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Falzmaschine für Bogen mit mehreren aus Falzwalzen und Falzplatten
bestehenden Falzgruppen, von denen eine ausschaltbar ist. Die den Gegenstand der
Erfindung bildende Falzmaschine gehört zu der Art mit Falzwalzen und Falzplatten
arbeitenden Maschinen, sogenannten »Cleveland-Maschinen«, bei denen eine Falzung
dadurch ausgeschaltet werden kann, daß eine Falzgruppe entfernt wird. Die neue Maschine
ist im besonderen mit einer Hilfsvorrichtung versehen, durch welche die Falzmaschine
auf Ausführung und auf Unterlassung einer weiteren Falzung eingestellt werden kann,
während die Ablieferstelle der Falzstücke immer dieselbe bleiben soll.
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Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, daß die ausschaltbare
Falzgruppe durch Verschiebung ihrer Falzplatte und Verschwenkung einer Falzwalze
ausschaltbar ist, und daß eine dieser Falzgruppe zugeordnete Abliefervorrichtung
derart einstellbar angeordnet ist, daß durch die in der Abliefervorrichtung
befindliche
Leitplatte die durch die Falzgruppe gehenden Bogen sowohl in arbeitender als auch
in ausgeschalteter Stellung der Falzgruppe auf dieselbe Stapelvorrichtung geleitet
werden.
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Auf der Zeichnung stellen dar: Abb. r und 2 die Seitenansicht und
einen Längsschnitt der Hilfsvorrichtung mit dem anschließenden Teil der Hauptmaschine
in der Lage der Hilfsvorrichtung, in der sie eine Zusatzfalzung ausführt, Abb.3
und 4 eine entsprechende Ansicht und einen Schnitt der Hilfsvorrichtung mit unmittelbarer
Ablieferung der Falzstücke von der Hauptmaschine zu der Stapelvorrichtung, Abb.
5 einen Querschnitt durch die Hilfsvorrichtung nach der Linie 5-5 der Abb. i, Abb.
6 in vergrößertem Maßstab Einzelheiten der Bauweise und Wirkungsweise der Leitfläche,
und Abb. 7 einen Schnitt nach der Linie ;-7 der Abb. 6.
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Die Falzwalzen a, a', a" der Hauptfalzmaschine werden durch
die Zahnräder c getrieben und sind in dem Gestell b gelagert und liefern, wie gewöhnlich,
die Falzstücke zu einem Ouerfördertisch d, der sie über #lie Leitfläche cd' zu den
Falzwalzen e, f, h der Hilfsvorrichtung in den Rahmenteilen b' führt. Der
Rahmen b' wird von Säulen P, p' getragen, von denen jede aus zwei ineinander einschraubbaren
Teilen besteht, um so eine genaue Einstellung des Rahmens b' zu dem Hauptgestell
b herbeiführen zu können, Die Hilfsvorrichtung enthält eine vollständige Falzvorrichtung
und eine Abliefervorrichtung. Die Falzvorrichtung wird aus den Falzwalzen
e, f der Falzplatte g und der Falzwalze h gebildet, die zusammen mit der
Falzwalze f den Falz herstellt. Die Abliefervorrichtung wird durch eine Leitplatte
i, ein Paar Ablieferwalzen j, j' und die Stapelvorrichtung k, k' gebildet.
Die Abb. i und 2 zeigen die Hilfsfalzvorrichtung in der Lage, in der sie eine zusätzliche
Falzung ausübt, und die Abliefervorrichtung j, j' in der Lage ist, die Falzstücke
in Empfang zu nehmen und weiterzuliefern, während die Abb. 3 und 4. die Hilfsfalzvorrichtung
außer Wirksamkeit zeigen und die Abliefervorrichtung j, j' in der Lage ist,
in der die Falzstücke unmittelbar von dem Zuführungstisch d durch die Hilfsvorrichtung
ohne Falzung zu der Stapelvorrichtung k, k" laufen.
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Die Falzglatte g und die Walze h können aus ihrer Arbeitslage (Abb.
2), in der sie mit den Falzwalzen e, f zusammenarbeiten, in die unwirksame
Lage der Abb. 4 versetzt werden. Hierzu ist die Falzplatte g in einer Führung g'
einstellbar, die an dem Rahmen b' sitzt und schräg nach oben führt, -so daß
durch Zurückziehen der Falzplatte g in der Führung g' sie in eine von den Falzwalzen
f, h verhältnismäßig entfernte Stellung gelangt. Die Walze h (Abb. 4) ist in Schwingarmen
h' gelagert, mittels deren sie leicht in und außer Berührung mit der Falzwalze f
geschwungen werden kann. In ihrer Arbeitsstellung (Abb. i und 2) wird die Falzwalze
h durch eine - Sperrung h3 mit einem Sperrstift h4 unter durch eine Schraube h5
einstellbarer Federwirkung gehalten. In ihrer unwirksamen Stellung (Abb. ,4) wird
die Falzwalze h durch Sperrnasen h'- an den Schwing armen h' gehalten.
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Wenn die Teile g, h der Hilfsfalzvorrichtung auf diese Art umwirksam
gemacht sind, ist Raum für das Einbringen der Ablieferungsvorrichtung an ihren Platz
geschaffen, um die Falzstücke unmittelbar zu den Ablieferwalzen j, j' zu bringen.
Um dies zu bewerkstelligen, ist die aus der Leitplatte i und den Ablieferwalzen
j, j' und der Stapelvorrichtung h, h' bestehende Abliefervorrichtung mit
Gleitstücken iz in Gleitbahnen v' so angeordnet, daß durch eine Auf- oder Abbewegung
der Gleitstücke n die ganze Abliefervorrichtung als Ganzes gehoben oder gesenkt
wird. Beim Arbeiten der gesamten Hilfsvorrichtung ist die Abliefervorrichtung i,
j, j', h, k' in
ihrer unteren Lage (Abb. i und 2), wobei die Leitplatte
i so unter den Falzwalzen h und f
liegt, daß sie die aus ihnen hervorkommenden
Falzstücke durch die Ablieferwalzen j, j' zu
dem Fördertisch k' der Stapelvorrichtung
führt. Wenn die Hilfsvorrichtung oben unwirksam gemacht ist (Abb, q), sind die Gleitstücke
n in der Hochlage, so däßdie Leitplatte i über der Laufbahn der Falzstücke (Abb.
3 und 4) steht, welche in der Berührungslinie zwischen den Walzen e und f liegt.
Auf diese Weise beeinflußt die Leitplatte i die Richtung der aus den Falzwalzen
e, f heraustretenden Falzstücke mit ihrer Unterfläche und bringt sie von
der Leitfläche d' unmittelbar zu den Ablieferwalzen j, j' und dem Fördertisch
k' ohne weitere Falzung.
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Da die Abliefervorrichtung ihre werschiedenerf Teile zu einem Ganzen
vereinigt, ist die relative Lage dieser Teile zueinander, nämlich der Leitplatte
i, der Ablieferwalzen j, j' und der Stapelvorrichtung k, k', in jeder
Lage unverändert, wobei die Leitplatte i so angeordnet ist, daß sowohl ihre obere
Fläche als ihre untere Fläche zur Leitung der Falzstücke zu den Ablieferwalzen
j, j' dienen können.
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Das Heben oder Senken der Gleitstücke n und damit der ganzen Abliefervorrichtung
wird durch Daumen L" bewirkt, die an die Rollen na der Gleitstücke n anschlagen.
Die
Daumen 1" sind auf der Welle o befestigt. Die Abb. i und 2 zeigen
die Abliefervorrichtung i, j, j', 1z, k' in ihrer Tieflage gegenüber
der Hochlage der Abb. 3 und .4. Die Hochlage der Abliefervorrichtung wird endgültig
durch eine Sperrung bestimmt, die aus einem Federbolzen o' (Abb. i) in dem Handgriff
der Kurbel i besteht; der Bolzen o' schnappt in eine Rast o" an dem Maschinengestell
ein (Abb. i).
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Um die Leitplatte i. bei ihrer Aufundabbewegung vor Berührung mit
der Falzwalze f zu bewahren, sitzt sie schwingbar auf Zapfen i' (Abb. 5 bis 7),
von denen einer exzentrisch eine Rolle i2 trägt, die bei der Aufundahbewegung der
Leitplatte i. mit einer Profilscheibe i3 in Berührung kommt und dadurch die Leitplatte
i um ihren Drehzapfen i' gegen die Wirkung einer Feder i" schwingt, die auf dem
anderen Zapfen i' der Leitplatte i angebracht ist.
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Um den Treibrädern j= (Abb. i und 3) der an den Gleitstücken n gelagerten
Ablieferwalzen j, j' eine freie Drehbewegung zu ge-@tatten und sie zu befähigen,
in Eingriff mit den neben den Gleitstücken n sitzenden Zahnrädern q und
q' zu gelangen, und zwar bei jeder Stellung der Gleitstücke n, ist die ganze
Stapelvorrichtung k, k' einschließlich der Zahnräder k= in einem Rahmen k
angeordnet, der mit Zapfen k" in den Tragstücken r; L'
drehbar -ist,
von denen das Tragstück L' an dem Gleitstück yz, sitzt. Es kann daher der Rahmen
k um die Zapfen k" in die punktiert gezeichnete Lage der Abb.3 geschwungen
und als Ganzes ausgehoben werden. Hierzu sind die "Zapfen k" in Lagern
r' angeordnet, die an dem äußeren Ende des Tragstücks r sitzen. Ein offener
Schlitz führt von dem Lager in einen Winkel von annähernd 450 weg und gestattet,
die abgeflachten Enden der Zapfen k" in die Lager r' einzuführen und in ihnen
zu sperren, sobald der Rahmen k in seine regelrechte, ein wenig geneigte, in Abb.
3 mit ausgezogenen Linien dargestellte Lage niedergedreht ist. In dieser Lage wird
der Rahmen lz durch Bolzen y-" gesichert, wobei sein Rädergetriebe ebenfalls in
Eingriff mit dem Rädergetriebe der Hilfsvorrichtung (Abb. i und 3) steht.
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Es ist ersichtlich, daß die verschiedenen beschriebenen Anordnungen
die Leistungsfähigkeit von Falzmaschinen außerordentlich steigern und gestatten,
eine Anzahl wichtiger Maßnahmen in einer übersichtlichen und zuverlässigen Weise
auszuführen.