DE4116643C2 - Verfahren zum anodischen oder kathodischen Elektrolackieren von Band- oder Profilmaterial - Google Patents
Verfahren zum anodischen oder kathodischen Elektrolackieren von Band- oder ProfilmaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum anodischen oder
kathodischen Elektrolackieren von Band- oder Profilmaterial.
Ein derartiges Verfahren ist mit Bezug auf das Elektrolackieren
von Bandmaterial in den US-Patentschriften 4 007 102 und 4 175
018 beschrieben.
Das Bandmaterial wird von einer Rolle abgewickelt, läuft über
Umlenkwalzen durch aufeinanderfolgende Reinigungs- und Spültanks
und wird dann über weitere Umlenkrollen in einen Tank, wo das
Elektrolackieren stattfindet, geleitet. Das Elektrolackieren
mittels eines wasserlöslichen Lacks als Elektrolytflüssigkeit
beruht auf dem physikalischen Prinzip der Elektrophorese. Das
elektrisch leitende Bandmaterial, z. B. Aluminium- oder
Stahlband wird durch das Elektrolackierbad geleitet, wobei sich
der Lack auf dem metallischen Untergrund im Tauchverfahren durch
elektrochemische und chemische Reaktionen abscheidet. Der
wasserlösliche Lack als Elektrolytflüssigkeit enthält als
Bindemittel ionisierbare, salzbildende Gruppen, die zwar in
dieser Form wasserunlöslich sind, jedoch in einer
Neutralisationsreaktion mit basischen Medien, z. B. Aminen unter
Salzbildung wasserlöslich gemacht werden, wenn diese Bindemittel
Gruppen mit saurem Charakter (Carboxylgruppen) enthalten.
Um ein Absetzen der Feststoffteilchen zu vermeiden, müssen die
Bäder ständig umgewälzt werden, außerdem werden auf diese Weise
die abscheidefähigen Teilchen transportiert.
Beim Anlegen einer Gleichspannung findet das Phänomen der
Elektrophorese, d. h. die Wanderung der geladenen Teilchen zur
Anode bzw. zur Kathode statt. Wenn die Lackteilchen im wäßrigen
System eine positive Ladung tragen, d. h. wenn die Bindemittel
basische Gruppen enthalten und mit Säuren neutralisiert wurden,
koagulieren sie im basischen Milieu unter Filmbildung auf der
Kathode. Das zu lackierende Bandmaterial stellt in diesem Fall
die Kathode dar und man spricht von kathodischer
Elektrotauchlackierung. Ihm gegenüber koagulieren die
Lackteilchen unter Filmbildung auf der Anode, wenn sie mit
Aminen neutralisiert wurden und im wäßrigen System eine negative
Ladung aufweisen. In diesem Fall stellt das Werkstück die Anode
dar und man spricht von anodischer Elektrotauchlackierung.
Mit den in den vorgenannten US-Patentschriften beschriebenen
Durchlaufverfahren läßt sich Bandmaterial mit hoher
Geschwindigkeit und sehr gleichmäßig beschichten. Nach dem
Verlassen des Elektrolytbades wird überflüssiger, nicht
koagulierter Elektrolyt in einem weiteren Bad abgespült, wonach
die Beschichtung in einer Trockenvorrichtung getrocknet wird.
Mit dem bekannten Verfahren im Durchlauf durch ein Tauchbad
lassen sich beide Oberflächen des Materials nur gleichzeitig und
mit gleicher Schichtdicke lackieren. Des weiteren läßt sich bei
diesem Verfahren nur Bandmaterial, lassen sich nicht aber
profilierte Stäbe beschichten.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 32 33 517 ist des weiteren
ein Verfahren zum kontinuierlichen elektrophoretischen
Beschichten von Drähten durch Abscheiden von Feststoffpartikeln
aus einer Dispersion bekannt, bei dem der Draht in horizontaler
Richtung durch eine Öffnung in einem senkrecht stehenden Blech
geführt wird, auf wenigstens eine Seite des Blechs in einem
Bereich oberhalb der Öffnung die die Feststoffpartikel
enthaltende Dispersion aufgebracht wird und zwischen Draht und
Blech eine Gleichspannung angelegt wird. Die Dispersion verteilt
sich auf dem Blech zu einem dünnen Film mit konstanter
Schichtdicke, der auch im Bereich der im Blech vorhandenen
Öffnung erhalten bleiben soll, so daß der Draht von der
Dispersion nur auf einer Länge von weniger als einem Millimeter
umspült wird.
Mittels zwei hintereinander angeordneter Beschichtungsanlagen
ist es möglich, Drähte mit unterschiedlichen Lacken zu
beschichten.
Zum Beschichten von Band- oder Profilmaterial ist dieses
Verfahren nicht geeignet.
In der deutschen Offenlegungsschrift 25 48 414 sind des weiteren
ein Verfahren und eine Vorrichtung zur elektrophoretischen
Beschichtung von Gegenständen wie Dosen, Wärmeaustauschern,
Radiatoren, Trommeln und dergleichen beschrieben. Zu diesem
Zweck werden die Gegenstände, insbesondere Dosen an einer
Transportvorrichtung einzeln befestigt und sowohl von außen als
auch danach von innen beschichtet, indem ein ununterbrochener
Strahl oder Flüssigkeitsvorhang aus wasserlöslichem Lack als
Elektrolytflüssigkeit von Sprühdüsen direkt auf eine Oberfläche
der Dose geleitet wird. Die dazu benötigte Vorrichtung ist
kompliziert aufgebaut, da die zu beschichtenden Blechdosen in
besonderer Weise bewegt werden und die Sprühdosen in die
Blechdosen eingeführt werden müssen, um die Außen- und
Innenoberfläche mit der Elektrolytflüssigkeit zu überfluten und
auf diese Weise die elektrisch leitende Verbindung zwischen der
Elektrolytflüssigkeit und den Blechdosen herzustellen.
In der deutschen Offenlegungsschrift 31 08 358 ist des weiteren
eine Vorrichtung zum partiellen Galvanisieren von zu leitenden
Bändern oder dergleichen zusammengefaßten Teilen im
Durchlaufverfahren beschrieben, bei der das kathodisch
geschaltete Band an einer Mehrzahl von anodisch geschalteten
Sprühdüsen aus Edelmetall entlang geführt wird, welche in
Bewegungsrichtung des Bandes gesehen, hintereinander derart
angeordnet und gegen das Band gerichtet sind, daß der aus jeder
einzelnen Sprühdüsen austretende Elektrolytstrahl frei und
unbehindert auf den zu galvanisierenden Bereich auf dem Band
trifft. Das Band wird senkrecht geführt und läßt sich je nach
Anordnung der Sprühdüsen einseitig oder beidseitig beschichten.
Eine unterschiedliche Beschichtung der beiden Seiten ist nicht
möglich und die Beschichtung kann aufgrund der durch die
Schwerkraft bedingten Schichtdickenzunahme zum unteren Rand des
Bandes hin nicht ausreichend gleichmäßig erfolgen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
anodischen oder kathodischen Elektrolackieren zu schaffen, mit
dem sich Band- oder Profilmaterial in einem Durchlauf
beidseitig mit demselben oder unterschiedlichen
Lacken gleichmäßig mit gleicher oder unterschiedlicher Dicke
beschichten läßt.
Ausgehend von dieser Aufgabenstellung wird ein Verfahren mit den
folgenden Verfahrensschritten vorgeschlagen:
- a) Herstellen eines elektrischen Kontaktes mit dem waagerecht liegenden Band- oder Profilmaterial, um eine Anode oder Kathode zu bilden,
- b) Herstellen einer elektrisch leitenden Verbindung mit einer ersten Elektrolytflüssigkeit im Bereich zwischen einer ersten Auffangwanne für die Elektrolytflüssigkeit und von ersten Sprühdüsen für die Elektrolytflüssigkeit,
- c) Leiten eines ununterbrochenen Strahls oder Flüssigkeitsvorhangs aus dem wasserlöslichen Lack als Elektrolytflüssigkeit von den ersten Sprühdüsen direkt auf eine erste Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- d) Herstellen einer sich über die gesamte Breite des Band- oder Profilmaterials erstreckenden, ununterbrochenen Schicht auf der ersten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- e) waagerecht liegendes Bewegen des Band- oder Profilmaterials zum durchlaufenden Beaufschlagen der ersten Oberfläche mit der ersten Elektrolytflüssigkeit,
- f) Koagulieren der Lackteilchen unter Filmbildung der ersten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials durch Anlegen einer Gleichspannung zwischen Kathode und Anode,
- g) nach dem Beschichten der ersten Oberfläche Wenden des Band- oder Profilmaterials um 180°,
- h) Herstellen einer elektrisch leitenden Verbindung mit einer zweiten Elektrolytflüssigkeit im Bereich zwischen einer zweiten Auffangwanne für die Elektrolytflüssigkeit und von zweiten Sprühdüsen für die Elektrolytflüssigkeit,
- i) Leiten eines ununterbrochenen Strahls oder Flüssigkeitsvorhangs aus dem wasserlöslichen Lack als Elektrolytflüssigkeit von den zweiten Sprühdüsen direkt auf eine zweite Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- j) Herstellen einer sich über die gesamte Breite des Band- oder Profilmaterials erstreckenden, ununterbrochenen Schicht auf der zweiten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- k) waagerecht liegendes Bewegen des Band- oder Profilmaterials zum durchlaufenden Beaufschlagen der zweiten Oberfläche mit der zweiten Elektrolytflüssigkeit und
- l) Koagulieren der Lackteilchen unter Filmbildung der zweiten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials durch Anlegen einer Gleichspannung zwischen Kathode und Anode.
Dadurch, daß die elektrische Verbindung zwischen dem Band- oder
Profilmaterial als Anode oder Kathode und einer mit der
Elektrolytflüssigkeit in Verbindung stehenden Anode oder Kathode
über den ununterbrochenen Strahl bzw. den Flüssigkeitsvorhang
erreicht wird, braucht das Band- oder Profilmaterial für das
Benetzen mit der Elektrolytflüssigkeit nicht in ein Bad
umgelenkt und eingetaucht zu werden, sondern läßt sich ohne
Umlenkung waagerecht führen. Da keine Umlenkung erforderlich
ist, läßt sich Profilmaterial, das eigensteif ist, im
Durchlaufverfahren elektrolackieren, was bisher nur durch
stückweises Eintauchen in ein Elektrolytbad möglich war.
Die auf die beiden Oberflächen gerichteten
Elektrolytflüssigkeiten können eine unterschiedliche
Zusammensetzung und/oder unterschiedliche Farben aufweisen.
Durch Einstellen der Strahlquerschnitte, der
Strahlgeschwindigkeiten, der Durchlaufgeschwindigkeit des Band-
oder Profilmaterials, der Höhe der angelegten Gleichspannung
und/oder der Elektrolytzusammensetzung läßt sich erreichen, daß
eine vorgebbare, auf den beiden Oberflächen ggf.
unterschiedliche Schichtdicke des koagulierten Films entsteht.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es somit möglich, Band-
oder Profilmaterial im Durchlauf auf vorgebbare Weise mit
unterschiedlichen Schichten und/oder unterschiedlichen Lacken zu
beschichten, was ganz erhebliche Vorteile bietet, denn häufig
ist gerade dies für besondere Anwendungsfälle gefordert.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung
schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren
erläutert.
Das dargestellte Beispiel bezieht sich auf das Beschichten von
Bandmaterial 5, läßt sich jedoch in analoger Weise für
Profilmaterial einsetzen. Während Bandmaterial 5 von einer Rolle
auf einer Abhaspel 1 abgewickelt und durch die Anlage geführt
wird, bis es auf einer Aufhaspel 21 wieder aufgerollt wird, kann
Profilmaterial gerade durch die Anlage hindurchgeführt werden,
wobei dieses Profilmaterial als Stangenmaterial in die Anlage
eingeführt und aus dieser entnommen werden kann oder aber als
Bandmaterial von einer auf einer Abhaspel 1 angeordneten Rolle
abgewickelt, durch eine nicht dargestellte Profilieranlage
hindurchgeführt und als Profil durch die Anlage hindurchgeführt
werden kann. Beim Elektrolackieren von Profilmaterial entfällt
die Aufhaspel 21 am Ende der Anlage und wird ersetzt durch eine
nicht dargestellte Ablängvorrichtung, so daß auf Länge
geschnittenes Profilmaterial gewonnen wird.
Mit Bezug auf die Beschichtung von Bandmaterial 5 stellt sich
die Anlage wie folgt dar: Das von der Abhaspel 1 abgewickelte
Bandmaterial 5 wird waagerecht liegend durch ein erstes
Förderwalzenpaar 2, eine Reinigungsvorrichtung 3, ein weiteres
Förderwalzenpaar 2, eine Spülvorrichtung 4 geführt, bis das
flachliegende Bandmaterial 5 zu einem weiteren Walzenpaar 6
gelangt, das unmittelbar vor
einer Beschichtungsvorrichtung angeordnet ist. Dieses Walzenpaar
6 steht über eine Leitung 14 mit dem positiven Pol einer
Gleichstromquelle 13 in Verbindung und beaufschlagt auf diese
Weise das Bandmaterial 5 mit dem positiven Pol der
Gleichstromquelle 13, so daß das Bandmaterial 5 zur Anode wird.
Der positive Pol der Gleichstromquelle 13 ist geerdet, so daß es
nicht notwendig ist, die gesamte Anlage zu isolieren. Die
Beschichtungsanlage besteht aus einer unterhalb des
Bandmaterials 5 angeordneten Auffangwanne 7 für
Elektrolytflüssigkeit 8 und einer oberhalb des Bandmaterials 5
angeordneten Abdeckhaube 7a. Eine Pumpe saugt
Elektrolytflüssigkeit aus der Auffangwanne 7 an und führt sie
über eine Leitung 10 einer oberhalb des Bandmaterials 5
angeordneten Düse 11 oder einer unterhalb des Bandmaterials
angeordneten Düse 12 zu. Die Düsen 11 bzw. 12 erstrecken sich
über die gesamte Breite des Bandmaterials 5 und beaufschlagen
die Oberflächen des Bandmaterials 5 in einem gleichmäßigen,
ununterbrochenen Strahl oder Flüssigkeitsvorhang, durch den eine
elektrischen Verbindung zwischen den Düsen 11 bzw. 12 und damit
über einen Leiter 15 zum negativen Pol der Gleichstromquelle 13
aufrechterhalten wird. Die Düsen 11 bzw. 12. sind elektrisch
isoliert von der Auffangwanne 7 und der Abdeckhaube 7a sowie der
Pumpe 9 angeordnet. Während des Durchlaufs des Bandmaterials 5
unter bzw. über den Düsen 11 bzw. 12 findet der Ladungsausgleich
zwischen dem als Anode wirkenden Bandmaterial 5 und den als
Kathode wirkenden Düsen 11 bzw. 12 über den Elektrolytstrahl
statt. Die Lackteilchen koagulieren somit auf dem Bandmaterial
als Anode unter Filmbildung, wobei sich die Schichtdicke durch
die Durchlaufgeschwindigkeit des Bandmaterials, den
Strahlquerschnitt, die Strahlgeschwindigkeit, die durch die
Gleichstromquelle 13 erzeugte Gleichspannung und/oder die
Elektrolytzusammensetzung so einstellen läßt, daß eine
vorgebbare, auf den beiden Oberflächen ggf. unterschiedliche
Schichtdicke erreicht wird.
Innerhalb des durch die Auffangwanne 7 und die Abdeckhaube 7a
gebildeten Raumes ist ein Quetschwalzpaar 16 angeordnet, das die
mitgeführte, nicht koagulierte Elektrolytflüssigkeit abquetscht.
Das Bandmaterial 5 wird durch die Beschichtungsanlage, wie
dargestellt, waagerecht liegend hindurchgeführt. Nach dem
Beschichten einer Seite wird das Bandmaterial 5 um 180°
gewendet, um dann die andere Seite zu beschichten, da die Lage
der Düsen 11, 12 grundsätzlich so sein soll, daß der Strahl von
oben nach unten oder von unten nach oben gegen das Bandmaterial
9 gerichtet ist.
Danach wird das Bandmaterial 5 mittels Transportwalzen 17 einer
Spülvorrichtung 18 und einer Trockenvorrichtung 19 zugeführt,
von wo das Bandmaterial 5 mittels eines weiteren
Transportwalzenpaars 20 abgezogen und in einer Aufhaspel 21
wieder zu einer Rolle aufgewickelt wird.
Um das Beschichten, wie beschrieben, nach dem Wenden des
Bandmaterials 5 durchzuführen, sind in nicht dargestellter Weise
zwei Auffangwannen 7 mit Abdeckhaube 7a, darin angeordneten
Düsen 11 bzw. 12, Quetschwalzen 16 und eine Pumpe 9
hintereinander angeordnet, so daß im ersten Beschichtungsschritt
die erste Oberfläche des Bandmaterials 5 mit einer
Elektrolytflüssigkeit, z. B. einer bestimmten Farbe oder einer
bestimmten Zusammensetzung mit einer vorgebbaren Schichtdicke
beschichtet wird und nach dem Wenden des Bandmaterials um 180°
in der folgenden Beschichtungseinheit die zweite Oberfläche des
Bandmaterials 5 in gewünschter Weise beschichtet wird. Dies
erlaubt es, die Ober- und Unterseite des Bandmaterials 5
verschiedenfarbig auszuführen und/oder unterschiedliche
Schichtdicken einzustellen.
Die vorbeschriebene große Flexibilität, die mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren verbunden ist, ist einer der
Hauptvorteile, die sich aus dem erfindungsgemäßen Verfahren
ergeben.
Schließlich ist noch zu erwähnen, daß es auch möglich ist,
mehrere Düsenreichen hintereinander in Transportrichtung des
Bandmaterials anzuordnen, da sich dadurch die Durchsatzmenge der
Elektrolytflüssigkeit erhöhen läßt und ggf. damit auch die
Durchlaufgeschwindigkeit des Bandmaterials 5.
In allen Fällen ist es wichtig, daß der aus den Düsen 11, 12
austretende Strahl oder Flüssigkeitsvorhang zuerst auf der einen
und nach dem Wenden um 180° auf der anderen Oberfläche des Band-
oder Profilmaterials eine sich über die gesamte Breite des Band-
oder Profilmaterials erstreckende ununterbrochene Schicht
bildet, um die gesamte, von der Elektrolytflüssigkeit benetzte
Oberfläche des Band- oder Profilmaterials durch Filmbildung zu
beschichten.
Claims (4)
1. Verfahren zum anodischen oder kathodischen Elektrolackieren
von Band- oder Profilmaterial mit den folgenden
Verfahrensschritten:
- a) Herstellen eines elektrischen Kontaktes mit dem waagerecht liegenden Band- oder Profilmaterial, um eine Anode oder Kathode zu bilden,
- b) Herstellen einer elektrisch leitenden Verbindung mit einer ersten Elektrolytflüssigkeit im Bereich zwischen einer ersten Auffangwanne für die Elektrolytflüssigkeit und von ersten Sprühdüsen für die Elektrolytflüssigkeit,
- c) Leiten eines ununterbrochenen Strahls oder Flüssigkeitsvorhangs aus dem wasserlöslichen Lack als Elektrolytflüssigkeit von den ersten Sprühdüsen direkt auf eine erste Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- d) Herstellen einer sich über die gesamte Breite des Band- oder Profilmaterials erstreckenden, ununterbrochenen Schicht auf der ersten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- e) waagerecht liegendes Bewegen des Band- oder Profilmaterials zum durchlaufenden Beaufschlagen der ersten Oberfläche mit der ersten Elektrolytflüssigkeit,
- f) Koagulieren der Lackteilchen unter Filmbildung auf der ersten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials durch Anlegen einer Gleichspannung zwischen Kathode und Anode,
- g) nach dem Beschichten der ersten Oberfläche Wenden des Band- oder Profilmaterials um 180°,
- h) Herstellen einer elektrisch leitenden Verbindung mit einer zweiten Elektrolytflüssigkeit im Bereich zwischen einer zweiten Auffangwanne für die Elektrolytflüssigkeit und von zweiten Sprühdüsen für die Elektrolytflüssigkeit,
- i) Leiten eines ununterbrochenen Strahls oder Flüssigkeitsvorhangs aus dem wasserlöslichen Lack als Elektrolytflüssigkeit von den zweiten Sprühdüsen direkt auf eine zweite Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- j) Herstellen einer sich über die gesamte Breite des Band- oder Profilmaterials erstreckenden, ununterbrochenen Schicht auf der zweiten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials,
- k) waagerecht liegendes Bewegen des Band- oder Profilmaterials zum durchlaufenden Beaufschlagen der zweiten Oberfläche mit der zweiten Elektrolytflüssigkeit und
- l) Koagulieren der Lackteilchen unter Filmbildung auf der zweiten Oberfläche des Band- oder Profilmaterials durch Anlegen einer Gleichspannung zwischen Kathode und Anode.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
auf die beiden Oberflächen gerichteten
Elektrolytflüssigkeiten eine unterschiedliche Zusammensetzung
aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
auf die beiden Oberflächen gerichteten
Elektrolytflüssigkeiten unterschiedliche Farben aufweisen.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß der Strahlquerschnitt, die
Strahlgeschwindigkeit, die Durchlaufgeschwindigkeit des Band-
oder Profilmaterials, die Gleichspannung und/oder die
Elektrolytzusammensetzung so eingestellt werden, daß eine
vorgebbare, auf den beiden Oberflächen ggf. unterschiedliche
Schichtdicke des koagulierenden Films erreicht wird.
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