DE41113C - Reblausmittel, bestehend aus Gerbstofflösung, schwefelsaurem Ammoniak und kieselsaurem Kali - Google Patents
Reblausmittel, bestehend aus Gerbstofflösung, schwefelsaurem Ammoniak und kieselsaurem KaliInfo
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- A01—AGRICULTURE; FORESTRY; ANIMAL HUSBANDRY; HUNTING; TRAPPING; FISHING
- A01N—PRESERVATION OF BODIES OF HUMANS OR ANIMALS OR PLANTS OR PARTS THEREOF; BIOCIDES, e.g. AS DISINFECTANTS, AS PESTICIDES OR AS HERBICIDES; PEST REPELLANTS OR ATTRACTANTS; PLANT GROWTH REGULATORS
- A01N65/00—Biocides, pest repellants or attractants, or plant growth regulators containing material from algae, lichens, bryophyta, multi-cellular fungi or plants, or extracts thereof
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung basirt auf der von dem Erfinder gemachten Beobachtung, dafs Gerbstoff
einerseits und Ammoniak andererseits vortreffliche Mittel sind, um einerseits die lebende
Reblaus, andererseits aber auch die Brut derselben gänzlich zu zerstören.
Was den Gerbstoff betrifft, so wirkt derselbe in der Weise auf das lebende Insect ein, dafs
er sich mit der Leimsubstanz desselben verbindet -und dadurch dessen Lebensbedingung
beseitigt. Die Brut der Reblaus dagegen wird von dem Gerbstoffe nicht oder nur unvollkommen
angegriffen, dieser bildet vielmehr um das Ei eine Hülle, ohne im Stande zu sein,
in das Innere des Eies zu diffundiren. Eine solche Diffusionsfähigkeit besitzt aber das
Ammoniak in sehr hohem Grade derart, dafs, wenn man dieses an die Brutstätte bringt, es
sofort in das Innere des Eies eindringt und dessen Inhalt zerstört.
Wie aber fast jedes chemische Agens im Zustande des Entstehens am wirksamsten ist, so
auch das Ammoniak, weshalb es wünschenswerth erscheint, dasselbe in einer Form in den
Boden zu bringen, in welcher es erst durch die Einwirkung, sei es der ohnehin im Boden
enthaltenen Stoffe, sei es von zu diesem Zwecke zugeführten Stoffen in Freiheit tritt.
Als die vortheilhafteste Form hat Erfinder das schwefelsaure Ammoniak in Verbindung
mit kieselsaurem Kali erkannt. Kommt dieses Gemenge in den Boden, so verbindet sich die
Kieselsäure mit dem Kalk oder mit der Thonerde des Bodens, das freiwerdende Kali bildet
mit der Schwefelsäure des Ammoniaksulfats schwefelsaures Kali, ein gutes Düngemittel, während
das Ammoniak in Freiheit tritt.
Das kieselsaure Kali hat noch den Vortheil, dafs es auch die Gerbsäure in ihrer Wirkung
unterstützt, insofern, als es die mit der Gerbsäure benetzten Theile vorübergehend mit einer
Art Kruste überzieht, welche die Gerbsäure an dem Rebstocke so lange zurückzuhalten im
Stande ist, bis diese ihre zerstörende Wirkung auf das lebende Insect ausgeübt hat.
Dies sind im allgemeinen die Punkte, auf welchen die Erfindung basirt.
Bei der praktischen Ausführung verfährt man wie folgt: 1,5 kg Gerbstoff mengt man mit
2 kg schwefelsaurem Ammoniak und 2 kg kieselsaurer Kalilösung von 360B. und löst
das Ganze in 100 1 Wasser.
Der Gerbstoff (Tannin) kann entweder in reinem Zustande zugefügt werden, oder aber
man nimmt Gerberlohe, Catechu oder einen anderen der bekannten gerbstoffhaltigen Stoffe,
von diesen aber alsdann so viel, dafs die oben angegebene Menge Tannin in der Lösung vorhanden
ist.
Mit obiger Lösung werden die Weinstöcke in folgender Weise behandelt:
Auf einem mit Wein bepflanzten Felde deckt man die nicht bepflanzten Reihen in einer
Tiefe von ca. Y2 m auf, in der Weise, dafs
man von dem Weinstock in einem Radius von 40 cm entfernt bleibt und hauptsächlich
die feinen Saugwurzeln blofslegt.
Diese werden mit der obigen Flüssigkeit stark begossen, mit einer 10 cm hohen Schicht
gleichfalls mit der obigen Flüssigkeit getränkten Erdreiches gedeckt und das fehlende Erdreich
wieder aufgebracht.
Nach Verlauf von 14 Tagen wird das bei der ersten Behandlung des Weinstockes nicht
aufgedeckte Terrain bis zum Wurzelstock und bis zur Freilegung der stärkeren Wurzeln ausgehoben,
Wurzelstock und Wurzeln stark mit der Flüssigkeit begossen, 10 cm hoch mit dem
mit der Flüssigkeit getränkten Erdreich bedeckt und der Rest des Erdreiches wieder aufgeschüttet.
Während für die Behandlung der unterirdischen Pflanze sich ein feuchtes Wetter
empfiehlt, wird die ganze oberirdische Pflanze möglichst bei trockenem Wetter mittelst Spritze
oder Zerstäubers mit der Flüssigkeit imprägnirt. Die Behandlung mufs dicht vor dem Eintritt
der zweiten Wachsthumperiode geschehen und läfst sich zur Ersparung von Arbeitskosten mit
der jährlichen Düngung der Weinfelder vereinigen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein Mittel zur Vertilgung von Rebläusen, bestehend aus Gerbstofflösung, mit Zusatz von schwefelsaurem Ammoniak und kieselsaurem Kali.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE41113C true DE41113C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=316612
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT41113D Expired DE41113C (de) | Reblausmittel, bestehend aus Gerbstofflösung, schwefelsaurem Ammoniak und kieselsaurem Kali |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE41113C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0427894A1 (de) * | 1989-11-13 | 1991-05-22 | Mitsui Norin Co., Ltd. | Mittel zur Abwehr von Land- und Wassermollusken |
-
0
- DE DENDAT41113D patent/DE41113C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0427894A1 (de) * | 1989-11-13 | 1991-05-22 | Mitsui Norin Co., Ltd. | Mittel zur Abwehr von Land- und Wassermollusken |
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