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Vorrichtung zum Einschalten oder Festhalten der Betonungsvorrichtungen
bei pne umatischen Dlusikwerken. Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zum Einschalten oder Festhal'en von Betonungsvorrichtungen bei pneumatischen Musikwerken
mit Fuß- oder elektromotorischem Antrieb.
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Die Instrumente werden, -wie bekannt, durch gelochte Notenrollen bedient,
auf denen sich neben den Schlitzen oder fortlaufenden Lochungsreihen fÜr die Töne
auch Schlitze oder Lochungen für die Betonungsvorrichtungen befinden, und zwar die
letzteren meistens an den Rändern der Notenrollen. Die Betonungslächer der Note
wirken auf die Piano- und Fortezüge und auf die Luftdrosselung für Pianospiel use.
ein. Die neue Vorrichtung soll ermöglichen, daß verschiedene Notenrollensyseme,
z. B. 88tönige oder 73tÖnige, verwendet werden können. Die Saugstöcke für 88tönige
Notenrollen 'haben beispielsweise sehr dicht aneinander befindliche Luftlöcher,
die 73tönigen weiter auseinanderstehende, und dementsprechend sind auch die zugeltörigen
Notenrollenlochungen angeordnet. Der Raum an der Seite der Notenrolle, welcher bei
88töriigen Rollen übrigbleibt, ist nur sehr knapp bemessen. Bei diesen engen Teilungen,
d.h. also bei einem schmalen Notenrollensystem, kann man am Rand der Notenrolle
nicht gut Schlitzstanzungen ausführen, zumal wenn es sich um lange Betonungen handelt,
da die Notenrolle zu sehr geschwächt werden #würde. Das Papier würde sich an seinen
Längskanten zusammenschieben oder umlegen, und die Ränder würden defekt werden.
Man verwendet deshalb* statt eines Schlitzes oder einer Lochreihe nur ein Loch für
das Anstellen der Betonungsvorrichtung und ein später folgendes Loch für das Abstellen
derselben auf der Notenrolle, so daß der ganze zwischen beiden befindliche Zwischenraumi
ungeschwächt bleibt.
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Die neue Vorrichtung bezieht sich nun auf
ein Ventil,
vorteilhaft ein Kippventil, dessen Einrichtung so getroffen ist, daß es die Betonungsvorrichtung
sowohl dann an- und abstellt, wenn nur Anfangs- und Endlöcher zum An- und Abstellen
der Betonungsvorrichtung, vorhanden sind, als auch. wie z.B. bei den breiteren 73er
Notenrollen dann, wenn Schlitze oder Lochreihen vorhanden sind, welche die Betonungsvorrichtung
anstellen und während ihrer überlaufzeit über dem entsprechenden Loch des Saugstockes
in Tätigkeit halten.
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Abb. i zeigt ein solches Ventil, als Kippventil ausgebildet, im Schnitt.
In Abb. 2
ist ein 88 töniger, in Abb. 3 ein 73töniger Saugstock
dargestellt.
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Das Ventil d besitzt bei o und n Abdichtungsplättchen gegenüber
den Öffnungen p
und it, ist um die Achse J schwingbar und oben durch ein Bleiplättchen
e belastet. i und g sind Membranen, welche auf die-Stößel k und h
einwirken können. Der Stößel k hat einen größeren Abstand a, der Stößel
li einen kleineren Abstand b vom Schwingpunkt f.
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Angenommen, es werde eine 88tönige No-' tenrolle mit einem Anfangs-
und einem Endloch im obigen Sinne für die Betonung verwendet. Erscheint das Anfangsloch
über dein entsprechenden Betonungsloch x des Saugstockes, welches zu der Röhrenleitung
t der Membran i gehört, so wird diese Membran hochgehoben und damit auch
der Stift k. Er klappt das Ventil d nach rechts herüber, und es bleibt
durch sein Schwergewicht in dieser Lage. Infolgedessen tritt Außenluft in bekannter
Weise in die öffnung p, und diese geht. durch Rohr in zu den Betonungsvorrichtungen
oder Forte- und Pianozügen und löst hierdurch die bekannte Wirkung aus, so daß das
Instrument dann leise oder mittelleise spielt, je nach dem Notenrollenloch,
für welches die Wirkung eingestellt ist.
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Das zweite oder Endloch auf der Notenrolle für die Ausschaltung der
Betonungsvorrichtung ist gegenüber dem ersten seitlich versetzt, und ihm entspricht
ein Loch y
au! dem Saugstock, das mil- de.n Loch s des Ventils in #er#,indung
steht. Konimt das Endloch des Notentlattes mit dem Loch y des Saugstockes
zur Dec)cung, so tritt Außenluft unter die Membran g«. Diese wird aufgeblasen, und
der Stift li stößt das Ventil d
in die gezeichnete Lage nach links, wobei
es die öffnung p wieder verschließt. Man hat dann also wieder normale Spielwirkung.
Verwendet man nun bei Benutzung desselben Instrumentes einen anderen Saugstock mit
anderen Notenblättern, z. B. 73tönige gemäß Abb. 3, bei denen Schlitze oder
ganze Lochreih#en für die Betonung vorgesehen sind, so ist die Wirkung folgende:
Mit den Schlitzen steht das Rohr s in Verbindung, so daß bei Luftzutritt
der Stößel h das Ventil dauernd in die links gezeichnete Lage drückt. Dieser Stift
li befindet sich näher am Drehpunkt als der Stiftk der zweiten Membran. Erscheint
nun die Schlitzreihe für das Rohr t auf der Notenrolle über der Öffnung des Saugstockes,
so bläst sich die Membran i auf und der Stift k
drückt das Ventil nach rechts,
wobei er infolge seines längeren Hebelabstandes a gegenüber dem Stift li eine Überkraft
besitzt. Das Ventil bleibt also kraftschlüssig so lange nach rechts übergekippt,
als dieser Schlitz über seiner Saugstocköffnung gleitet, und die Außenluft kann,
wie früher beschrieben, durch die öffnung p eintreten. Ist der Schlitz oder
die Lochreihe zu Ende, so fällt das Ventil d wieder unter dem Einfluß des
Stiftes A nach links.
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Statt dieser auf verschiedener Hebelarmlänge a und b beruhenden
überdruckwirkung könnte auch das Ventil 1 größer als das Ventil
g ausgefülhrt sein.