DE4027356A1 - Gleitschutzsteuereinrichtung - Google Patents
GleitschutzsteuereinrichtungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Gleitschutzeinrichtung und ins
besondere eine Gleitschutzsteuereinrichtung, welche eine
Stabilitätsverbesserung bei Straßenoberflächenbedingungen mit
insbesondere unterschiedlichen µ, bei welchen die Reibungs
koeffizienten der Straßenoberflächenbereiche, mit denen die
linken und rechten Räder in Berührung stehen, voneinander
stark abweichen.
Bei den in den veröffentlichten japanischen Patentanmeldun
gen mit den Veröffentlichungsnummern 56-28 738 und
59-19 863 beschriebenen Gleitschutzsteuereinrichtungen wird
während der Fahrzeugbremsung eine Radblockierung verhindert.
Bei der Gleitschutzsteuereinrichtung nach der Erfindung wird
das Vorhandensein oder das Fehlen einer Blockiertendenz
bei jedem Rad auf der Grundlage eines gemessenen Radge
schwindigkeitswertes (welcher die Geschwindigkeit des sich
drehenden Rades bedeutet) bestimmt. Hierbei wird eine
Blockierung jeden Rades, das eine Neigung bzw. Tendenz zur
Blockierung hat, dadurch verhindert, daß ein Flüssigkeits
druckanstieg des Hydrauliksystems des jeweiligen Rades
gesteuert wird.
Beispielsweise resultiert aus dem Gefrieren eines Straßen
teils usw., daß der Reibungskoeffezient des Straßenbelages
mit dem das rechte Rad in Berührung steht, und der Reibungs
koeffizient des Straßenbelags, mit welchem das linke Rad
in Berührung steht, stark voneinander abweichen. In diesen
Fällen sind Gegenmaßnahmen erforderlich, um ein Schleudern
des Fahrzeugs zu verhindern, das durch ungleiche Brems
kräfte hervorgerufen werden kann. Der Anstieg des Flüssig
keitsdruckes des Rades, das entgegengesetzt zu dem Rad ist,
das sich auf der Seite befindet, welche gleitschutzgesteuert
ist, (beispielsweise das rechte Vorderrad, welches entgegen
gesetzt liegt zum linken Vorderrad oder das linke Hinterrad,
welches entgegengesetzt ist zum rechten Hinterrad), wird ge
steuert, und das plötzliche Auftreffen eines Seiten- oder
Ausschermoments, welches ein Schleudern bewirken kann, wird
kontrolliert. Hierdurch wird für den Fahrer ein Lenkungs
spielraum vorgesehen, der eine Fahrstabilität sicherstellt.
Die oben erläuterten Schleudergegenmaßnahmen wurden haupt
sächlich für großräumige Fahrzeuge (im allgemeinen sind
große Achsabstände am besten geeignet für eine nichtaus
brechende Vorwärtsbewegung beim Bremsen) hauptsächlich ent
wickelt worden. Daher ist man in der Vergangenheit davon
ausgegangen, daß Gleitschutzeinrichtungen nicht auf kompakte
Fahrzeuge angewendet werden können.
Im allgemeinen sind kompakte Fahrzeuge, welche kurze Radab
stände haben, mehr anfällig gegen Ausscheren und Ausbrechen
bei der Vorwärtsfahrt während des Bremsens im Vergleich
zu großräumigen Fahrzeugen mit langen Radabständen. Außer
dem ist die Belastung auf die Hinterräder von Kompaktfahr
zeugen, welche eine erhebliche Bedeutung für die Beibehal
tung einer vorwärtsgerichteten nicht ausscherenden Bewegung
hat, niedrig. Hieraus ergibt sich, daß bei der oben erläu
terten herkömmlichen Gleitschutzsteuerung Fälle auftreten,
bei denen Gegenmaßnahmen gegen Schleudern, insbesondere
Drehschleudern durch Verringerung der Geschwindigkeit, bei
welcher das ausscherende Moment auftritt, allein eine aus
reichende Fahrstabilität nicht sicherstellen können.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine betriebssichere
Gleitschutzsteuerung zu schaffen, welche Fahrstabilität bei
Straßenbedingungen mit unterschiedlichem µ d.h. unter
schiedlichem Reibungskoeffizient unabhängig vom Fahrzeug
typ, bei welcher die Gleitschutzsteuerung zur Anwendung
kommt, gesichert ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird durch die Erfindung eine Vor
richtung geschaffen, enthaltend einen Modulator, welcher den
Bremsflüssigkeitsdruck der in den jeweiligen, die Bremsflüs
sigkeitsquelle mit jedem Rad verbindenden Hydrauliksystemen
vorgesehen ist, steuert und eine Steuereinrichtung, welche
den Modulator steuert. Wenn ein Rad gleitschutzgesteuert ist,
verringert die Steuereinrichtung die Anstiegsrate bzw. An
stiegsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeitsdruckes in den
Rädern an der entgegengesetzten (rechts/links) Seite des
Fahrzeugs und entspannt bzw. schwächt bei Betätigung des oben
erwähnten Modulators die Bedingungen ab, unter denen die
Gleitschutzsteuerung beginnt, durch Halten (im folgenden be
deutet "Halten" Beibehalten) oder Verringerung des Bremsflüs
sigkeitsdruckes. Insbesondere werden die Schwellenwerte des
Schlupfverhältnisses und der Radgeschwindigkeitsverringerung
(Radgeschwindigkeitszunahme), welche zur Bestimmung des Be
ginns der Gleitschutzsteuerung verwendet werden, herab
gesetzt.
Durch die Erfindung werden plötzliche Anstiege der Bremskraft
bei den Rädern auch an der Fahrzeugseite, die entgegengesetzt
zu der gleitschutzgesteuerten Seite ist, bei unterschiedli
chen µ-Straßenbelagsbedingungen unterdrückt. Das heißt, bei
unterschiedlichen Reibungskoeffizienten des Straßenbelages,
bei denen die Räder an der einen Seite des Fahrzeugs, bei
spielsweise an der linken oder rechten Seite, mit einem Nied
rig-µ-Straßenbelag, d.h. mit einem Straßenbelag mit geringem
Reibungskoeffizienten, und die Räder an der anderen Fahrzeug
seite, beispielsweise in Berührung mit einem Hoch-µ -Straßen
belag, d.h. mit einem Straßenbelag mit hohem Reibungskoeffi
zienten, in Berührung sind, werden plötzliche Bremskraftan
stiege unterdrückt. Das in Rede stehende Rad ist daher mit
einer leichten Gleitschutzsteuerung beaufschlagt. Hieraus
ergibt sich, daß erhebliche Unterschiede in der Bremskraft
bei den Rädern auf der linken und rechten Fahrzeugseite
nicht auftreten. In vorteilhafter Weise wird für den Fahrer
ein zeitlicher Spielraum geschaffen für die Lenkung, die
erforderlich ist, um aus einem Fahrzeugschleudern eine stabi
le Fahrt wieder zu gewinnen. Da die Schwellenwerte, welche
den Beginn der Gleitschutzsteuerung bei einem der Vorder-
bzw. Hinterräder an der entgegengesetzten Fahrzeugseite ein
leiten, verringert sind und die Gleitschutzsteuerung leicht
ausgeführt werden kann, ist eine Seitenkraft der Räder an der
anderen Fahrzeugseite gewährleistet. Das ausbrechende Moment
bzw. Seitenmoment, welches sich als Ergebnis unterschiedli
cher Reibungskoeffizienten bei Rädern an der linken und rech
ten Fahrzeugseite in Fahrzeugrichtung ergibt, wird überwun
den und ein Schleudern, insbesondere Drehschleudern, des
Fahrzeugs kann wirkungsvoll mit Hilfe dieser Seitenkraft ver
hindert werden.
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist ein
Modulator vorgesehen, der den Bremsflüssigkeitsdruck steuert,
der in den jeweiligen Hydrauliksystemen, welche die Brems
flüssigkeitsquelle mit jedem Rad verbinden, vorgesehen ist.
Ferner ist bei dieser Ausführungsform eine Steuereinrichtung
vorgesehen, welche den Modulator in der Weise steuert, daß
dann, wenn ein Rad gleitschutzgesteuert ist, die Steuerein
richtung die Anstiegsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeits
drucks bei den Vorder- und Hinterrädern an der entgegenge
setzten Fahrzeugseite zu diesem Rad verringert und die Bedin
gungen, unter denen die Gleitschutzsteuerung an den Vorder-
und Hinterrädern an der entgegengesetzten Fahrzeugseite ver
anlaßt wird, entspannt bzw. gemildert sind.
Da bei der Erfindung das Vorder- bzw. Hinterrad, welches
nicht gleitschutzgesteuert ist (in anderen Worten das Rad,
welches gegenüber der Straßenoberfläche einen ausreichenden
Reibungskoeffizienten aufweist), in einem gleitschutzgesteu
erten Zustand sich sicher befindet, kann eine große seit
liche Kraft gewährleistet werden. Hieraus ergibt sich, daß
ein Schleudern, insbesondere Drehschleudern, des Fahrzeuges
durch die Seitenkraft, welche durch die Räder gewährleistet
wird, die keine Tendenz zur Blockierung haben, wirkungsvoll
verhindert wird.
Anhand der Figuren wird die Erfindung noch näher erläutert.
Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Hydraulik
diagramms eines Bremsflüssigkeitsdrucksystems;,
Fig. 2 ein hydraulisches Diagramm, das den Aufbau
eines Modulators zeigt;
Fig. 3 ein Flußdiagramm für den Vorgang, der zur Ver
hinderung eines Drehschleuderns verwendet wird;
Fig. 4 Kurvendarstellungen, die die Änderungen der
Radgeschwindigkeiten, den Vorderradbremsdruck
und den Hinterradbremsdruck bei einer Gleit
schutzsteuerung unter Anwendung einer bekann
ten Einrichtung darstellen;
Fig. 5 eine Kurvendarstellung, welche die Beziehung
zwischen den Schlupfverhältnis und dem
Reibungskoeffizienten der Straßenoberfläche
sowie den Seitenkraftkoeffizienten darstellt;
Fig. 6 eine Draufsicht, welche die Beziehung zwischen
dem Seitenmoment, welches beim Bremsen eines
Fahrzeugs zur Wirkung kommt, und der Seiten
kraft, die diesem Seitenmoment widersteht
zeigt; und
Fig. 7 Kurvendarstellungen, welche die Änderungen
der Radgeschwindigkeiten des Vorderradbrems
druckes und des Hinterradbremsdruckes während
der Gleitschutzsteuerung unter Anwendung eines
Ausführungsbeispiels der Erfindung zeigen.
Im folgenden wird anhand von Ausführungsbeispielen der Er
findung unter Bezugnahme auf die Figuren die Erfindung
noch näher erläutert.
Unter Bezugnahme auf die Fig. 1 und 2 wird der Gesamtaufbau
der Gleitschutzsteuereinrichtung, die ein Ausführungsbei
spiel der Erfindung ist, erläutert.
Mit der Bezugsziffer 1 ist ein Hauptzylinder bezeichnet. Der
Hauptzylinder erzeugt einen Bremsflüssigkeitsdruck mit Hilfe
der Kraft, die vom Fuß des Fahrers auf ein Bremspedal 2
ausgeübt wird. Der vom Hauptzylinder 1 erzeugte Flüssigkeits
druck wird linken und rechten Vorderradbremsen (Radbremszy
lindern) 4 und 5 über das Hilfsmittel eines Modulators 3 zu
geleitet. Ferner wird der vom Hauptzylinder erzeugte Flüs
sigkeitsdruck linken und rechten Hinterradbremsen (Rad
bremszylindern) 7 und 8 über das Hilfsmittel eines Zumeß
ventils 6 ("Zumeßventil" wird bei der Beschreibung verwendet
um anzugeben, daß es sich um ein Ventil handelt, das den
Flüssigkeitsdruck steuert) zugeleitet. Der oben erwähnte
Modulator 3 ist in jedem der Hydrauliksysteme vorgesehen,
die vom Hauptzylinder 1 zu den Radbremszylindern 4, 5, 6 und
7 geführt sind. Der Modulator steuert den Anstieg des Brems
flüssigkeitsdruckes bzw. führt den Vorgang der Flüssigkeits
druckgewinnung mit Hilfe eines von einer Steuereinrichtung 9
gelieferten Signals aus. Im einzelnen wird der Modulator 3
noch anschließend erläutert. Das oben erwähnte als Flüssig
keitsdrucksteuerventil wirkende Zumeßventil 6 ist in dem
Hydrauliksystem angeordnet, das vom Hauptzylinder 1 zu den
Hinterradbremsen 7 und 8 geführt ist. Dieses Zumeßventil
begrenzt den Flüssigkeitsdruck in diesem Hydrauliksystem
auf einen Pegelµ der unterhalb des Pegels des Flüssigkeits
druckes im Hydrauliksystem für die Vorderradbremsen 4 und 5
liegt. Hierdurch wird gewährleistet, daß die Vorderräder vor
den Hinterrädern eine Tendenz zur Blockierung haben.
Ein Radgeschwindigkeitssensor S, welcher die Geschwindigkeit
jedes Rades erfaßt, ist für jedes Rad vorgesehen. Von der
Steuereinrichtung 9 wird dem Modulator 3 ein Steuersignal
zugeleitet, das auf der Grundlage von Radgeschwindigkeits
daten gebildet wird, die durch diese Radgeschwindigkeits
sensoren S erhalten werden. Die vorgeschriebene Gleitschutz
steuerung wird mit Hilfe dieses Steuersignals ausgeführt.
Im folgenden wird der Aufbau eines Ausführungsbeispiels für
einen jeweiligen Modulator 3 anhand der Fig. 2 näher erläu
tert.
Die Bezugsziffer 10 bezeichnet ein Umschaltventil, welches
in eine geöffnete und eine geschlossene Stellung eingestellt
werden kann. Mit Hilfe dieses Umschaltventils 10 kann das
jeweilige Hydrauliksystem, das zu jedem Radbremszylinder
4, 5, 7 und 8 vom Hauptzylinder 1 geführt ist, geöffnet und
geschlossen werden. Ein Rückschlagventil 11 ist am Umschalt
ventil 10 vorgesehen. Dieses Rückschlagventil 11 ermöglicht
einen Flüssigkeitsstrom in Richtung zum Hauptzylinder 1,
wenn das Umschaltventil 10 sich in geschlossener Stellung
befindet. Ein Umschaltventil 12 ist parallel zum Umschalt
ventil 10 angeordnet. Das Umschaltventil 12 wird mit Hilfe
eines Steuersignals, welches von der oben erwähnten Steuer
einrichtung 9 geliefert wird, geöffnet und geschlossen, so
daß Flüssigkeitsdruck, der in den Radbremszylindern 4, 5, 7
und 8 vorhanden ist, in ein Reservoir 13 abgeleitet werden
kann. Mit Bezugsziffer 14 ist eine Pumpe bezeichnet, die von
einem Motor 15 angetrieben wird. Der Antrieb der Pumpe 14
erfolgt in Abhängigkeit von einem Steuersignal, das von der
oben erwähnten Steuereinrichtung 9 geliefert wird. Diese
Pumpe dient zur Wiedergewinnung des Flüssigkeitsdruckes,
welcher im Hydrauliksystem zum Zeitpunkt der Gleitschutz
steuerung abgefallen ist.
Der Modulator 3 mit dem oben beschriebenen Aufbau arbeitet
in der folgenden Weise:
- a. Wenn das Umschaltventil 10 auf "offen" gesetzt ist und das Umschaltventil 12 auf "geschlossen" gesetzt ist, befin det sich der Modulator 3 im Druckanstiegsmodus (Wiederan wendungsmodus bei Gleitschutzsteuerung).
- b. Wenn das Umschaltventil 10 auf "geschlossen" eingestellt ist und das Umschaltventil 12 auf "geöffnet" eingestellt ist, bewfindet sich der Modulator 3 im Druckabfallmodus (Entlademodus).
- c. Wenn beide Umschaltventile 10 und 12 auf "geschlossen" eingestellt sind, befindet sich der Modulator 3 in Halte modus bzw. Haltebetrieb.
Der Flüssigkeitsstrom im Leitungssystem zwischen den jewei
ligen Radbremszylindern 4, 5, 7 und 8 und dem Hauptzylinder 1
wird in der oben beschriebenen Weise gesteuert.
Bei der Gleitschutzsteuerung, welche mit Hilfe der oben er
wähnten Steuereinrichtung 9 durchgeführt wird, wird auf
der Grundlage eines von den jeweiligen Radgeschwindigkeits
sensoren S gelieferten Signals die Radgeschwindigkeit Rω
bzw. die Radbeschleunigung R , (dies ist ein Negativwert
bei der Abbremsung), welches der Differentialwert der Ge
schwindigkeit ist, berechnet. Ferner wird das Schlupfver
hältnis λ aus der Radgeschwindigkeit Rω und einer simu
lierten Radgeschwindigkeit bestimmt. Die simulierte Radge
schwindigkeit ist auf der Grundlage der Änderungskurve der
Radgeschwindigkeit Rω während der Abbremsung bestimmt. Auf
der Grundlage der Bestimmungsergebnisse in Abhängigkeit von
der eingestellten Geschwindigkeit Rω und dem Schlupfver
hältnis λ wird der Modulator 3 auf Druckanstieg-, Druck
abfall- oder Haltemodus eingestellt, so daß sich die in der
nachfolgenden Tabelle 1 angegebenen Bremsverhältnisse er
geben.
Mit anderen Worten bedeutet dies, daß dann, wenn das Schlupf
verhältnis λ über einen vorgeschriebenen Schwellenwert an
steigt oder die Radgeschwindigkeit über einen vorgeschrie
benen Schwellenwert abfällt, der Bremsflüssigkeitsdruck
abnimmt und ferner, wenn das Schlupfverhältnis λ unter
einen vorgeschriebenen Schwellenwert abfällt und die Radge
schwindigkeit eine Tendenz zur Beschleunigung aufweist, der
Bremsflüssigkeitsdruck ansteigt.
Da A und B positive Werte darstellen, wird der Fall des Ab
bremsens durch -A angegeben. Wenn das Rad einen +A-Wert hat,
steigt die Radgeschwindigkeit an, wodurch der Zustand der
Beschleunigung angegeben wird.
Wenn die Radgeschwindigkeit bei einer Beschleunigung über
den vorgeschriebenen Wert (über A) ansteigt, wird entspre
chend den Bedingungen in oben angegebener Tabelle 1 für die
Radgeschwindigkeit Rω bestimmt, daß sie eine Rückbildungs
tendenz hat, und der Bremsflüssigkeitsdruck wird erhöht un
abhängig vom Schlupfverhältnis. Für den Fall, bei welchem
die Radgeschwindigkeit bei einer Abbremsung über den vorge
Wert (über B) abfällt, wird für die Radgeschwindigkeit Rω
bestimmt, daß sie nahe der Blockierung ist, und der Druckab
fallmodus wird ausgewählt, d.h. mit anderen Worten, daß dann,
wenn in Tabelle 1 der rechte untere Teil der Tabelle er
reicht wird, die Blockiertendenzgefahr als beträchtlich
hoch bestimmt wird. Wenn der linke obere Teil der Tabellen
darstellung erreicht wird, werden die Betriebsbedingungen
so bestimmt, daß sie sicher sind und eine Blockierung un
wahrscheinlich ist. Die jeweilige Betriebsart bzw. der je
weilige Modus wird dann in Abhängigkeit vom Ergebnis dieser
Bestimmung ausgewählt. Der Flüssigkeitsdruck der Hinterrad
bremszylinder 7 und 8 kann separat durch die jeweils zuge
ordneten Modulatoren gesteuert werden. Jedoch hat bei die
sem Ausführungsbeispiel bei den Hinterrädern der Flüssig
keitsdruck des Rades, das eine Blockiertendenz aufweist,
Vorrang, d.h. der Flüssigkeitsdruck wird durch niedrig aus
gewählte Steuerung bei gleichem Pegel gesteuert.
Im folgenden werden die einzelnen Steuerungskomponenten
welche durch die oben erwähnte Steuereinrichtung 9 verwirk
licht sind, als Gegenmaßnahme gegen Drehschleudern während
des Bremsens erläutert.
Es wird eine Bestimmung durchgeführt, ob eines der Vorder
räder (beim dargestellten Ausführungsbeispiel das rechte
Vorderrad) unter Gleitschutzsteuerung steht oder nicht.
Im Falle von "JA" schaltet die Steuereinrichtung auf den
Schritt 12 weiter. Für den Fall von "NEIN" geht die Steuer
einrichtung auf den Schritt 15 weiter. Die Bestimmung, ob
ein Rad unter Gleitschutzsteuerung steht oder nicht, wird
für jedes Rad durchgeführt. Wenn der Modulator für ein Rad
in den Druckabfallmodus kommt, wird eine Anzeige gesetzt,
die angibt, daß das Rad sich in Gleitschutzsteuerung be
findet. Beim Prüfen dieser Anzeige (flag) wird eine Be
stimmung durchgeführt, ob das Rad sich in Gleitschutzsteu
erung befindet oder nicht. Die Anzeige ist eingeschaltet
(ein Zustand, in welchem das Setzen der Anzeige möglich ist)
beispielsweise beim Auftreten eines Stoplampenschaltsignals,
das einhergeht mit dem Treten des Bremspedals. Das Verschwin
den dieses Signals bzw. das Anhalten des Fahrzeugs (wenn
das Geschwindigkeitssignal von den Radgeschwindigkeitssen
soren S null wird) bewirkt, daß die Anzeige (flag) auf den
Ausgangszustand zurückgesetzt wird. Es ist auch möglich,
den Eintritt in den Haltemodus als Bedingung für das Setzen
der Anzeige für die Gleitschutzsteuerung zu nehmen anstelle
des Eintrittes in den Druckabfallmodus.
Es wird eine Bestimmung durchgeführt, ob das andere Vorder
rad (im Ausführungsbeispiel das linke Vorderrad) unter Gleit
schutzsteuerung steht oder nicht. Für den Fall von "NEIN"
geht die Steuereinrichtung auf den folgenden Schritt 13 über.
Für den Fall von "JA" geht die Steuereinrichtung auf den
noch später erläuterten Schritt 21 über.
Die Geschwindigkeit des Druckkraftansteigs für das linke
Vorderrad wird verringert durch intermittierendes Öffnen
und Schließen des Umschaltventils 10, wodurch ein schritt
förmiger Anstieg des Flüssigkeitsdruckes sich ergibt. Für
den Fall, daß die Geschwindigkeit des Bremskraftantriebs
vorher verringert worden ist, wird dieser Zustand beibehal
ten.
Der Schwellenwert (der eine oder der andere des Schlupfver
hältnisses oder der Bremsrate für das Rad oder beide), bei
welchem der Flüssigkeitsdruck im linken Vorderrad zu fallen
beginnt, wird verringert. Wenn der Schwellenwert vorher
verringert worden ist, wird dieser Wert beibehalten, wie im
Falle des vorhergehenden Schrittes.
Für den Fall, daß das rechte Vorderrad nicht unter Gleit
schutzsteuerung steht, wird eine Bestimmung durchgeführt, ob
das linke Vorderrad unter Gleitschutzsteuerung ist oder
nicht. Im Falle von "JA" geht die Steuereinrichtung auf den
Schritt 16 über. Für den Fall von "NEIN" geht die Steuer
einrichtung auf den Schritt 18 über.
Die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft für das rechte
Vorderrad wird verringert.
Der Schwellenwert, bei welchem der Flüssigkeitsdruck im
rechten Vorderrad zu fallen beginnt, wird verringert.
Für den Fall, daß weder das linke noch das rechte Vorderrad
unter Gleitschutzsteuerung sind, wird eine Bestimmung durch
geführt, ob die Hinterräder unter Gleitschutzsteuerung sind.
Im Falle von "JA" geht die Steuereinrichtung auf den Schritt
19 über. Im Falle von "NEIN" geht die Steuereinrichtung auf
den Schritt 21 über.
Die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft für beide Vorder
räder wird verringert.
Der Schwellenwert, bei welchem der Flüssigkeitsdruck in
beiden Vorderrädern zu fallen beginnt, wird verringert.
Durch den Betriebsablauf, der die Schritte 11-20 beinhaltet,
wird zusätzlich zu der Steuerung, bei welcher die Anstiegs
geschwindigkeit der Bremskraft des Vorderrades an der anderen
Fahrzeugseite des einen Vorderrades, welches unter Gleit
schutzsteuerung steht, verringert wird, der Schwellen
wert, bei welchem der Flüssigkeitsdruck unter derartigen
Bedingungen zu fallen beginnt, verringert. In dem Fall, in
welchem keines der beiden Vorderräder unter Gleitschutz
steuerung steht, wird durch Verringerung der Anstiegsge
schwindigkeit der Bremskraft der Vorderräder und des
Schwellenwertes, bei welchem der Flüssigkeitsdruck zu fallen
beginnt, in Abhängigkeit vom Gleitschutzsteuerzustand der
Hinterräder eine Steuerung bewirkt.
Es wird eine Bestimmung durchgeführt, ob die Hinterräder
unter Gleitschutzsteuerung stehen oder nicht. Im Falle von
"JA" wird die Steuerung beendet, und im Falle von "NEIN"
geht die Steuerung auf den folgenden Schritt 22 über.
Es wird eine Bestimmung durchgeführt, ob wenigstens eines
der Vorderräder unter Gleitschutzsteuerung steht oder nicht.
Für den Fall von "JA" geht die Steuereinrichtung auf den
folgenden Schritt 23 über. Für den Fall von "NEIN" wird
die Steuerung beendet.
Die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft beider Hinter
räder wird verringert.
Der Schwellenwert, bei welchem der Flüssigkeitsdruck in
beiden Vorderrädern zu fallen beginnt, wird herabgesetzt.
Auf diese Weise werden, selbst für den Fall, bei welchem
die Hinterräder nicht unter Gleitschutzsteuerung stehen,
dann wenn eines der Vorderräder unter Gleitschutzsteuerung
steht, die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft beider
Hinterräder und der Schwellenwert, bei welchem der Flüssig
keitsdruck zu fallen beginnt, verringert. Auf diese Weise
werden die Hinterräder leicht in einen Zustand gebracht,
in welchem die Wirkungen einer Gleitschutzsteuerung er
reicht werden.
Im folgenden wird das Verhalten eines Fahrzeugs erläutert,
das gleitschutzgesteuert ist bei unterschiedlichen µ-
Bedingungen, d.h. unterschiedlichen Reibungskoeffizienten,
wobei die Reibungskoeffizienten der Straßenoberflächenbe
reiche auf der rechten Fahrzeugseite von denen auf der linken
Fahrzeugseite abweichen. Die folgende Erläuterung nimmt Bezug
auf die Fig. 4.
Die Fig. 4 zeigt Kurvendarstellungen für Straßenoberflächen
bedingungen, bei denen auf der rechten Fahrzeugseite eine
Niedrig- µ-Oberfläche (beispielsweise eine eisbedeckte
Straßenoberfläche) und an der linken Fahrzeugseite eine
Hoch-µ -Oberfläche (beispielsweise trockner Asphalt als
Straßenoberfläche) vorhanden sind. Zum Zeitpunkt des Beginns
der Gleitschutzsteuerung wird, wie in Fig. 4(b) dargestellt
ist, bei einem bekannten Steuerungsmechanismus (eine Steu
erung, welche die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft
des Vorderrades an der Fahrzeugseite, die entgegengesetzt
ist zu der Fahrzeugseite, die unter Gleitschutzsteuerung
steht, begrenzt) als Ergebnis der Erfassung eines raschen
Abfalls der Radgeschwindigkeit, beispielsweise des rechten
Vorderrades, der Bremsflüssigkeitsdruck des linken Vorder
rades stetig in Schrittform erhöht, wie es durch die Bezugs
ziffer 31 in der Kurvendarstellung angegeben ist, und somit
die Anstiegsgeschwindigkeit der Bremskraft verringert. Wenn
jedoch, wie es die Fig. 4(b) und 4(c) zeigen, der Brems
druck des rechten Vorderrades und des rechten Hinterrades
rasch in Abhängigkeit vom Betätigen des Bremspedals 2 an
steigt, ergibt sich eine in Fig. 4(a) dargestellte Schlupf
tendenz.
Im allgemeinen ist zwischen den Reifen und der Straßenober
fläche eine in Fig. 5 dargestellte Abhängigkeit vorhanden.
D.h. mit anderen Worten, daß selbst dann, wenn der Reibungs
koeffizient (Straßenoberflächen-µ ) in Richtung der Radbe
wegung einen Spitzenwert im Bereich von 0,05-0,3 des Schlupf
verhältnisses λ erreicht, der Reibungskoeffizient senk
recht zur Bewegungsrichtung des Rades (hier als Seitenkraft
koeffizient bezeichnet) die Tendenz eines allmählichen Ab
falls bei wachsendem Schlupfverhältnis λ hat. Demgemäß treten
zu dem mit A in Fig. 4(a) bezeichneten Zeitpunkt an den je
weiligen Rädern Bremskräfte auf, welche in der Fig. 6 mit
Pfeilen 40a, 40b, 40c und 40d (die Buchstaben a-d entsprechen
in gleicher Reihenfolge dem linken Vorderrad, dem rechten
Vorderrad, dem linken Hinterrad und dem rechten Hinterrad)
bezeichnet sind. Aus den einzelnen durch 40a-40d gekenn
zeichneten Bremskräften ergibt sich eine resultierende
Kraft, die ein durch einen Pfeil 41 gekennzeichnetes Seiten-
bzw. Wendemoment um einen Schwerpunkt 42 des Kraftfahrzeuges
verursacht. In dem Fall, in welchem die Seitenkräfte (in der
gleichen Fig. dargestellt durch Pfeile 43a-43d), welche
diesen Wendemoment 41 entgegengerichtet sind, nicht aus
reichen, beginnt das Fahrzeug zu schleudern bzw. eine Dreh
schleuderbewegung auszuführen.
Die Fig. 4 zeigt Kurvendarstellungen für ein bekanntes
Steuersystem, bei welchem der Druckanstieg für die Räder,
welche nicht durch das Gleitschutzsteuersystem gesteuert
sind, verzögert ist, und bei welchem der Anstieg beim
Seiten- bzw. Wendemoment verzögert wird. Die hierbei er
zielte Steuerung ist nicht ausreichend, und wenn keine op
timalen Lenkungsbewegungen vorgenommen werden, besteht die
Möglichkeit, daß das Fahrzeug schleudert bzw. drehschleudert.
Bei kompakten Fahrzeugen sind die Radabstände kurz bemessen,
und der Gewichtsausgleich wird nach vorne verlagert, da der
Abstand vom Schwerpunkt 42 zur Radachse kurz bemessen ist.
Wie oben schon erläutert, ist die Belastung der Hinterräder
gering, und damit ist der Absolutwert der Reibungskraft
zwischen Straßenoberfläche und zwischen den Rädern gering.
Wenn daher Seitenkräfte (dargestellt durch die Pfeile 43c
und 43d) dem Wendemoment 41 nicht ausreichend entgegenwirken,
besteht die Gefahr des Schleuderns bzw. Drehschleuderns in
hohem Maße.
Um dem entgegenzuwirken, wird durch die erfindungsgemäße
Gleitschutzsteuereinrichtung bei den gleichen Straßenoberflä
chenbedingungen, wie sie oben beschrieben worden sind, wie in
Fig. 7 dargestellt ist, eine Steuerung durchgeführt,die darin
besteht, daß ein Druckabfall beim rechten Vorderrad und eine
Begrenzung des Druckanstiegs beim linken Vorderrad verursacht
wird. Zusätzlich wird in der gleichen Weise wie bei diesem
Steuerungstyp durch Herabsetzen des Schwellenwertes, bei wel
chem der Flüssigkeitsdruck im linken Vorderrad zu fallen be
ginnt, das linke Vorderrad leicht in einen Zustand gebracht,
in welchem die Wirkungen einer Gleitschutzsteuerung bzw. An
tiblockiersteuerung erreicht werden. Hieraus ergibt sich, daß
der Schlupf klein gehalten werden kann. Wenn die Druckan
stiegsgeschwindigkeit im rechten Vorderrad bezüglich der
Hinterräder durch Erhöhen des Bremsdruckes in Schrittform
noch nicht eingeleitet worden ist, wird die Druckanstiegs
geschwindigkeit verringert und der Schwellenwert, bei
welchem die Druckverringerung eingeleitet wird, herabge
setzt. Demgemäß wird das rechte Hinterrad leicht in einen
Zustand versetzt, in welchem die Wirkungen der Gleitschutz
steuerung erreicht werden und das Schlupfvermögen wird
geringer gehalten als dies bei der bekannten Steuerung der
Fall ist.
Zu dem in der Fig. 7(a) gekennzeichneten Zeitpunkt B wird
die durch Pfeile 44a-44d in Fig. 6 gekennzeichnete Brems
kraft auf die jeweiligen Räder ausgeübt. Es wird ein
Seiten- bzw. Wendemoment 45 erzeugt, das etwa gleich dem
Seiten- bzw. Wendemoment 41 beim Stand der Technik ist.
Dadurch, daß jedoch die oben erläuterte Steuerung zur An
wendung kommt, wird bei den drei anderen Rädern eine Seiten
kraft erzeugt und erhöht, wobei insbesondere eine hohe Sei
tenkraft am linken Vorderrad und am rechten Hinterrad, wie
durch die Pfeile 46a und 46d angezeigt ist, erzeugt wird.
Durch diese Seitenkräfte 46a und 46d wird dem Wendemoment 45
entgegengewirkt.
Ferner wird durch die oben beschriebene Steuerung für den
Fall, bei welchem die Hinterräder (beispielsweise das rechte
Hinterrad) eine Blockiertendenz aufweist und keines der
Vorderräder blockiert, d.h. wenn die Hinterräder bzw. eines
der Hinterräder zuerst blockieren will, der Schwellenwert,
bei welchem der Bremsdruckabfall an beiden Vorderrädern in
Gang gesetzt wird, herabgesetzt wird. Hieraus ergibt sich,
daß die Seitenkraft wenigstens an dem Vorderrad, das an der
Fahrzeugseite mit einem Straßenbelag mit hohem µ im Berüh
rung ist, sichergestellt ist. Auf diese Weise ist es möglich,
eine Drehschleuderung bzw. Schleuderung des Fahrzeuges durch
Gegenwirken gegen das Wendemoment zu verhindern.
1. Beim oben beschriebenen Ausführungsbeispiel befaßt sich
die Erläuterung mit den Fällen, in denen die Steuereinrich
tung zwischen "Druckanstieg"-, "Halte"- und "Druckabfall"-
Betriebsarten gemäß den Bedingungen in Tabelle 1 umgeschaltet
wird. Vorliegende Erfindung kann jedoch auch auf Fälle ange
wendet werden, bei denen die Umschaltung ausgeführt wird in
Abhängigkeit von unterschiedlichen Bedingungen. Bezüglich der
Schwellenwerte ist es in dem Fall, in welchem der eine oder
der andere der Schwellenwerte der Abbremsung bzw. Verringe
rung der Radgeschwindigkeit bzw. des Schlupfverhältnisses,
die in obiger Tabelle 1 gezeigt sind, verringert werden,
bzw. in dem Fall, in welchem beide oder keiner der beiden
Schwellenwerte verringert wird, möglich, die oben beschrie
bene Seitenkraft sicherzustellen. Für diesen Fall werden die
Schwellenwerte der Bedingungen für jede Betriebsartenauswahl,
die in der Tabelle 1 gezeigt sind, ersetzt durch die in den
folgenden Tabellen 2 bis 4 gezeigten Betriebsbedingungen.
Wenn bei den Betriebsbedingungen in Tabelle 2 ein Abfall der
Radgeschwindigkeit und des Schlupfverhältnisses auftritt,
ist der eingetretene Schwellenwert für den Druckabfallmodus
geringer, und unter diesen beiden Bedingungen läßt sich die
Gleitschutzsteuerung einfacher ausführen. Wenn in Tabelle 4
der Schwellenwert für die Geschwindigkeitsverringerung
geringer gemacht wird, läßt sich die Gleitschutzsteuerung
leichter ausführen bezüglich dieser Geschwindigkeitsabnahme.
2. In den Schritten 14, 17, 20 bzw. 24 der oben beschriebenen
Steuerung wird der Schwellenwert für die Entscheidung, den
Druckabfallmodus als Verfahren zur Gleitschutzsteuerung zu
verwenden, herabgesetzt. Es ist jedoch auch möglich, den
Schwellenwert für den Eintritt in den Haltemodus anstelle
dessen herabzusetzen. In diesem Fall ist es von Vorteil,
entweder den Schwellenwert für die Einleitung des Halte
modus oder den Schwellenwert für die Einleitung des Druck
abfallmodus oder beide unter bestimmten Bedingungen herab
zusetzen und so die oben beschriebenen Schritte 14, 17, 20
bzw. 24 auszuführen. Insbesondere ist es von Bedeutung, daß
ein vorgeschriebener Effekt erreicht wird durch Herabsetzen
des Schwellenwertes für den Eintritt in einen Betriebsmodus,
in welchem die Bremskraft sich nicht erhöht, so daß die
Funktion einer Gleitschutzsteuerung sich ergibt. Wenn ferner
die für die Auswahl zur Verfügung stehenden Betriebsarten
auf zwei, nämlich auf "Druckanstieg" und "Druckabfall",
begrenzt sind, erreicht man eine Vereinfachung der Einrich
tung, wobei die Absenkung des Schwellenwertes für den Ein
tritt in den "Druckabfall"-Modus unter den oben beschriebenen
Bedingungen erfolgt und anstelle des "Halte"-Modus zwischen
"Druckanstieg" und "Druckabfall" umgeschaltet wird und damit
die Steuerung ausgeführt wird, wobei man in etwa das gleiche
Ergebnis erreicht.
3. Beim oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird die Steuerung ausgeführt durch Absenken der Anstiegs
geschwindigkeit der Bremskraft in den Schritten 13, 16, 19
bzw. 23. Es ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, das
Ausmaß dieser Verringerung festzulegen. Beispielsweise ist
es möglich, das Ausmaß der Absenkung in geeigneter Weise
proportional zum Ausmaß des Anstiegs bzw. Abfalls der Radge
schwindigkeit bzw. der Daten, welche auf der Basis dieses
Ausmaßes errechnet worden sind, zu regeln.
4. Im oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiel
wird der Fall, bei welchem die Hinterräder niedrig-ausgewählt
gesteuert sind, erläutert. Natürlich ist die erfindungsgemäße
Steuerung auch dann wirkungsvoll, wenn keine niedrig-ausge
wählte Steuerung hier durchgeführt wird.
5. Es gibt viele Fälle von kompakten Fahrzeugen, bei denen
die Lastverteilung auf die Vorderräder hoch ist. Wenn in
solchen Fällen Schritt 19 in Fig. 3 durchgeführt wird,
kann ein Bremskraftmangel sich ergeben. Man kann daher in
solchen Fällen Schritt 19 weglassen, um eine ausreichende
Bremskraft sicherzustellen.
Claims (17)
1. Gleitschutzsteuereinrichtung für ein Fahrzeug, insbeson
dere Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch
- a) eine Modulatoreinrichtung (3) zur Steuerung des Brems flüssigkeitsdruckes in den Hydrauliksystemen, welche sich von einer Bremsflüssigkeitsdruckquelle (1) zu je weiligen Rädern des Kraftfahrzeuges hin erstrecken, und
- b) eine Steuereinrichtung (9) zur Steuerung der Modulator einrichtung (3),
wobei die Steuereinrichtung (9) die Anstiegsgeschwindigkeit
des Bremsflüssigkeitsdruckes an einem der Räder an einer
entgegengesetzten Seite zu einem unter Gleitschutzsteuerung
stehenden Rad verringert, so daß die Bedingungen zur Einlei
tung der Gleitschutzsteuerung an diesem entgegengesetzt
liegenden Rad abgemildert sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert zur Initiierung eines Bremsflüssigkeits
druckabfalles im entgegengesetzten Rad herabgesetzt wird, so
daß die Bedingungen zur Einleitung bzw. Initiierung der
Gleitschutzsteuerung gemildert sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert ein Schwellenwert für die Abbremsung der
Radgeschwindigkeit ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert ein Schwellenwert für das Schlupfverhält
nis ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert der Schwellenwert für das Schlupfverhältnis
und der Schwellenwert für die Abbremsung der Radgeschwindig
keit ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert für die Initiierung des Beibehaltens eines
Bremsflüssigkeitsdruckes für ein Rad herabgesetzt ist, so
daß die Bedingungen für die Einleitung der Gleitschutzsteu
erung abgeschwächt sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert für die Einleitung des Bremsflüssigkeits
druckabfalls und der Schwellenwert für die Einleitung der
Beibehaltung des Bremsflüssigkeitsdruckes für ein Rad verrin
gert ist, so daß die Bedingungen für die Einleitung der
Gleitschutzsteuerung gemildert bzw. entspannt sind.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1-7, dadurch ge
kennzeichnet, daß das entgegengesetzte Rad in der gleichen
Weise wie das unter Gleitschutzsteuerung befindliche Rad
ein Vorderrad bzw. ein Hinterrad ist, so daß das
linke/rechte entgegengesetzt liegende Rad vorne oder hinten
ist.
9. Gleitschutzsteuereinrichtung für ein Fahrzeug, insbeson
dere Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch
- a) eine Modulatoreinrichtung (3), welche den Bremsflüssig keitsdruck in den Hydrauliksystemen, die sich von einer Bremsflüssigkeitsdruckquelle (1) zu den jeweiligen Rädern des Kraftfahrzeugs hin erstrecken, steuert, und
- b) eine Steuereinrichtung (9), welche die Modulatoreinrich
tung (3) in der Weise steuert, daß
dann, wenn eines der Vorderräder unter Gleitschutzsteuerung steht, die Anstiegsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeits druckes in beiden Hinterrädern verringert ist, und wenn eines der Hinterräder unter Gleitschutzsteuerung steht, die Anstiegsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeitsdruckes für beide Vorderräder verringert ist, so daß die Bedin gungen für die Initiierung der Gleitschutzsteuerung dieser an entgegengesetzten Seiten liegenden Rädern gemindert sind.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert für die Einleitung der Bremsflüssigkeits
druckerniedrigung für ein Rad verringert wird, so daß die
Bedingungen für die Einleitung der Gleitschutzsteuerung
gemindert sind.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert der Schwellenwert für die Abbremsung der
Radgeschwindigkeit ist.
12. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert der Schwellenwert für das Schlupfverhältnis
ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwellenwert der Schwellenwert für das Schlupfverhältnis
und der Schwellenwert für die Abbremsung der Radgeschwindig
keit ist.
14. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert für die Initiierung des Beibehaltens des
Bremsflüssigkeitsdruckes für ein Rad verringert wird, so daß
die Bedingungen für die Initiierung der Gleitschutzsteuerung
gemindert sind.
15. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuereinrichtung (9) in der Weise ausgebildet ist, daß
der Schwellenwert für die Initiierung der Bremsflüssigkeits
druckverminderung und der Schwellenwert für die Initiierung
des Beibehaltens des Bremsflüssigkeitsdruckes für ein Rad
herabgesetzt sind, so daß die Bedingungen für die Initiierung
einer Gleitschutzsteuerung gemindert sind.
16. Gleitschutzsteuereinrichtung für ein Fahrzeug, insbeson
dere Kraftfahrzeug, gekennzeichnet durch
- a) eine Modulatoreinrichtung (3), welche den Bremsflüssig keitsdruck in den Hydrauliksystemen, die sich von der Bremsflüssigkeitsdruckquelle (1) zu den jeweiligen Rädern hin erstrecken, steuert, und
- b) eine Steuereinrichtung zur Steuerung der Modulatoreinrich
tung (9) in der Weise, daß
dann, wenn eines der Vorderräder in Gleitschutzsteuerung sich befindet, die Anstiegsgeschwindigkeit des Bremsflüs sigkeitsdruckes in beiden Hinterrädern gesenkt wird,
dann, wenn eines der Hinterräder sich unter Gleitschutz steuerung befindet, die Anstiegsgeschwindigkeit des Brems flüssigkeitsdruckes in beiden Vorderrädern abgesenkt wird, und wobei die Anstiegsgeschwindigkeit des Bremsflüssigkeits druckes für das Rad abgesenkt ist, das an der entgegenge setzten Fahrzeugseite zum unter Gleitschutzsteuerung ste henden Rad liegt.
Applications Claiming Priority (1)
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| JP1222728A JP2859654B2 (ja) | 1989-08-29 | 1989-08-29 | アンチスキッド制御装置 |
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| DE4027356C2 DE4027356C2 (de) | 1995-06-29 |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| JP (1) | JP2859654B2 (de) |
| DE (1) | DE4027356C2 (de) |
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