DE4031806C2 - Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode - Google Patents
Galvanisches Element mit negativer ZinkelektrodeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode, einer positiven
Metalloxidelektrode und einem alkalischen Elektrolyten, wobei die Zinkelektrode einen Strom
ableiter mit einer metallischen Oberflächenbeschichtung besitzt, welche eine Verminderung der
Gasentwicklung in der Zelle bewirkt.
Das Anwendungsgebiet der Erfindung erstreckt sich im wesentlichen auf Zellen vom Alkali-
Mangan-Typ, aber auch auf andere alkalische Zellen mit Zinkelektroden, z. B. der Systeme
Silberoxid-Zink oder Luft-Zink.
Bekanntlich ist Zink im alkalischen Medium thermodynamisch instabil, so daß die Zinkelektro
den galvanischer Zellen einem Korrosionsprozeß unterliegen, welcher die Lebensdauer der
Zellen verkürzt. Vor allem kann es infolge der parasitären Wasserstoffentwicklung zu einem
unzulässig hohen Druckanstieg im Gehäuseinnern kommen, so daß Elektrolytflüssigkeit an
Schwachstellen der Gehäusewandung, gegebenenfalls auch durch geborstene Sicherheits
membranen, nach außen tritt.
Durch Amalgamierung des Zinkpulvers läßt sich die Gasbildung in den Zellen weitgehend un
terdrücken. Es ist auch bekannt, zur Reduzierung der Quecksilbermenge lediglich den Strom
ableiter zu amalgamieren (DE-A 32 46 957), was allerdings ebenfalls noch zu einem uner
wünschten Quecksilbergehalt führt.
Aus der US-A 4 592 974 ist zu entnehmen, daß bei der Herstellung quecksilberfreier Zellen als
aktives Material ein Zinkpulver, welches mit einer Legierung bestehend aus den Metallen Wis
mut, Blei, Indium, Cadmium und Gallium beschichtet ist, verwendet werden kann.
Dabei hat man wegen der starken Toxizität des Quecksilbers unter dem Zwang der verschärf
ten Gesetzesauflagen für den Umweltschutz die Quecksilbergehalte von Zinkelektroden auf ein
notwendiges Minimum zu beschränken und schließlich bis auf den Gehalt Null herabzusetzen
gesucht, denn selbst der zur Abwendung der Korrosion erforderliche Mindesteinsatz an Queck
silber, der über 0,1% liegt, ist nicht erwünscht.
Da andererseits die üblichen Ableiter von Zinkelektroden aus Messing oder Kupfer bzw. Legie
rungen desselben bestehen, d. h. durchweg aus Metallen, die eine geringe Wasserstoffüber
spannung besitzen, wird die Wasserstoffentwicklung nur vom aktiven Elektrodenmaterial zum
Stromkollektor hin verlagert. Auch können Unreinheiten oder Inhomogenitäten in den Ableiter-
Oberflächen eine Gasung stimulieren.
Dieser nachteilige Effekt ist bei Messingableitern allenfalls reduziert, ver
mutlich weil sich die Amalgamierung des Anodenzinks durch Quecksilber
wanderung über die Lösungsphase auf das Messing überträgt.
Dagegen wurde bei Verwendung von quecksilberfreiem Zink beobachtet, daß
die Gasung in den Zellen insbesondere auf den negativen Stromableiter ent
fiel.
Nach der JP-A-60/221 958 läßt sich die Wasserstoffentwicklung in einer
quecksilberfreien alkalischen Zelle stark einschränken, wenn der negative
Elektrodenableiter mit einem Metall hoher Wasserstoffüberspannung, nament
lich Gallium, Indium oder Thallium, beschichtet ist.
Zumindest zwei dieser Metalle, nämlich Indium und Thallium, sind offenbar
auch in quecksilberhaltigen Alkalizellen als Inhibitoren einer Wasserstoffent
wicklung wirksam, denn sie werden in einer Anzahl von Patentveröf
fentlichungen dort ebenfalls in Verbindung mit dem negativen Stromkollektor
genannt. Dabei sind sie entweder in der Oberflächenschicht des Stromablei
ter-Metalls als Legierungselemente vertreten (vgl. z. B. JP-A- 61-61 364, JP-
A- 63-195 956, JP-A- 61-93 558) oder sie bedecken die Ableiter-Oberfläche
in einer geschlossenen Schicht (vgl. z. B. JP-A- 63-195 958)
Allen diesen bekannten quecksilberhaltigen Alkalizellen bzw. Zellen mit amal
garnierten Zinkelektroden ist gemeinsam, daß anstelle der genannten IIIa-
Gruppenelemente sowie weiteren Metallen stets auch Wismut (Gruppe Va) als
Dotierungselement für den negativen Stromkollektor infrage kommt. Der JP-
A-62 47 961 entnimmt man ferner, daß eine Wismut-Beschichtung des nega
tiven Ableiters sogar Quecksilber aus der amalgamierten Zinkpaste auf sich
zieht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das nach wie vor aktuelle Kor
rosionsproblem der negativen Zinkelektrode mit möglichst einfachen Mitteln
zu überwinden und dabei zugleich eine umweltfreundliche Alkalizelle ver
fügbar zu machen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem galvanischen Element gelöst,
wie es im Patentanspruch 1 definiert ist.
Es wurde überraschenderweise gefunden, daß in einer alkalischen Zelle mit
einer quecksilberfreien Zinkelektrode die Gasung höchstens das Ausmaß wie
mit einer amalgamierten Zinkelektrode und einem üblichen Messingableiter er
reicht, wenn die Oberfläche des Ableiters von einer geschlossenen Schicht
aus Wismut gebildet ist. Das neue galvanische Element teilt dank der erfin
dungsgemäßen Maßnahme mit herkömmlichen quecksilberhaltigen Alkalizellen
die Eigenschaften geringer Gasungsneigung, guten Langzeitverhaltens und
guter Lecksicherheit, ohne daß es wie jene mit einem Aufwand hochgiftiger
Hilfsstoffe, die außerdem Schutzvorkehrungen für das Personal in der Ferti
gung verlangen, umweltbelastend ist.
Das zur Elektrodenherstellung verwendete Zinkpulver kann Hüttenzink mit den
üblichen Verunreinigungen an Fremdmetallen oder auch raffiniertes Zink sein.
Es ist "quecksilberfrei" jedoch in dem Sinne, daß es keiner irgendwie geziel
ten Amalgamierung unterworfen wurde.
Die Wismut-Beschichtung des Elektrodenableiters kann sowohl auf galvani
schem Wege als auch stromlos, nämlich in Tauchbädern mit Badlösungen aus
Wismutsalzen, gegebenenfalls in Gegenwart starker Reduktionsmittel,
erfolgen.
Erfindungsgemäß soll der Wismutüberzug porenfrei sein. Um dies zu gewähr
leisten, ist eine Auflagendicke von mindestens 0,2 µm, vorzugsweise 0,5 bis
3 µm erforderlich.
Das Grundmaterial des Stromableiters kann aus verschiedenen Metallen be
stehen, sollte vorzugsweise jedoch aus Messing, Kupfer oder Neusilber (55-60%
Cu, 12-26% Ni, 19-31% Zn) gebildet sein. Ein geeignetes Grund
material stellen u. a. die bei Rundzellen vielfach verwendeten Messingnägel
dar. Wichtig ist nur, daß dieses Grundmetall durch die Wismutschicht gegen
den Elektrolyten sicher abgedeckt ist.
Der Vorteil der erfindungsgemäßen Maßnahme konnte durch vergleichende
Zellenversuche nachgewiesen werden.
Zu diesem Zweck wurden alkalische Mangandioxid-Zinkzellen zu einem Teil
nach herkömmlichem Fertigungsrezept unter Verwendung eines amalgamier
ten Anodenzinks (0,13% Hg) und eines üblichen Stromableiters aus Messing,
zu einem anderen Teil mit dem gleichen Stromableiter und quecksilberfreiem
Zink, und zu einem dritten Teil mit quecksilberfreiem Zink und wismutbe
schichtetem Messingableiter gebaut. Die Wismutbeschichtung war porenfrei
und zum einen Teil durch chemische Abscheidung (ohne Strom), zum anderen
Teil galvanisch (mit Strom) erzeugt.
Alle Zellen wurden für 28 Tage bei 70°C gelagert. Danach wurden die in
neren Gasvolumina gemessen
Nachstehende Übersicht faßt die Versuchsergebnisse zusammen:
Danach zeigten die Zellen mit quecksilberfreiem Anodenzink und einer erfin
dungsgemäßen Wismutbeschichtung des Ableiters die geringste Gasent
wicklung, welche im Mittel sogar noch deutlich unter derjenigen bei den Zel
len mit amalgamiertem Zinkpulver lag.
Die Erfindung zeigt somit einen Weg auf, der es möglich macht, auf die Ver
wendung von Quecksilber in alkalischen Zellen mit Zinkelektroden gänzlich zu
verzichten und dennoch die Gasungsneigung dieser Zellen mindestens auf den
Umfang zu reduzieren, der bei den handelsüblichen Zellen mit geringem
Quecksilbergehalt bisher als unvermeidlich hingenommen wurde.
Claims (4)
1. Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode, einer Positiven Me
talloxidelektrode und einem alkalischen Elektrolyten, wobei die
Zinkelektrode einen Stromableiter mit einer metallischen Oberflächen
beschichtung besitzt, welche eine Verminderung der Gasentwicklung in
der Zelle bewirkt, dadurch gekennzeichnet, daß die Zinkelektrode aus
quecksilberfreiem Zink besteht und daß das Grundmaterial des Ableiters
mit Wismut überzogen ist.
2. Galvanisches Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Grundmaterial des Ableiters aus Messing, Kupfer oder Neusilber be
steht.
3. Galvanisches Element nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Wismutüberzug des Ableiters auf galvanischem Wege oder durch
stromlose Metallabscheidung aus einer Badlösung von Wismutsalzen,
gegebenenfalls in Gegenwart reduzierender Substanzen, erzeugt ist.
4. Galvanisches Element nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Dicke des Wismut-Überzuges mindestens 0,2 µm, vorzugsweise 0,5
bis 3 µm, beträgt.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE4031806A DE4031806C2 (de) | 1990-10-08 | 1990-10-08 | Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4031806A DE4031806C2 (de) | 1990-10-08 | 1990-10-08 | Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4031806A1 DE4031806A1 (de) | 1992-04-09 |
| DE4031806C2 true DE4031806C2 (de) | 1998-08-27 |
Family
ID=6415812
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4031806A Expired - Fee Related DE4031806C2 (de) | 1990-10-08 | 1990-10-08 | Galvanisches Element mit negativer Zinkelektrode |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4031806C2 (de) |
Families Citing this family (2)
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|---|---|---|---|---|
| US5188869A (en) * | 1990-08-14 | 1993-02-23 | Eveready Battery Company, Inc. | Process for burnishing anode current collectors |
| CN119650574A (zh) * | 2024-12-12 | 2025-03-18 | 上海同盛科工程技术有限公司 | 一种锌负极导电电场屏蔽层及其制备方法和应用 |
Citations (2)
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| DE3246957A1 (de) * | 1982-12-18 | 1984-06-20 | Varta Batterie Ag, 3000 Hannover | Galvanisches element |
| US4592974A (en) * | 1984-08-15 | 1986-06-03 | Dowa Mining Co., Ltd. | Active material for negative poles of alkaline dry cells, and method for making said material |
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1990
- 1990-10-08 DE DE4031806A patent/DE4031806C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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Also Published As
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| DE4031806A1 (de) | 1992-04-09 |
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