DE4433729C2 - Antiblockier-Bremssystem - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Antiblockier-Bremssystem eines
Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei bisher vorgeschlagenen Antiblockier-Bremssystemen wird bei
starkem Bremsen oder ähnlichem, wenn die Räder Gefahr laufen
zu blockieren, der an die Bremszylinder der Räder angelegte
Bremsdruck etwas reduziert und dann wieder etwas erhöht, damit
ein Blockieren der Räder nicht verursacht wird. Das heißt, daß
bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Geschwindigkeitsverhältnis
der Radgeschwindigkeit zur Fahrzeuggeschwindigkeit einen kri
tischen Wert annimmt, welcher ein Blockieren der Räder verur
sachen könnte, der Bremsdruck in den Bremszylindern konstant
gehalten wird. Wenn jedoch das Geschwindigkeitsverhältnis den
kritischen Wert überschreitet, wird der Bremsdruck vermindert
und wenn die Druckverminderung sich einem gewissen Grad nä
hert, wird der Bremsdruck erhöht. Durch Wiederholung dieses
Verminderns und Erhöhens des Bremsdruckes wird der Anti
blockier-Bremsvorgang mit einem erlaubten Schlupf der Räder
ausgeführt.
Um ein unvermeidbares Phänomen zu kompensieren, bei dem die
Radgeschwindigkeit nicht exakt der tatsächlichen Fahrzeugge
schwindigkeit entspricht, während dem Radschlupf auftritt, ist
in der zweiten japanischen Patentveröffentlichung JP 64-63452 A
eine Maßnahme vorgeschlagen worden. Bei dieser Maßnahme sind
Geschwindigkeitssensoren jeweils für die vier Räder vorgesehen
und von den Sensoren ausgegebene Signale werden verarbeitet,
um die Drehgeschwindigkeiten bzw. Drehzahlen der jeweiligen
Räder zu berechnen. Unter Verwendung des Maximalwertes der be
rechneten vier Raddrehzahlen als Referenzraddrehzahl wird eine
geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit abgeleitet. Auf der Basis
der geschätzen Fahrzeuggeschwindigkeit, eines Schlupfmaßes je
den Rades und der Beschleunigung desselben wird der Anti
blockier-Bremsvorgang zum Kompensieren des zuvor genannten
Phänomens ausgeführt.
Die gattungsbildende DE 41 11 515 A1 beschreibt ein Anti
blockier-Bremssystem für ein Fahrzeug. Bei diesem Bremssystem
wird eine geschätzte Fahrgeschwindigkeit auf der Basis der
höchsten der Laufgeschwindigkeiten der Räder berechnet und
diese erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit von einer Aus
wahleinrichtung als endgültige geschätzte Fahrzeuggeschwindig
keit festgelegt, d. h. als Referenzgeschwindigkeit für weitere
Steuervorgänge, wenn diese erste geschätzte Fahrzeuggeschwin
digkeit nicht niedriger als ein vorbestimmter Wert ist. Des
weiteren wird, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindig
keit niedriger als der vorbestimmte Wert ist, eine zweite ge
schätzte Fahrzeuggeschwindigkeit, die auf der Basis einer an
deren Raddrehzahl als die für die erste geschätzte Fahrzeugge
schwindigkeit berechnet wird, als endgültige geschätzte Fahr
zeuggeschwindigkeit festgelegt, d. h. als Referenzgeschwindig
keit.
Aus der DE 38 41 957 A1 ist ein Antiblockier-Regelsystem be
kannt, welches die Drehzahl des zweitschnellsten Rades als Re
ferenzdrehzahl auswählt und als Basis für eine geschätzte
Fahrzeuggeschwindigkeit nimmt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Antiblockier-
Bremssystem der eingangs genannten Art zu schaffen, welches
mit einfachem Aufbau und einfacher, kostengünstiger Herstell
barkeit eine hervorragende Antiblockier-Bremswirkung selbst
unter der Bedingung erreicht, daß eine Schwingung eines gefe
derten Fahrzeugbereichs und diejenige eines nicht gefederten
Bereichs dazu neigt, eine unerwünschte Resonanz beim Bremsen
hervorzurufen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombination
des Hauptanspruchs gelöst; die Unteransprüche zeigen weitere
vorteilhafte Ausgestaltungsformen der Erfindung.
Nachfolgend werden weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile
der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 ein Blockdiagramm eines erfindungsgemäßen Anti
blockier-Bremssystems, welches bei einem Kraftfahr
zeug mit zwei Vorderrädern und zwei Hinterrädern zum
Einsatz kommt;
Fig. 2 einen von vier identischen Bremsdruckkreisen, der in
dem erfindungsgemäßen Antiblockier-Bremssystem in
stalliert ist;
Fig. 3 einen Graph zur Darstellung der Beziehung zwischen
der Referenzdrehzahl, einer geschätzten Fahrzeugge
schwindigkeit und der tatsächlichen Fahrzeuggeschwin
digkeit bezüglich der abgelaufenen Zeit;
Fig. 4 ein Flußdiagramm zur Erläuterung der programmierten
Ablaufschritte, welche in einem Computer ausgeführt
werden, der bei dem erfindungsgemäßen Antiblockier-
Bremssystem verwendet werden kann;
Fig. 5 ein Flußdiagramm zur Erläuterung eines Details eines
der Verfahrensschritte des Flußdiagramms gemäß Fig.
4;
Fig. 6 einen Graph zur Darstellung der Beziehung zwischen
Geschwindigkeiten der Vorderräder, der geschätzten
Fahrzeuggeschwindigkeit und der tatsächlichen Fahr
zeuggeschwindigkeit; und
Fig. 7 einen Fig. 6 ähnlichen Graph zur Verdeutlichung des
Falles gemäß dem Vorschlag der zuvor erwähnten zwei
ten japanischen Patentveröffentlichung.
Gemäß Fig. 1 ist schematisch vereinfacht ein erfindungsge
mäßes Antiblockier-Bremssystem dargestellt, welches bei
einem Kraftfahrzeug mit einem rechten Vorderrad 1A, einem
linken Vorderrad 2A, einem rechten Hinterrad 3A und einem
linken Hinterrad 4A verwendet wird. Durch die Bezugsziffern
1, 2, 3 und 4 werden Radgeschwindigkeitssensoren darge
stellt, die jeweils Signale (Impulssignale) erzeugen, die
die Radgeschwindigkeit bzw. Drehzahl des jeweiligen Rades
repräsentieren.
Wie sich aus Fig. 2 ergibt, sind die Räder 1A, 2A, 3A und 4A
jeweils mit Bremszylindern 5 versehen, welche durch entspre
chende Haupt-Bremsflüssigkeitsleitungen 7 mit einem gemein
samen Hauptzylinder (Bremszylinder) 6 verbunden sind. Somit
werden vier identische Bremsflüssigkeitskreise für die Räder
1A, 2A, 3A und 4A geschaffen, von denen jeder den Bremszy
linder 5 und die Haupt-Bremsflüssigkeitsleitung 7 aufweist.
Wenn ein in den Figur nicht näher dargestelltes Bremspedal
herabgedrückt wird, erzeugt der Hauptzylinder 6 einen gewis
sen Bremsdruck in jeder Haupt-Bremsflüssigkeitsleitung 7.
Vier Betätigungseinheiten 8 sind für die vier identischen
Bremsflüssigkeitskreise jeweils vorgesehen, welche in die
Haupt-Bremsflüssigkeitsleitungen 7 der Bremskreise inte
griert sind und von einer gemeinsamen Steuer- bzw. Regelein
heit 9 (nachfolgend Regeleinheit genannt) gesteuert bzw.
geregelt werden. Die Regeleinheit 9 empfängt Signale, die
von den Radgeschwindigkeitssensoren 1, 2, 3 und 4 erzeugt
werden (sh. Fig. 1).
Jede Betätigungseinheit 8 weist ein elektromagnetisches
Schaltorgan (Schaltventil) 10, welches drei Stellungen "A",
"B" und "C" zum selektiven Halten, Vermindern bzw. Erhöhen
des Bremsdruckes im Bremszylinder 5 hat, einen Speichertank
11, welcher zum Speichern der Bremsflüssigkeit (Bremsfluid)
aus der Haupt-Bremsflüssigkeitsleitung 7 (genauer gesagt aus
den Bremszylindern 5) dient, wenn das Schaltventil 10 die
Position "B" einnimmt, um den Druck im Bremszylinder 5 zu
vermindern, und eine Fluidpumpe bzw. Flüssigkeitspumpe 12
auf, welche dazu dient, Bremsdruck aus dem Speichertank 11
zur Haupt-Bremsflüssigkeitsleitung 7 zu leiten, wenn das
Schaltventil 10 die Position "C" einnimmt, um den Druck im
Bremszylinder 5 zu erhöhen.
Das Schaltventil 10 ist mit der Regeleinheit 9 verbunden und
wird von dieser so geregelt bzw. gesteuert, wie sich das aus
dem Flußdiagramm der Fig. 4 ergibt.
Wie dieses Flußdiagramm zeigt, wird beim Bremsen die Daten
verarbeitung im Computer initialisiert und beim Schritt S1
wird die Drehzahl jeden Rades 1A, 2A, 3A oder 4A aus dem von
dem Radgeschwindigkeitssensor 1, 2, 3 oder 4 erzeugten
Signal abgeleitet. Auf der Basis der so abgeleiteten Dreh
zahl wird ferner die Beschleunigung jeden Rades 1A, 2A, 3A
oder 4A abgeleitet.
Dann wird im Schritt S2 eine Referenzradgeschwindigkeit aus
den abgeleiteten vier Radgeschwindigkeiten ausgewählt, wie
dies nachfolgend im Detail beschrieben wird.
Nach der Auswahl der Referenzradgeschwindigkeit bzw. -dreh
zahl geht der Verfahrensablauf zum Schritt S3. In diesem
Schritt wird eine geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit "Vi"
(welche in den Ansprüchen als eine zweite geschätzte Fahr
zeuggeschwindigkeit bezeichnet wird) durch Benutzung der
folgenden Formel berechnet:
Vi = V0 - K1 (1)
worin:
V0: die Referenzraddrehzahl zu dem Zeitpunkt, zu dem der Bremsvorgang beginnt (d. h., sich die Raddrehzahl am Punkt "a" des Graphen der Fig. 3 befindet), und
K1: ein Geschwindigkeitsreduktionsfaktor des jeweiligen Fahrzeuges, der durch das verwendete Bremssystem bestimmt wird, ist.
V0: die Referenzraddrehzahl zu dem Zeitpunkt, zu dem der Bremsvorgang beginnt (d. h., sich die Raddrehzahl am Punkt "a" des Graphen der Fig. 3 befindet), und
K1: ein Geschwindigkeitsreduktionsfaktor des jeweiligen Fahrzeuges, der durch das verwendete Bremssystem bestimmt wird, ist.
Die Beschleunigung "Vk" des Rades 1A, 2A, 3A bzw. 4A, dessen
Geschwindigkeit bzw. Drehzahl als Referenzraddrehzahl
gewählt worden ist, wird gemäß folgender Gleichung
berechnet:
Vk = (V0 - Vp)/t (2)
worin:
Vp: der Extremwert der Referenzraddrehzahl ist (d. h. die Raddrehzahl am Punkt "b" des Graphen der Fig. 3).
Vp: der Extremwert der Referenzraddrehzahl ist (d. h. die Raddrehzahl am Punkt "b" des Graphen der Fig. 3).
Dann wird im Schritt S4 auf der Basis der geschätzten Fahr
zeuggeschwindigkeit "Vi" und der Drehzahl jedes Rades 1A,
2A, 3A oder 4A, ein Schlupfmaß jeden Rades berechnet.
Dann wird im Schritt S5 ein kritisches Schlupfmaß aus einem
gespeicherten Datenplan ermittelt, bei welchem die Reibung
zwischen dem jeweiligen Rad und der Straße bezüglich des
Schlupfes des Rades kritisch ist.
Dann werden im Schritt S6 das im Schritt S4 ermittelte
Schlupfmaß und das kritische Schlupfmaß, das im Schritt S5
bestimmt wurde, verglichen. Wenn das Schlupfmaß größer als
das kritische Schlupfmaß ist, geht der Programmablauf zum
Schritt S8, um den Bremsdruck zu vermindern. Das heißt, daß
durch das Befehlssignal aus der Regeleinheit 9 das Schalt
ventil 10 die Stellung "B" einnimmt, in der der Bremszylin
der 5 mit den Speichertank 11 verbunden wird, während er vom
Hauptzylinder 6 getrennt wird. Wenn demgegenüber im Schritt
6 das Schlupfmaß kleiner als das kritische Schlupfmaß ist,
geht der Programmablauf zum Schritt S7. Bei diesem Schritt
S7 werden die Beschleunigung jedes Rades, die im Schritt S6
abgeleitet wird, und ein gegebenes bestimmtes Niveau auf der
Basis der Beschleunigung "Vk", die im Schritt S3 abgeleitet
wurde, verglichen.
Wenn die Beschleunigung kleiner als das gegebene Niveau ist,
geht der Programmablauf zum Schritt S9, um den Bremsdruck
aufrecht zu erhalten. Das heißt, daß bei dieser Bedingung
das Schlupfmaß nicht groß ist (was bedeutet, daß die Bloc
kiertendenz des Rades klein ist) und daß die Beschleunigung
des Rades klein (oder negativ) ist, und so das Rad stoppen
wird. Unter dieser Bedingung nimmt das Schaltventil 10 durch
Empfang des Befehlssignals von der Regeleinheit 9 die Posi
tion "A" ein, in der der Bremszylinder 5 sowohl vom Haupt
zylinder 6 als auch vom Speichertank 11 getrennt wird. Wenn
demgegenüber im Schritt S7 die Beschleunigung größer als das
gegebene Niveau ist, geht der Programmablauf zum Schritt
S10, um den Bremsdruck zu erhöhen. Das heißt, daß unter die
ser Bedingung das Schlupfmaß nicht groß ist und die Raddreh
zahl sich erhöhen wird, und daher die Radbeschleunigung groß
(oder positiv) ist. In diesem Zustand nimmt das Schaltventil
10 durch Empfang des Befehlssignals von der Regeleinheit 9
die Stellung "C" ein, in der der Bremszylinder 5 mit dem
Hauptzylinder 6 in Verbindung steht, während er vom Spei
chertank 11 getrennt wird. Wenn das Schaltventil 10 diese
Position "C" einnimmt, wird die Fluidpumpe 12 betrieben,
wodurch der Bremsdruck im Bremszylinder 5 erhöht wird.
Wenn jeder von den Arbeitsschritten S8, S9 oder S10 vollen
det ist, geht der Programmablauf zum Schritt S11. In diesem
Schritt wird eine Beurteilung ausgeführt, ob 5 ms (fünf
Millisekunden) abgelaufen sind oder nicht. Falls dies der
Fall ist, d. h. wenn 5 ms abgelaufen sind, kehrt der Pro
grammablauf zum Schritt S1 zurück. Somit wird die zuvor
erläuterte programmierte Operation alle 5 ms ausgeführt.
Gemäß vorliegender Erfindung werden folgende Operations
schritte zum Auswählen der Referenzraddrehzahl (Schritt S2)
ausgeführt, welche im Flußdiagramm der Fig. 5 dargestellt
sind.
Im Schritt S21 wird der Maximalwert der Drehzahlen der vier
Räder, die im Schritt S1 ermittelt werden, ausgewählt. Dann
wird im Schritt S22 auf der Basis der ausgewählten maximalen
Raddrehzahl eine tendenzielle geschätzte Fahrzeuggeschwin
digkeit (auf welche in den Ansprüchen als erste geschätzte
Fahrzeuggeschwindigkeit Bezug genommen wird) berechnet, wo
bei die zuvor erläuterte Gleichung (1) benutzt wird. Dann
wird im Schritt S23 die tendenzielle geschätzte so abgelei
tete Fahrzeuggeschwindigkeit mit einem vorbestimmten Wert
verglichen, beispielsweise 20 km/h. Es ist zu erwähnen, daß
die Geschwindigkeit von 20 km/h die maximale (oder
kritische) Geschwindigkeit ist, bei welcher beim Bremsen
unerwünschte Resonanzerscheinungen zwischen einer Schwingung
des gefederten Bereiches (d. h. der Fahrzeugkarosserie) und
einem nicht gefederten Bereich (d. h. den Fahrzeugrädern)
aufzutreten neigen. Daher ist der vorbestimmte Wert gleich
oder kleiner als 20 km/h.
Wenn im Schritt S23 die tendenzielle bzw. vorläufige
geschätzte Radgeschwindigkeit höher oder gleich dem Wert von
20 km/h ist, geht der Programmablauf zum Schritt S24. In
diesem Schritt wird die maximale Raddrehzahl, die im Schritt
S21 ausgewählt wurde, als die Referenzraddrehzahl bestimmt.
Wenn die geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit demgegenüber
niedriger als 20 km/h ist, geht der Programmablauf zum
Schritt S25. In diesem Schritt wird die dritthöchste der
vier Drehzahlen der Räder 1A, 2A, 3A bzw. 4A, die im Schritt
S1 abgeleitet wurden, als die Referenzraddrehzahl bestimmt.
Wenn einer der Schritte S24 bzw. S25 ausgeführt wird, geht
der Programmablauf zum Schritt S26. In diesem Schritt wird
eine Geräuschfilterung ausgeführt.
Dann wird die Referenzraddrehzahl, die so in den Schritten
S24 oder S25 bestimmt worden ist, zum Berechnen der
geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit im Schritt S3 benutzt.
Wie sich aus der vorangehenden Beschreibung ergibt, wird
gemäß vorliegender Erfindung, wenn beim Bremsen das Kraft
fahrzeug in einen Zustand übergeht, in dem eine unerwünschte
Resonanz zwischen der Schwingung des gefederte Bereiches und
derjenigen des nicht gefederten Bereiches des Fahrzeugs auf
zutreten neigt, die gewählte Raddrehzahl zum Ableiten der
geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit "Vi" vom höchsten Wert
zum dritthöchsten Wert der vier Raddrehzahlen geändert.
Im Falle eines Fahrzeuges mit zwei Vorderrädern und zwei
Hinterrädern ist die dritthöchste Raddrehzahl der vier Räder
die Raddrehzahl, die eines der beiden Hinterräder beim Brem
sen annimmt.
Wie sich aus dem Graphen der Fig. 6 ergibt, zeigen die
Hinterräder eine Drehzahl, die zum Ableiten der geschätzten
Fahrzeuggeschwindigkeit "Vi" geeignet ist, die sich sehr der
tatsächlichen Fahrzeuggeschwindigkeit annähert. Wenn, wie in
Fig. 7 dargestellt, die Maßnahme vorliegender Erfindung beim
Bremsen nicht praktisch angewendet wird, wird die Drehzahl
der Vorderräder zum Ableiten der geschätzten Fahrzeugge
schwindigkeit benutzt. Wie sich jedoch aus dem Graph ergibt,
unterscheidet sich die so geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit
sehr stark von der tatsächlichen Fahrzeuggeschwindigkeit.
Wenn ferner beim Bremsen die antreibenden Räder durchdrehen,
wird die dritthöchste der vier Raddrehzahlen die Raddreh
zahl, welche von einem der nicht antreibenden Räder angege
ben wird. Daher kann die geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit
"Vi" einen Wert angeben, der wesentlich näher an der tat
sächlichen Fahrzeuggeschwindigkeit liegt.
Obwohl sich die vorangehende Beschreibung auf ein Fahrzeug
bezieht, das zwei Vorderräder und zwei Hinterräder aufweist,
kann vorliegende Erfindung auch bei einem anderen Typ von
Kraftfahrzeug verwendet werden, solange wie es zumindestens
drei Räder aufweist.
Obwohl ferner vorangehende Beschreibung den Maximalwert der
Raddrehzahlen der vier Räder im Schritt S21 zum Ableiten der
tendenziellen bzw. vorläufigen geschätzten Fahrzeuggeschwin
digkeit auswählt, kann auch eine andere der Raddrehzahlen
gemäß den Prinzipien vorliegender Erfindung ausgewählt
werden. In diesem Falle ist die Referenzraddrehzahl, die im
Schritt S24 erhalten wird, somit die Raddrehzahl, die im
Schritt S21 ausgewählt wird.
Obwohl sich vorangehende Beschreibung auf ein Antiblockier-
Bremssystem bezieht, ist das Konzept vorliegender Erfindung
auch in vielen anderen Bereichen anwendbar, solange in
diesen Bereichen eine Technik verwendet wird, bei welcher
die Fahrzeuggeschwindigkeit auf der Grundlage der Raddreh
zahlen geschätzt wird.
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen:
Ein Antiblockier-Bremssystem eines Kraftfahrzeuges weist wenigstens drei Räder (1A, 2A, 3A, 4A) auf. Das System weist jeweils den Rädern zugeordnete hydraulische Betätigungsein heiten (8) auf. Jede Betätigungseinheit (8) legt beim Bremsen einen Bremsdruck an einen Bremszylinder (5) des entsprechenden Rades an. Eine Steuer- bzw. Regelvorrichtung (9) steuert die Höhe des Bremsdruckes und weist Radgeschwin digkeits- bzw. Raddrehzahlsensoren (1, 2, 3, 4) zum Erzeugen von Signalen (Impulssignalen) auf, die die jeweiligen Dreh zahlen der Räder repräsentieren. Ferner weist die Steuer-/ Regelvorrichtung (9) eine erste Vorrichtung zum Ableiten der jeweiligen Drehzahlen der Räder aus den Signalen, eine zwei te Einrichtung zum Ableiten einer ersten Fahrzeuggeschwin digkeit auf der Basis des Maximalwertes der jeweiligen Dreh zahlen und eine dritte Einrichtung auf, die die maximale Drehzahl als Referenzdrehzahl bestimmt bzw. festlegt, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit höher als ein vorbestimmter Wert ist, und zum Bestimmen bzw. Festlegen der dritthöchsten der jeweiligen Drehzahlen als Referenzdreh zahl, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger als der vorbestimmte Wert ist. Eine vierte Vor richtung ist zum Ableiten einer zweiten geschätzten Fahr zeuggeschwindigkeit auf der Basis der Referenzdrehzahl vor gesehen. Vorzugsweise ist eine fünfte Vorrichtung zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes entsprechend der zweiten geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit und der Drehzahl des Rades vorgesehen.
Ein Antiblockier-Bremssystem eines Kraftfahrzeuges weist wenigstens drei Räder (1A, 2A, 3A, 4A) auf. Das System weist jeweils den Rädern zugeordnete hydraulische Betätigungsein heiten (8) auf. Jede Betätigungseinheit (8) legt beim Bremsen einen Bremsdruck an einen Bremszylinder (5) des entsprechenden Rades an. Eine Steuer- bzw. Regelvorrichtung (9) steuert die Höhe des Bremsdruckes und weist Radgeschwin digkeits- bzw. Raddrehzahlsensoren (1, 2, 3, 4) zum Erzeugen von Signalen (Impulssignalen) auf, die die jeweiligen Dreh zahlen der Räder repräsentieren. Ferner weist die Steuer-/ Regelvorrichtung (9) eine erste Vorrichtung zum Ableiten der jeweiligen Drehzahlen der Räder aus den Signalen, eine zwei te Einrichtung zum Ableiten einer ersten Fahrzeuggeschwin digkeit auf der Basis des Maximalwertes der jeweiligen Dreh zahlen und eine dritte Einrichtung auf, die die maximale Drehzahl als Referenzdrehzahl bestimmt bzw. festlegt, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit höher als ein vorbestimmter Wert ist, und zum Bestimmen bzw. Festlegen der dritthöchsten der jeweiligen Drehzahlen als Referenzdreh zahl, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger als der vorbestimmte Wert ist. Eine vierte Vor richtung ist zum Ableiten einer zweiten geschätzten Fahr zeuggeschwindigkeit auf der Basis der Referenzdrehzahl vor gesehen. Vorzugsweise ist eine fünfte Vorrichtung zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes entsprechend der zweiten geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit und der Drehzahl des Rades vorgesehen.
Claims (3)
1. Antiblockier-Bremssystem eines Kraftfahrzeuges mit wenig
stens drei Rädern (1A, 2A, 3A, 4A)
mit hydraulischen Betätigungseinheiten (8) für die Räder, wobei jede Betätigungseinheit (8) beim Bremsen einen Bremsdruck an einen Bremszylinder (5) des zugeordneten Rades anlegt; und
mit einer Steuer-/Regeleinrichtung (9) zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes, wobei die Steuer-/Re geleinrichtung folgende Teile aufweist:
Raddrehzahlsensoren (1, 2, 3, 4) zum Erzeugen von Signalen, die die jeweilige Drehzahl des Rades darstel len;
eine Einrichtung zum Ermitteln der jeweiligen Drehzah len der Räder aus den Signalen;
eine Einrichtung zum Ermitteln einer ersten geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit auf der Basis des Maximalwertes einer der jeweiligen Drehzahlen;
eine Einrichtung zum Bestimmen der maximalen Drehzahl als Referenzdrehzahl, wenn die erste geschätzte Fahr zeuggeschwindigkeit höher ist als ein vorgegebener Wert;
eine Einrichtung zum Ermitteln einer zweiten geschätz ten Fahrzeuggeschwindigkeit auf der Basis der Referenz drehzahl; und
eine Einrichtung zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes entsprechend der zweiten geschätzten Fahr zeuggeschwindigkeit und der Drehzahl des Rades;
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bestimmungseinrichtung die dritthöchste der jeweiligen Drehzahlen als Referenzdrehzahl bestimmt, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger als der vorbestimmte Wert ist; und
daß der vorbestimmte Wert die Maximal- oder kritische Geschwindigkeit des Fahrzeuges angibt, bei welcher eine unerwünschte Resonanz zwischen einer Schwingung eines aufgehängten bzw. gefederten Bereiches des Fahrzeuges und derjenigen eines nicht aufgehängten bzw. ungefeder ten Bereiches desselben beim Bremsen aufzutreten neigt.
mit hydraulischen Betätigungseinheiten (8) für die Räder, wobei jede Betätigungseinheit (8) beim Bremsen einen Bremsdruck an einen Bremszylinder (5) des zugeordneten Rades anlegt; und
mit einer Steuer-/Regeleinrichtung (9) zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes, wobei die Steuer-/Re geleinrichtung folgende Teile aufweist:
Raddrehzahlsensoren (1, 2, 3, 4) zum Erzeugen von Signalen, die die jeweilige Drehzahl des Rades darstel len;
eine Einrichtung zum Ermitteln der jeweiligen Drehzah len der Räder aus den Signalen;
eine Einrichtung zum Ermitteln einer ersten geschätzten Fahrzeuggeschwindigkeit auf der Basis des Maximalwertes einer der jeweiligen Drehzahlen;
eine Einrichtung zum Bestimmen der maximalen Drehzahl als Referenzdrehzahl, wenn die erste geschätzte Fahr zeuggeschwindigkeit höher ist als ein vorgegebener Wert;
eine Einrichtung zum Ermitteln einer zweiten geschätz ten Fahrzeuggeschwindigkeit auf der Basis der Referenz drehzahl; und
eine Einrichtung zum Steuern bzw. Regeln der Höhe des Bremsdruckes entsprechend der zweiten geschätzten Fahr zeuggeschwindigkeit und der Drehzahl des Rades;
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bestimmungseinrichtung die dritthöchste der jeweiligen Drehzahlen als Referenzdrehzahl bestimmt, wenn die erste geschätzte Fahrzeuggeschwindigkeit niedriger als der vorbestimmte Wert ist; und
daß der vorbestimmte Wert die Maximal- oder kritische Geschwindigkeit des Fahrzeuges angibt, bei welcher eine unerwünschte Resonanz zwischen einer Schwingung eines aufgehängten bzw. gefederten Bereiches des Fahrzeuges und derjenigen eines nicht aufgehängten bzw. ungefeder ten Bereiches desselben beim Bremsen aufzutreten neigt.
2. Antiblockier-Bremssystem nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der vorbestimmte Wert kleiner als 20 km/h ist.
3. Antiblockier-Bremssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet durch eine Einrichtung, welche eine
Geräuschfilterung ausführt, wenn die Bestimmung der
Referenzdrehzahl ausgeführt worden ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP25744793A JP3424965B2 (ja) | 1993-09-22 | 1993-09-22 | アンチスキッド制御装置 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4433729A1 DE4433729A1 (de) | 1995-03-30 |
| DE4433729C2 true DE4433729C2 (de) | 2003-04-24 |
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ID=17306479
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4433729A Expired - Lifetime DE4433729C2 (de) | 1993-09-22 | 1994-09-21 | Antiblockier-Bremssystem |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
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| JP (1) | JP3424965B2 (de) |
| DE (1) | DE4433729C2 (de) |
Families Citing this family (11)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE19522135A1 (de) * | 1995-06-19 | 1997-01-02 | Bosch Gmbh Robert | Antiblockierregelsystem |
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