DE390028C - Selbsttaetige Einrichtung zur Erhaltung der Laengsstabilitaet von Flugzeugen - Google Patents

Selbsttaetige Einrichtung zur Erhaltung der Laengsstabilitaet von Flugzeugen

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DE390028C
DE390028C DEB92608D DEB0092608D DE390028C DE 390028 C DE390028 C DE 390028C DE B92608 D DEB92608 D DE B92608D DE B0092608 D DEB0092608 D DE B0092608D DE 390028 C DE390028 C DE 390028C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B64AIRCRAFT; AVIATION; COSMONAUTICS
    • B64CAEROPLANES; HELICOPTERS
    • B64C17/00Aircraft stabilisation not otherwise provided for

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Aviation & Aerospace Engineering (AREA)
  • Emergency Lowering Means (AREA)

Description

  • Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität von Flugzeugen. Die Erfindung betrifft eine Stabilisierungsvorrichtung und ein mit ihr ausgestattetes Segelflugzeug, welches aus ungleichförmig bewegter Luft Auftrieb und Vortrieb entnimmt, indem bei jedem Pulsschlag des Windes, welcher den Auftrieb des Fahrzeuges erhöht, dessen hinten liegende Flächen schneller als die vorn liegenden Flächen gehoben werden, so daß gleichzeitig mit der Hubleistung des Windes durch die Schwenkung des Flugzeuges in Gleitflugstellung eine Vortriebskomponente an den auf diese Weise vornübergeneigten Tragflächen entspringt.
  • Durch die Erfindung soll verhindert werden, daß bei Hubkraft ausübenden Windstößen der vordere Teil des Flugzeuges früher gehoben wird als dessen hinterer Teil. Außerdem wird mit den neuen Organen die Leistungsfähigkeit des bereits bekannten Teiles der Einrichtung bedeutend gesteigert.
  • Damit dem Vornüberschwenken des Flugzeuges kein Hindernis entgegenwirkt, wird die übliche Einfallwinkeldifferenz zwischen Dämpfungsfläche und Haupttragfläche (sogenannte Penaud-Stabilisierung) fortgelassen, so daß die Längsstabilisierung des Flugzeuges allein der selbsttätigen Einrichtung überlassen bleibt. Auf der Zeichnung zeigt Abb, z ein motorloses Flugzeug, an welchem die Einrichtung eingebaut ist, wobei deren Luft leitende Rohrkanäle im Schnitt und das selbsttätig veränderliche Flügelprofil der vorn liegenden Dämpfungsfläche bei zu langsamen Fluge dargestellt sind, . Abb. 2 dasselbe Flugzeug mit Außenansicht der Rohrkanäle und Stellung des Profils der Dämpfungsfläche bei der normalen Flug" geschwindigkeit, Abb. 3 ein Schema der Aufeinanderfolge der Schwenkungen des Flugzeuges, die zur Ausnutzung von Windschwankungen nötig sind.
  • Au dem Gestell des Flugzeuges ist die Achse z baulich so festgelegt, daß; um dieselbe der einzig bewegliche Teil der Einrichtung, der Oberkörper 2, schwenkbar angeordnet werden kann. Mit dem Oberkörper 2 ist ein Gewicht 3 zu einer Einheit so verbunden, daß dadurch der Gesamtschwerpunkt von Gewicht und Oberkörper nahezu vertikal über und höher als die Drehachse zu liegen kommt, damit bei Geschwindigkeitsänderungen des Flugzeuges das Trägheitsgesetz eine zweckdienliche Schwenkung des Oberkörpers 2 einleiten muß.
  • Unter dem beweglichen Oberkörper befindet sich die festliegende Platte q., an deren hintcrein 1-\'ande (las Höhenruder 5 angelenkt ist. Zwischen der festliegenden Platte und dem beweglichen Oberkörper schließt der Balg (i eine Kammer 7 ab, die durch den Kanal 8 mit dem hohlen, als verkehrt liegendes Tragflächenprofil ausgebildeten Behälter 9 verbunden wird; an welchem, über dessen Spannweite verteilt, der Spalt io eingeschnitten ist.
  • Die zwischen dem festen und dein beweglichen Teil der Einrichtung angeordnete Druckfeder i i sucht den Oberkörper 2 nach oben zu schwenken, so da13 der Hohlkörper, der aus dein Oberkörper 2 und der festliegenden Platte -,l gebildet ist, das in Abb. i dargestellte Profil annimmt, solange keine Luftverdünnung in der Kammer 7 dein Drucke der Feder i i entgegenwirkt.
  • Zwecks Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Einrichtung mündet die unveränderlich offenstehende Öffnung 12 in die Kammer 7 ein, so daß in diese während des Fluges dauernd eine bestimmte Menge Druckluft einströmt. Diese Luftzufuhr hat so lange keinen merklichen Einfluß auf die Größe der Luftverdünnung in der Kammer 7, als die einströmende Luft, wie das hei normalem Fluge der Fall ist, durch den Spalt io abgeführt wird. Nimmt aber die. Fahrtgeschwindigkeit und daher die am Spalt io erzeugte Saugkraft ab, so wird der Oberkörper 2 um vieles schneller nach oben schwenken können, als dies (,hne Luftzufuhr durch die Öffnung 12 möglich sein würde.
  • Um, umgekehrt bei zunehmender Fahr tgeschvindigkeit des Flugzeuges die Zeit der Schwenkung des Oberkörpers 2 nach unten gegen die Platte 4 zu verkürzen, ist die Kammer 7 durch einen oder mehrere hohle Rümpfe 13 mit dein in die Haupttragfläche eingesetzten Behälter 1.4 samt Spalt 15 an dessen Unterseite verbunden.
  • Konstruktiv dienen diese Rümpfe als Traber der Stabilisierungseinrichtung und' des vorderen Landungsgestelles. Der Behälter 14 kann als Holm und Anblaserand der Tragfläche benutzt werden, da er sich äußerlich von diesem nur durch die an seiner Unterseite angebrachte Spaltöffnung 15 unterscheidet, welche der Spaltöffnung io ähnlich ist, aber nur etwa den vierten Teil von deren Länge besitzt.
  • Durch Messungen ist bekannt, daß am Tragflächenprofil an Stelle des Spaltes 15 bei langsamem Fluge Druckluft vorhanden ist, wogegen bei schnellem Fluge an derselben Stelle kräftig gesaugt wird. Diese Beobachtung bestätigt, daß bei langsamem Fluge der Spalt 1 5 die Tätigkeit der Öffnung 12 und bei schnellem Fluge jene des Spaltes io unterstützt. Infolgedessen ist nun verständlich, daß bei verkleinertem Einfallwinkel des Windes, unter welchem der schnelle Flug stattfindet, durch die Addition von Spaltlänge 15 zu Spaltlänge io schneller ein bestimmtes Luftquantum aus der Kammer ; austreten kann, weshalb auch die Bewegung des Oberkörpers :2 zur Platte 4 schneller vonstatten geht, als wenn (fas Eingreifen (los Spaltes 15 fehlen würde..
  • Außer der vorbeschriebenen Tätigkeit soll noch der Stabilisierungseinrichtung die Fähigkeit erteilt werden, auf die Vermehrung des Gegenwindes infolge von Böen anders anzusprechen als auf Vermehrung des Gegenwindes infolge einer Zunahme der Eigengeschwindigkeit des Flugzeuges. Auf welche Weise diesen Unterschied durch die Einrichtung Rechnung getragen wird, beschreibt sich am besten durch die Darstellung einer Periode in der .Beschleunigung des Luftstromes am Flugzeug.
  • Um diese Darstellung übersichtlich zu gestalten, stelle man: sich das Flugzeug in konstanten Gegenwind unter großem Einfallwinkel des Windes, also in langsamem Flugzustande befindlich, bewegungslos in der Luft schwebend vor.
  • An der Haupttragfläche wirkt dann die Hubkraft R und an der Stabilisierungsfläche die Hubkraft 3'. Die Hubkraft des Höhenrtirl'ers 5, (las von Hand des Piloten in Mittelstellung gehalten wird, sowie den Auftrieb der feststehenden Platte :f kann man bei der nun folgenden Betrachtung vernachlässigen, da diese Kräfte ungefähr der abwärts gerichteten Kraft des Behälters 9 Gleichgewicht halten. Die Hubkraft X greift hinter der Achse i am Oberkörper 2 an und hält die Saugkraft Z und auch die Kraft der Druckfeder i i kompensierend das Profil der Stabilisierungsfläche in der durch Abb. 2 gezeigten Stellung.
  • Wird nun plötzlich der Wind relativ zum Flugzeug durch eine Bö vermehrt, so vergrößern sich augenblicklich und gleichzeitig die Kräfte X und R. Obwohl auch die Saugkraft am Spalt io gleichzeitig mit vergrößert wird, kann sich, gegenteilig als bei dem bekannten Teil der Anordnung allein, die Kraft Z nicht sofort mitbetätigen, weil durch vermehrte Zufuhr von Luft durch die Öffnung 12 und 15 (las abzuführende Luftquantum vermehrt wird. Außerdem stehen. der vermehrten Saugkraft am Spalt i o, welche die Kraft Z zu erhöhen sucht, noch drei andere Kräfte gegenüber. Erstens sucht die vermehrte Hubkraft X den Oberkörper 2 nach oben zu schwenken, was durch den Einlaß von Luft durch die Öffnung 12 und 15 möglich gemacht ist; sodann wird das Flugzeug bei Eintritt der Bö durch seinen Mehrwiderstand anfänglich zurückgeschoben, weshalb der Oberkörper :2 durch das Beharrungsvermögen seines hochliegenden Schwerpunktes veranlaßt wird'', nach oben zu schwenken, während drittens durch das Beharrungsvermögen die innerhalb der Rümpfe sich befindende Luftsäule der Kammer 7 zugeschoben wird und dort die Schwenkung des Oberkörpers unterstützt.
  • Eine plötzliche Erhöhung der Hubkraft X durch äußere Windkräfte hat demnach zur Folge, daß der Oberkörper 2 dein Stoße ausweichend nach oben schwenkt, wodurch der Mehrauftrieb am Vorderteil des Flugzeuges unwirksam geworden ist.
  • Anders liegt der Fall bei der starren Haupttragfläche, an welcher die Kraft R vermehrt wurde. Aus dem Kräfteschema der Abb.3 erkennt man, daß der Vorderteil des Flugzeuges infolge Vernichtung der Vermehrung der Kraft X im Punkt C stehengeblieben ist, während die Haupttragfläche von A nach ß steigt. Durch das mit dem Heben der Haupttragfläche verbundene Vornüberneigen des Flugzeuges entsteht infolge der Gleitflugstellung desselben Vortrieb, welcher dem Zurückschieben des Flugzeuges durch die Bö ein Ende setzt und dasselbe beschleunigt, aber auch augenblicklich eine Änderung im Kräftespiel der Stabilisierungseinrichtung bedingt.
  • Da nämlich der Einfallwinkel des Windes an der Haupttragfläche beim alleinigen Steigen derselben kleiner werden muß, wird jetzt am Spalt 15 gesaugt und Luft abgeführt, so daß die Kraft Z, unterstützt durch die nunmehr umgekehrten Trägheitswirkungen von Luftsäule und Oberkörper 2, letzteren zur Platte 4. hin schwenkt, wodurch der Auftrieb der Stabilisierungsfläche größer wird, infolgedessen jetzt der Vorderteil des Flugzeuges aus der Lage C nach D steigt.
  • Aus beiden in angegebener Aufeinanderfolge gemachten, genau begrenzten Schwenkungen des Flugzeuges ergibt sich, daß dieses während einer Windanschwellung um die Höhe H steigen und vor dem Abflauen der Windanschwellung seine ursprüngliche Lage und die alte Geschwindigkeit wiederfinden kann.
  • In der Praxis wird man dem SchwenJ#ungsradius ein größeres Maß als die hier beispielsweise angenommene Länge C-A geben, was leicht zu erreichen ist, wenn man die durch Böen vermehrte Kraft X durch die Stabilisierungsvorrichtung nur teilweise vernichtet.
  • Alle Kräfte, welche zum selbsttätigen Verstellen der Stabilisierungseinrichtung in Anwendung kommen, sind unabhängig von der Flughöhe des Flugzeuges.
  • Seiner Ausdehnung wegen ist der hintere Rand des beweglichen Oberkörpers 2 dem Führer als bequem sichtbarer Indikator der Bewegungszustände des Flugzeuges von Nutzen. Nach eigenem Ermessen kann der Führer die Angaben der Hinterkante des Oberkörpers 2 durch Verstellen des Höhenruders bekräftigen oder auch z. B. beim Landen mit demselben der Stabilisierungseinrichtung entgegenarbeiten.

Claims (4)

  1. PATENT-ANsPRÜcFIE: z. Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität von Flugzeugen, insbesondere von Segelflugzeugen, bei welchen eine Stabilisierungsfläche durch die am Spalt von Hohlkörpern. erzeugte Saugkraft des Fahrtwindes verstellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß außer dem Hohlkörper (9) noch, anders geformte Hohlkörper (r4) mit an sich bekanntem Saugspalt (z5) innerhalb der Tragflügel untergebracht sind und vermittels hohler, langgestreckter, in Flugrichtung liegender Hohlkörper (z3) mit dem Absaugeraum (7) in Verbindung stehen.
  2. 2. Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität nach Anspruch z, dadurch gekennzeichnet, daß der Absaugeraum (7) durch eine unverschließbare Öffnung mit der Außenluft in Verbindung steht.
  3. 3. Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität nach Aspruch r und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hohlkörper (i4) so geformt und der Spalt (r5) so gelegen ist, daß nur bei schnellem Fluge aus dem Absaugeraum (7) durch den Spalt (r5) Luft abgesaugt wird, während bei Unterschreitung einer bestimmten Geschwindigkeit oder Überschreitung eines bestimmten Neigungswinkels umgekehrt Luft von außen durch den Spalt (r5) nach dem Hohlraum (z4) und von dort nach dem Absaugeraum (7) strömt.
  4. 4. Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität nach Anspruch z, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwerpunkt des beweglichen Teils der Stabilisierungsfläche oberhalb der Drehachse (z) liegt, um mittels der Trägheit des beweglichen Teils der Stabilisierungsfläche die Wirkung zu unterstützen, welche die in den Behältern (r3) befindliche Luftsäule infolge des Trägheitsgesetzes auf die Stabilisierungsfläche ausübt. 5: Selbsttätige Einrichtung zur Erhaltung der Längsstabilität nach Anspruch z, 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftbehälter (i3) als Rumpf und Träger der Stabilisierungseinrichtung dienen.
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