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Unterteilter Karbidbehälter für Azetylenentwickler. Die Unterteilung
des Karbidvorrats ist bei Azetylenentwicklern, bei welchen die Zersetzung des Karbids
durch Zutritt des Wassers zum Karbid erfolgt, als ein Mittel vorgeschlagen worden,
' um die Nachentwicklung zu beschränken und mit einem kleinen. Gasbehälter auskommen
zu können, und man hat Entwickler nach dem Tauch-, Verdränbgungs- und Wasserzulaufsystem
wiederholt so ausgeführt, däß der aufrecht stehende KarbIdbehälter in
Abteilungen
von verschiedener Höhenlage unterteilt ist, so claß die die einzelnen Abteihingen
bildenden Schalen, Büchsen o. dgl. durch das aufsteigende Wasser nacheinander erreicht
werden. In der Tat würde eine weitgehende Unterteilung der Karbidladung, verbunden
mit sachgemäßer Lagerung der einzelnen Schichten, so daß zwischen schon vergastem
und noch nicht angegriffenem Karbid eine gute Abgrenzung erreicht wird, praktisch
von bedeutendem Vorteil sein. Wenn z. B. jede Schicht der Karbidladunz aus l//,
kg Karbid besteht, so muß man mit einer Sammelglocke von wenigstens 75 l
rechnen. Würde die Schicht nur aus 1"., kg bestehen, so müßte immer noch eine Sammelglocke
von annähernd .Io l Fassungsvermögen vorhanden sein. Gelingt es jedoch, den Karbidvorrat
so weit zu unterteilen, daß die einzelnen Karbidschichten nur noch So oder sogar
25g ausmachen, dann erübrigt sich eine eigentliche Sammelglocke überliaupt, und
die geringe 1-Ienge theoretisch nachentwickelnden Gases kommt praktisch überhaupt
nicht mehr in Betracht. Eine derartige weitgehende Unterteilung des Karbidvorrats
war indes bei Entwicklern mit aufrecht stehenden Karhidl:ehältern bisher pralktisch
nicht ausführbar, weil die Reinigung und Füllung der zahlreichen kleinen Abteilungen
zti große Schwierigkeiten und Zeitverlust bereitete. So würden z. B. l:ei einem
kleinen Zimmerapparat für 2 kg Karbidfüllung bei einer Unterteilung in Schichten
von je Sog d.o kleine _'bteilungen bzw. Schachteln erforderlich sein. Bei einer
feineren Unterteilung der Karbi,Ifüllung, die zu einer völligen Beseitigung der
Nachvergasung erforderlich wäre, also etwa bei einer Unterteilung auf je 2o g, würde
der Entwickler zur Unterbringung einer einmaligen Ladung nicht weniger als ioo kleine
Buchsen oder Schüsseln benötigen, die bei der erforderlichen dichten Zusammendrängung
nur gefüllt werden 1,cnnten, wenn sie in einzelne Teile zu zerlegen und wieder zusammenzusetzen
,wären. Bei einem solchen tnenagearbigen Aufbau ist offenbar die Zahl der einzelnen
Teller infolge dieser Schwierigkeiten verhältnismäßig niedrig begrenzt.
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Gemäß der Erfindung werden diese Schwierigkeiten dadurch überwunden,
daß die die einzelnen Abteilungen des Karbidl,ehälters bildenden Teller in einer
nach einer Seite offenen, nach Füllung verschließbaren, beweglichen Rinne oder Mulde
angebracht sind, so daß der Karbidl,eliälter in wagerechter Lage bequem gefüllt
werden kann. Die Böden der Behälterabteilungen sind also hierbei mit einem Teil
eines Zylindermantels nur so weit umkleidet, daß eine genügend weite Einfüllöffnung
offen bleibt. Die Einfüllung des Karbids kann dabei, wenn die Rinne oder 'Mulde
wagerecht gelegt wird, sehr rasch und einfach durch Einschütten in die 'Mulde in
genügend gleiclimäßi-er Verteilung über die einzelnen Fächer der Rinne erfolgen.
Nach beendeter Füllung und Verschließung kann der regelartige Karbi lbehälter aufgerichtet
«erden, ohne daß -las Karbid aus den einzelnen Fächern herausfällt. Der Verschluß
kann z. B. aus einem Klappdeckel, ähnlich wie bei einer Botanisiertrommel, Nestehen,
durch welchen nach Füllung nies Behälters und vor dem Aufrichten aus der wagerechten
Lage die Einfüllöffnung verschlossen wird. Anderseits kann eine solche (lie Teller
tragende Rinne oder mehrere derselben auch in eine sie umfassende, mit Wassereintritts-
und Gasaustrittsöffnungen versehene Hülse nach der Füllung in wagerechter Lage eingeschoben
und dann mit der Hülse zusammen aufgerichtet werden. Auch kann die Rinne aus mehreren
lösbar oder aufklappbar verbundenen Hälften bzw. Teilen bestehen, die sich zu einem
bis auf die Gasaustritts- und Wasserzuführungsöffnungen geschlossenen Rohr von rundem
oder eckigem Querschnitt ergänzen. Diese geschlossene Hülse bzw. das aus dem Behälter
selbst gebildete Rohr kann dann unmittelbar als Entwicklerkammer oder Entwickler,-locke
je nach tem System des betreffenden Azetylenapparates Anwendung finden. Um in allen
Fällen das Aufsteigen des Entwicklungswassers von unten nach oben zu sichern, kann
hierbei eine (len Karbidbehälter der Länge nach durclilaufende Leitung in einer
Aussparung der Teller angeordnet sein, durch welche das Wasser von oben her zunächst
zum Boden des Behälters geführt wird, ohne das Karbid zu berühren, und erst dann
von unten aufsteigend die Zersetzung des Karbids in der gewünschten Weise bewirkt.
Die die Teller tragende Mulde oder Rinne kann aus massivem :Material, z. B. Blech,
oder auch aus Drahtgewebe o. d-1. Festehen; im letzteren Falle wird die Ausspülung
der Mulden zwecks Entfernung der Rückstände sehr erleichtert. Dagegen werden die
Teller, Platten oder Böden der Abteilungen zweckmäßig ohne Durchbrechungen ausgeführt,
um ein Eindringen von feuchten Dämpfen und Kondenswasser aus einer Abteilung in
die andere zu verhüten. Auch werden diese Böden vorteilhaft aus Material von größerer
Dicke oder doppelt ausgeführt, um beim Aufsteigen des Wassers zwischen dem Zeitpunkt,
wo nach Zersetzung einer Abteilung die nächste angegriffen wird, eine Pause einzuschalten
und eine bessere Abgrenzung zwischen bereits vergastem und noch nicht angegriffenem
Karbid zu erzielen.
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In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes
dargestellt.
In Abb. i sind die Böden a halbseitig von einem Mantel b umgeben und der so ,gebildete
unterteilte Behälter in eine Hülse c (die abgebrochen gezeichnet ist) hineingeschoben.
Diese Hülse c kann beiderseits offen oder an einem Ende glockenartig geschlossen
sein, j e nachdem, wie es das Entwicklungssystem erfordert. So kann z. B. die Hülse
c als eine oben geschlossene und unten offene Glocke mit einem oberen und einem
unteren Rohransatz (nach Art der Entwicklerglocke l der Patentschrift 36663i) ausgeführt
werden. Bei der dargestellten Ausführungsform ist im die Mulde b eine kleine
Rinne d
eingedrückt, die den Karbidbehälter der Länge nach durchläuft und
zur Zuführung des Wassers nach dem Boden des Karbidbehälters dient.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 2 besteht die die Teller tragende
Rinne aus zwei durch Scharniere aufklappbar verbundenen Hälften f und g. Die Füllung
erfolgt in der Weise, daß zunächst, wie in der Zeichnung ersichtlich, der eine Teil
f wagerecht gelegt und. mit Karbid beladen wird. Hierauf wird Teil g darübergeklappt
und die geschlossene Hülse aufgerichtet. Wird Teil g freigelassen, so kann eine
Überfüllung mit Karbid nicht vorkommen.. Da nach Zusammenklappen beider Teile die
einzelnen Hälften der Böden - dicht aneinander zu liegen kommen, kann beim Aufrichten
des Karbidbehälters lediglich das. Karbid sich auf den einzelnen Stufen ausbreiten,
aber nicht von denselben herunterfallen. Die beiden Hälften der Doppelmulde bilden
eine geschlossene Hülse, so daß der Karbidbehälter in dieser Ausführungsform keines
Verschlußdeckels und keiner Umfassungshülse bedarf. Doch kann auch bei solcher Ausführungsform
der Behälter, wie aus Abb.3 bis 6 ersichtlich, in eine äußere Glocke oder Hülse
eingeschoben werden. Bei diesen Ausführungsbeispielen. ist der Mantel des Karbidbehälters
aus Drahtgewebe hergestellt.
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Bei der Ausführungsform nach Abb. 4 bis 6 ist die Umfassungshülse
c am oberen Ende mit einer Wassereintrittsöffnung h und im Innern neben dieser Öffnung
mit einer Führungsleiste i versehen. Diese dient als Führung für die Rinne
d des zweiteiligen Karbidbehälters k. Bei dieser Ausführungsform kann der
Zutritt von Wasser nur erfolgen, wenn der Wasserspiegel so hoch gestiegen ist, daß
die Wassereintrittsöffnung la erreicht wird. Das. alsdann eintretende Wasser fließt
im Innern der Hülse c durch die Rinne d bis zum Boden herab, ohne mit dem Karbid
in Berührung zu kommen. Die Zersetzung des Karbids erfolgt vielmehr erst dann, wenn
das Wasser vom Boden aus aufsteigend: die unterste Abteilung des Karbidbehälters
h erreicht. Arbeitet der Entwickler hierbei nach automatischem System, z. B. Verdrängungs-
oder Tauchsystem, so hört der weitere Wasserzutritt alsdann auf, solange mehr Gas
vorhanden ist, als sofort verbraucht wird. Die Nachentwicklung kann dann niemals
größer werden, als dem Karbidvorrat einer einzigen Abteilung entspricht. Da nun
der Karbidbehälter nach der Erfindung eine äußerst weitgehende Unterteilung ermöglicht,
so kann man hierbei ganz ohne oder mit einem sehr kleinen Gassammelraum auskommen,
ohne ein Entweichen von Gas nach außen fürchten zu müssen.
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Anstatt einer -Wassereintrittsöffnung h können auch deren mehrere
vorgesehen sein. Auch können bei Anordnung mehrerer Entwicklerglocken und einer
Sammelglocke :die Karbidbehälter Wassereintrittsöffnungen in verschiedener Höhe
besitzen, so daß die einzelnen Karbidbehälter selbsttätig nacheinander zur Vergasung
kommen.