DE428458C - Verfahren zur UEbertragung der Waerme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem Abstand umgebenen Waermemesskoerper - Google Patents

Verfahren zur UEbertragung der Waerme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem Abstand umgebenen Waermemesskoerper

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DE428458C
DE428458C DES66813D DES0066813D DE428458C DE 428458 C DE428458 C DE 428458C DE S66813 D DES66813 D DE S66813D DE S0066813 D DES0066813 D DE S0066813D DE 428458 C DE428458 C DE 428458C
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Siemens and Halske AG
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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01KMEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • G01K1/00Details of thermometers not specially adapted for particular types of thermometer
    • G01K1/16Special arrangements for conducting heat from the object to the sensitive element
    • G01K1/18Special arrangements for conducting heat from the object to the sensitive element for reducing thermal inertia

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  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Investigating Or Analyzing Materials Using Thermal Means (AREA)

Description

  • Verfahren zur Übertragung der Wärme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem Abstand umgebenen Wärmemeßkörper. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übertragung der Wärme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem. Abstand umgebenen Wärmemeßkörper, z. B. einem stromdurchflossenen, elektrischen Widerstand, mittels eines gasförmigen Mediums. Das neue Verfahren ermöglicht es, die Temperatur des Widerstandes durch die Schwankungen der Umgebungstemperatur in hohem Maße zu beeinflussen. Gemäß der Erfindung wird als gasförmiges Übertragungsmedium ein in dem betreffenden Temperaturbereich dissoziierbares Gas, z. B. Stickstoffdioxyd, gewählt oder ein ein solches Gas enthaltendes Gasgemisch. Statt dessen kann auch ein mit einer Flüssigkeit von geeignetem Dampfdruck, z. B. Kohlenstofftetrachlorid, in Berührung stehendes Gas, z. B. Wasserstoff, zur Verwendung kommen. In jedem Fall muß das gasförmige Übertragungsmedium in einem bestimmten Temperaturbereich einen negativen Temperaturkoeffizienten des Wärmeleitvermögens besitzen. Durch Regelung des Drukkes des verwendeten Gases oder eines Partialdruckes des Gasgemisches sowie der Temperatur wird dann, die gewünschte Temperaturabhängigkeit eingestellt.
  • Der Unterschied in der Wirkung gegenüber bekannten Anordnungen, bei .denen der Widerstand in einem Gefäß angeordnet sein möge, als welches auch die Zimmerwand gelten könnte, sei im nachstehenden für jede der beiden Ausführungsformen des Erfindungsgedankens gesondert erklärt. Für einen qualitativen Schluß genügt es, von der Änderung der im Widerstand entwickelten Wärmemenge 12w durch die Änderung des Widerstandes zunächst abzusehen. Man kann dann sagen, daß jede Temperaturänderung der Wandung eine solche Temperaturänderung des Widerstandes bedingt, daß der durch die Differenz dieser Temperaturen erzeugte Wärmestrom vom Widerstand zur Wandung gerade die in dem Widerstand erzeugte Menge von Wärme ahführt. Mit der Temperatur der Wandung und des Widerstandes muß dabei zugleich die Temperatur des dazwischenliegenden Gases steigen. Für den X@ärmeaustausch zwischen Widerstand und Wandung spielen in den meisten Fällen die Hauptrolle die Konvektion und die eigentliche Wärmeleitung. Der Wärmeaustausch durch Strahlung tritt dagegen zurück. Mit steigender Temperatur wächst nun sowohl die Konvektion als die Wärmeleitfähigkeit des Gases, und es bedarf, um die gleiche Energiemenge vom Widerstand zur Wandung überzuführen, nur einer geringeren Temperaturdifferenz, d. h. die Temperaturerhöhung des Widerstandes gegenüber der Wandung nimmt mit steigender Temperatur ab. Die Widerstandstemperatur steigt zwar auch, wenn die Wandungstemperatur steigt, aber sie steigt langsamer. Erwünscht wäre dagegen, daß einer bestimmten Änderung der Wandungstemperatur eine, wenn möglich, weit größere Änderung der Widerstandstemperatur entspräche. Mit der Möglichkeit einer solchen hat man bisher nicht gerechnet. Nach der Erfindung wird sie aber dadurch geschaffen, daß ein dissoziierendes Gas verwendet wird. Das Wärmeleitvermögen eines solchen ist bei niederer Temperatur, solange die Dissoziation gering ist, entsprechend der .eines nicht dissoziierenden Gases, ebenso auch wieder bei einer so hohen Temperatur, daß die Dissoziation vollständig ist, daß also wieder ein einfaches Gas vorliegt. Bei einer mittleren Temperatur dagegen entsteht bekannterweise eine abnorm hohe Wärmeleitung dadurch, daß das chemische Gleichgewicht und der Dissoziationsgrad an der kälteren Stelle, im vorliegenden Falle an der Wandung, anders ist als an der heißeren Stelle, dem Widerstand. Es werden durch Dissoziation am Widerstand erhebliche Mengen Wärme aufgenommen und an der kälteren Stelle durch Assoziation wieder freigegeben, so daß die Wirkung der einer stark erhöhten Wärmeleitfähigkeit entspricht. Diese Wirkung hat in einer bestimmten mittleren Temperatur ihr Maximum.
  • Die Abb. i gibt eine Darstellung dieser Verhältnisse. Als Abszissen sind Wandungstemperaturen T aufgetragen, als Ordinaten die Werte des scheinbaren Leitvermögens des Gases für eine bestimmte Wärmeentwicklung im Widerstand. Die punktierte der beiden Kurven gilt z. B. für einen Druck von 1.`2 Atm. und die vollgezeichnete für einen solchen von i Atm. Der flache Anfang der Kurven entspricht einem Gase, das fast ganz aus N ., D=, der flache Teil am Ende einem solchen, das fast ganz aus NO. besteht. Die strichpunktierte, nahezu gerade verlaufende Linie gibt die Wärmeleitfähigkeit an, die bei Abwesenheit von Dissoziation zu erwarten wäre.
  • Abb.2 stellt den Temperaturkoeffizienten des scheinbaren Wärmeleitvermögens ientsprechend Abb. i dar. In einem bestimmten Temperaturbereich von T, bis T. ist dieser Temperaturkoeffzie,nt positiv, in einem anderen , von T" bis Ts negativ. Im ersten Bereich von T, bis etwa T@ wird die Temperatur des Widerstandes verhältnismäßig weniger steigen als die Wandtemperatur. Die Wirkung ist dieselbe wie bei einem normalen Gas, das auch einen positiven Temperaturkoeffizienten der Wärmeleitung hat, nur ist sie viel stärker, besonders in der Mitte zwischen T, und T- In dem zweiten Temperaturbereich zwischen T, und T3 ist der Temperaturkoeffizient des (scheinbaren) Wärmeleitvermögens negativ, d. h. mit steigender Temperatur nimmt die Wärmeleitung bis T.4 ab, und es muß sich eine andere Temperaturdifferenz zwischen dem Widerstand und der Wand herstellen, als sie 1 bei normalem Gas vorhanden wäre. Die Wirkung .einer anormalen Temperatursteigerung des Widerstandes ist dieselbe, als ob in einer der bekannten Anordnungen ein Widerstandsmaterial verwendet würde, das einen anormal i hohen elektrischen Temperaturkoeffizienten hätte. In Abb.3 ist eine Darstellung dieses scheinbaren elektrischen Koeffizienten als Ordinate in Abhängigkeit von der Temperatur als Abszisse für einen Eisendraht in Umgebung von Stickstoffdioxyd gegeben. Die Werte des scheinbaren elektrischen Koeffizienten erheben sich auf das Vielfache des wirklichen. Da die Dissoziation druckabhängig ist, so kann man durch Regelung des Druckes das Maximum des scheinbaren Temperaturkoeffizienten des Widerstandes auf verschiedene Außentemperaturen einstellen. Von Einfluß ist außerdem die Strombelastung des Drahtes, durch die die Temperaturdifferenz des Drahtes gegen die- Umgebung und damit die mittlere Temperatur des Gases bestimmt wird. Je höher die Belastung ist, desto größer wird der scheinbare Temperaturkoeffizient. Durch geeignete Wahl von Belastung und Druck kann man also das Maximum der erzielten Wirkung auf die gewünschte Temperatur verlegen. In allen Abbildungen ist zum Vergleich für die gleiche Strombelastung noch eine Kurve für geringeren Druck punktiert eingezeichnet.
  • Die andere Ausführungsform des Erfindungsgedankens, den Temperaturkoeffizienten des 'Widerstandes durch geeignete Wahl der Umgebung scheinbar zu vergrößern, besteht darin; daß das den Widerstand umgebende Gas in Berührung mit einer Flüssigkeit gebracht wird, die in dem fraglichen Temperaturbereich einen nennenswerten Dampfdruck besitzt. Die Dämpfe der Flüssigkeiten sind im allgemeinen von schlechterer Leitfähigkeit für die Wärme als die Gase, und der Dampfdruck wächst stark mit der Temperatur. Es wird also in dem Gemisch von Gas und Dampf mit steigender Temperatur der Anteil des Dampfes sich schnell vergrößern und die Wärmeleitfähigkeit abnehmen, so daß zur Abgabe einer bestimmten Energiemenge i2 tv eine beträchtlich höhere Temperaturdifferenz zwischen Draht und Wandung erforderlich ist als bei Verwendung desselben Gases ohne Dampf, so daß die 'Wirkung der Xnderung in der Umgebungstemperatur auf den -Widerstand erheblich vergrößert erscheint. Als Gas nimmt man zweckmäßig ein solches von guter Wärmeleitfäliinkeit und kleinem Temperaturkoeffizienten, z. B. Wasserstoff, als Flüssigkeit mit schlecht leitendem Dampf, z. B. Koblenstofftetrachlorid (CCl). Diese scheinbare Vergrößerung wächst nach einem etwas anderen Gesetz als bei dem vorher geschilderten Verfahren. Es kommt dabei auch in Betracht, ob der Gesamtdruck konstant oder temperaturabhängig gehalten wird, z. B. ob das Gas freie Ausdehnungsmöglichkeit besitzt oder eingeschlossen ist. Die Regelung auf die gewünschte Temperatur erfolgt entsprechend der beim vorigen Verfahren durch Regelung der Strombelastung und des Partialdruckes des Gases.
  • Die beiden geschilderten Ausführungsformen der Erfindung sind nicht beschränkt auf Vergrößerung des scheinbaren 'Widerstandes bei positivem Vorzeichen. Die Vergrößerung der Temperaturdiferenz zwischen Widerstand und Wandung tritt in derselben Weise ein bei - negativem Widerstandskoeffizienten, z. B. bei Verwendung eines Kohlefadens statt des Drahtes. Die scheinbare Erhöhung des Temperaturkoeffizienten ist also vom Vorzeichen unabhängig.
  • Weiter kann in beiden Fällen statt eines stromdurchflossenen Drahtes, dessen Temperaturschwankungen gesteigert werden sollen, ein beliebig geformter Körper verwendet werden und die in ihm entwickelte Wärme einer beliebigen Quelle, auch nicht elektrischer Natur, entstammen.
  • Bei Verwendung einer Kältequelle statt der Wärmequelle kehrt sich nur das Vorzeichen der -Wirkung um.

Claims (2)

  1. PATENT-ANspRUCFi: Verfahren zur Übertragung der 'Wärme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem Abstand umgebenen Wärmemeßkörper, z. B. einem stromdurchflossenen elektrischen 'Widerstand, mittels eines gasförmigen
  2. 2.Jediums, dadurch gekennzeichnet, daß dieses Medium aus einem in dem betreifenden Temperaturbereich dissoziierbaren Gas, z. B. Stickstoffdioxyd, einem solches Gas enthaltenden Gasgemisch oder einem mit einer Flüssigkeit von geeignetem Dampfdruck, z. B. Kohlenstofftetrachlorid, in Berührung stehenden Gase, z. B. Wasserstoff, besteht, wobei das Medium mindestens in einem bestimmten Temperaturbereich einen negativen Temperaturkoeffizienten des Wärmeleitvermögens besitzt und durch Regelung des Druckes des Gases oder eines Partialdruckes des Gasgemisches sowie der Temperatur die gewünschte Temperaturabhängigkeit eingestellt wird.
DES66813D 1924-08-16 1924-08-16 Verfahren zur UEbertragung der Waerme zwischen einer Wandung und einem von ihr in beliebigem Abstand umgebenen Waermemesskoerper Expired DE428458C (de)

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