DE4101568C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Kohleveredlung,
insbesondere auf das Gebiet der Festbettdruckvergasung von
Braun- oder Steinkohlen oder stückigen Produkten aus diesen.
Bei der Durchführung des Druckvergasungsprozesses fallen im
Bekohlungsverschlußsystem während des Bekohlungsvorganges
Brennstoffstaub und Restgase aus der Kohleschleuse sowie beim
Bespannen und Entleeren der Kohleschleuse Rohgas bei undichtem
Verschlußkegel an.
Zur Abführung des Brennstoffstaubes und Restgases sowie des
Rohgases sind mehrere technische Lösungen bekannt. So werden
bei einer Lösung naßlaufende Entstaubungsventilatoren eingesetzt,
die das anfallende Stau-Gas-Gemisch absaugen. Andere Lösungen
sehen die diskontinuierliche oder kontinuierliche Inertisierung
des Bekohlungsverschlußsystemes mit einem vorgewärmten Schutzgas
vor, bei dem das entstehende Staub-Gas-Gemisch mit einem gewissen
Überdruck nach außen abgeführt wird.
Bei diesen genannten Lösungen treten in der Praxis Probleme bei
der Abführung des Staub-Gas-Gemisches auf. So wird bei der
Absaugung neben Staub auch Brennstoff mitgerissen, der die
Rohrleitung versetzt. Eine in die Rohrleitung eingesetzte
Siebscheibe brachte keinen Erfolg, da sie und der vor ihr
liegende Rohrleitungsabschnitt sich weiterhin versetzten und
die Siebscheibe außerdem auf ihre Durchlaßfähigkeit nicht
kontrollierbar war.
Die diskontinuierliche Inertisierung des Bekohlungsverschlußsystemes
mit Schutzgas und Abführung des anfallenden Stau-Rohgas-Schutzgas-
Gemisches über eine Rohrleitung mit Regelarmatur wird in der
DD-PS 2 39 001 beschrieben. Nachteil dieser Lösung ist, daß durch
die diskontinuierliche Inertisierung mit vorgewärmtem Schutzgas
sich dieses im kalten Bekohlungssystem und der Abführungsleitung
abkühlt und es damit zur Taupunktunterschreitung und Ablagerung
des genannten Gemisches kommt, was zur Versetzung, Außerbetriebnahme
und Reinigung der Anlage führt.
Eine Weiterentwicklung dieser Lösung stellt die kontinuierliche
Inertisierung des Bekohlungsverschlußsystemes mit vorgewärmtem
Schutzgas und kontinuierlicher Abführung des anfallenden
Staub-Rohgas-Schutzgas-Gemisches mit in der Abführungsleitung
angeordneter Siebscheibe dar. Versetzungen an und vor der Siebscheibe
führen hier mittels einer Druck- und Temperaturmessung in der
Abführungsleitung zur Ansteuerung der Siebscheibe und damit zur
Freigabe des Leitungsquerschnittes. Hierbei gelangt jedoch der an
und vor der Siebscheibe abgelagerte Brennstoffabrieb bzw.
-teilchen in den hinter der Siebscheibe liegenden Rohrleitungsabschnitt
und führen dort zu Ablagerungen und Versetzungen. Außerdem besteht die
Möglichkeit, daß sich schon in der Abführungsleitung zwischen
Verschlußkopf und Siebscheibe Brennstoffabrieb und -teilchen
ablagern und zu sich nicht selbst lösenden Versetzungen führen.
Abhilfe für die beschriebenen Versetzungen sind nur über eine
Außerbetriebnahme und Reinigung der Anlage zu realisieren.
Bekannt ist außerdem die in der DD-PS 2 39 000 beschriebene
Lösung. Sie ist in der Praxis nicht erprobt und schließt die Gefahr
der Ablagerung bzw. des Versetzens des Abzugrohres mit
Brennstoffabrieb trotz vorhandener Verspülmöglichkeit auf Grund
des fehlenden Kontroll- und Überwachungsregimes nicht aus.
Ziel und Aufgabe der Erfindung ist es, den Druckvergasungsprozeß
störungsfreier zu gestalten und insbesondere eine sichere und
kontinuierliche Abführung des beim Bekohlungsprozeß und bei
undichtem oberem Verschlußkegel anfallenden Stau-Rohgas-
Schutzgas-Gemisches aus dem Verschlußkopf eines mit einem
Schutzgas inertisierten Bekohlungsverschlußsystems zu
gewährleisten. Gleichzeitig besteht die Aufgabe darin, daß
der bei der Abführung des Staub-Rohgas-Schutzgas-Gemisches
zurückgehaltene Brennstoffabrieb nicht zu einer Versetzung
der Abführungsleitung führt.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß in einer am
Abführungsstutzen des Verschlußkopfes angeschlossenen
Vorrichtung für das anfallende Staub-Rohgas-Schutzgas-Gemisch
ein auswechselbarer Siebeinsatz, der in den Verschlußkopf bis
an den Füllschacht hineinragt, angeordnet ist. Dieser Siebeinsatz
besitzt am Umfang gleichmäßig verteilte Längsschlitze mit einer
maximalen Breite von 9 mm, die in Summe eine Durchgangsfläche
aufweisen, die der 1,0- bis 1,2fachen Fläche der anschließenden
Abführungsleitung entspricht. Durch die Längsschlitze wird
einerseits das anfallende Staub-Rohgas-Schutzgas-Gemisch
schnell abgeführt und andererseits störungsbedingt Brennstoffabrieb
bzw. -teilchen in einer Größe < 9 mm zurückgehalten.
Diese zurückgehaltenen Brennstoffteilchen lösen sich von selbst
vom Siebeinsatz oder können zu Versetzungen der Längsschlitze führen.
Zur Verhinderung von Versetzungen ist innerhalb des Siebeinsatzes
eine über ein Gestänge von außen zu betätigende Siebscheibe angeordnet,
deren am Außendurchmesser gleichmäßig verteilt angebrachte Stifte in
den Längsschlitzen des Siebeinsatzes gleiten. Über eine nach dem
Siebeinsatz in der Abführungsleitung angeordnete Temperaturmessung
wird ein eventuelles Versetzen der Längsschlitze registriert und
die manuelle oder automatische Betätigung der Siebscheibe eingeleitet,
die zur Freihaltung der Schlitze führt.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung des Siebeinsatzes zwischen
Außenmantel und Füllschaft des Verschlußkopfes fällt der vom
Siebeinsatz sich selbst lösende oder der abgestoßene
Brennstoffabrieb bzw. -teilchen in das Bekohlungssystem zur
Vergasung zurück, so daß Ablagerungen und Versetzungen vor und
nach dem Siebeinsatz nicht möglich sind. Damit ist eine
Außerbetriebnahme und Reinigung der Anlage nicht notwendig.
Weiterhin ist erfindungsgemäß die im Siebeinsatz verschiebbare
Siebscheibe mit Öffnungen versehen, die einen maximalen
Durchmesser von 9 mm und in Summe eine Durchgangsfläche, die
der 0,1- bis 0,5fachen Fläche der anschließenden Abführungsleitung
entspricht, aufweisen. Damit wird während der Betätigung der
Siebscheibe zur Freihaltung der Längsschlitze oder bei einem
eventuellen Verharren derselben in einer "Schließ"-Position
eine kontinuierliche Teilabführung des Stau-Rohgas-Schutzgas-
Gemisches ermöglicht, so daß ein unzulässig hoher Druckanstieg
im Verschlußkopf verhindert wird. Eventuell einzelne, versetzte
Öffnungen in der Siebscheibe werden durch die Betätigung oder
durch den sich einstellenden geringen Druckanstieg vor der
Siebscheibe freigehalten.
Die Erfindung wird im folgenden mittels eines Beispieles
näher erläutert. Die zugehörige Zeichnung zeigt als Fig. 1
einen Schnitt durch die erfindungsgemäße Lösung und als
Fig. 2 einen Schnitt durch den Siebeinsatz und die Siebscheibe.
Das beim Bekohlungsprozeß und bei undichtem Verschlußkegel
anfallende Stau-Rohgas-Schutzgas-Gemisch wird aus dem
Verschlußkopf 1 des Bekohlungsverschlußsystemes in die
Vorrichtung 2 und danach über die angeschlossene Rohrleitung 3
abgeführt. In der Vorrichtung 2 befindet sich der auswechselbare
Siebeinsatz 5, dessen am Umfang gleichmäßig verteilte Längsschlitze
in den Hohlraum zwischen Außenmantel und Füllschacht 4 des
Verschlußkopfes 1 hineinragen. Die Längsschlitze sind so ausgelegt,
daß sie eine Breite von 8 mm und in Summe eine freie Durchgangsfläche
von A ≈ 50 000 mm2 aufweisen. Im Siebeinsatz 5 befindet sich die
Siebscheibe 6, deren gleichmäßig am Umfang verteilte Stifte in den
Längsschlitzen des Siebeinsatzes 5 angeordnet sind. Mittels eines
an der Siebscheibe 6 befestigten Gestänges 7 ist eine Betätigung
derselben von außen möglich.
Durch die Längsschlitze im Siebeinsatz 5 gelangt das Staub-
Rohgas-Schutzgas-Gemisch in die Abführungsleitung 3, in der
eine Temperatur- oder Druckmessung angeordnet ist. Aus dem
Verschlußkopf 1 störungsbedingter, mitgerissener Brennstoffabrieb
bzw. -teilchen < 8 mm bleiben an den Längsschlitzen hängen und
werden danach dem Verschlußkopf 1 wieder zurückgeführt. Ein evtl.
Versetzen der Längsschlitze führt zu einer Registrierung an der
o.g. Messung und danach zu einer Betätigung der Siebscheibe 6,
infolgedessen die Schlitze freigehalten werden. Die Betätigung
der Siebscheibe 6 über das Gestänge 7 wird so lange wiederholt,
bis die in der Abführungsleitung 3 angeordnete Messung den
Normalwert anzeigt. Die abgestoßenen Brennstoffteilchen fallen
ebenfalls in den Verschlußkopf 1 zurück, so daß Ablagerungen und
Versetzungen vor und nach der Vorrichtung 2 nicht eintreten.
Die in der Siebscheibe 6 angebrachten Öffnungen mit einem
Durchmesser von 8 mm und einer Gesamtdurchgangsfläche von
A ≈ 7000 mm2 schließen während der Betätigung der Siebscheibe 6
zur Freihaltung der Schlitze oder bei einem evtl. Verharren in
einer "Schließ"-Position einen unzulässig hohen Druckanstieg
im Verschlußkopf 1 durch eine Teilabführung des Staub-Rohgas-
Schutzgas-Gemisches über die Siebscheibe 6 aus.
Verzeichnis der verwendeten Bezugszeichen
1 Verschlußkopf des Bekohlungsverschlußsystemes
2 Vorrichtung
3 Abführungsleitung
4 Füllschacht
5 Siebeinsatz
6 Siebscheibe
7 Gestänge
2 Vorrichtung
3 Abführungsleitung
4 Füllschacht
5 Siebeinsatz
6 Siebscheibe
7 Gestänge
Claims (3)
1. Einrichtung zur Vermeidung von Störungen im Bekohlungsverschluß
system von Druckgasgeneratoren zur Vergasung von Stein- oder
Braunkohlen oder stückigen Produkten aus diesen, wie
beispielsweise Braunkohlenbriketts oder Braunkohlenbriketts
mit Rohbraunkohle, wobei das Bekohlungsverschlußsystem des
Druckgasgenerators aus den Baugruppen Bunkerabsperrschieber,
Verschlußkopf und Kohleschleuse besteht und davon der
Verschlußkopf zur Inertisierung kontinuierlich mit Schutzgas
gespült wird, dadurch gekennzeichnet, daß in der Vorrichtung
zur Abführung des beim Bekohlungsvorgang anfallenden
Staub-Rohgas-Schutzgas-Gemisches ein auswechselbarer
Siebeinsatz (5) angeordnet ist, dessen am Umfang gleichmäßig
verteilte Längsschlitze eine begrenzte Schlitzbreite und eine
definierte Durchgangsfläche aufweisen, daß weiterhin zur
Freihaltung der Längsschlitze im Siebeinsatz (5) eine von
außen zu betätigende Siebscheibe (6) angeordnet ist und daß
der mit Längsschlitzen ausgeführte Bereich des Siebeinsatzes (5)
in den Verschlußkopf (1) hineinragt.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Längsschlitze eine maximale Breite von 9 mm aufweisen und die
Durchgangsfläche der Schlitze das 1,0- bis 1,2fache der Fläche
der anschließenden Abführungsleitung (3) beträgt.
3. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Siebscheibe (6) Öffnungen mit einem maximalen Durchmesser von
9 mm und einer Durchgangsfläche, die der 0,1- bis 0,5fachen
Fläche der anschließenden Abführungsleitung (3) entspricht,
aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914101568 DE4101568A1 (de) | 1991-01-21 | 1991-01-21 | Einrichtung zur vermeidung von stoerungen im bekohlungsverschlusssystem von druckgasgeneratoren |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914101568 DE4101568A1 (de) | 1991-01-21 | 1991-01-21 | Einrichtung zur vermeidung von stoerungen im bekohlungsverschlusssystem von druckgasgeneratoren |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4101568A1 DE4101568A1 (de) | 1992-07-23 |
| DE4101568C2 true DE4101568C2 (de) | 1993-02-25 |
Family
ID=6423361
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914101568 Granted DE4101568A1 (de) | 1991-01-21 | 1991-01-21 | Einrichtung zur vermeidung von stoerungen im bekohlungsverschlusssystem von druckgasgeneratoren |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4101568A1 (de) |
Family Cites Families (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DD239001A1 (de) * | 1985-07-03 | 1986-09-10 | Schwarze Pumpe Gas Veb | Verfahren zur sicheren bekohlung von druckgasgeneratoren |
| DD239000A1 (de) * | 1985-07-03 | 1986-09-10 | Schwarze Pumpe Gas Veb | Verfahren und vorrichtung zur sicheren bekohlung von druckgasgeneratoren |
-
1991
- 1991-01-21 DE DE19914101568 patent/DE4101568A1/de active Granted
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE4101568A1 (de) | 1992-07-23 |
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