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Guillochiermaschine. Zusatz zum Patent 383307 *) Die Erfindung
betrifft Neuerungen und Verbesserungen an der Guillochiermaschine nach Patent 383307,
um mit derselben neben geradlinig verlaufenden Strichen auch beliebig gebogene (Wellenlinien
usw.) in die zu guillochierenden Gegenstände einritzen zu können. Beide Stricharten
können sowohl für sich allein als auch in Kombinationen hergestellt werden; ferner
ist die Möglichkeit geboten, ganz durchlaufende Längsstriche (etwa als Begrenzungslinien
der einzelnen Stricharten) und auch ebenso verlaufende, beliebig weite, freie Felder,
kurz die verschiedenartigsten Muster auf den Werkstücken herzustellen. Die Bildung
der Wellenlinien wird dadurch bewirkt, daB den Ritzwerkzeugen die Möglichkeit geboten
ist, sich quer zur Längsrichtung der Werkstücke zu bewegen. Sie sind deshalb nicht
mehr unmittelbar an dem Hauptquerträger befestigt, sondern an -von diesem zu einer
parallel verlaufenden, längs zu sich selbst verschiebbaren Schiene führenden Gelenkstücken,
so daB durch Verschieben dieser Schiene die Gelenkstücke und mit ihnen die Werkzeuge
bewegt werden können.
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Die Verschiebung der Schiene wird bewirkt durch einen mit ihr gekuppelten,
drehbar am Maschinengestell angeordneten, mit Führungsstift versehenen Hebel, welcher,
ähnlich wie der Hauptquerträger für die Stichelhalter, durch Entlanggleiten an einer
seitlich am Schlitten vorgesehenen Schablone in Schwingun-') Früheres Zusatzpatent
3867z8.
gen versetzt wird. Das Abheben dieses Hebels von der Schablone
während des Rückganges des Schlittens erfolgt in derselben `'eise und mit denselben
Vorriöhtungen wie das Abheben des bekannten Stichelhalters zur Herstellung der graden
Linien. Wie die hierzu erforderliche Schablone kann auch die seitlich angeordnete,
zur Bildung von Wellenlinien dienende Schablone längsverschoben werden, so daß auch
diese Linien versetzt zueinander eingearbeitet werden können. Da beim Gebrauch der
Maschine zur Zeit meistens nur eine der beiden Schablonen benutzt wird, müssen Vorkehrungen
getroffen sein, durch welche die Wirkung der anderen während dieser Zeit ausgeschaltet
werden kann. Dies wird erreicht durch seitliches Verschieben derselben mittels geeigneter
Vorrichtungen.
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Die Zeichnungen veranschaulichen ein Ausführungsbeispiel einer mit
den Neuerungen und Verbessrungen versehenen Guillochiermaschine. Es zeigen Abb.
i eine Seitenansicht derselben, Abb. 2 eine Draufsicht, Abb. 3 einen Querschnitt
in vergrößertem Maßstabe und die Abb. 4 und 5 die Einrichtung zum Verschieben der
zur Herstellung von Wellenlinien dienenden Schablone, ebenfalls in vergrößertem
Maßstabe.
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Der bekannte, das Anheben des Hauptquerträgers i für die Stichelhalter
vermittelnde Hebel 2 ist zu einem Winkelhebel erweitert, d. h. mit einem nach unten
ragenden Arm 3 versehen, welcher den am Maschinengestell drehbar gelagerten Winkelhebel
4, 5 zum Ausschwingen bringt, sobald der Hauptquerträger i angehoben wird. Der längsseits
der Maschine liegende, mit gegabeltem Ende versehene Arm 5 des Winkelhebels 4, 5
wird dabei von der Maschine seitlich nach außen geschwungen, während er für gewöhnlich
durch eine Zugfeder 6 an dieselbe herangezogen wird, bis sich einer von den beiden
am Ende des unteren Gabelschenkels 7 vorgesehenen Gleitstiften 8, 9 gegen cine seitlich
am Schlitten io verschiebbar angeordnete Gleitschiene ii oder gegen die mit ihr
verbundene, auswechselbare Schablone 12 legt. Die Gleitschiene hängt an einem Rahmen
13, welcher wiederum gelenkig mit dem auf einer Welle 14 festsitzenden, gabelförmigen
Hebel 15 verbunden ist, so daß durch geringe Drehungen der Welle 14 die Schiene
il gehoben und gesenkt werden kann. Je nachdem sie sich nun in der oberen oder unteren
Lage befindet, wird sich der obere Gleitstift 9 gegen die glatte Schiene oder der
untere Stift 8 gegen die Schablone 12 legen, so daß bei Bewegung des Schlittens
der Hebelarm 5 in Ruhe verbleibt oder in Schwingungen versetzt wird, falls er nicht
durch die Nockenscheibe 16 abgehoben ist. Die Scl.wingbewegungen des Hebelarmes
5 werden nun mittels des oberen Gabelschenkels 17 und eines daran befestigten Zapfens
18 auf eine unter den Stichelhaltertragarmen Z9 verschiebbar angeordnete Schiene
2o übertragen, indem der Zapfen 18 in eine Schlitzführung 2= der Schiene 2o eingreift.
Diese ist mit dem früheren, als Stichelhalter dienenden Hauptquerträger i durch
Gelenkstücke 22 vereinigt, in deren Mitten nunmehr die Werkzeuge 23 befestigt sind
und die somit die Wcrkzeuge quer zur Längsachse der Werkstücke hin und her bewegen
können. Die Längsverschiebung der an dem Gabelhebel 15 hängenden, die Schablone
12 tragenden Schiene ii, welche an einem Ende durch eine Führung 24 gegen Abheben
gesichert ist und am anderen Ende ge:enkig an einer mit Schlitzführungen 25 versehenen
Schiene 26 angeschlossen ist, erfolgt durch eine unrunde Scheibe 27, welche drehbar
auf einer Welle 28 sitzt, die in einem am Schlitten io befestigten Bock 29 befestigt
ist (s. Abb. 4 und 5). Mit der unrunden Scheibe gekuppelt ist ein Sperrad 30, ,
welches durch den mit Sperrklinke 31 versehenen Hebel 32 gedreht werden kann. Die
hierzu nötige Bewegung des Hebels 32 wird bewirkt durch einen verstellbaren Anschlag
33, welcher am Bock 34, also am festen Maschinengestell, angeordnet ist. Gegen diesen
Anschlag 33 legt sich bei der Bewegung des Schlittens der Hebel 32
und dreht
durch die Sperrklinke 31 das Sperrrad 30 und mit ihm die Nockenscheibe 27.
Gegen letztere legt sich unter Einwirkung einer Feder das mit einer Rolle 26' versehene
hintere Ende der Schiene 26, so daß dieselbe und mit ihr die Schiene ii in der Längsrichtung
verschoben werden kann. Per Zweck des Verschiebens ist, zu erreichen, daß die zu
guillochierenden Wellenlinien sich schileiden, also nicht gleichmäßig nebeneinanderliegend
verlaufen. Soll letzteres erreicht werden, darf eine Verschiebung der Gleitschiere
i i nicht stattfinden. Dies wird dadurch erreicht, daß man den Anschlag 33 so weit
zurückverlegt, daß eine Berührung mit dem Schalthebel 32 nicht mehr stattfinden
kann.
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Zur zeitweiligen Ausschaltung der Ritzarbeit (Bildung eines freien
Feldes auf dem Werkstück) muß die Gleitschiene ii' angehoben werden, so daß also
der obere Stift 9 zur Wirkung gelangt. Dies Heben geschieht durch den schon erwähnten
Gabelarm 15 und seine Welle l f mittels folgender Einrichtungen: Auf dem einen Ende
der Welle 14 sitzt eine Kurbel 35 (Abb. 3), deren schneidenförmig ausgebildeter
Zapfen 36 durch eine Feder 37 gegen eine mit Einschnitten 38 versehene Scheibe 39
gedrückt wird. Greift der Zapfen 36 in einen Einschnitt ein, so wird die Gleitschiene
heruntergedrückt;
die Schablone i2 kommt also zur Wirkung. Legt
sich der Zapfen 36 gegen den äußeren Umfang der Scheibe 39, so ist die Gleitschiene
ix gehoben, mithin wirkt jetzt der obere Gleitstift 9 gegen die glatte Schiene ii;
eine Guillochierung findet also in diesem Falle nicht statt. Nun muß aber der Kurbelzapfen
36, falls er in einen Einschnitt der Scheibe 39 eingreift, während des Weiterdrehens
der Scheibe, zumal wenn ihr äußerer Umfang wieder zur Wirkung gelangt, herausgehoben
werden. Dies geschieht durch einen am anderen (hinteren) Ende der Welle 14 vorgesehenen
Hebel 40, welcher während der Umschaltung der Scheibe 39, d. h. vor Beginn einer
neuen Guillochierung, durch eine quer zur Längsachse der Maschine verschiebbare
Schiene 4= bewegt wird. Diese Schiene, durch eine Feder 45 für gewöhnlich außer
Einwirkung auf die Kurbel 40 gehalten, wird nach Umkehr des Schlittens durch Entlanggleiten
ihres mit fliegendem Anschlag 43 versehenen Endes an einer festen Gleitfläche 42
vorgeschoben, wodurch der Hebel 40 geschwenkt und die Kurbel 35 aus dem Einschnitt
der Scheibe 39 herausgehoben wird. Dies findet nur während der Berührung des fliegenden
Anschlages 43 mit der vorspringenden Kante 44 der festen Gleitfläche 42 statt; nach
Passieren derselben zieht die Feder 45 die Schiene 41 wieder zurück. Der fliegende
Anschlag 43 ist so eingerichtet, daß er nur bei Bewegung des Schlittens von links
nach rechts nach der Zeichnung die Schiene verschiebt, dagegen bei dessen Rückgang
(entsprechend Abb. 2 der Zeichnung) ausweicht.
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Genau wie die Querverschiebung der Schablone 12 erfolgt auch diejenige
der zur Guillochierung der geraden Striche dienenden Zahnstange 46. Auch sie steht
mit einem auf einer Welle 47 befestigten Hebel 48 in Verbindung, der auch wie der
Arm 15 durch eine Kurbel 49 und eine mit Einschnitten versehene Scheibe 5o bewegt
wird. Auch das zeitweilige Ausheben des Kurbelzapfens aus den Einschnitten erfolgt
sinngemäß und gleichzeitig mittels der Schiene 4r, die mit der Kurbel 4o die Welle
14 und durch eine ebensolche Kurbel 51 die Welle 47 bewegt.
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Die Schablone 46 liegt nicht unmittelbar neben der glatten Schiene
52, sondern zwischen beiden befindet sich ein Hohlraum 53. Hierdurch soll die Guillochierung
längsverlaufender, gerader Striche bewirkt werden, da, falls der Führungsstift des
Stichelhalters i in die Schablone eingreift, die Stichel während der ganzen Schlittenbewegung
zur Wirkung gelangen. Es kommen also, entgegen den zwei Verschiebungen der seitlichen
Zahnstange, hier drei Verschiebungen in Betracht, weshalb die Einschnitte der Scheibe
50 mit entsprechenden Abstufungen versehen sein müssen. Die Regelung der
verschiedenen Ritzarbeiten der Stichel erfolgt durch richtiges Einstellen der Scheiben
39 und 5o, eine Veränderung derselben durch Austausch der Scheiben bzw. der Zahnstangen.