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Vorrichtung für Zielübungen. Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung
für Zielübungen. Die Vorrichtung besteht darin, daß durch einen Projektionsapparat
ein Licht- oder Schattenbild oder ein Lichtfleck geworfen wird, nach welchem mittels
eines Zielinstrumentes zu zielen ist und auf welchem der Treuer dadurch erkennbar
wird, daß finit der Bewegung des Schußabzughebels ein Kennzeichen innerhalb des
Projektionsapparates, z. B. auf dem zu projizierenden Gegenstand, hervorgerufen
und im Lichtbilde sichtbar gemacht wird. Eine Zielvorrichtung, etwa in gewehrähnlicher
oder sonstigetn Schießgerät ähnlicher Form, ist zu diesem Zwecke mit einem Projektionsapparat
beweglich so verbunden, daß Bewegungsteile der Zielvorrichtung in den Projektionsapparat
direkt oder indirekt einwirken können.
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Die Zeichnung gibt in den Abb. r und 3 zwei Ausführungsbeispiele in
schematischer Darstellung. Das Zielinstrument E ist bei f mit dem Projektionsapparat
verbunden. An-
Matt der Spitzenlagerung kann auch ein kardanisches
Gelenk oder ein Kugelgelenk o. dgl. als allseitig bewegliche Lagerung dienen. Der
Projektionsapparat kann in bekannter Ausführungsform hergestellt sein, mit Lampe
a, Sammellinse b und Objektivlinse d (die vielfach üblichen Doppellinsen sind hier
als einfache Linsen gezeichnet), er kann aber auch in sonstiger Ausführungsart bestehen,
soweit solche geeignet ist, einen Lichtfleck auf eine Fläche zu werfen oder einen
Gegenstand auf einer Fläche darzustellen. In den Abb. i und 3 ist ein durchsichtiges
Bild, z. B. ein Glasbild c angeordnet, welches das auf eine Fläche zu werfende Bild
einer Scheibe der Abb. 2 darstellen möge. In Abb. i befindet sich an dem Zielinstrument
E eine Röhre h, die in den Projektionsapparat eingreift und mittels welcher auf
einer vor dem Glasbild c liegenden Glasscheibe g durch Bewegen des Abzuges ein Fleck
hervorgerufen wird. Die Röhre 1a macht in dem Raume der Glasscheibe g jede der Zielbewegungen
von Ein genau gleicher Richtung mit. Infolgedessen wird beim Bewegen des Abzuges
die Fleckmarkierung auf der Glasscheibe g genau in der zu dieser Zeit statthabenden
Zielrichtung des Gewehres erfolgen. Das Röhrchen 1a kann den Fleck auf der Glasscheibe
entweder durch beim Abziehen des Abzuges bewegten Bolzen oder durch herausgeschleudertes
Kügelchen oder herausgespritzten Flüssigkeitstropfen o. dgl. hervorrufen. Sobald
der Fleck vor dem Glasbild c liegt, erscheint auf dem Lichtbilde der Abb.2 ein Punkt.
Wenn der Projektionsapparat in der Ausführungsform der Abb, i angeordnet ist, bei
welcher sich die Lichtstrahlen in der Objektivlinse d kreuzen, so muß das Glasbild
c im Projektionsapparat bekanntlich in umgekehrter Stellung zum Lichtbild liegen.
Würde demnach in der Anordnung der Abb. i der Markierungsfleck direkt auf das Glasbild
c gedrückt, so würde dieser Fleck auf dem Lichtbilde in genau entgegengesetzter
Lage der Zielrichtung erscheinen, d. h. wenn die Ziellinie des Gewehres auf den
Punkt i. der in Abb. 2 projizierten Lichtbildscheibe gerichtet wäre, so würde bei
Abziehen des Abzuges an der Stelle il ein Fleck erscheinen. Es ist jedoch die Glasscheibe
g so angeordnet, daß sie sich nach Abziehen des Abzuges, d. h. nachdem der Fleck
auf g markiert ist, durch eine hier nicht mitgezeichnete Vorrichtung um ißo° selbsttätig
dreht oder auch von Hand um i 8o0 gedreht werden kann. Damit liegt der Fleck vor
dem Glasbild sodann an derjenigen Stelle, die dem gezielten Punkte i: des Lichtbildes
entspricht.
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Während in Abb. i die Markierungsvorrichtung auf der gleichen Seite
des Drehpunktes fliegt, auf welcher Seite sich die Zielrichtung befindet, so daß
das Röhrchen h mit E die gleichen Bewegungen ausführt, befindet sich in Abb. 3 die
Markierungsvorrichtung auf der der Zielrichtung entgegengesetzten Seite des Drehpunktes
f. Da nunmehr der Hebelarm E, jede Bewegung von E in umgekehrter Richtung mitmacht,
so kann jetzt die Markierung direkt auf dem Glasbilde c erfolgen. Die Glasscheibe
g ist dann nur angeordnet, um die Markierungsflecke ohne Beschädigung des Glasbildes
später leicht wieder entfernen zu können. Nach Einnahme der Zielrichtung wird durch
Abziehen des Abzuges z die Stange k, die mit einem Färbepfropfen s
versehen ist, gegen die Glasscheibe ä geschnellt, dort einen Fleck hinterlassend
und sich sofort wieder zurücklegend. Der. Abzug z zieht durch Klinke p den Hebel
zi an, der mit Zahnradsegment die um den Drehpunkt in drehbare Stange
k herunterreißt. Mit Beendigung der Abzugbewegung drückt der Gegenarm der
Klinke p gegen die Fläche q, dadurch löst die Klinke sich von n ab und die
Stange k schnellt durch Federkraft wieder hoch, wodurch der Hebel ia durch
das Zahnradsegment ebenfalls wieder zurückgelegt wird. Mit der Freigabe des Abzuges
z federt auch dieser zurück, und die Klinke p legt sich wieder über za. Es erscheint
also beim Schießen, d. h. beim Abziehen des Abzuges, auf dem von dem Projektionsapparat
geworfenen Lichtbild in der Ziellinie ein dunkler Fleck, der aussieht, als wenn
dort ein Projektil aufgeschlagen wäre, und der auch - ebenso wie beim wirklichen
Schießen - bestehen bleibt, wenn die Schießbewegung vollendet ist. Der Markierungspfropfen
s liegt in der Ruhestellung gegen ein Farbkissen r an.
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Soll der Treffpunktmarkierungsfleck eine Zeitlang bestehen bleiben,
ohne daß die Glasscheibe oder das Glasbild gefärbt wird, so kann unter Wegfall der
Klinkenabstreiffläche q der Abzug in der abgezogenen Stellung durch eine besondere
zweite Klinke oder auch durch einen Elektromagneten festgehalten werden, so daß
der Pfropfen s eine Zeitlang an dem Glasbild anliegen bleibt, wodurch ebenfalls
auf dem Lichtbild der Treffpunkt angezeigt wird. In diesem Falle muß jedoch zugleich
mit dem Abschuß auch die Zielvorrichtung E festgeklemmt werden, weil sonst der Treffpunkt
auf dem Lichtbilde mit den weiteren Bewegungen des Gewehres wandern würde. Eine
solche Festklemmungsv orrichtung kann z. B. darin bestehen, daß die bewegliche Lagerung
f ein Kugelgelenk bildet, dessen Lagerschalen im Augenblick des Abzuges durch einen
Elektromagneten zusammengedrückt werden. Anstatt in einem
Färbepfropfen
's kann man die Stange k dann natürlich auch in einer anderen Form, etwa ii . derjenigen
eines Pfeiles oder einer hinweisenden Hand o. dgl., endigen lassen. Es könnte für
Anfänger in dem Erlernen des Zielens eine Erleichterung bedeuten, wenn während des
Zielens an einem wandernden Fleck auf der Leinewand jede unsichere Bewegung des
Schützen erkennbar ist, was durch eine zeitweilige Außerbetriebsetzung der Fläche
q gegeben wäre.
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Wenn die Stange k mit dem Pfropfens in der Nähe der Linse d liegen
würde, so ist sie wegen der größeren Entfernung von dem Glasbilde auf dem Lichtbilde
nicht mehr sichtbar, auch wenn sie innerhalb der Lichtstrahlen sich befindet. Man
kann demnach auch, anstatt daß die Stange k um den Drehpunkt yn schwingt, eine Vorrichtung
treffen, wonach der Pfropfen s aus einer gewissen Entfernung an das Glasbild c,
parallel mit der Schußlinie, herangezogen wird, wodurch eventuelle Ungenauigkeiten
des Schwingungsbogens bei schräger Zielstellung vermieden «-erden. Auch kann die
Markierung auf dem Glasbilde durch -bei Abzug des Abzuges in Tätigkeit tretende
Elektromagneten o. dgl. geschehen.
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Die Zielübungen können dadurch weiter ausgebildet werden, daß man
das Lichtbild nur von Zeit zu Zeit für einen kurzen Augenblick erscheinen läßt durch
eine Schaltvorrichtung, z. B. ein Uhrwerk o. dgl., welches die Lampe a zeitweilig
ein- und ausschaltet, oder durch eine Vorrichtung, die deren Licht zeitweilig absperrt,
so daß dem Zielenden nur eine bestimmte und evtl. in der Dauer einstellbare Zeit
gelassen wird. Durch den Abschuß, d. h. durch die Bewegung des Abzughebels, kann
dann die Lampenausschaltevorrichtung eine Zeitlang gesperrt sein, damit der Treffpunkt
auf dem Zielbild noch einige "Zeit nach dem Abschluß sichtbar bleibt.
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Ferner kann man das Glasbild c durch Filme oder sonstige bewegliche
Gegenstände ersetzen, so daß als Ziel sich bewegende Licht-oder Schattenflecke oder
auf einem Lichtbild sich bewegende Figuren dienen können, was die Übung der Treffsicherheit
ebenfalls erhöht. Hiermit kann eine Vorrichtung verhunden sein, die mit dem Abziehen
des Abzuges die Bewegung aufhören läßt, so z. B., daß - bei Anwendung eines laufenden
Filmes - der letzte Fihnabschnitt mit Schußfleck dann auf dem Lichtbilde stehenbleibt.
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Natürlich wird man anstatt eines Lichtbildes auch eine größere bloße
Lichtfläche oder einen einzelnen kleineren Lichtfleck projizieren können. Ist als
Zielrichtung nur ein einzelner kleinerer Lichtfleck vorgesehen, so kann die Markierung
eines Treffers auch in einem Auslöschen dieses Lichtpunktes bestehen. Während auf
einer größeren Lichtfläche Treffpunkte in weiterem Umkreise erkennbar gemacht werden
können, würden bei einem kleineren Lichtfleck, auf den zu zielen ist, alle diejenigen
Zielstellungen, die nicht genau auf den Lichtfleck gerichtet sind und damit keine
Markierung hervorrufen, als Fehlschüsse anzusehen sein. Vielfach genügt letztere
Anordnung namentlich dann, wenn der einzelne Lichtfleck beweglich, etwa durch eine
sich bewegende Projektionslampe erzeugt, angeordnet wird.