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Handpresse zur Herstellung von prismatischen Körpern, insbesondere
von Bauformlingen. Die Priorität der Anmeldungen in Ungarn vom 23. Mai und 15. Dezember
1924 ist in Anspruch genommen. Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Handpresse
zur= Herstellung von prismatischen Körpern, insbesondere von Bauformlingen. Der
Zweck der Erfindung ist, die an und für sich bekannten Teile der Presse so zueinander
anzuordnen, daß bei voller Beibelialtung der bisherigen Erfordernisse an Zuverlässigkeit
der Wirkung und an Festigkeit der Abmessungen und damit das Gewicht der Presse besonders
herabgemindert werden.
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Die` wird dadurch erreicht, daß die die Reaktion der Druckkräfte aufnehmenden
Teile unabhängig von den übrigen Teiler., z. B. vom Ständer, der Grundplatte usw.,
der Maschine um die Preßform gruppiert sind, und zwar in Form eines Viereckes, das
durch das zur Unterstützung bzw. Lagerung das Getriebe bildende Ouerträgerpaar,
durch das Ouerträgerpaar der Schlußplatte und durch zwei diese beiden Ouerträgerpaare
miteinander verbindende Bügel gebildet wird, so <laß ein geschlossenes System
zustande konmit, innerhalb dessen die Wirkung und Gegenwirkung der Preßkräfte sich
abspielt, während die außerhalb dieses Systems liegenden Teile der Presse nur unwesentlich
beansprucht werden und daher ganz leicht ausgebildet werden können.
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Als Getriebe wird ein an sich bekanntes, aus Kurvenscheibe und Rolle
bestehendes Elementenpaar in eigenartiger Anordnung verwendet. Die Verwendung eines
Kurvenscheibenantriebes an sich bietet den Vorteil, (laß die Steigungen der Kurvenscheibe
dein Verlauf der zu verrichtenden Arbeit angepaßt «-erden können, wodurch die Kraftentfaltung
am Handhebel gleichförmiger wird.
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Während aber bei den bisherigen Pressen mit Kurvenscheibenantrieb
das Getriebe in ziemlich große Entfernung vom PreLkopf, d. h. von dem mit dem Preßgut
in Berührung stehenden Teil des Preßstempels, verlegt war, wird das Getriebe bei
der den Gegenstand der Erfindung bildenden Presse so weit an den Preßkopf herangerückt,
daI') die mit der Kurvenscheibe zusammenwirkende Rolle ini Innern des Preßkopfes
angeordnet ist. Durch diese Anordnung im Verein mit dem obenerwähnten geschlossenen
System wird erreicht, daß das die untere Seite des erwähnten Viereckes bildende
Ouerträgerpaar sehr nahe (lern Boden des Formkastens angeordnet sein kann, wodurch
der durch das Viereckgebilde begrenzte Bereich, innerhalb dessen die Preßkräfte
und ihre Reaktionen wirken, noch weiter verkleinert wird.
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Eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist beispielsweise
auf der Zeichnung veranschaulicht, in welcher Abb-. i den Ouerschnitt einer Ziegelpresse
gemäß der Erfindung und Abb.2 einen Längsschnitt derselben darstellt, während Abb.
:3 als Einzelheit in schaubildlicher
Darstellung einen Teil der
unteren Querträger nebst dem sie umfassenden Bügel veranschaulicht.
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Im Ständer i der Maschine ist eine Form befestigt, deren Hohlraum
unten durch einen Preßstempel 3, oben aber durch eine stempelartig ausgebildete
Schlußplatte q. begrenzt ist, welch letztere ihrerseits an dem am Zapfen 5, 6 angelenkten
Querträger `1 starr befestigt ist. Die Querträger 7 haben in Stangen S ihre Fortsetzung,
die mit einem durch ihre Enden gehenden und in der Längsrichtung der Maschine liegenden
Handgriff 9 versehen werden können. Die Zapfen 5, 6 gehen durch Bügel To bzw. i
i, die den unteren Querträger 12 hakenartig umfassen (Abb. 3). Der Bügel To ist
an den Querträger 12 angeschraubt, während der Bügel i i aushakbar ist, so daß der
Querträger 7 mit Hilfe des Handgriffes 9 in die punktierte Lage gemäß Abb. i geschwenkt
werden kann.
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Selbstverständlich kann die Verbindung der Bügel i o, i i mit den
Querträgerpaaren 7, 12 auch derart erfolgen, daß die gelenkige Verbindung am Querträgerpaar
12 und die Verschraubung bzw. aushakbare Verbindung am Querträger 7 angeordnet ist.
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Wie ersichtlich, bilden die Querträger 7, 12
und die
Bügel io, ii ein die Preßform umgebendes geschlossenes Viereck, in welchem die gegenüberliegenden
Querträger die Die.-gungsmomente, die Bügel aber die Zugkräfte aufnehmen, so daß
das Maschinengestell vollkommen entlastet wird.
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Im Kopfe des Preßstempels 3 ist eine um die Achse 13 drehbare Rolle
1q. gelagert, die auf einer Kurvenscheibe 16 aufliegt, welch letztere auf eine in
dem Querträger 12 gelagerte Welle i 5 aufgekeilt ist. Die Anordnung der Rolle im
Stempelkopfe ermöglicht, daß der untere Querträger sehr nahe an die Form heranrückt.
Auf das Ende der Welle 15 ist ein Handhebel 17 aufgekeilt, der zur Betätigung der
Kurvenscheibe 16 dient.
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Der Preßstempel3 ist mit einer unteren Verlängerung i8 versehen, an
die sich ein um Zapfen i9 schwingender Tritthebel 2o anschließt. Durch Betätigung
des Tritthebels kann der Stempel 3 so weit gehoben werden, daß seine Druckplatte
mit der oberen Grenze des Hohlraumes der Form 2 in gleicher Ebene zu liegen kommt.
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Das obere Ende des Stempels ist zwischen den Formwandungen geführt,
während die zweite Führung durch Steine 22 erfolgt, welche sich in den durch die
Verlängerungen 18 gebildeten Kulissenschlitzen 21 führen. Die Steine 22 können an
den Querträgern 12 aus einem Stück ausgebildet werden, der Zusammenbau der Maschine
wird jedoch wesentlich erleichtert, wenn dieselben aus besonderen Stücken hergestellt
werden, denn in c;iesem Falle kann nach Entfernung der Welle 15 und des Tritthebels
2o der Stempel aufwärts aus der Form gehoben werden.
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Die Wirkungsweise der Presse ist nun folgende: Zunächst wird der Bügel
i i aus dein Querträger 12 ausgehakt, der Hebel aber zusammen mit der Schlußplatte
4 in die punktierte Lage umgestellt. Zugleich wird auch der Bügel i i neben die
Arme 8 geschwenkt, wodurch die Formenhöhlung 2 oben frei wird. Der Hohlraum wird
nun mit dem Preßgut gefüllt und sodann der Arm 8 mittels des Handgriffes 9 abwärts
geschwenkt, wobei die Schlußplatte q. dem Material die nötige Vorverdichtung erteilt.
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Wenn die Schlußplatte ihre tiefste Lage erreicht hat, wird der Querträger
12 in den Bügel i i eingehakt und dann der Hebel 17
in der Pfeilrichtung x
bewegt. Hierbei dreht sich . aber auch die Kurvenscheibe 16 und hebt unter Vermittlung
der Rolle 1q. den Preßstempel3 empor, wodurch das Fertigpressen des Formlings herbeigeführt
wird. Nachdem sodann der Hebel 17 wieder in seine Anfangslage zurückgebracht
ist, wird der Bügel ii von dem Querträger 12 abgehakt und die Schlußplatte q. mittels
der Stangen 8 wieder in die punktierte Lage geschwenkt. Dann wird der Tritthebel2o
betätigt, wodurch dem Preßstempel 3 eine weitere Aufwärtsbewegung erteilt wird und
der Stempel den fertigen Ziegel aus der Form hebt, so daß der Ziegel entfernt werden
kann. Während dieser Bewegung entfernt sich naturgemäß die Rolle 1q. von der Kurvenscheibe
16, sinkt aber nach Loslassen des Tritthebels wieder auf dieselbe zurück. Nun wird
die Form wieder gefüllt und der beschriebene Arbeitsvorgang beginnt von neuem.