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Vorrichtung zum Bergen von gesunkenen Schiffen, Es ist schon in Vorschlag
gebracht worden, um das Bergen von gesunkenen Schiffen auch auf größeren Tiefen
zu ermöglichen, das Schiff mit Apparaten zu versehen, welche nach eingetroffenem
Unglück das Niederführen von Hebeketten an das gesunkene Schiff sowie ein selbsttätiges
Festkuppeln der Hebeketten am Schiffe ermöglichen. Diesem Vorschlag zufolge sollen
an passenden Stellen auf dem Schiffe Schwimmkörper angebracht werden, welche nach
dem Sinken des Schiffes an die Wasseroberfläche gelangen und dabei, etwa mittels
biegsamer Stahlseile, mit passenden Befestigungspunkten des Schiffes verbunden bleiben.
Beim Bergen des verunglückten Schiffes :sollen diese Seile als Führungen dienen,
längs denen die Hebeketten niedergeführt werden. Durch solche Führungsseile und
durch selbsttätig wirkende Kupplungsorgane an den Befestigungspunkten auf dem Schiffe
und an den Hebeketten wird es unter günstigen Umständen möglich sein, von der Wasseroberfläche
aus die Hebeketten an dem Schiff zu befestigen.
Vorliegende Erfindung
bezieht sich auf Verbesserungen an den genannten Apparaten und verfolgt den besonderen
Zweck, eine nveci,-dienliche - und zuverlässige Ausbildung derjenigen Kuppelorgane
zu schaffen, mittels «elcher die Hebekette an das Schiff festgekuppelt wird.
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Zu diesem Zweck sind die Kupplungsorgane nach der Erfindung mit leichtbeweglichen
Sperrkörpern in der Form von Kugeln oder Rollen versehen, welche derart angeordnet
sind, daß dieselben nach ausgeführtem Kupplungsvorgang zwischen Ansätze der einander
paarweise zugeordneten Kupplungsteile geklemmt werden und dadurch das Auseinandergehen
der betreffenden Teile verhindern. Diese Form und Anordnung der Sperrkörper ermöglicht
die Ausbildung der Kupplungsorgane in einer Form, bei welcher eine bedeutende Festigkeit
der Teile und große Zuverlässigkeit der Arbeitsweise der Kupplungsorgane mit mäßigen
äußeren Abmessungen und kleinem Gewicht derselben vereinigt werden können.
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Eine wichtige Ausbildungseinzelheit, die bei den bisherigen Bauarten
gar nicht beachtet worden ist, hat Bezug auf die Abmessungen des Fangseiles und
damit zusammenhängenden Einzelheiten in der Konstruktion der Vorrichtung. Eine nähere
Untersuchung gibt an die Hand, daß das Seil eine äußerst geringe Stärke haben soll
(zweckmäßig nicht mehr als 3 min'). da es sonst einen zu großen Raum einnehmen und
einen ungeeignet großen Schwimmer erfordern u * w de besonders wenn das Seil
gleichzeitir b
eine Länge haben soll, die ein Bergen auf großer Tiefe ermöglicht.
Unter diesen Umständen ist es praktisch unmöglich oder jedenfalls mit großem Risiko
verbunden, die Hebeketten niederzuführen.
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Diesbezüglich wird nach der Erfindung, insbesondere wenn es sich um
große Schiffe handelt, eine zusammengesetzte Kupplung verwendet, die aus zwei oder
mehreren gleichachsig angeordneten Kupplungsorganen besteht, mittels welcher zwei
oder mehrere Seile oder Kabel verschiedener Abmessungen sukzessiv festgekuppelt
werden können unter Verwendung eines schon festgemachten dünneren Seiles als Führungsseil
für ein nachfolgendes stärkeres Seil.
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Für die Verwirklichung einer solchen Kupplung sind die bis jetzt vorgeschlagenen
Anordnungen der Kupplungsorgane nicht geeignet, und zwar aus dem Grunde, daß dieselben
unzuverlässig sind und dem betreffenden Zweck nicht ohne bedeutende bauliche Schwierigkeiten
an gepaßt werden können. Vielmehr muß für den vor- . liegenden Zweck eine grundsätzlich
neue Bauart der Sperrorgane verwendet werden. Durch die Anwendung von Sperrkörpern
in der Form vorKugeln oder Rollen nach der vor-' liegenden Erfindung lassen sich
in der Tat die Kupplungsorgane in einer solchen Form ausführen, daß eine Verdoppelung
oder Vervielfachung der Kupplungsorgane nach der eben angegebenen Art praktisch
ausgeführt wird. Diese Tatsache hängt mit der vor-' erwähnten Eigenschaft der neuen
Kupplungsorgane zusammen, daß dieselben unter Beibehaltung einer bedeutenden Festigkeit
in äußerst handlicher Form gebaut werden können. # Insbesondere lassen sich die
zusammengesetzten Kupplungsteile bei Verwendung von Sperrkörpern der angegebenen
Art leicht in konzentrischer oder gleichachsiger Form ausbilden, welche Form für
den vorliegenden Zweck offenbar besonders vorteilhaft ist.
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Die Abbildungen stellen eine Ausführungsform der Kupplungsteile in
.ihrer gegenseitigen Lage dar, nachdem die Kupplung ausgeführt worden ist, und zwar
zeigt Abb. 1 einen Längsschnitt, Abb. z einen Aufriß des fertigen Kupplungsaggregates.
Bei der betreffenden Ausführungsform ist nur ein zweistufiger Kupplungsvorgang bei
der Anbrinbung des Hebeseiles vorgesehen, was für manche Zwecke ausreichend ist.
Die anzubringenden Seile, welche in diesem Falle auf ein einziges verstärktes Führungsseil
und das eigentliche Hebeseil beschränkt sind, sind mit kolbenförmigen Kupplungsköpfen
versehen, welche in entsprechenden, am Schiffskörper befestigten Kupplungshülsen
13 und 2o eingeführt und mit denselben festgekuppelt sind. Die Kupplungshülsen 13
und 2o bilden ein einheitliches Kupplungsorgan. Sein mittleres, 1 zylindrisches
Rohr 16, dessen oberes Ende als eine Kupplungshülse 13 ausgebildet -ist, und die
Hülse 2o sind gleichachsig. Das Rohr 16 ragt .aus der Kupplungshülse 3 heraus, erleichtert
.dadurch das Einführen und 1 Festkuppeln des Kupplungskopfes 7 und dient zur Führung
beim Einführen des Kupplungskopfes 2o. Im Rohre 16 ist unter der Kupplungshülse
13 ein Boden vorgesehen mit einer Bohrung 18 in der Mitte. Diese Bohrung 1 dient
zur Befestigung der mit dem Schwimmkörper verbundenen Fangleine.
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Der Kupplungskopf 9 des Hebeseiles ist unten zylindrisch und paßt
in die Hülse 2o hinein. Der zylindrische Teil 23 ist mit einer 1 Anzahl radial nach
unten gerichteter Bohrlöcher 24 versehen, welche frei. bewegliche Sperrkugeln
25 enthalten. Die letzteren sind offenbar bestrebt, aus ihren Lagen herauszurollen,
wenn der Kupplungskopf eine frei 1; abwärts hängende Stellung einnimmt. Diese Whkung
kann durch passend angebrachte
Federkraft verstärkt werden. Die
Sperrkugeln 25 können jedoch nur mit einem gew-issen Teil aus den Bohrlöchern 2¢
sich hinausbewegen, was dadurch erreicht wird, daß (lie Ausgänge der Löcher verjüngt
sind und somit das Vorbeikommen des größten Kugeldurchmessers nicht gestatten. Die
Kugellöcher 24. sind außerdem mit Aussparungen 26 versehen, deren Flächen Stützflächen
für die Kugeln bilden, wenn dieselben in sperrender Lage sind. Die Innenseite 21
der Vexdickung der Hülsenkante 2o bildet dabei die @llegenüberstehende Stützfläche
der sperrenden Kugeln. An Stelle von Kugeln können au( 1i Rollen als Sperrkörper
verwendet werden. Der Kupplungskopf 9 besitzt in der Richtung der Längsachse eine
Bohrung 27, deren Durchmesser den Querschnitt des Zylinders 16 nur wenig übersteigt,
so daß der Zylinder 16 als Führung für den Kupplungskopf 9 dienen kann, wenn derselbe
in die Kupplungshülse 3 eingeführt wird. Die Bohrungen 22 dienen zur Befestigung
des Hebeseiles an den Kupplungskopf 9.
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Der Kupplungskopf 7 ist in derselben Weise wie der Kupplungskopf 9
ausgeführt. Er ist mit Sperrkugeln z8 versehen, welche in Löchern 29 ruhen, und
besitzt oben ein Führungsorgan 30, welches nach dem Festkuppeln des Kupplungskopfes
7 in der Kupplungshülse 13 das Einführen des nachfolgenden Kupplungskopfes
9 in die Kupplungshülse 2o erleichtert. Der Kupplungskopf 7 und das Führungsorgan
3o haben eine achsiale Bohrung 31, durch welche die als ursprüngliche Führungsleine
dienende Fangleine des Schwimmkörpers läuft. Zur Befestigung der stärkeren Führungsleine
an den Kupplungskopf 7 sind die Bohrungen 33 des letzteren vorgesehen.
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Sollte das Gewicht der Hebekette die Verwendung von mehreren Hilfsseilen
notwendig machen, so bleibt die Anordnung der Kupplungsorgane prinzipiell dieselbe,
nur daß die Zahl der Kupplungsteile entsprechend vermehrt wird.
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Die wiederholte Hinunterführung von Seilen von stufenweise wachsender
Stärke, welche für den Erfindungsgedanken kennzeichnend ist, erfolgt in folgender
Weise. Nachdem das obere Ende des Fangseiles .eingefangen ist, wird der Schwimmkörper
entfernt, urft c'a:rdie Streckung des Fangseiles wird das schwenkbar angeordnete
Kupplungsorgan 3 in die aufrechte Lage gebracht. Ein stärkeres Führungsseil wird
mit Hilfe seines Kupplungskopfes 7 längs der jetzt als Führungsleine dienenden Fangleine
niedergeführt und mit dem am Schiffskörper festsitzenden schwächsten Kupplungsteil
. des Kupplungsorganes 3 verbunden. Sodann wird ein noch stärkeres Seil, unter Umständen'
das eigentliche Hebeseil, niedergeführt und an dem nächststärkeren Kupplungsteil
auf dem Schiffe festgekuppelt, wobei der zugehörige Kupplungskopf 9 die Fangleine
und die stärkere Führungsleine umschließt.
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Die Kupplungsorgane mit den zugehörigen Schwimmkörpern können beispielsweise
an den Bordseiten des Schiffes angebracht werden. Je nach der Lage des gesunkenen
Schiffes können die Schwimmkörper der einen oder der anderen Seite des Schiffes
freigemacht werden, und zwar mittels eines zweckmäßigen Organes, z. B. einer einen
Sperrhebel o. dgl. beeinflussenden Pendelanordnung. Der Sperrhebel hält normal den
Schwimmkörper in gewünschter Lage fest, kann aber durch Beeinflussung des Pendels
derartig gedreht werden, daß der Schwimmkörper frei wird.