DE42775C - Verfahren zur Herstellung von Wasserverschlüssen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von WasserverschlüssenInfo
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- DE42775C DE42775C DENDAT42775D DE42775DA DE42775C DE 42775 C DE42775 C DE 42775C DE NDAT42775 D DENDAT42775 D DE NDAT42775D DE 42775D A DE42775D A DE 42775DA DE 42775 C DE42775 C DE 42775C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung von länglichen, cylindrischen
Verschlufskörpern aus weichem Metall für Closets, Senkgruben u. dergl., um einen
Wasserverschlufs zwischen dem betreffenden Behälter und den Abzugsröhren herzustellen.
Diese Gattung von Verschlüssen wurde bisher von Hand angefertigt; der Arbeiter ertheilte
ihnen die Gestalt mit den gewöhnlichen Werkzeugen, welche zur Erzeugung von Hohlkörpern
aus Blei benutzt werden. Diese Methode ist jedoch nicht nur kostspielig, sondern bedingt
auch einen zuverlässigen Arbeiter wegen der dabei nothwendigen Löthverbindungen.
Nach vorliegender Erfindung dagegen wird der Verschlufskörper in der Weise hergestellt,
dafs man zuerst einen mit Bodenstück versehenen cylindrischen Körper giefst, hierauf
dieses Gufsstück mittelst eines Ziehwerkzeuges verlängert und schliefslich den Hals des Gefäfses
durch Pressen mit Hülfe entsprechend gestalteter Rollen formt und zu gleicher Zeit
das Gewinde zur Aufnahme eines Deckels anbringt.
Auf beiliegenden Zeichnungen stellt Fig. 1 die rohen gegossenen Verschlufskörper dar,
während die Fig. 2 bis 4 ein Bild von den Apparaten zur weiteren Verarbeitung des gegossenen
Verschlufskörpers geben, und Fig. 5 und 6 den fertigen Verschlufskörper im Verticalschnitt
und in einer Draufsicht mit theilweisem Schnitt nach x-x, Fig. 6, zeigen.
Zuerst wird der Verschlufskörper in der durch Fig. ι veranschaulichten Gestalt in einer geeigneten
Form gegossen. Wie ersichtlich, hat der rohe, gegossene Verschlufskörper einen mit
Ansatz versehenen Boden c2 erhalten, während der sich über letzterem erhebende Mantel einen
überall gleichen Durchmesser besitzt. Nachdem der so gestaltete Verschlufskörper aus der Form
genommen worden, wird derselbe fertiggestellt, indem man entweder dessen Mündung verengt
und zu gleicher Zeit eine mit Gewinde versehene Mutter einsetzt, oder indem man vorher
den Körper zieht. Der zu genanntem Zwecke dienende Mechanismus ist in Fig. 2 und 3 gezeigt.
Arme c1 verbinden eine Bodenplatte bl
einer Schraubenpresse von geeigneter Gestalt und hinreichender Stärke mit einem Kopf d1.
Mit der Schraube e1 ist in geeigneter Weise
ein Drücker fl mit Flantsch hl verbunden,
welcher an zwei oder mehr herabhängenden Stangen i1 einen Rahmen k1 trägt. Eine am
inneren Umfange des letzteren vorgesehene Nuth dient dazu, einen Ziehring / \ Fig. 6, aus
hartem Metall aufzunehmen, so dafs durch diese Mittel das Ziehwerkzeug während der
ganzen Ziehoperation in fester Lage gehalten wird. In einer Aussparung der Bodenplatte b}
ruht mit dem Ansatz o1 ein gufseiserner Dorn w1,
welcher dadurch an seitlichen Verschiebungen verhindert wird. Das obere Ende des Domes n1
ist dem concaven Boden des Verschlufskörpers entsprechend convex, der übrige Theil des
Domes dagegen annähernd cylindrisch. Auf diesem Dorn η1 befindet sich der Verschlufskörper
q1 in der Stellung, in welcher er bearbeitet werden soll. Ein Stahlring pl dient
zur Regulirung der Länge des Ziehprocesses.
In der Praxis wird der Verschlufskörper g1
ungefähr 4 cm kürzer gegossen, als er im fertigen Zustande betragen soll. Sobald er
gegossen ist, nimmt man ihn aus der Form und schiebt ihn über den um einige Centimeter
längeren Dorn nx aus hartem Metall, welcher seine richtige Lage in der Presse erhalten
hat. Wenn die Schraube e1 bei Anwendung der erforderlichen Kraft nach abwärts
gedreht wird, drückt die Innenfläche des Ziehringes /' auf den gegossenen Verschlufskörper
an den Punkten a1 a'2. Die fernere Abwärtsbewegung
des Ziehringes und seines Rahmens bewirkt die Compression und das Ausziehen
des aus weichem Metall hergestellten Verschlufskörpers von den Punkten a2 a2 an; hierdurch
wird der Verschlufskörper verlängert, die Wände des Gefäfses werden dicht und homogen und
erscheinen aufsen wie polirt, gleich einem durch hydraulische Pressen gezogenen . Rohre aus
weichem Metall. Die genaue Grenze, bis zu welcher der Verschlufskörper in der beschriebenen
Weise durch Ziehen verlängert werden soll, wird durch die Länge des Gufsstückes und die Tiefe, welche der fertige Verschlufskörper
haben soll, bestimmt. Die Gröfse der Wirkung des Ziehwerkzeuges auf die Oberfläche
des Verschlufskörpers hängt von dem Verhältnifs der Durchmesser des gegossenen Gefäfses und der wirksamen Fläche des Ziehringes
ll ab. Nachdem der Verschlufskörper dem Ziehproeeis unterworfen worden, wird er
nach Abheben des Rahmens kl von dem Dorn nx
entfernt, und zwar dadurch, dafs man die Vorrichtung wendet. Derselbe kann jetzt mit einem
Halse bezw. einer mit Gewinde ausgestatteten Mutter und Unterlagsscheibe versehen werden.
Zu dem Zwecke wird der Boden des Verschlufskörpers q1 in eine Matrize A1, Fig. 4,
mit einer entsprechend gestalteten Aussparung eingeführt. Diese Matrize giebt dem Verschlufskörper
eine feste Unterlage, während die Mündung des Verschlufskörpers fertiggestellt wird.
In die Innenfläche des Bodens c2 legt sich der Fufs b2 eines gufseisernen Stempels, dessen
Dimensionen dem ■ herzustellenden Verschlufskörper entsprechen, und dessen Fufs hinreichend
klein ist, um ihn aus dem Verschlufskörper nach fertiggestellter Mündung entfernen
zu können. Der Fufs £2 hat den Zweck, den
Verschlufskörper während der Bearbeitung in verticaler Stellung festzuhalten. 'Zwischen dem
Fufs und dem oberen Ende des Stempels ist ein cylindrischer Ansatz c2 vorgesehen, dessen
Durchmesser etwas kleiner ist als der der Mündung des fertigen Verschlufskörpers. Der
Umfang des Ansatzes c2 ist behufs Aufnahme von Knöpfen d2 und Federn e2 an drei gleich
weit von einander abstehenden Stellen ausgebohrt. Die Knöpfe d2 passen lose in diese
Vertiefungen, werden jedoch durch in dieselben und die Wände der Vertiefungen greifende
Stifte am Herausfallen gehindert. Oberhalb des Ansatzes c2 ist eine Hülse/2 befestigt, auf
welche ein Kragen g2 mit Flantsch h'2 und
Rollen i'2 gesetzt ist. Dieser Kragen g 2 wird
auf irgend eine geeignete Weise in drehende und zugleich abwärts gehende Bewegung versetzt,
wodurch jede der von dem Flantsch h2 getragenen und um ihre Achse drehbaren
Rollen i2 gedreht und abwärts längs der Mündung des Verschlufskörpers bewegt wird. Die
Wirkung der Rollen i2, von denen etwa fünf vorhanden sein können, besteht darin, den
Hals o2 des Verschlufskörpers zu bilden und das Blei um eine Mutter A2 und eine metallene
Unterlagsscheibe /2 herum zusammenzupressen, Fig. 5. Die Gestalt der Rollen ζ'2, welche
dem Hals des Verschlufskörpers die Vollendung geben sollen, ist aus Fig. 4 deutlich zu ersehen.
Der obere Flantsch 1 derselben ist hinreichend breit, um den oberen Rand des Verschlufskörpers
zu übergreifen, und die Fläche 2 gerade unter dem Flantsch 1 ist cylindrisch und vertical,
um die Aufsenseite des Halses des Verschlufskörpers entsprechend zu formen. Unter dem
verticalen Theile 2 ist die Rolle bei 3 nach einwärts gebogen, um den Bund unter dem
Hals des Verschlufskörpers zu bilden. Sobald nun in den auf der Matrize A1 ruhenden Verschlufskörper
der Stempel B' hinabgedrückt wird, befindet sich der Ansatz c2 in einer
Höhe mit dem Hals des Verschlufskörpers, jedoch wird zuvor der Ansatz c2 mit einer
Mutter k2 und einer metallenen Unterlagsscheibe in der Weise versehen, dafs man die
Knöpfe d2 zurückdrückt und die Mutter und die Unterlagsscheibe auf den Ansatz c2 schiebt.
Die Federn hinter den Knöpfen d% drücken
nun nach auswärts und halten die Mutter und die Unterlagsscheibe in der richtigen Stellung
auf dem Ansatz c2. Hierauf wird der Kragen g2
gedreht und die Rollen f2 geben nicht allein der Mündung des Verschlufskörpers die gewünschte
Gestalt, sondern pressen auch das Blei auf der Mutter k'2 und Unteclagsscheibe /2
fest zusammen. Aufserdem wird auf diese Weise der Rand der Mündung geglättet und
dicht gemacht.
Man sieht, dafs bei dem Procefs der Herstellung des Verschlufskörpers derselbe in einer
geeigneten Form gegossen ist und nach der Herausnahme aus der Form das obere Ende
oder das unvollendete Mundstück denselben Durchmesser hat wie der Verschlufskörper,
.und der Boden c-, Fig. 1, in der Mitte einen
Ansatz trägt, welcher etwas über den abgerundeten Körper herausragt und einen kleineren
Durchmesser hat, als dieser Körper. Der Zweck dieses Ansatzes ist der, dem Verschlufskörper
eine hinreichende Auflagefläche zu geben, so dafs er sich nicht zufällig bewegt, und hier-
durch die Dichtigkeit des Verschlusses beeinträchtigt wird, wenn er mit dem Ein- und
Auslaufrohr verbunden ist. Die Höhe des Ansatzes mufs daher genügend grofs sein, um
eine hinreichend feste Auflagefläche zu gewähren.
Der Kern, auf welchem der Verschlufskörper gegossen wird, ist von solcher Gestalt, dafs
der Boden des Verschlufskörpers innen concav gekrümmt ist. Der Zweck hiervon ist der, das
Abfliefsen der Flüssigkeiten durch den Verschlufskörper
zu begünstigen und die Adhäsion der festen oder halbfesten Substanzen zu verhindern.
Die metallene Unterlagsscheibe Z2, deren Aufgabe darin besteht, den inneren freiliegenden
Rand der Mündung des Verschlufskörpers zu verstärken, kann gleichzeitig mit der Mutter k2
oder durch eine besondere Manipulation eingesetzt werden, wenn dies ökonomischer erscheint.
Man bemerkt, dafs der äufsere Rand der Unterlagsscheibe, der mit dem Blei in Berührung steht, schief oder abgeschrägt ist.
Der Zweck hiervon ist der, das Blei am oberen Ende des Halses zu verstärken, indem es an
dieser Stelle etwas aufgestaucht wird, wie aus den Zeichnungen deutlich zu ersehen ist. Es
wird hierdurch auch die Bleifläche, auf welcher der Messingdeckel c1 ruht, Fig. 5 und 6, vergröfsert.
Eine weitere richtige Aufgabe dieser Construction ist die, dafs die Unterlagsscheibe Z2
die Abnutzung durch wiederholtes Aufsetzen und Abnehmen des Deckels verhindert, wodurch
ein Durchstreichen von Kloakengasen durch den Deckel verhindert wird, weil die Innenfläche des Deckels, welche aufserhalb des
Flantsches n2 liegt, fest gegen die obere Fläche des Halses o2 geprefst wird, wenn der Deckel
sich in seiner Stellung befindet, und der Innenrand des Halses wird durch die Unterlagsscheibe
Z2, wie beschrieben, ganz erhalten.
Um die Aufsenseite des Halses o2 wird ein dünner, aber hinreichend starrer metallener
Ring ρ2 gelegt, dessen unterer Theil sich dem
Verschlufskörper anschliefst, wie in Fig. 5 angedeutet. Dieser Ring ρ2 reicht fast bis zum
oberen Rande des Halses o2. Infolge dieser Anordnung kann, sobald der Deckel c1 festgeschraubt
ist, der Flantsch g2 des Deckels das überstehende Blei fest auf den Ring ρ2
pressen und so eine sichere Dichtung herbeiführen. Der Deckel c1 ist mit den gebräuchlichen
Stiften versehen, um das Einbringen und Lösen desselben zu erleichtern.
Durch die beschriebene Methode der Fabrikation kann man den Verschlufskörper in beträchtlich
kürzerer Zeit herstellen, als dies von Hand bisher möglich war; es werden somit die Herstellungskosten bedeutend verringert.
Bei diesen Verschlufskörpern versteht sich von selbst, dafs die Zu- und Abfiufsröhren in
gerader Linie, die eine über der anderen oder in anderer geeigneter relativer Lage je nach
der Stellung des Verschlufskörpers eingesetzt werden können. Auch können die Verschlufskörper
in sämmtlichen Normalgröfsen hergestellt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Zur Herstellung von Verschlufskörpern aus Blei oder ähnlichem weichen Metall ein Stempel B1, welcher mit einem zur Aufnahme einer Mutter (k2) und einer Unterlagsscheibe (12J dienenden Ansatz (c2) versehen ist, dessen Durchmesser annähernd dem Durchmesser des an dem Verschlufskörper q1 anzubringenden Halses (02J entspricht und dessen mit Federn umgebene Knöpfe (d2) die Mutter k2 und die Unterlagsscheibe Z2 in der richtigen Lage halten, während über diesem Ansatz c2 ein Kragen (g2) drehbar angeordnet ist, dessen Flantsch (h2) mehrere der Form des herzustellenden Halses o2 entsprechende Rollen (i2) trägt, zu dem Zwecke, den Hals o2 in die verlangte Form zu pressen und zu gleicher Zeit mit der Mutter k2 und der Unterlagsscheibe Z2 zu versehen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
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