen Stufen, im vorliegenden Falle in drei Stufen.
  • In der ersten Stufe, den sogenanntenHauptverdampfern 15 und 18, wird die schweflige Säure lediglich durch Wärmezufuhr ausgetrieben, in den nachfolgenden Stufen dagegen durch Wärmezufuhr und gleichzeitige Druckerniedrigung, die in der letzten Stufe bis auf etwa 2o mm Ouecksilbersäule absolut erfolgt. In der letzten Stufe kann hierbei auf Wärmezufuhr verzichtet werden, weil nur noch Reste von. schwefliger Säure in dem Raffinat und Extrakt enthalten sind und der zur Verdampfung erforderliche Wärmebedarf aus der Flüssigkeitswärme des zirkulierenden Raffinates und Extralotes ohne wesentliche Temperaturerniedrigung gedeckt werden kann.
  • Die Hauptverdampfer 15 und 18 können aus mehreren senkrecht angeordneten, mit Heizmänteln '27 und 28 versehenen Verdampferröhren 25 und 26 und den Oberkesseln 15 und 18 bestehen, wobei als Wärmequelle Frisch- oder Abdampf benutzt werden kann. Das Raffinat-SO.-Gemisch und das Extrakt-SO,-Gemisch treten unten in die Verdampferröhren 25 und 26 ein und bewegen sich in ihnen nach oben. Unter dem Einfluß der Wärmezufuhr tritt eine lebhafte Verdampfung der schwefligen Säure ein, die entstehenden Gasbläschen streben nach oben und erzeugen eine lebhafte Wirbelung der Flüssigkeiten in den Rohren, so daß die Wärmeübertragung eine außerordentlich intensive wird.
  • Die Gemische von S02 Gasen-Raffinat und -Extrakt treten sodann in die Oberkessel 15 und 18 und trennen sich hier.
  • Die S02-Gase strömen unter eigenem Druck durch die Leitungen 29 und 3o, die sich in Leitung 31 vereinigen, nach dem Betriebskondensator 4., wo sie unter Einwirkung des Kühlwassers sich verflüssigen. Der Druck im Kondensator ist abhängig von dem zur Verfügung stehenden Kühlwasser und beträgt normal 'etwa 3,5 bis 4 Atm.
  • Das Raffinat und das Extrakt, bis auf einen geringen Prozentsatz von schwefliger Säure befreit, verlassen durch die Leitungen 32 und 33 die Hauptverdampfer 15 und 18 und strömen durch die Drossel-Regulierventile 34 und 35 der nächsten Stufe, den Mitteldruckverdampfern 16 und i9, zu. In diesen wird mittels eines oder mehrerer Kompressoren 36 ein Druck von etwa 0,75 bis i Atm. abs. aufrechterhalten. Die Verdampfer sind in ihrer Bauart ganz ähnlich den Hauptverdampfern 15 und 18 und werden ebenfalls mit Frisch- oder Abdampf geheizt.
  • Unter Einwirkung des erniedrigten Druckes und gleichzeitiger Wärmezufuhr wird die im Raffinat und Extrakt noch enthaltene schweflige Säure bis auf einen kleinen Rest ausgetrieben.
  • Die sich in den Oberkesseln der Mitteldruckverdampfer von Raffinat und Extrakt trennenden und mittels des Kompressors 36 durch die Leitungen 37 und 38 abgesaugten SO.>-Gase vereinigen sich in Leitung 39 und strömen in das Mischrohr 4o, in welchem durch Beimischen kalter, aus dem Kreislauf des Verfahrens stammender S02 Dämpfe eine Abkühlung der sich mischenden Dämpfe (auf etwa + 5 ° C) erzielt wird. Hierdurch werden die Öldämpfe von leicht siedenden Anteilen, die im Raffinat und Extrakt noch in geringen Mengen enthalten sind und bei der S02-Verdampfung mitverdampfen, kondensiert. Die S02 Dämpfe verlassen mit den kondensierten leichten Kohlenwasserstoffen das Mischrohr 4o dürch die Leitung 41 und gelangen in den Abscheider42, wo sich die verflüssigten leichten Kohlenwasserstoffe abscheiden und von Zeit zu Zeit durch den Ablaß 43 abgezogen werden können. Die von den leichten Ölen befreiten S02-Dämpfe strömen durch die Leitung 44 und das Gefäß 45 dem Kompressor 36 zu, der sie verdichtet und dem Kondensator zuschiebt, in welchem sie zu schwefliger Säure verflüssigt werden, um dann wieder in den Kreislauf des Verfahrens zu gelangen.
  • Das Raffinat und das Extrakt fließen aus den Mitteldruckverdampfern 16 und i9 durch die Leitungen 46 und 47 und die Drossel-Regulierventile 48 und 49 den Vakuumverdampfern 17 und 2o zu, in denen ein hohes Vakuum (von etwa 6o bis 2o mm Quecksilbersäule) aufrechterhalten wird.
  • Dem Raffinat und Extrakt wird in diesen letzten Verdampfern keine Wärme mehr zugeführt; sie geben lediglich unter dem Einfluß der Eigenwärme und des hohen Vakuums, das durch eine Vakuumpumpe 5o aufrechterhalten wird, ihren Rest an schwefliger Säure ab, bis auf etwa 0,05 Prozent. Die abgesaugten SO.,-Dämpfe verlassen die Verdampfer 17 und 20 durch die Leitungen 51 und 52, vereinigen sich in Leitung 53 und strömen durch den Gas-Tiefkühler 54., welcher mittels verdampfender SO, gekühlt wird. Hierbei werden wiederum, wie in der Mittelstufe, bei der SO=-Verdampfung leichte Kohlenwasserstoffe kondensiert. Die verflüssigten leichten Kohlenwasserstoffe gehen mit dem SO.-Gasstrom durch die Leitung 55 in den Abscheider 56, «-o sich das verflüssigte 0I abscheidet und von Zeit zu Zeit durch den Ablaß 57 abgezogen wird. Die Vakuumpumpe 5o saugt die .SO.-Dämpfe an und drückt sie in den Aufnehmer 45 der Mitteldruckstufe.
  • Das von SO, befreite fertige Raffinat und das Extrakt fließen durch die Leitung 58 und 59 den Pumpen 6o und 61 zu und werden von diesen nach Wärmeaustausch innerhalb der Apparatur bis auf Lufttemperatur in die Tanks gepumpt.
  • Wie ersichtlich, wird bei dem Verfahren in der Weise gearbeitet, daß in den Hauptverdampfer die SO.-Gase lediglich durch Wärmezufuhr auf den Druck des Kondensators gebracht werden. Bei den weiteren im Verfolg des Verfahrens angeordneten Verdampfern (in dem hier gewählten Beispiel sind es noch zwei Stufen) erfolgt das Austreiben der SO. kombiniert durch Wärme und Minderdruck, teilweise durch Minderdruck allein. Die aus den unter hohem Vakuum stehenden Verdampfern stammenden SO=-Dämpfe werden durch geeignete Vorrichtungen zunächst auf den Druck der SO-Gase der vorhergehenden Stufe gebracht und dann aus dem gemeinsamen Sammelgefäß durch Kompressoren bzw. Pumpen in den Kondensator befördert. Die SO-Gase werden auf ihrem Wege aus den der ersten Stufe folgenden Verdampfern zunächst von mitgerissenen Öldämpfen befreit und die aus den entsprechenden Stufen der Verdampfung beim Extrakt und Raffinat erhaltenen Dämpfe immer gemeinsam weitergeleitet.
  • Wo in der vorstehenden Erfindung von Kohlenwasserstoffen die Rede ist, sind darunter vornehmlich die Kohlenwasserstoffe des Erdöles gemeint, doch bezieht sich das vorliegende Verfahren auch auf die Verarbeitung von Kohlenwasserstoff en, die man durch die Destillation des Steinkohlenteers oder des Braunkohlenteers erhält, namentlich wenn die Verarbeitung der beiden Kohlearten bei tiefer Temperatur erfolgt.

Claims (5)

  1. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Kohlenwasserstoffen mit verflüssigter schwefliger Säure, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das Raffinat wie der Extrakt einer in Druckstufen geteilten kontinuierlichen Verdampfung unterworfen werden.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der ersten Stufe die SO.-Dämpfe vornehmlich durch Wärme-Zufuhr, .in den folgenden Stufen durch Wärme und verminderten Druck, in der letzten Stufe vorteilhaft nur durch Vakuum ausgetrieben werden, wobei die ausgetriebenen Dämpfe in der ersten Stufe durch eigenen Druck, in den nachfolgenden Stufen durch Kompressoren bzw. Pumpen auf den Kondensatordruck gebracht werden.
  3. 3. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß von der zweiten Stufe ab die Dämpfe jeder Stufe jeweils auf den Druck der Dämpfe der vorhergehenden Stufe gebracht werden. d..
  4. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die aus den Verdampfern abgesaugten Dämpfe vor der Kompression durch geeignete Kühlung von mitgerissenen leichten Kohlenwasserstoffen befreit werden.
  5. 5. Ausführungsform nach Ansprüchen 1 bis q., darin bestehend, .daß die aus den korrespondierenden Extrakt- und Raffinatv erdampfern der zweiten und folgenden Stufe stammenden S0_ Dämpfe vereint und gemeinschaftlich behandelt und dem Kondensator zugeleitet werden.
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