DE40346C - Einrichtung zum Reguliren des Druckes beim Blasen von Glas mittelst comprimirter Luft - Google Patents
Einrichtung zum Reguliren des Druckes beim Blasen von Glas mittelst comprimirter LuftInfo
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-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
- C03B9/00—Blowing glass; Production of hollow glass articles
- C03B9/08—Finish-blowing with compressed air of blanks blown with the mouth
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
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- C03B9/02—Blowing glass; Production of hollow glass articles with the mouth; Auxiliary means therefor
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Luftregulator, welcher dem Glasmacher an der
Standbühne ermöglicht, bei Herstellung von Hohlgläsern durch Treten eines Fufshebels die
von der Windleitung aus durch das Blasrohr in die glühende Glasmasse einzublasende Luftmenge
zu reguiiren.
Bei bisherigen Apparaten mufs der Glasmacher bei Herstellung gewisser Glasgegenstä'nde
und besonders bei solchen von kleinen Abmessungen einen sehr grofsen anfänglichen
Luftdruck schaffen, ehe er diesen nach Mafsgabe des Blasens des Gegenstandes abnehmen
läfst. Der Glasmacher erreichte dies durch eine Reihe kleiner Luftzuführungen,, welche
durch mehrfach auf einander folgendes Niederdrücken des den Vertheilungshahn mit selbstthätigem
Abschlufs bethätigenden Tritthebels bewirkt wurde.
Dieser Betrieb erfordert jedoch eine sehr grofse Geschicklichkeit und hat ' nicht immer
das gewünschte Ergebnifs im Gefolge.
Zur Beseitigung dieser Uebelstä'nde verbinden Erfinder bei Herstellung von kleinen
Hohlglasgegenständen mit Glasblaseapparaten einen Regulirapparat, welcher, als Differentialregulator wirkend, den bisher verwendeten
Hahn mit selbstthätigem Abschlufs ersetzen soll.
Dieser Regulirapparat besteht aus einem Behälter von beliebiger Gestalt, dessen Innenraum
vor dem Blasen der betreffenden Gegenstände durch eine vom Glasmacher bewirkte
Ein stellung vergröfsert oder verringert werden kann. Dieser Innenraum, wird. abwechselnd
mit dem Luftcompressor oder dem von letzterem gespeisten Accumulator und mit dem
zu blasenden Gegenstande in Verbindung gesetzt, der sich am Ende der Pfeife befindet.
Diese Verbindung wird durch eine. Schiebervertheilung bewirkt, welche so regulirt wird,
dafs bei der vom Glasmacher erfolgenden Bewegung des Tritthebels keiner dieser Innenräume
jemals mit der äufseren Atmosphäre in Verbindung tritt.
Der Druck dieses Innenraumes gleicht sich also abwechselnd mit dem Druck in. dem
Accumulator und demjenigen in dem Hohlglasgegenstand beim Blasen aus und werden die dabei auf einander folgenden Drucke hinsichtlich
ihrer Intensität und ihres Werthes durch das bekannte Dalton'sche Gesetz für die
Mischung von Gasen regulirt.
Ist v1 das Volumen des Innenraumes, p1 der
in demselben vorhandene Luftdruck, der gleich dem Accumulatordruck ist. Ist ferner ν das
Volumen des zu blasenden Gegenstandes und der zu ihm führenden Röhren, ρ der darin
vorhandene Drück, der beim Beginn des Blasens gleich dem Atmosphärendruck ist, so
ist der Druck P des Gemisches
■ ' v + v1 v + v1 ν -\- v1
Hieraus ergiebt sich, dafs man ohne Aenderung der Druckwerthe ρ ρ l den Druck P in
den weitesten Grenzen ändern kann, dadurch, dafs man das Volumen v1 ändert.
Bei einer zweiten Pedalbewegung ergiebt sich ein Druck: .
V + V1
und bei dritter Bewegung
3)
2~ + 1
und so fort, so dafs durch die nach einander erfolgenden Verstellungen des Schiebers mittelst
Fufshebels progressiv zunehmende Drucke erzielt werden, deren Stärke durch Veränderung
des Volumens des Regulatorinnenraumes insofern regulirt werden kann, als man das Verhältnifs
ändert.
Diese Druckvermehrung entspricht in der vollkommensten Weise den Bedürfnissen, welche
das Blasen von Glasgegenständen erfordert; dieses Blasen mufs im umgekehrten Verhältnifs
zu der geringeren Dehnbarkeit des Glases zunehmen, die sich nach der Abkühlung des
Gegenstandes bei seiner Herstellung richtet.
Ist der zu blasende Gegenstand von sehr geringer Abmessung, so sind die beiden oben
genannten Volumina (ν ν 1J sehr klein, so dafs
der Luftbehälter in dem Schieber selbst angeordnet werden kann.
In der beiliegenden Zeichnung sind zwei von einander verschiedene Regulirvorrichtungen
dargestellt.
Fig. i, 2 und 3 zeigen im Schnitt, Stirnansicht
und Grundrifs einen Druckregulator für Glasgegenstände mittlerer Gröfse. Der Innenraum
ist hier durch einen Cylinder T gebildet, dessen Rauminhalt durch einen verstellbaren,
durch Klemmschraube V festgehaltenen Kolben verändert werden kann. R ist ein Hahn zur
Verbindung des Cylinders T und des Schiebers Q durch Rohr A. B ist ein Kanal,
welcher mit dem Accumulator, C ein ebensolcher Kanal, welcher mit dem zu blasenden
Gegenstande in Verbindung steht. Durch Druck des Glasmachers auf den Fufstritt kann nach
Bedarf der Schieber Q verschoben werden, und wird abwechselnd Rohr A, d. i. der
Cylinder, mit B oder C in Verbindung gesetzt. Feder S schiebt den Schieber Q. nach
dem Aufheben des Druckes auf den Tritthebel in seine Anfangsstellung zurück.
Die Fig. 4, 5 und 6 zeigen im Grundrifs, Querschnitt und Vorderansicht eine anderweite
Anordnung eines Regulirapparates, der besonders für das Blasen sehr kleiner Gegenstände,
vornehmlich für Perlen bestimmt ist. Bei dieser Anordnung wirkt Schieber Q. selbst als Innenraum
und wird derselbe durch die mit dem Tritthebel verbundene Stange A : abwechselnd
mit B und C, also dem Accumulator für die verdichtete Luft und dem zu blasenden
Gegenstande in Verbindung gesetzt. Feder 5 führt bei dieser Anordnung ebenfalls den
Schieber Q. in seine Anfangsstellung zurück, wenn der Glasmacher den Tritthebel nicht mehr
mit seinem Fufse belastet. Bei dieser vereinfachten Anordnung wird der Schieberinnenraum
durch einen mit Aufsengewinde versehenen Pfropfen E regulirt. Man kann den
Innenraum durch einen von einem elastischen dehnbaren Material umschlossenen Raum ersetzen,
dessen Volumen durch einen Hahn zu reguliren ist, wie derselbe auch durch einen nicht ausgebohrten Cylinder ersetzt werden
kann, in dem ein nicht abgedrehter Plunger oder Kolben gleitet; letzterer wirkt auf einen
durch ein elastisches, dehnbares Material abgeschlossenen Raum, dessen Volumen durch den
Kolben verändert wird. Auch kann der Raum von einem kolbenlosen Cylinder gebildet
werden, an dessen Mündung ein dehnbarer Raum aufgeblasen wird, so dafs der Cylinder immer den nöthigen Raum beibehält,
wie auch andere Anordnungen zu gleichem Zwecke getroffen werden können.
Die in den Figuren dargestellte Schieberanordnung kann natürlich auch durch eine Hahnanordnung
ersetzt werden.
Fig. 7, 8 und 9 zeigen in Längsansicht, Querschnitt und Grundrifs die Anordnung des
vorbeschriebenen Differentialregulators bei einer Glasbläserbank. D ist die Hülse, in welcher
der Glasmacher das Ende der Pfeife steckt und welche die verdichtete Luft von der
Leitung F erhält; vor diesem Uebertritt geht jedoch diese Luft durch den vorbeschriebenen
und in Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Regulator F hindurch. Fufstritt P wirkt durch geeignete
Winkelhebel auf die Stange G ein, die eine Verschiebung des Schiebers Q. bewirkt.
H ist der Wagen, welcher die Hülse D trägt und eine für ein regelmäfsiges Blasen nöthige
Bewegung der Pfeife und. des Arbeitsstücks ermöglicht.
Claims (2)
1. Die Einschaltung eines auf dem Gesetze für Drucke von Gasgemischen basirenden
Differentialregulators (T) in die Druckleitung, dessen Innenraum nach Bedarf
verändert und der durch Schieber (Q) abwechselnd mit dem Luftcompressor und
dem zu blasenden Gegenstande verbunden werden kann (Fig. 1, 2 und 3).
2. Die vereinfachte Anordnung dieses Regulators, bei welchem der Schieber (Q)
unter Wegfall des Cylinderraumes selbst den veränderlichen Raum für die comprimirte
Luft bildet (Fig. 4, 5 und 6).
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE40346C true DE40346C (de) |
Family
ID=315912
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT40346D Expired - Lifetime DE40346C (de) | Einrichtung zum Reguliren des Druckes beim Blasen von Glas mittelst comprimirter Luft |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE40346C (de) |
-
0
- DE DENDAT40346D patent/DE40346C/de not_active Expired - Lifetime
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