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Verfahren zum Stumpfschweißen von Rohren aus Blechstreifens auf Ziehbänken.
Beim Stumpfschweißen von Rohren aus Blechstreifen auf Ziehbänken' werden die im
Ofen auf die erforderliche Temperatur gebrachten Streifen mittels der Zange erfaßt
und letztere wird nach Überstreifen des Ziehtrichters mit dem aus dem Ofen @ herausragenden
Ende in den am vorderen Teil der Ziehbank befindlichen Trichberhalter eingelegt,
vor dem beiderseits die Düsenkörper des Schweißgebläses in bekannter Weise angeordnet
sind. Hierzu ist es erforderlich, den Streifenniederhalter, 'der die richtige Höhenlage
des Streifens zu den Düsen gewährleistet und den Funkenfänger, der den Blasraum
oben abschließt, zu heben und nach erfolgtem Einlegen der Zange wieder in die Endstellung
zu senken, worauf dann durch Ankuppehi der Zange an die in Bewegung befindliche
Ziehkette bei gleichzeitiger Einschaltung der Preßluft das Durchziehen des Streifens
durch den Trichter und das Zusammenschweißen seiner Seitenkanten zum Rohre erfolgt.
Zu einem wirtschaftlichen und gefahrlosen Betrieb ist -es, erforderlich, daß während
des Blasens der Raum zwischen den Düsen und dem Trichterhalter, in dem das Blasen
und anschließend daran das Schweißen erfolgt, nach oben geschlossen ist, was durch
den Streifenniederhalter und den Funkenfänger in ihrer Tiefststellung geschieht,
und es erfordert besondere Aufmerksamkeit der diese Einrichtung von verschiedenen
Stellen bedienenden Arbeiter, die einzelnen Arbeitsvorgänge dauernd in richtiger
Folge und rechtzeitig eintreten zu lassen, da andernfalls schlechte Schweißung,
Unfälle durch umhersprühende Funken und sonstige Unzuträglichkeiten entstehen. Erfahrungsgemäß
kommen aber doch oft unrichtige Ausführungen der verschiedenen Arbeitsvorgänge seitens
der Arbeiter vor, die dann stets die vorgenannten Übelstände im Gefolge haben. Auch
auf das genaue und rechtzeitige An- und Abstellen der Preßluft kommt viel an. Bei
den bekannten Verfahren war das Absperrorgan für die Preßluft so angeordnet, da.ß
diese Forderung nicht zu erfüllen war, da die Entfernung vom Speiseorgan für die
Preßluft bis zu den am Ziehbankkopf angeordneten Düsen zu weit war. Außerdem ging
die in diesem Teil der Preßluftrohrleitung noch vorhandene Preßluft nach Fertigstellung
des Rohres verloren. Durch das Verfahren gemäß vorliegender Erfindung sollen nun
die genannten Übelstände abgestellt, außerdem in vorteilhafter Weise Bedienungspersonal
erspart und höchste Leistung bei geringstem Luftverbrauch erzielt werden. Gemäß
dem neuen Verfahren. erfolgt die Ausführung der verschiedenen zu einem Arbeitsgang
gehörigen, in bestmiriiter Reihenfolge nacheinander eintretenden Vorgänge, nämlich
das Schließen des Blasraumes von oben nach Einlegen der Zange durch Senken des Streifenniederhalters
und des Funkenfängers in die Tiefststellung, das Anstellen der Gebläsepreßluft bei
Beginn des Ziehens, ferner das Abstellen der Gebläsepreßluft nach Durchziehen des
Rohres sowie das öffnen des Blasraumes zum neuen Einlegen der Zange durch Heben
von Niederhalter und Funkenfänger in die Höchstlage und daran anschließend wieder
das Schließen des Blasraumes usw., wie zu Beginn des Arbeitsganges, von einer Stelle
aus durch einen Bedienungsmann, dem zwischenzeitlich auch noch andere Verrichtungen
obliegen können. Dabei kann die Ausführung der genannten Vorgänge entweder getrennt
oder durch ein gemeinsames Schaltorgan erfolgen, wobei die Zeitdauer der einzelnen
Vorgänge regelbar ist.
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Auf der Zeichnung ist eine zur Ausübung des neuen Verfahrens dienende
Vorrichtung im Ausführungsbeispiel veranschaulicht.
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Abb. i zeigt den Aufriß und Abb. a den Giundriß.
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Mit a ist der zum Erwärmen der Röhrenstreifen dienende Schweißofen
bezeichnet, vor welchem die quer zur Ofenachse verfahrbare Ziehbank b angeordnet
ist. c ist die Ziehkette und d der Ziehtrichterhalter, während e den Ziehtrichter
und f den Röhrenstreifen bezeichnet. An der Ofenseite der Ziehbank befindet
sich die Blaseinrichtung g und der Streifenniederhalter h sowie Funk enfänger
m. i ist das Speiseorgan zum An-und Abstellen der durch Leitung /t zur Blaseinrichtung
g führenden Preßluft. Streif enniederhalter und Funkenfänger werden mittels eines
Hebels tz bedient. o, o1 bezeichnen die Übertragungsmittel und p ist die Bedienungsvorrichtung
für das Gestänge o. dgl.
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Während bisher zum Einlegen der den Streifen f haltenden und darauf
mit der Ziehkette c zu kuppelnden Zange in den Ziehtrichterbalter d der mit
dem Funkenfänger in regelbar verbundene Streifenniederhalter h von der Stelle
i durch einen besonderen Arbeiter am Hebel n - punktiert dargestellt - gehoben
und
gesenkt wurde, worauf dann das Preßluftgeblä.se g von anderer Stalle, z. B. 2, durch
den Arbeiter, der schon die Bewegung der Ziehbank b quer zum Ofen a bewerkstelligt
und von seinem Stand die Arbeitsvorgänge am besten übersehen kann, an- und abgestellt
wurde, wird nach dem neuen Verfahren auch die ersterwähnte Bewegung durch eine geeignete
Übertragungseinrichtung in die Hand des Arbeiters an der Stelle 2 gelegt, wodurch
außer der Ersparnis des. Mannes an Stelle i durch einmalige richtige Einstellung
der Bedienungsvorrichtung p die Bewegungsfolge richtig erhalten bleibt, so daß dauernd
günstiges und gefahrloses Arbeiten gewährleistet wird, was früher nur bei aufmerksamstein
Zusammenarbeiten der Arbeiter an Stelle i und 2 erreicht werden konnte. Das An-
und Abstellorgan (Speiseorgan) i für die GebläsepreßIuft, das bisher aus betriebstechnischen
Gründen an der Bedienungsstelle 2 aufgestellt war, wodurch sich eine lange Leitung
h ergab, deren Luftinhalt nach Abschluß des Speiseorgans nutzlos austrat und bei
jedem Blasen erst wieder auf Arbeitsdruck angefüllt werden mußte, ist bei dem neuen
Verfahren in nächster Nähe der Blaseinrichtung g aufgestellt und wird gleichfalls
mittels geeigneter Übertragung 0l in festgelegter, dauernd richtiger Bewegungsfolge
von der bisherigen Stelle 2 aus bedient. Hierdurch wird die volle Wirkung des Gebläses
von Anbeginn des Blasens erreicht und der Preßluftverbrauch auf das Notwendigste
beschränkt.
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Die Arbeitsweise verläuft nun bei dem gewählten Beispiel wie folgt.
In der Mittelstellung des Schalthebels p liegt die den noch im Ofen a befindlichen
Streifen f haltende Zange zwischen den Gebläs@edüsen g, die nach oben durch
den Streifenniederhalter k und den Funkenfänger in abgeschlossen sind. Sobald nun
die Zange mit der ständig in Bewegung befindlichen Ziehkette c gekuppelt und dadurch
die Bewegung des Streifens/ nach dem von dem Trichterhalter d gehaltenen Ziehtrichter
e eingeleitet ist, öffnet der Bedienungsmann von seinem Stande 2 aus durch Heben
des Hebels p in die Höchststellung mittels des dadurch angezogenen Gestänges o'
das Speiseorgan i für die Gebläsepreßluft, die nun durch die Verbindungsrohre lt
und die Düsen g beiderseits gegen die zu verschweißenden Kanten des inzwischen aus
dem Ofen a die Gebläsezone durchlaufenden Streifens'/ bläst. Das Schweißen ist im
Gange. Während der Hebeleinwirkung auf das Gestänge o1 bewegt sich das Gestänge
o leer, so daß der Abschluß des Gebläses nach oben und damit die Sicherheit der
in der Nähe befindlichen Personen gegen Funkensprühen gewährleistet bleibt. Nachdem
das Ende des nunmehr geschweißten Rohres den Ziehtrichter e durchlaufen hat, senkt
der Bedienungsmann den Hebel p, wodurch bei zurückgehendem Gestänge o1 das Speiseorgan
i für die Gebläsepreßluft geschlossen wird und nach Überschreitung der Mittelstellung
des Hebels p durch Anziehen des bis dahin leer laufenden Gestänges o das Heben des
Streifenniederhalters k und des Funkenfängers m erfolgt, die in der
Tiefststellung des Hebels p ihre höchste Stellung erreichen und den größten Zwischenraum
zum Einlegen der den nächsten Streifen haltenden, mit Ziehtrichter e versehenen
Zange in den Ziehtrichterhalter d freigeben. Nach erfolgtem Einlegen schließt der
Bedienungsmann durch Heben des Hebels p bei nachgebendem Gestänge o und dadurch
bedingtem Niedergehen des Streifenniederhalters k und Funkenfängers m das
Gebläse nach oben ab, was bei Mittelstellung des Schalthebels p erreicht ist. Während
des Zurückgehens des Gestänges o wird das Gestänge o1 wieder angezogen, wodurch
zuerst der Leergang ausgefahren und bei Weiterbewegung des Schalthebels p bis zur
oberen Endstellung das Speiseorgan i, wie eingangs beschrieben, voll geöffnet wird
usw.
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Die Verbindung der einzelnen Teile der Schweißeinrichtung kann auch
in anderer Weise erfolgen, und sie ist zweckmäßig zur Regelung der zeitlichen Aufeinanderfolge
einstellbar. Die Bewegungen selbst können auch durch Preßluft, Preßwasser oder durch
andere Übertragungsmittel hervorgerufen werden.