Die Erfindung1 betrifft Backenbrecher zum
Zerkleinern von Kohle, Gestein u. dgl. Der Backenbrecher ist in bekannter Weise mit
einer beweglichen und einer festen Brechplatte versehen. Die bewegliche Brechplatte
wird wie üblich mittels Exzenter angetrieben; im Vergleich zu bisher bekannten ähnlichen
Brechmaschinen, jedoch mit dem Unterschiede, daß das untere Ende der beweglichen
Brechplatte, welches der im wesentlichen feststehenden Gegenbrechplatte am nächsten gelegen ist, mit einer Geschwindigkeit
hin und her bewegt wird, die größer ist als die Geschwindigkeit, mit welcher das
obere Ende der Brechplatte bewegt wird. Das untere Ende der beweglichen Brechplatte
ist auf einer exzentrischen Welle gelagert, während das obere Ende durch eine Schubstange
mit einem zweiten Exzenter gelenkig verbunden ist, derart, daß es gegenüber der
Gegenbrechplatte vor und zurück bewegt wird und dabei zugleich eine kreisförmige Bewegung
ausführen muß.
Auf der Zeichnung stellt
Abb. ι den Backenbrecher von oben gesehen
und Abb. 2 von der Seite gesehen dar; Abb. 3 ist ein Längsschnitt der Maschine;
Abb. 4, 5, 6 und 7 zeigen verschiedene Arbeitsstellungen der beweglichen Brechplatte,
und Abb. 8 veranschaulicht eine besondere Ausführung einer zum Antrieb der. beweglichen
Brechplatte dienenden Schubstange und des zugehörigen Exzenters.
Zwischen zwei gegenseitig versteiften Seitenteilen 10, 12 sind die beiden Brechplatten,
die eine, 18, im wesentlichen fest, die andere, 25, hin und her beweglich gelagert.
Die feste, auf einer Stange 14 sitzende Brechplatte 18 läßt zwei Flächen, eine etwas
gewölbte Fläche 1S und am unteren Ende eine
im wesentlichen ebene Fläche 16 unterscheiden. Letztere endet in einer auswechselbaren
Platte 17. Ungefähr am oberen Ende wird der Brechplatte -18 auf beiden Maschinenseiten
je eine Stange 21 angelenkt. Jede Stange 21 kann in der hier dargestellten Art
und Weise mit einer Feder 22 versehen sein, damit die Brechplatte 18 für gewöhnlich zwar
in einer bestimmten Lage festgehalten wird, bei überaus großen Drücken jedoch in der
Lage ist, etwas nachgeben zu können. Die bewegliche, seitlich mit Wangen 26 versehene
Brechplatte 2 5 trägt die üblichen, verschieden großen Brechzähne 127 und anten
zwei mit Rücksicht auf die unvermeidliche Abnutzung auswechselbare Platte 128. Mit
ihrem unteren, der Brechplatte 18 zunächst gelegenen Ende ist die bewegliche Brechplatte
25 auf einem exzentrischen Teil 29 einer Welle 31 gelagert. Die Oberfläche der be*
weglichen Brechplatte ist aus mehreren Flächen verschieden großer Radien zusammengesetzt.
Die Mittelpunkte der diesen Flächen entsprechenden Kreisbogen sind zum Drehungsmittelpunkt der Welle 31 versetzt. Das
obere Ende der beweglichen Brechplatte 25
ist durch eine Schubstange 39 mit einem auf einer Welle 34 sitzenden Exzenter 38 verbunden.
Die Gesamtanordnung ist nun so getroffen, daß die bewegliche Brechplatte mit ihrem unteren, der Gegenbrechplatte am
nächsten liegenden Ende durch das Exzenter 29 mit einer Geschwindigkeit hin und her bewegt wird, die größer ist als die Geschwindigkeit,
mit welcher das obere Ende der Brechplatte durch die Schubstange 39 und das Exzenter 38 vor und zurück bewegt
wird. Die Folge ist, daß das zwischen den beiden Brechplatten befindliche Gut mehr
durch Wälzung als durch direkten Druck zerkleinert wird. Da der obere Abschnitt 126
von der Mitte des Exzenters 29 weiter entfernt liegt als der untere Abschnitt, auf
welchem die auswechselbaren Platten 128 vorgesehen sind, so folgt, daß die um den
Mittelpunkt des Exzenters 29 gehende, durch die Schubstange 39 bedingte Bewegung am
oberen Brechplattenende größer ist als am " unteren Ende. Zur Zerkleinerung der jeweils obenauf liegenden größten Stücke
dürfte der Größenunterschied in dieser Bewegung der Brechplatte besonders vorteilhaft
sein. Je mehr die Stücke zerkleinert werden, um so weiter wälzen sie sich in dem zwischen
beiden Brechplatten eingeschlossenen Raum nach unten. Der durch das Exzenter 29 bedingte
Hoch- und Rückgang der beweglichen Brechplatte, und zwar speziell des unteren Brechplattenendes, bewirkt, daß das jeweils
unterste, am stärksten zerkleinerte Gut freigegeben wird und ungehindert aus dem
Brecher wandern kann.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Welle 31 in den
Seitenteilen 10, 12 in Lagern 30 gehalten. Die zwischen diesen Lagern 30 meßbare
Länge der Welle 31 ist als Exzenter 29 ausgebildet. Der Durchmesser der eigentlichen
Welle 31 soll größer sein als der des Exzenters 29, damit die ganze Welle seitlich aus
der Maschine durch die Lagerstelle 31 hindurchgezogen
werden kann. Auf dem einen Ende der "Welle 31 ist eine Riemenscheibe 32
o. dgl., auf dem anderen Ende ein Zahnrad 33 befestigt, welches mit einem auf der Welle 34
sitzenden Zahnrade 133 kämmt. In der Mitte zwischen den Lagerstellen der Welle 34
sitzt das Exzenter 38, welches durch die Schubstange 39 mit dem oberen Ende der beweglichen Brechplatte verbunden ist.
Würde man das jeweils gegebene Über- ' Setzungsverhältnis der Zahnräder ändern, so*
würde selbstverständlich auch eine entsprechende Veränderung in den beiden durch
das Exzenter 29 und die Schubstange 39 gegebenen Bewegungen der Brechplatte eintreten.
Die Arbeitsweise und Arbeitsgeschwindigkeit könnte durch Änderung jenes Übersetzungsverhältnisses sonach jederzeit
der Beschaffenheit des zu zerkleinernden Gutes (z. B. Kohle oder Schlacke) angepaßt
werden. Bei verhältnismäßig festen Stoffen werden am besten größere Arbeitsgeschwindigkeiten
vorgesehen, während bei Zerkleinerung weniger fester, leichter und weicher Stoffe entsprechend kleinere Geschwindigkeiten
in der Bewegung der Brechplatte zu verwenden wären. Solange nur die Geschwindigkeiten, nicht aber die Größen
der Bewegungen geändert werden, wird an der Stückgröße des zerkleinerten Gutes im
wesentlichen nicht viel geändert. Man kann natürlich erreichen, daß (das Gut im einen Falle
vielleicht weniger, im anderen Falle wieder mehr oder stärker zerkleinert wird, wenn man die
Größen der Bewegung oder, mit anderen Worten, den Hub der Exzenter ändert.
Abb. 8 stellt eine besondere Ausführung eines Exzenters und einer Schubstange dar.
Die Schubstange 139 ist in der Länge verstellbar. Zwischen dem auf der Welle 134
sitzenden Exzenter und dem Exzenterringe der Schubstange liegt ein exzentrischer Ring
137, durch dessen Verstellung ohne weiteres eine Veränderung der Exzentrizität erzielt
werden könnte. Dasselbe ließe sich allerdings auch mit noch andern Mitteln erreichen.