DE424243C - Relais zum Schutze elektrischer Leitungen - Google Patents
Relais zum Schutze elektrischer LeitungenInfo
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Classifications
-
- H—ELECTRICITY
- H02—GENERATION; CONVERSION OR DISTRIBUTION OF ELECTRIC POWER
- H02H—EMERGENCY PROTECTIVE CIRCUIT ARRANGEMENTS
- H02H3/00—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection
- H02H3/40—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection responsive to ratio of voltage and current
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- Emergency Protection Circuit Devices (AREA)
Description
In einer kurzgeschlossenen Leitung wächst das Verhältnis Spannung zu Strom, von der
Kurzschlußstelle in Richtung auf die Zentrale dauernd an, da die Spannung e an der Kurzschlußstelle
am kleinsten, in der Zentrale am größten, der Strom / dagegen über die ganze
Strecke gleich groß ist. Es sind nun Relais bekannt, die dann ansprechen, wenn dieses
Verhältnis einen bestimmten Wert unterschreitet. Hierbei läßt sich unter Berücksichtigung
der bekannten Widerstände der einzelnen für das Abschalten in Frage kommenden Netzteile
dieser Wert stets so wählen, daß mit ziemlicher Sicherheit immer der der Fehlerstelle
auf beiden Seiten zunächst benachbarte Schalter abschaltet. Es ist aber schwer, das
Relais mit aller Genauigkeit einzustellen und diese Einstellung genau zu erhalten. Stellt
man auf einen zu geringen Widerstand ein, so ao kann es passieren, daß ein Kurzschluß überhaupt nicht abgeschaltet wird, stellt man zu
viel ein, überlappt man also zwei Bereiche, so können unter Umständen zwei Strecken· herausfallen.
Dieser Mangel wird erfindungsgemäß dadurch beseitigt, daß am Relais zwei verschiedene
Werte des Verhältnisses e, i eingestellt werden. Hierbei kann man jedesmal zwei
Relais nehmen, das eine wird etwas unterhalb des Grenzwertes eingestellt und gibt ein Überstromrelais
frei, das beispielsweise nach etwa I Sekunde auslöst, das andere wird etwas oberhalb des Grenzwertes eingestellt und löst
nach etwa 2 Sekunden aus. Um die dadurch bedingte Anordnung der doppelten Relaiszahl
zu vermeiden, kann man auch ein einziges1 Relais vorsehen, derart, daß das erwähnte
Maximalrelais nach 1 Sekunde abschaltet, wenn das Distanzrelais sich um einen Winkel
ψ! dreht, der etwas unterhalb desjenigen Winkels ψ0 liegt, der genau dem Widerstand
des Leitungsabschnittes entspricht, daß es aber erst nach 2 Sekunden abschaltet, wenn
sich ein Winkel ψ, einstellt, der etwas größer 4-5 als ψ0 ist. Oberhalb des Winkels ψ2 darf
keine Abschaltung erfolgen. Die Differenz kann bei jedem Relais einen festen angegebenen
Wert besitzen, der Mittelwert ψ0 muß
aber je nach der Länge der zu schützenden Strecke einstellbar sein. Es können natürlich
auch bei den Relais die beiden Werte ψχ
und ψ2 unabhängig voneinander willkürlich
einstellbar sein. Um zu verhüten, daß, falls ein Schalter versagt, der Kurzschluß überhaupt
nicht abgeschaltet wird, kann man den ■ Winkel ψ2 so groß wählen, daß er die Summe
der Widerstände des zu schützenden Leitucgsabschnittes und des nächstfolgenden Abschnittes
umfaßt. Dabei wird man den letzteren Wert, um bei Kurzschlüssen am Ende des nächstfolgenden Abschnittes unbeabsichtigte
Abschaltungen zu vermeiden, zweckmäßig etwas knapp wählen.
Eine weitere Unsicherheit wird dadurch erzeugt, daß dar Widerstand des Kurzschlusses
verschieden groß sein kann, je nachdem, ob er durch metallische Berührung zweier Leiter
oder über einen Lichtbogen erfolgt. Dadurch bekommt der längs der Leitung erzeugte
Spannungsabfall einen mehr oder weniger großen Zuwachs, durch den ein falscher Schalter
zum Auslösen kommen kann. Man kann diesen Einfluß dadurch ausschalten, daß man
nicht den Ohmschen Spannungsabfall e · cos rp, sondern den induktiven Spannungsabfall
e · sin φ wirken läßt, da diese Komponente von dem Widerstand des Lichtbogens nicht
berührt wird.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele für die konstruktive Ausbildung des Relais
dargestellt.
Bei der Ausführung nach Abb. 2, die die doppelte Einstellung der Auslösezeit an einem
einzigen von dem induktiven Spannungsabfall beeinflußten Relais, zeigt, befinden sich auf
einer Welle zwei Ferrarisscheiben, die so ausgeschnitten sind, daß von jeder nur ein Quadrant
stehenbleibt. Auf die Scheiben wirken je ein Triebsystem ein. Das eine System
besitzt eine Strom- und Spannungswicklung, das andere eine Strom wicklung; die Phasenverschiebung
der Ströme in der Strom- und Spannungswicklung des ersten Systems ist bei induktionsfreier Belastung Null. Bedeuten
K1 und K2 Konstanten, / (ψ) und f (ψ) Funktionen
des Drehwinkels ψ, so werden die von beiden Systemen ausgeübten Drehmomente
durch die Gleichungen dargestellt:
Md1 — K1 · e ' i · sintp · f (J.)
Ist die Achse der Ferrarisscheibe sich
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Josef Biermanns in Berlin-Karlshorst.
selbst überlassen, so stellt sie sich auf Gleichgewichtszustand ein, also:
Ji1 · e · i · sin φ · f (I) = K2 ■ i2 · f (1)
F(I)=K-
e · sm φ
Das Relais soll nun so wirken, daß, falls der auf dar rechten Seite der Gleichung stehende
Wert einen bestimmten positiven Grenzwert nicht überschreitet, die Auslösung nach
etwa ι Sekunde erfolgt. Dieser Grenzwert entspricht wieder der Reaktanz des durch das
Relais geschützten Leitungsabschnittes.
Der die Auslösung bewirkende Strommagnet ist auf der Zeichnung mit a, das zugehörige
Zeitwerk mit b bezeichnet, c ist eine dem Strommagneten entgegenwirkende Feder, d ist
der Drehpunkt des mit dem Strommagneten verbundenen Hebelsystems, das auch die Auslösekontakte
trägt; e ist eine Kurvenscheibe, die auf άΐΐ Achse der beiden Ferrarissysteme
befestigt ist und die Auslösekontakte steuert. Wie man aus der Zeichnung erkennt, wird
die Auslösezeit des .Relais größer, sobald der Drehwinkel des Relais den Wert ψχ überschreitet.
Oberhalb des Winkels y_> kann, wie man ebenfalls erkennt, eine Abschaltung nicht
mehr erfolgen.
In der Abb. 1 ist ein Relais nach der Erfindung in Form eines ferrodynamischen
Wattmeters dargestellt. Der Strommagnet und die Auslösevorrichtung sind zur Vereinfachung
der Zeichnung fortgelassen und können etwa in der Ausführung nach Abb. 2 oder in sonst
beliebiger Weise angeordnet werden.
Das Relais besitzt zwei gegeneinander um 900 versetzte feste Wicklungen und eine dritte
beweglich angeordnete Wicklung. Letztere und eine der beiden festen Wicklungen wird
von dem Strom / (zweckmäßig liegen natürlich die Wicklungen parallel zu einem Shunt) erregt,
die andere feste Wicklung von der induktiven Spannung e · sin φ. Diese Sinuskomponente
erhält man, wenn bei induktionsfreier Belastung (φ = ο) die Ströme in den
beiden festen Wicklungen um 90° verschoben sind. Unter dem Einfluß der elektrodynamischen
Kräfte stellt sich die bewegliche Stromspule so ein, daß ihre Mittelebene mit der
festen Stromspule einen Winkel ψ bildet. In der Gleichgewichtslage ist:
A1 · i - cos φ = K2 · e · i' sin 9 · sin <l
c · sin φ
COtg \L' =Z
Diese Relais erfüllen gleichzeitig die Forderung, daß bei Rückstrom keine Auslösung
erfolgt.
Claims (7)
1. Relais zum Schütze elektrischer Leitungen,
das auf das an der Relaisstelle herrschende Verhältnis des Spannungsabfalls zum Fehlerstrom anspricht, dadurch
gekennzeichnet, daß zur Vermeidung von Fehlschaltungen zwei verschiedene Werte
dieses 'Verhältnisses eingestellt sind, von denen der eine einem etwas kleineren
Widerstand als dem des zu schützenden Abschnittes entspricht und ein Überstromrelais
mit kleiner Verzögerung steuert, während der andere Wert einem etwas größeren Widerstand entspricht und ein
Überstromrelais mit größerer Verzögerung steuert.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei getrennte, auf verschiedene
Werte eingestellte Wattmeterrelais in jeder Station vorgesehen sind.
3. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein einziges Wattmeterrelais
in jeder Station vorgesehen ist, das innerhalb des obenerwähnten kleineren Bereichs
mit dem wenig verzögerten Überstromrelais in Verbindung steht, bei Überschreitung
dieser Grenze, aber innerhalb 8g des größeren Bereichs, mit dem stark verzögerten
Überstromrelais in Verbindung tritt.
4. Relais nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß dia beiden Bereiche
unabhängig voneinander an dem Wattmeterrelais einstellbar sind.
5. Relais nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein unter den
einander entgegenwirkenden Einflüssen des Stromes und des Spannungsabfalls bewegtes
System nur zwischen seiner Ruhelage und einer bestimmten unter den erwähnten Einflüssen angenommenen Stellung,
die etwa der Reaktanz des zu schützenden Leitungsabschnittes entspricht, die Auslösung des zu diesem Leitungsabschnitt
gehörenden Schalters freigibt, in allen anderen Stellungen aber diesen Schalter sperrt.
6. Relais nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der größere Bereich
so groß gewählt ist, daß er der Summe des Widerstandes des zu schützenden Leitungsabschnittes und des Wider- no
Standes des nächstfolgenden Abschnittes entspricht.
7. Relais nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf die Wattmeterrelais
das Verhältnis des induktiven Spannungsabfalls zum Strom einwirkt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA43045D DE424243C (de) | Relais zum Schutze elektrischer Leitungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEA43045D DE424243C (de) | Relais zum Schutze elektrischer Leitungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE424243C true DE424243C (de) | 1926-01-19 |
Family
ID=6933442
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA43045D Expired DE424243C (de) | Relais zum Schutze elektrischer Leitungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE424243C (de) |
-
0
- DE DEA43045D patent/DE424243C/de not_active Expired
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