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Kratzer zum Verschieben und Verladen von Koks. Die Erfindung bezieht
sich auf eine Vorrichtung zum Verschieben und Verladen von Schüttgut. Sie ist in
erster Linie zum Verladen von Koks auf den Löschplätzen der Kokereien` bestimmt
und stellt eine neue Art von Kratzerbalken dar, wie sie beispielsweise bei den in
der Zeitschrift Glückauf i g r g Heft 4.o und 41 beschriebenen Verladeeinrichtungen
verwendet werden.
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Die dort bisher benutzten Kratzerbalken haben den Mangel, daß sie
den meist in ovaler Grundrißform daliegenden Brand, ehe sie ihn in Bewegung setzen,
an der Angriffsstelle platt drücken und ihn auch bei der eigentlichen Fortbewegung
sehr stark deformieren,.
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Die Folge hiervon ist, daß der Koks durch die gewaltsame Umlagerung
und gegenseitige Reibung der Stücke untereinander außerordentlich zerkleinert, also
entwertet wird, und daß infolge der mit der Bewegung des Brandes fortschreitenden
Verbreiterung desselben für seinen Durchtritt zum Eisenbahnwagen eine sehr weitgebaute
Maschine erforderlich ist. Kurze Eisenbahnwagen können kaum noch beladen werden,
ohne daß der Koks danebenfällt.
Hierzu kommt, daß ein solcher starrer
Kratzerbalken, sobald nur ein einziges Stück Koks darunterliegt, oder wenn die seitlichen
Zugseile nicht dicht über der Bühne liegen, beim Anziehen derselben »ausspringt«
und den Brand nicht mitnimmt.
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Seile, wie sie beispielsweise zum Verladen aufrechtstehender Garben
vorgeschlagen wurden, können für die Koksverladung nicht verwendet werden, weil
sie wegen ihrer geringen Anlagefläche den Koks nicht mitnehmen, sondern darüber
oder darunter hinweggezogen würden.
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Der neue Kratzer ist nach Art einer schweren Kette in einzelne Glieder
zerlegt, welche nach jeder Richtung beweglich und zugfest aneinandergefügt sind.
Dadurch wird erreicht, daß der in gerader Linie hinter den Brand gelegte Kratzer
beim Anziehen der beiden Zugseile sich in gebogener Form dem Kokshaufen anschmiegt
und ihn ohne jede tiefergreifende Deformation oder Zerkleinerung mitnimmt. Liegt
wirklich das eine oder andere der Glieder auf einem einzelnen Koksstück nicht auf
der Bühne auf, so schmiegen sich noch die anderen ihr an, so daß der Kratzer nicht
abspringt und der Brand trotzdem mitgenommen wird.
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Durch passende Ausbildung der Glieder kann überdies erreicht werden,
daß sich diese zum Teil unter den Koks schieben und ihn so anhebend leichter verschieben
als die bekannten starren Balken mit lotrechten Wänden.
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Auf der Zeichnung ist die Anwendung des neuen Gliederkratzers an einer
Verladevorrichtung der bekannten Bauart verdeutlicht. Es stellt dar Abb. i einen
Längsschnitt durch die Öfen und die Verladevorrichtung, Abb. ? einen Grundriß des
Gliederkratzers in hingelegtem und angezogenem Zustand hinter dem Koksbrand, Abb.3
den Kratzer an der Laufkatze der Verladevorrichtung und Abb. 4. ein Glied des Kratzers
in vergrößertem Maßstabe.
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Wie man aus Abb. ¢ erkennt, besteht der Kratzer im vorliegenden Fall
aus kreisförmig gebogenen Rundeisengl'.edern a von regelmäßiger Teilung t, die mit
aus Stahlguß hergestellten besonders geformten Gliedern b abwechseln. Die Glieder
b haben ein gerades rundes Mittelstück, an welches sich dreimal drei seitliche Dorne
in solcher gegenseitigen Entfernung anschließen, daß sie wie ein Rechen wirken und
der Koks sich etwa wie in Abb. 4. dargestellt davorlegen kann.
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Neun solcher Glieder bilden im vorliegenden Falle den Kratzer c, der
in hochgehobenem Zustand, wie in Abb.3 dargestellt, an einer Laufkatze w hängt.
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Durch das Windwerk d und die Zugseile s (Abb. i ) kann die Laufkatze
bis vor die Öfen f gefahren und dort durch Nachassen der Seile r mittels des Windwerks
g sowie durch gleichzeitiges Öffnen eines an der um eine horizontale Achse drehbaren
Leitrolle lz vorgesehenen Gesperres der Kratzer c in gestrecktcr Lage i hinter den
Brand gelegt werden. Zieht nun das Windwerk g unter Nachlassen von r die Seile y
an, so schmiegt sich der Kratzer dem Kokshaufen zunächst an und schiebt ihn bis
auf die Rampe L.
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Diese Rampe C hat eine aufklappbare Zunge m, so daß sie mit dem ganzen
Gerüst bis zu dem beladenen Eisenbahnwagen verfahren werden kann, wo der Kratzer,
aufs neue durch das Windwerk g in Tätigkeit gesetzt, den Koks über einen Rost n
unter Ausscheidung des .feinen Gruses o an den Eisenbahnwagen p abgibt.
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Ist dieses geschehen, wird durch Anziehen der Seile oder Ketten r
der Kratzer c aufgehoben, bis seine Endglieder sich wieder in dem bereits genannten
Gesperre an der Leitrolle h fangen. Das Gerüst n fährt zum nächsten Brand, während
gleichzeitig die Laufkatze mit dem Kratzer c an dem Ausleger bis an die Öfen f fährt.
Durch Anstoßen gegen einen Anschlag löst sich das Gesperre der Leitrollen h selbsttätig
aus, und der Kratzer legt sich wieder in gestreckter Lage hinter den neuen Brand
usw.
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Wie zu übersehen, sind durch die gegliederte Ausführung des Kratzers
c tatsächlich die oben hervorgehobenen Vorteile gegenüber den bis dahin benutzten
starren Mitnehmerbalken voll und ganz erreicht.
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Wie das dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt, kann überdies der
neue Kratzer bei den verschiedensten Verladevorrichtungen zur Anwendung kommen,
da er den Koks sowohl in warmem wie in abgelöschtem Zus:and und sowohl parallel
wie senkrecht zur Ofenachse zu verschieben vermag.
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Ähnlich wie Koks kann mit seiner Hilfe auch anderes sperriges Schüt;gut
auf entsprechend ausgebildeten Gleitflächen verschoben werden.