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Kniehebelantrieb, vorzugsweise für matrizenprägepressen. Zum Prägen
von Matrizen sind sehr hohe Druckkräfte notwendig, die von dem Prägetisch eineF
Matrizenprägepresse gegen die Kopfplatte derselben ausgeübt «-erden müssen. E s
ist bekannt, den erforderlichen Druck durch Kniehebeltriebe zu verwirklichen, was
jedoch die Schwierigkeit bietet, daß der Flächendruck auf die Gelenkbolzen sehr
groß wird. Infolgedessen sind besondere Einrichtungen notwendig, um die Druckstellen
in zuverlässiger Weise unter Schmierung zu halten, wofür Staufferfett in üblicher
Weise verwendet werden soll. Eine Drucköleinrichtung ist dafür nicht angebracht,
weil die Presse nur absatzweise mit größeren Pausen arbeitet und das Drucköl an
und für sich auch nicht die Gewähr bietet, daß es unter den obwaltenden Umständen
gerade an diejenigen Stellen gelangt, die am dringendsten der Schmierung bedürfen.
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Um die geschilderte Schwierigkeit zu überwinden, sollen erfindungsgemäß
die gefährdeten Gelenkbolzen der beiden Kniehebeltriebe bei jedem Arbeitsspiel der
Prägepresse selbsttätig durch ein zusätzliches Schaltgetriebe um einen kleinen Winkel
weitergedreht werden, so daß denjenigen Stellen, die am höchsten beansprucht sind,
das Schmiermittel gewissermaßen zwangläufig durch den Bolzen selbst zugeführt wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Abb. z veranschaulicht
die Seitenansicht eines Kniehebeltriebes und Abb.2 einen Längsschnitt nach Linie
A-A in Abb. z. Abb. 3 und 4 zeigen verschiedene Arbeitsstellungen des Kniehebeltriebes.
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In dem Maschinengestell r ist die mehrfach gekröpfte Stützwelle 2
gelagert. Diese hat mehrere konzentrisch zu ihrer Längsachse abgedrehte Stützflächen
2', mit denen sie auf den im Maschinengestell r vorgesehenen Stützlagern ruht. Zwischen
diesen Teilen 2' sind exzentrisch abgedrehte Wellenteile 2" vorgesehen, auf denen
die Stelzschienen 3 aufliegen, so daß gewissermaßen die Exzentrizität der Wellenstücke
2" einerseits und die Stelzschienen 3 anderseits den Kniehebeltrieb bilden. Zur
Betätigung desselben ist auf das eine Ende der Stützwelle 2 eine Kurbel 4 fest aufgekeilt,
die auf irgendeine Weise von der Antriebswelle der Prägepresse aus hin und her geschwenkt
wird. Die Stelzschiene 3 überträgt die Druckkraft nicht unmittelbar auf die zu verstellende
Tischplatte 5 der Prägepresse. Diese hat vielmehr ebenso wie das obere Ende der
Stelzschiene 3 eine Lagerschale, in welche ein Lagerbolzen 6 eingelegt ist. Da dieser
nicht zwangläufig durch die Wirkung des Kniehebeltriebes gedreht
wird,
sondern nur kraftschlüssig bei den geringen Schwenkbewegungen der Stelzschiene 3
bald von dieser mitgenommen wird, bald unbeweglich in der Lagerpfanne der Tischplatte
5 liegenbleibt, so besteht die Gefahr, daß er sich an einem der beiden Teile festfri$t
und dadurch womöglich an dem anderen Teil die Schmierung versagt.
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Um diese Gefahr zu beseitigen und den Lagerbolzen 6 in zuverlässiger
Weise unter Schmierung zu halten, wird ihm erfindungsgemäß eine zwangläufige Drehung
bei jedem Arbeitsspiel der Prägepresse erteilt.
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Zu diesem Zweck ist auf dem einen Ende des Bolzens 6 ein Schaltrad
7 fest aufgekeilt und außerdem ein Lagerschild 8 verschwenkbar aufgesteckt. Letzteres
trägt einen Bolzen 9, bei dem die am einen Ende mit einem Schaltzahn i o versehene
Schaltklinke i i aufgesteckt ist. An dem anderen Ende der Schaltklinke ist an dem
Bolzen 12 ein Arm 13 angelenkt, dessen freies Ende bei dem Bolzen 1.4 an dem Schild
15 angreift. Letzteres ist an der Seitenfläche des Exzenters 2" der Stützwelle 2,
befestigt und nimmt an den Schwenkbewegungen der Welle 2 teil. Durch eine Feder
16 wird im übrigen das die Schaltklinke io, i i tragende Schild 8 derart verdreht,
daß es sich gemäß Abb. i an den Anschlagzapfen 17 anzulegen sucht und jedenfalls
bei einer Verschwenkung der Stützwelle 2 erst dann durch Vermittlung der Arme 13
und i i mitgenommen wird, wenn der Schaltzahn io in das Schaltrad 7 eingelegt ist.
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Die Wirkungsweise der Einrichtung ergibt sich aus Folgendem: Wenn
bei einer Verschwenkung der Kurbel 4 und der mit ihr starr verbundenen Stützwelle
2, deren Exzenterteil 2" seitlich ausschwingt und damit die Stelzschiene 3 um den
Lagerbolzen 6 verschwenkt, wird die Tischplatte 5 entweder gehoben oder gesenkt.
Gleichzeitig wird der durch das Schild 15 mit dem Exzenterteil 2" verbundene Bolzen
14 derart seitlich bewegt, daß er aus der in Abb. i dargestellten Lage zunächst
in die aus Abb.3 ersichtliche Stellung gelangt, so daß die Schaltklinke i i unter
dem Einfluß des Armes 13 um den am Schild 8 vorgesehenen Drehzapfen 9 gedreht und
der Zahn io zum Eingriff in das Schaltrad 7 gebracht wird. Dieser erste Teil des
Schaltvorganges hat als Leerlauf des zusätzlichen Schaltgetriebes den Zweck, die
Drehung des Bolzens 6 erst dann bewirken zu lassen, wenn der Tisch sicher von der
Kopfplatte abgehoben und in eine hinreichend tiefe Stellung gelangt ist.
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Sobald dies geschehen ist, werden bei einer weiteren Verschwenkung
der Welle 2, durch die der Bolzen 14 etwa in die aus Abb. 4 ersichtliche Lage gelangt,
die Teile i 1, 8, 7 mitgenommen, welche durch den Eingriff der Schaltklinke i i
in das Schaltrad 7 miteinandergekuppelt sind. Dementsprechend wird auch der Bolzen
6 gedreht, wobei das durch die Schmiernuten 18 und i9 ihm zugeführte Schmiermittel
in der Drehrichtung desselben mitgeführt wird. Die genannten Schmiernuten können
infolgedessen in der Nähe derjenigen Kante einer jeden Lagerschale angeordnet werden,
auf die sich die Außenfläche des Lagerbolzens 6 bei dessen zwangläufiger Weiterschaltung
zudreht. Das bietet den weiteren Vorteil, daß die den höchsten Lagerdruck aufnehmenden
Flächenteile der Lagerschalenmitte durch Schmiernuten nicht verletzt zu werden brauchen.
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Beim Hochgehen des. Tisches wird in umgekehrter Reihenfolge, als es
vorstehend geschildert ist, zuerst das Schild 8 zur Anlage an den Bolzen 17 gebracht
und dann die Schaltklinke i i von dem Schaltrad 7 abgehoben.
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Statt des oben .erläuterten Getriebes kann auch irgendein anderes
zum Weiterschalten des Bolzens 6 benutzt werden. insbesondere könnte hierfür eine
Kurvenführung in Anwendung gebracht werden.