DE39179C - Verfahren zur Herstellung von Schlofskasten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SchlofskastenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 49: Mechanische Metallbearbeitung.
CARL T. BURCHARDT in BERLIN. Verfahren zur Herstellung von S c h Io fs k aste n.
Patentirt im Deutschen Reiche vom ι. Juli 1886 ab.
Bisher wurden die Kasten von Schlössern zwar fabrikmäfsig, aber mit vieler Handarbeit
aus Eisenstangen und Blech, wie dies Material im Handel zu erreichen ist, gemacht. Die
vorliegende Erfindung bezweckt nun, wenn auch nicht alle Arten, so doch viele Schlofsformen
auf rein mechanischem Wege, unter Wegfall jeder Handarbeit, aus besonders dazu gewalztem Rohmaterial herzustellen.
Aus passenden Stangen oder Packeten wird durch Kaliberwalzen eine Schiene α von dem
Querschnitt Fig. 2 hergestellt, wenn Schlofskasten, wie in Fig. 1 gezeichnet, gemacht werden
sollen. Diese Schiene tritt warm aus den Walzen der Fig. 2 in einen festen, oben
offenen Kanal, wie Fig. 3 es im Querschnitt zeigt, und wird an den Stellen b von zwei
scharfrandigen Schrotwalzen c aufgeschrotet, während zwei verstellbare Rollen d ein Verwerfen
der Schiene α verhindern. Nun wird durch ein zweites Kaliberwerk die Stange a
fertig in die richtige Gestalt gewalzt, Fig. 4, wobei durch schräg gelagerte Walzenpaare die
Enden der Schiene α gegen eine feste Unterlage
stufenweise im Winkel umgebogen worden sind, wie dies die zwischen den Fig. 3 und 4 gezeichneten Querschnitte angeben, womit
die Rohmaterialschiene α fertig ist.
Es ist selbstverständlich, dafs für Schlösser anderer Form, als der in Fig. 1 angegebenen,
die Walzen andere Kaliber und die Zwischeneinrichtungen entsprechende Formen haben
müssen. Auch die ferner noch zur weiteren Bearbeitung benutzten Maschinen müssen den
speciellen Gröfsen und Einrichtungen der Schlösser adjustirbar oder besonders dafür
constrain sein, was Sache des Werkführers oder Arbeiters bezw. Ingenieurs und ohne besondere
Erfindung ausführbar ist.
Die, wie oben erklärt, fertig gestellte Rohmaterialschiene
α kommt nun kalt und umgekehrt unter eine Presse mit automatischem Vorschub, vermittelst welcher das überflüssige
,Material, das in Fig. 5 schraffirt ist, aus dem dünnen Mittelsteg / ausgestofsen wird, nach
welcher Operation die ganze Schiene, die jetzt einer Leiter gleicht, der Länge nach in zwei
Halbschienen zerschnitten wird, wie die punktirte Linie in der Mitte des Steges f andeuten
soll. Diese Halbschienen werden wiederum in einzelne Stücke der Quere nach in den punktirten
Querlinien zerschnitten, von welchen Stücken 5 jedes einen Schlofskasten in rohem
Zustande darstellt, natürlich ohne die Schlofsdecke, die einfach von geschnittenen Blechstreifen
abgetrennt wird. Jedes dieser Stücke S, Fig. 6, kommt nun umgekehrt in eine Presse,
welche aus. dem dünnen Blatt f dadurch einen offenen Kasten macht, Fig. 7, dafs sie die drei
Seiten ggg in den punktirten Linien winkelig nach oben prefst, wobei sie die Seitenstücke g,
da, wo sie an dem hohen, starken Längsstreifen st, der jetzt den Stülp des Schlofskastens
bildet, ansitzen, abscheert.
Die sämmtlichen Löcher für die verschiedenen Studel, das Schlüsselloch, Fallenloch
u. s. w., wie sie für dies Schlofs nothwendig sind, Fig. 1, werden nun alle auf einmal unter einer
Presse mit passendem Stempel durchgedrückt, ebenso in einer anderen Presse die Löcher im
Stülp st für Falle, Riegel, Nachtriegel und Schrauben. Die Löcher in der Schlofsdecke
Claims (3)
- werden ebenso alle auf einmal durchgedrückt. Es sei hier bemerkt, dafs, wenn die Löcher für die Falle im Schlofskasten und in der Decke, der gröfseren Auflage der Fallennufs wegen, nach innen oder aufsen aufgebörtelt sein sollen, dies auch durch eine sogenannte, ihrer Construction nach wohlbekannte Zugpresse geschieht.Der Schlofskasten ist jetzt zum Ausputzen, zum Einsetzen der Riegel u. s. w., Versenken der Schraubenlöcher, Schleifen bezw. Poliren fertig, welche Manipulationen zwar auch mit Maschinen verrichtet werden, aber nicht mehr Gegenstand des Patentes sind.Für bestimmte Arten von Schlössern ist es möglich, den Verlust an Material beim Ausstofsen des Steges f, Fig. 5, zu vermeiden. Dazu wird die Rohmaterialschiene α ζ. Β. mit einem Querschnitt, wie Fig. 8, aber sonst ganz wie eingangs beschrieben hergestellt. An den Stellen h h, Fig. 9, werden nun viereckige Löcher entsprechend der Kastenhöhe ausgestofsen, worauf zwischen je zwei solchen Löchern h h der Mittelsteg f in den ausgezogenen Linien quer durchschnitten und der Stegy an den Stellen χ von Loch h zu Loch h von den umgebogenen Längsstreifen st, die den Stülp hergeben, abgetrennt wird. "Wenn nun die Längsstreifen in den Linien x-y durchschnitten werden, so fällt mit jedem solchen Schnitt ein Stück S ab, Fig. 10, welches einen Schlofskasten giebt, indem seine Seiten g g g, wie oben beschrieben, umgebogen werden.Patenτ-Ansprüche:: Das Verfahren, Schlofskasten herzustellen, charakterisirt durch folgende nach einander auszuführende Arbeiten:ι. Die Erzeugung einer Rohmaterialschiene a, deren Querschnitt sich nach dem Längsschnitt des Schlofskastens richtet, durch Anwalzen der zum Stülp bestimmten Verstärkung , Aufschroten und stufenweises Umbiegen derselben im WinkeL
- 2. Zertrennen bezw. Ausstanzen dieser Materialschiene α in einzelne Stücke S, die durch Umbiegen der drei Seiten des dünnen Theiles f zu Schlofskasten umgeformt werden.
- 3. Ausstanzen der nöthigen Löcher, sowohl im Kasten, als auch im Stülp mit je einer einzigen Operation mittelst einer Presse.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE39179C true DE39179C (de) |
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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