DE39574C - Mechanismus zur Regelung der Dampfzuströmung bei Dampfmaschinen - Google Patents
Mechanismus zur Regelung der Dampfzuströmung bei DampfmaschinenInfo
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Classifications
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01B—MACHINES OR ENGINES, IN GENERAL OR OF POSITIVE-DISPLACEMENT TYPE, e.g. STEAM ENGINES
- F01B25/00—Regulating, controlling or safety means
-
- F—MECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
- F01—MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
- F01B—MACHINES OR ENGINES, IN GENERAL OR OF POSITIVE-DISPLACEMENT TYPE, e.g. STEAM ENGINES
- F01B2250/00—Accessories of steam engines; Arrangements or control devices of piston pumps, compressors without crank shafts or condensors for so far as they influence the functioning of the engines
- F01B2250/003—Apparatus for control or receiver or condensor pressure
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 14: Dampfmaschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. November 1886 ab.
Die nachfolgend beschriebene und in der Zeichnung in drei Modificationen dargestellte
Vorrichtung ist charakterisirt durch einen in die Dampfzuleitung zum Schieberkasten eingeschalteten
Kolbenschieber, der von einer von der Maschine bewegten, den.Kesseldampf comprimirenden
Dampfpumpe beeinflufst wird. Die Dampfpumpe ist direct in die Dampfzuleitung
zum" Schieberkasten eingeschaltet, so dafs der Dampfpumpe schon Dampf von hoher
Spannung zugeführt wird. Es ist dadurch nicht nur die Druckarbeit zur Bewegung des
auf Drosselung wirkenden Kolbenschiebers auf ein Minimum reducirt, sondern es ist auch
diese Regulirung ohne jede Anwendung von abdichtenden und die Regulirarbeit erschwerenden
Stopfbüchsen erzielt. Weder Pumpenkolben ncch Kolbenschieber brauchen sehr
dicht zu gehen, ja die Wirkung der Vorrichtung ist direct durch die Undichtheit des
Pumpenkolbens in seinem Cylinder bedingt.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist folgende: Der Pumpenkolben ρ giebt in seiner
höchsten Stellung durch den seitlichen Kanal a den Eintritt von Kesseldampf in den Pumpencylinder
frei, und beim Niedergang wird der Dampf in diesem Cylinder comprimirt. Da der Kolben nicht vollkommen dicht ist, so
wird ein Theil des comprimirten Dampfes an dem Kolben vorbei zurückströmen, und erst,
wenn die Geschwindigkeit des Pumpenkolbens eine bestimmte Gröfse überschreitet, wird ein
genügender Ueberdruck im Dampfcylinder entstehen , welcher die Oeffnung des durch
Feder f beeinflufsten Abschlufsventils ν herbeiführt. Dieses Ventil ν ist aber mit dem Kolbenschieber
s fest verbunden, und sofort nach der Ventilöffnung wird der Dampfüberdruck
auf eine grofse Fläche (die Kolbenschieberfläche) wirken und wird eine Niederbewegung
des Kolbenschiebers bis zum Abschlufs der Dampföffnungen o, die zum Schieberkasten
führen, hervorrufen. Der Schieberkasten ist dann völlig vom Kesseldampf abgeschlossen
und nur das im Schieberkasten befindliche Dampfquantum wird wirken können, wobei
naturgemäfs (bei einem geringen Inhalt des Schieberkastens) eine grofse Expansion des
Dampfes, also Minderleistung der Maschine, d. h. Regulirung eintritt.
Es ist klar, dafs diese Regulirung nur beim Niedergange der Pumpe, also nur für eine
Cylinderseite erfolgen kann. Die andere Cylinderseite erhält immer vollen, nicht gedrosselten
Dampf. Um diesem Mangel bei sehr verschieden belasteten Maschinen abzuhelfen, ist es nur nöthig, den Kolbenschieber
unabhängig von der Eintrittsöffnung des Pumpencylinders anzuordnen, und ist dies in
Fig. 2 und 3 in zwei Modificationen dargestellt.
In Fig. 2 ist ν das Abschlufsventil des Pumpenkörpers, welches durch eine kleine
Feder stets geschlossen wird. Beim Niedergange der Pumpe wird bei genügender Comprimirung
des Dampfes im Pumpencylinder ein Theil des Dampfes durch das Ventil ν
entweichen. Sobald aber durch diese Ableitung des Dampfes nach Raum r der Ueberdruck
im Pumpencylinder aufgehört hat, wird sofort eine Schliefsung des Ventils erfolgen,
so dafs beide Räume r und η wieder von
einander getrennt sind. Infolge dieser absatzweisen Dampfüberführung von η nach r wird
der Kolbenschieber s eine bestimmte Stellung einnehmen, welche bei schnellerem Gange der
Maschine sich verändert und eine gröfsere Drosselung des Dampfes in den Zuleitungskanälen ο herbeiführt. Hier ist also für beide^
Cylinderseiten die Dampfdrosselung erzielt, da der Kolbenschieber dicht genug sein mufs, um
bis zum nächsten Pumpenkolbenniedergange das Dampfquantum im Raum r zu erhalten.
Je nach der Maschinengeschwindigkeit wird die Stellung des Kolbenschiebers sich also
regeln.
In der Modification Fig. 3 ist dieses Abschlufsventil
ganz fortgelassen und durch eine enge Oeffnung 0] zwischen den beiden
Räumen η und r ersetzt worden, welche Oeffnung denselben Effect der Schaffung eines
gröfseren Druckes im Raum r erzielt. Die Wirkungsweise dieser Modification möge noch
näher erläutert werden.
Der Pumpenkolben sei im Niedergange; er comprimirt den seitlich durch Kanal α zugeströmten
Dampf. Es wird nun bei dieser Compression ein bestimmtes Dampfquantum am Kolben vorbei entweichen. Ueberschreitet
die Kolbenbewegung die gewünschte Geschwindigkeit, so wird der überschüssige Dampf
durch Oeffnung ο' nach Raum r übertreten.
Dieser Uebertritt erfolgt sofort bei Beginn der Comprimirung, und es bewegt sich demgemäfs
der Kolbenschieber um eine gewisse Strecke nach unten, wodurch der Dampfzugang gedrosselt
wird. Da die Zutrittsöffnung ο' nur
klein gewählt ist, so wird im Raum r eine niedrigere Spannung herrschen wie im Pumpenraum
n, da eine grofse Dampfmenge bei der schnellen Pumpenbewegung nicht durch die
Oeffnung. 0 1 passiren kann. Beim Rückgange wird dieser Ueberschufs an Spannung im
Dampfraum den Effect herbeiführen, dafs vor Beendigung des Kolbenaufganges im Pumpenraum
noch der Kesseldruck, im Raum r dagegen ein höherer Druck herrscht, weil die Periode des Zuströmens von Dampf aus dem
Dampfraum in den Raum r länger dauert, wie die Ausströmperiode, da sowohl während des
Pumpenkolbenniederganges wie während des gröfsten Theils des Pumpenkolbenaufganges im
Pumpenraum ein gröfserer Druck herrscht wie im Raum r. Nimmt man z. B. einen Kesseldruck
von 5 at an, so wird im Anfang des Kolbenniederganges im Pumpenraum ein höherer Druck herrschen, welcher sich stets steigert
und welcher beispielsweise durch die Oeffnung 0l den Druck im Raum r auf 5 >/2 at
steigern kann. Es wird dann gegen Ende des Pumpenkolbenniederganges im Pumpenraum
etwa ein Druck von 7 at herrschen. Während des ersten Theils des Kolbenauf-.ganges
herrscht, in dem Pumpenraum noch dieselbe Spannung und das Zuströmen vom
Dampfraum η nach Raum r dauert fort. Erst im zweiten Theil läfst dieser Ueberdruck nach
und in der Mittelstellung kann ein Ausgleich erzielt sein. Es wird also nur beim Schlufs
der Aufwärtsbewegung ein Rückströmen vom Raum r nach dem Pumpenraum η stattfinden,
und wenn man erwägt, dafs dieser Ueberdruck des Raumes r gegen den Pumpenraum ein
sehr geringer ist (nur !/2 at), so ist es erklärlich,
dafs diese kurze Rückströmung nicht ein vollkommenes Sinken der Spannung auf 5 at
im Raum r zur Folge haben kann. Es wird sich vielmehr je nach der Geschwindigkeit des
Pumpenkolbens ein bestimmter Ueberdruck im Raum r halten, der bei gröfserer Kolbengeschwindigkeit
steigt und bei kleinerer fällt, und dieses Fallen und Steigen des Ueberdrucks beeinflufst die Stellung des Kolbenschiebers.
Es ist zu bemerken, dafs infolge der bedeutenden Fläche des Kolbenschiebers
selbst geringe Schwankungen dieses Ueberdrucks eine grofse Bewegung des Kolbenschiebers
herbeiführen werden, so dafs also die Empfindlichkeit dieses Regulators eine sehr
grofse ist.
Bei allen drei Modificationen kann die Belastung des Kolbenschiebers durch Federverstellung
regulirt werden, so dafs man selbst während des Ganges der Maschine die Geschwindigkeit
regeln kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Die Anwendung eines in die Dampfzuleitung für den Schieberkasten eingeschalteten Kolbenschiebers in Verbindung mit einer Kesseldampf comprimirenden Pumpe p, deren Druckrohr unter den Kolben des Kolbenschiebers führt und dadurch den letzteren bewegt, zum Zweck der Regulirung der Maschine durch Absperrung bezw. Drosselung des zum Schieberkasten führenden Dampfes.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE39574C true DE39574C (de) |
Family
ID=315194
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT39574D Expired - Lifetime DE39574C (de) | Mechanismus zur Regelung der Dampfzuströmung bei Dampfmaschinen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE39574C (de) |
-
0
- DE DENDAT39574D patent/DE39574C/de not_active Expired - Lifetime
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