DE4033677A1 - Verfahren zur konstanthaltung der temperatur in der duese einer transfer-presse - Google Patents
Verfahren zur konstanthaltung der temperatur in der duese einer transfer-presseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Kon
stanthaltung der Temperatur in der Düse einer Transfer-
Presse für die Herstellung und Ausvulkanisation von Gum
mi-Formartikeln; wobei die unvulkanisierte Kautschukmi
schung im Transferzylinder vorgewärmt und mittels des
Transfer-Kolbens durch die Düse in das Formennest trans
feriert wird, sowie eine isotherme Transfer-Düse zur
Durchführung dieses Verfahrens.
Beim Transfer-Verfahren wird üblicherweise die für eine
Füllung der Formennester erforderliche Menge der ent
sprechenden Kautschukmischung im oberen Teil der Vulkani
sierform in den Transferzylinder eingelegt und anschlie
ßend über die Düse in die Formennester transferiert. Da
bei verbleibt stets eine 2-4 mm starke Kautschukmatte
im Transferzylinder und im Düsenkanal, die mit ausvulka
nisiert, da die Bodenplatte des Transferzylinders die
gleiche Temperatur annimmt wie die eigentlichen Formen
nester. Selbst wenn man den unteren Bereich des Transfer
zylinders gesondert kühlen und auf einer Temperatur un
terhalb der Vulkanisationstemperatur des Kautschuks hal
ten würde, würde dann immer noch der Kautschuk im Düsen
kanal aus- oder anvulkanisieren und die Düse verstopfen.
Insgesamt ergibt sich also durch den verbleibenden
Kautschuk im Transferzylinder und in der Düse ein relativ
hoher Materialverlust, abgesehen von den zeitlichen Ver
zögerungen bei den einzelnen Vulkanisationszyklen durch
erforderliches Entfernen der vulkanisierten Reste.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren zur Konstanthaltung der Temperatur in der Düse und
im Transferzylinder auf einem relativ niedrigen Niveau
anzugeben, wodurch eine Temperatur gehalten wird, die un
terhalb der Vulkanisationstemperatur der Kautschukmi
schung liegt und damit sicher gewährleistet, daß die in
der Düse und im Transferzylinder befindlichen Mischungs
anteile nicht vorzeitig an- oder ausvulkanisieren.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen,
daß der untere Bereich der Düse im Bereich der Austritts
öffnung zum Formennest von einer in einem abgeschlossenen
Ringraum enthaltenen Flüssigkeit gekühlt wird, die bei
Temperaturanstieg verdampft und im kälteren, oberen Teil
des Ringraumes wieder kondensiert und zum Flüssigkeitsbe
reich zurückläuft.
Durch diese nahezu isotherme Verdampfung und Rückkonden
sation wird die Düsenwandung praktisch auf der Verdamp
fungstemperatur der Flüssigkeit gehalten, die allein ab
hängig ist von dem sich über der Flüssigkeit einstellen
den Dampfdruck und damit auch vom Volumenanteil des flüs
sigkeitsfreien Ringraumes oberhalb des Flüssigkeitsspie
gels.
Zweckmäßigerweise wird als Flüssigkeit Wasser verwendet,
da diese Flüssigkeit eine hohe Verdampfungsenthalpie auf
weist, damit der Düsenwandung ein Optimum an Wärme ent
zieht und darüber hinaus in einem Temperaturbereich ver
dampft, der sicher unterhalb der Vulkanisationstemperatur
der Kautschukmischung liegt.
Die Erfindung bezieht sich darüber hinaus auf eine ent
sprechende isotherme Transfer-Düse zur Durchführung des
genannten Verfahrens. Dabei ist erfindungsgemäß vorgese
hen, daß oberer und unterer Bereich der Bodenplatte des
Transferzylinders voneinander isoliert sind und ein die
Bodenplatte durchsetzender Düseneinsatz konzentrisch und
mit Abstand von einer zweiten Wandung umgeben ist derart,
daß zwischen dem Düseneinsatz und der zweiten Wandung ein
abgeschlossener, druckdichter Hohlraum gebildet ist und
daß dieser Hohlraum teilweise mit Wasser gefüllt ist.
Dabei ist es im einzelnen zweckmäßig, wenn die Bodenplat
te horizontal in eine obere und eine untere, durch eine
Isolierschicht voneinander getrennte Platte unterteilt
ist und daß zwischen unterer Platte und äußerer Wandung
des Düseneinsatzes eine weitere Isolierschicht vorgesehen
ist.
Die äußere Wandung kann sich stufenweise verengend die
Bodenplatte auf ihrer gesamten Höhe durchsetzen und mit
ihrem unteren Ende das Düsenmundstück bilden, auf das
innen der konisch zulaufende Düseneinsatz flüssigkeits
dicht aufgesetzt ist.
Zweckmäßigerweise ist der Hohlraum zwischen äußerer Wan
dung und Düseneinsatz am oberen Ende mit einem eingesetz
ten Ring flüssigkeitsdicht abgeschlossen.
Als besonders zweckmäßig hat es sich erwiesen, wenn der
Hohlraum zu etwa 1/3 mit Wasser gefüllt ist.
Dabei sollte der Hohlraum ein Volumen von etwa
1-20 cm3 aufweisen.
Anhand einer schematischen Zeichnung ist Aufbau und Funk
tion einer isothermen Transfer-Düse nach der Erfindung
näher erläutert.
Dabei zeigt die einzige Figur einen Teillängsschnitt
durch die Bodenplatte eines Transferzylinders mit der
eingesetzten Transfer-Düse.
Wie man aus der einzigen Figur ersieht, ist die Boden
platte 1 in zwei horizontale Platten 2 und 3 unterteilt,
die durch eine Isolierschicht 4 voneinander getrennt
sind. Die obere Platte 2 bildet die Stirnfläche des nicht
näher dargestellten Transferzylinders mit dem Transfer
kolben, während die untere Platte 3 die eigentlichen,
ebenfalls nicht näher dargestellten Formennester nach
oben abschließt.
Die Platten 2 und 3 sind nunmehr von der eigentlichen
Transfer-Düse 5 durchsetzt, die aus dem innenliegenden
Düseneinsatz 6 sowie einer dazu in Abstand geführten
außenliegenden zweiten Wandung 7 gebildet ist, die zwi
schen sich einen Hohlraum 8 einschließen.
Konstruktionsmäßig kann dabei die außenliegende Wandung 7
so ausgebildet sein, daß sie sich stufenweise nach unten
verengt und mit ihrem unteren Ende das eigentliche Düsen
mundstück 9 bildet, auf das dann der Düseneinsatz 6, der
sich nach oben geringfügig konisch erweitern kann, flüs
sigkeitsdicht aufgesetzt ist. Der obere freie Spalt zwi
schen Düseneinsatz 6 und äußerer Wandung 7 ist durch
einen eingesetzten Ring 10 flüssigkeitsdicht abgeschlos
sen. Im unteren Bereich ist die äußere Wandung 7 eben
falls von einer Isolierschicht 11 umgeben, die eine Iso
lierung zu der unteren, direkt an das Formennest angren
zenden Platte 3 bildet.
Der Hohlraum 8 ist nunmehr, wie aus der Zeichnung er
sichtlich, etwa zu 1/3 mit einer Flüssigkeit 12, zweck
mäßigerweise Wasser gefüllt.
Die Funktionsweise dieser Transfer-Düse ist etwa die fol
gende: Die in den Transferzylinder eingelegte Kautschuk
mischung wird etwa auf 80-120°C vorgewärmt und dann
über die Düse 5 in das Formennest transferiert. Je nach
Düsenform durchwärmt sich die Mischung dann noch einmal
um 10-40°, so daß dann die Anfangstemperatur im Formen
nest etwa bei 120°C liegt, aber auch bis 150°C erreicht
werden können. Bei entsprechenden Temperaturen über 100°C
verdampft dann das Wasser 12 im Hohlraum 8, wobei der im
freien Hohlraum aufsteigende Wasserdampf an den kühleren
Wandflächen im Bereich der oberen Platte 2, die ent
sprechend temperiert ist, kondensiert und zum unteren
Flüssigkeitsbereich 12 zurückläuft.
Damit wird also erreicht, daß über die gesamte Höhe des
Düseneinsatzes 6 bis einschließlich zum Mundstück 9 die
gleiche Temperatur herrscht, und zwar die Temperatur des
oberen Bereiches der Platte 2. Damit bleibt der im Düsen
kanal enthaltene Mischungsanteil sowie die Mischung im
Transferzylinder stets auf einer Temperatur unterhalb der
Vulkanisationstemperatur und kann somit nicht mehr vor
zeitig aushärten.
Der wesentliche Vorteil dieses Verfahrens liegt vor allem
in der Materialeinsparung und der guten Durchwärmung der
Mischung im Transferzylinder, da nach dem beschriebenen
Verfahren die Mischung einen ganzen Vulkanisationszyklus
im Transferzylinder verbleiben kann und dort bei einer
vergleichsweise dünnen Schichtdicke völlig auf die Tem
peratur des Transfer-Kolbens und -Zylinders aufgewärmt
wird, wobei ein typischer Mittelwert etwa 110°C beträgt.
Darüber hinaus ist bei höheren Transferdrücken auch eine
Starttemperatur im Formennest von bis zu 150° zu er
reichen, wodurch die Vulkanisationszeit erheblich verrin
gert werden kann, und zwar etwa in der gleichen Größen
ordnung wie beim bekannten Injection-Molding-Verfahren,
jedoch mit erheblich geringeren Investitions- und Rüstko
sten und einem geringeren Materialverlust beim Mischungs
wechsel. Damit wird das Transfer-Verfahren mit nur gerin
gem Aufwand praktisch dem Injection-Molding-Verfahren
ebenbürtig.
Claims (8)
1. Verfahren zur Konstanthaltung der Temperatur in
der Düse einer Transfer-Presse für die Herstellung und
Ausvulkanisation von Gummi-Formartikeln, wobei die unvul
kanisierte Kautschukmischung im Transferzylinder vorge
wärmt und mittels des Transfer-Kolbens durch die Düse in
ein Formennest transferiert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der untere Bereich der Düse im Bereich der Austritts
öffnung zum Formennest von in einem abgeschlossenen Ring
raum enthaltener Flüssigkeit gekühlt wird, die bei Tem
peraturanstieg verdampft und im kälteren, oberen Teil des
Ringraumes wieder kondensiert und zum Flüssigkeitsbereich
zurückläuft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß als Flüssigkeit Wasser verwendet wird.
3. Isotherme Transfer-Düse zur Durchführung des
Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
oberer und unterer Bereich der Bodenplatte (1) des Trans
ferzylinders voneinander isoliert sind und ein die Boden
platte (1) durchsetzender Düseneinsatz (6) konzentrisch
und mit Abstand von einer zweiten Wandung (7) umgeben ist
derart, daß zwischen dem Düseneinsatz (6) und der zweiten
Wandung (7) ein abgeschlossener, druckdichter Hohlraum
(8) gebildet ist und daß dieser Hohlraum (8) teilweise
mit Wasser (12) gefüllt ist.
4. Isotherme Transfer-Düse nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Bodenplatte (1) horizontal in
eine obere und eine untere, durch eine Isolierschicht (4)
getrennte Platte (2, 3) unterteilt ist und daß zwischen
unterer Platte (3) und äußerer Wandung (7) des Düsenein
satzes (5) eine weitere Isolierschicht (11) vorgesehen
ist.
5. Isotherme Transfer-Düse nach Anspruch 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die äußere Wandung (7) sich
stufenweise verengend die Bodenplatte (1) auf ihrer ge
samten Höhe durchsetzt und mit ihrem unteren Ende das Dü
senmundstück (9) bildet, auf das innen der konisch zulau
fende Düseneinsatz (6) flüssigkeitsdicht aufgesetzt ist.
6. Isotherme Transfer-Düse nach Anspruch 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hohlraum (8) zwischen äußerer
Wandung (7) und Düseneinsatz (6) am oberen Ende mit einem
eingesetzten Ring (10) flüssigkeitsdicht abgeschlossen
ist.
7. Isotherme Transfer-Düse nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hohlraum (8) zu etwa 1/3 mit Was
ser (12) gefüllt ist.
8. Isotherme Transfer-Düse nach Anspruch 3 und 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum (8) ein Volumen
von etwa 1-20 cm3 aufweist.
Priority Applications (1)
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| DE19904033677 DE4033677A1 (de) | 1990-10-23 | 1990-10-23 | Verfahren zur konstanthaltung der temperatur in der duese einer transfer-presse |
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Cited By (3)
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-
1990
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Non-Patent Citations (2)
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|---|
| FEIK, G.: Temperieren von Spritzgießformen mit Wärmeleitstiften. In: Kunststoffe-Plastics, 1982, S. 13-18 * |
| Wärmeleitungsröhrchen: In: Kunststoff-Journal, 7/80, S. 23 * |
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