DE38508C - Elektrisch gesteuertes submarines Torpedoboot - Google Patents
Elektrisch gesteuertes submarines TorpedobootInfo
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- DE38508C DE38508C DENDAT38508D DE38508DA DE38508C DE 38508 C DE38508 C DE 38508C DE NDAT38508 D DENDAT38508 D DE NDAT38508D DE 38508D A DE38508D A DE 38508DA DE 38508 C DE38508 C DE 38508C
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- F42B19/00—Marine torpedoes, e.g. launched by surface vessels or submarines; Sea mines having self-propulsion means
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Diese Erfindung bezieht sich auf solche submarine Torpedoboote, deren Bewegung von
einem aufserhalb des Bootes liegenden Orte aus elektrisch geregelt wird. Das Boot, im
Querschnitt kreisförmig, läuft nach Bug und Heck zu in eine Spitze aus und hat einen
eisernen, stählernen oder am besten kupfernen Rumpf. Innen ist dasselbe durch Querschotten
in eine Anzahl Kammern getheilt, von denen die am Bug liegende Kammer A den Explosionsstoff
enthält; auf A folgt die Kammer B mit der zum Abfeuern der in A befindlichen
Ladung dienenden localen Batterie, der in den Stromkreis der letzteren eingeschalteten Sicherheitsvorrichtung
zum Verhindern einer unzeitigen Explosion, den Ventilen zum Angehenlassen und Stoppen der Maschine und den
elektrischen Vorrichtungen zum Bethätigen der Ventile. Die nächste Kammer C enthält einen
Gaserhitzungs- und Expansionsraum; dann folgt die Kammer Z), welche den Aufbewahrungsbehälter
für comprimirte, in tropfbar flüssigen Zustand übergeführte Kohlensäure bildet; E ist wiederum eine Erhitzungs- und
Expansionskammer, F die Kammer für das Kabel, welches aus einer Rolle isolirten Drahtes
besteht, mittelst dessen das Boot gehalten und gelenkt wird. Die Kammer G schliefslich enthält
die Maschine, die Steuerungstheile und den elektrischen Apparat zum Regeln der Bewegungen
des Steuerrades.
Als bewegende Kraft für das Boot dient das unter hohem Druck und in tropfbar flüssigem
Zustande in D aufbewahrte Gas, welches durch entsprechende Rohre durch die Erhitzungs- und
Expansionskammern nach der Maschine G1 geleitet wird, welche die an der Hohlwelle G3
sitzende Schiffsschraube G" antreibt; G3 tritt hinten durch G" hindurch. Die Flüssigkeit
wird durch das Rohr D2 und den Seiher d aus dem Behälter D1 der Kammer D nach
dem Drosselventil d\ von da nach der Rohrschlange in der Erhitzungs- und Expansionskammer C C1 und von hier durch ein durch
das offene Rohr D4 hindurchgehendes Rohr durch D1 nach der Rohrschlange der zweiten
Erhitzungskammer J?1 geleitet, wo sie weiter in gasförmigen Zustand übergeführt wird und
von wo sie schliefslich in die Eintrittsrohre der Maschine G 1 gelangt. Letztere besteht aus
einer Anzahl um die in der Mitte liegende Hohlwelle G3 gruppirter Cylinder; auf G3
sitzt der Block G4 mit der Curvenführung G5,
in welcher die Zapfen G6 eines jeden Kolbens
arbeiten, um die geradlinig hin- und hergehende Bewegung der letzteren in eine beständige drehende Bewegung des Curvenblockes
G4 und der mit ihm verbundenen, die Schiffsschraube treibenden Hohlwelle umzuwandeln.
■ Zur näheren Erläuterung der den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildenden neuartigen
Einrichtungen in dem obigen Torpedoboote dienen die beiliegenden, nachstehend
ausführlich erklärten Zeichnungen. In denselben zeigt
Fig. ι die Lage des Bootes im Wasser;
Fig. 2 und 3 sind Verticalschnitte durch
Boot und Schwimmer, aus denen die verschiedenen Kammern zwischen Bug und Heck
zu ersehen sind.
Fig. 4 bis 41 zeigen Einzelansichten in vergröfsertem
Maisstabe, und zwar ist:
Fig. 4 eine Ansicht der verschiedenen Ventile und des elektrischen Apparates in der Kammer
B mit weggeschnittener Schiffswandung,
Fig. 5 ein Lä'ngenschnitt durch den das Drosselventil beeinflussenden Cylinder,
Fig. 6 ein Schnitt durch das Drosselventil,
Fig. 7 ein Verticalschnitt durch eine der Gaserhitzungs- und Expansionskammern,
Fig. 8 ein Schnitt nach x-x, Fig. 7, .
Fig. 9 ein Aufrifs der zur Fortbewegung des Bootes dienenden Maschine,
Fig. 10 ein Querschnitt durch Boot und Maschine
nach x'-x1, Fig. 9,
.. Fig. 11 eine Endansicht des Cylinderdeckels und der Kolbenstangen,
.. Fig. 11 eine Endansicht des Cylinderdeckels und der Kolbenstangen,
Fig. 12 ein Horizontalschnitt durch die Maschine nach jK-jK, Fig. 11,
Fig. 13 eine Endansicht einer Kolbenstange mit der Antifrictionsrolle,
Fig. 14 ein Schnitt nach x"-x", Fig. 13,
Fig. 15 eine Endansicht und
Fig. 16 ein Querschnitt eines der rotirenden
Ventile,
Fig. 17 ein Aufrifs der Treibwelle, des Steuerungscylinders
und des elektrischen Apparates und zeigt die gegenseitige Anordnung dieser
Theile in der Kammer G zu einander,
. Fig. 18 ein Verticalschnitt durch die Mitte des Steuerungscylinders, Fig. 17,
. Fig. 18 ein Verticalschnitt durch die Mitte des Steuerungscylinders, Fig. 17,
Fig. 19 ein Verticalschnitt durch Boot und Ruderpfosten, Fig. 17,
Fig'. 20 eine Seitenansicht des Hauptventils im Aufbewahrungsraum für die flüssige Kohlensäure,
. Fig. 21 eine Kopfansicht und
. Fig. 22 ein Querschnitt hiervon nach \-^, Fig. 21,
: Fig. 23 ein Horizontalschnitt nach ^-^, Fig. 20,
. Fig. 22 ein Querschnitt hiervon nach \-^, Fig. 21,
: Fig. 23 ein Horizontalschnitt nach ^-^, Fig. 20,
Fig. 2.4 ein Schnitt durch das Druckreduciryentil,
Fig. 25 ein Querschnitt hiervon nach \"-\",
Fig· 24, .;
Fig. 26 ein Lä'ngenschnitt und
Fig. 27 ein Aufrifs des Sicherheitsventils der Erhitzungskammern,
Fig. 28 ein Entwurf der Abfeuerungs- und Sicherheitsvorrichtungen, sowie der elektrischen
Verbindungen mit der localen Batterie,
■ . Big. 29 ein Entwurf des elektromagnetischen Relais und der Verbindungen des das Ventil bethätigenden Apparates,
■ . Big. 29 ein Entwurf des elektromagnetischen Relais und der Verbindungen des das Ventil bethätigenden Apparates,
Fig. 30 ein Schnitt durch den Seiher auf dem Rohre für die aus dem Behälter D1 kommende
Flüssigkeit, ,
Fig. 31 ein Schnitt durch das äufsere Ende
des Ausströmungsrohres und zeigt das dem Wasser den Eintritt verwehrende Absperrventil,
Fig. 32 eine hintere Ansicht der Ventilstange,
Fig. 33 ein Schnitt durch die Kabelkammer mit der ebenfalls geschnittenen Drahthaspel,
Fig. 34 ein Querschnitt durch Fig. 33,
Fig. 35 eine Seitenansicht von Haspel und Drahtrolle mit der Vorrichtung zum Abwickeln
des Drahtkabels,
Fig. 36 eine Endansicht der Haspel mit deren Schwungflügeln,
Fig. 37 ein Querschnitt durch den Seiher,
Fig. 38 eine Draufsicht und
Fig. 39 ein vergrößerter Schnitt durch den am Bug des Schwimmers sitzenden Hemmer.
Fig. 40 und 41 zeigen den zum Verschliefsen des Handloches im. Kalkbehälter E" dienenden
Pfropfen.
Die Maschine G l, Fig. 9,10 ff., wird von
einer Gruppe von (Zylindern G7 gebildet, die gleich weit von einem gemeinschaftlichen Mittelpunkte,
dem Achsenmittel der Hohlwelle G3, entfernt und mit ihren Längenachsen parallel
zu einander liegen. Die Cylinder sind vorn und hinten durch zwei gemeinschaftliche Cylinderdeckel
verschlossen, durch deren vorderen die Kolbenstangen gut abgedichtet hindurchtreten;
die letzteren wirken auf den in den Führungen G1S arbeitenden Kreuzkopf G12 ein,
der mit dem Zapfen Ge versehen ist, an welchem
die Rolle G14 sitzt. Diese Rollen laufen in der Curvenführung G5 des Blockes G4 und
sind am besten noch mit den in Fig. 13 und 14
gezeigten Antifrictionsröllchen versehen, die zwischen der Innenfläche der Rollen und deren
Lagerzapfen eingeschaltet sind. Der auf diese Weise in Drehung versetzte Curvenblock G*
ist fest auf die Hohlwelle G3 aufgekeilt und ebenso fest mit der Ventilstange G15 verbunden,
welche in einen den Dampfkasten bildenden Hohlraum in der Mitte der Gesatnmtcylinder
hineinragt.
Die Ventile g, Fig. 15 und 16, von denen
zwei, eins an jedem Ende der Cylindergruppe, in Anwendung, bestehen aus Hohlscheiben,
die mit ihren vorstehenden Naben fest auf die Ventilstange aufgekeilt sind. Ihren Sitz haben
die Ventile in einer Aussparung im Ende jeder Cylindergruppe und dem gegenüberliegenden
Cylinderdeckel, gegen welch letzteren sie durch die Verstärkungen gl an der Ventilstange festgehalten
werden, so dafs die letztere in ihrer Längenrichtung keinerlei Spielraum hat. Jedes
Ventil ist mit den'Einlafskanälen g& und den
Austrittskanälen g* versehen; die dem Mittelpunkt zunächst liegende curvenförmige Oeffhung
der Einlafskanäle ga stellt die Verbindung des Dampfkastens mit den Dampfdurchlässen
in den Cylinderdeckeln her, welche in die Cylinder münden. Die Anordnung der Ventile
ist dabei derart getroffen, dafs der Dampfeintritt oder Dampfaustritt stets bei zwei einander
diametral gegenüberliegenden Cylindern gleichzeitig und zwar zu einer Zeit stattfindet, wo
die Kolben an der einen Seite einen neuen Hub beginnen und die Kolben an der anderen
Seite gerade ihren Hub beendet und ihre Todtpunktstellung passirt haben. Die Anordnung
der Ventile und Dampfkanäle ist am besten aus Fig. 12 unter Berücksichtigung der eingezeichneten
Pfeile ersichtlich. Der mit Curvenführung G5 versehene Block G4 ist, wie erwähnt,
fest auf die Ventilstange G15 und die' Hohlwelle G3 aufgekeilt, so zwar, dafs er beide
mit einander verkuppelt und der in die hohle Ventilstange durch g* eintretende Abdampf in
die Hohlwelle gelangen und durch diese hinter dem Heck des Bootes ins Freie strömen kann.
Es liegt indessen auf der Hand, dafs die Wirkungsweise der Ein- und Auslässe auch umgekehrt
und die bewegenden Dämpfe durch die höhle Ventilstange eingeführt werden können,
indem das. jetzige Dampfeintrittsrohr ge als
Ausströmungsrohr benutzt wird, oder auch, dafs die Ventilstange mit den Ventilen stationär
sein und die Cylinder sich vermöge ihrer beschriebenen Verbindung mit dem Curvenblock
drehen können.
Der Seiher d, Fig. 30, wird dadurch gebildet,
dafs man das Rohr D" an einer beliebigen Stelle zwischen dem Kohlensäurebehälter
D1 und dem Drosselventil d'1 unterbricht,
das eine Rohrende mit feinen Lochun- . gen d3 versieht und dann die beiden Rohrenden
in einem gewissen Abstande, gut abgedichtet, durch das weitere Rohr rf4 verkuppelt.
.
Das Gas aus dem oberen Theile ■ des Behälters D1 wird durch das Rohr H\ Fig. 2
und 3, nach dem die Wirkung des Drosselventils regelnden Cylinder 2, Fig. 5, und auch
nach dem Steuercylinder J, Fig. 17, 18 und 19,
geleitet, und zwar wird die Gaszufuhr nach / durch das Schieberventil i, welches durch
Winkelhebel· mit der Armatur B" des'Elektromagneten B1, Fig. 4, verbunden ist, und die
nach dem Cylinder / durch das Schieberventil j geregelt, dessen Verbindung mit der
Armatur k des Elektromagneten K ebenfalls durch Winkelhebel, Fig. 17, bewerkstelligt ist.
Die Gaserhitzungs - und Expansionskammer C C1 und ihre Arbeitstheile entsprechen genau
der zweiten Kammer EE1, so dafs nur diese beschrieben zu werden braucht. Dieselbe besteht,
Fig. 7 und 8, aus einem geschlossenen Kupfercylinder, in den die verschiedenen Gasleitungsrohre
münden und in welchem das Rohr D1 in eine Rohrschlange D3 übergeführt
ist, die in der aus Schwefelsäure und Wasser bestehenden Flüssigkeit zur Bildung der Erhitzungsmischung
liegt/ In der Kammer ist der Kalkbehälter E" aufgehängt, der aus einem
aus mehreren Segmenten, die scharnierartig zusammengehalten werden, gebildeten Rohre
besteht, so dafs beim Aufklappen der Segmente der Kalk aus dem Rohr in die Flüssigkeit
der Kammer fallen mufs. Die Segmente werden durch den Bolzen e zusammengehalten,
der mit seineti Armen e1 durch augenförmige
Ansatzstücke an den Segmenten hindurchtritt und bei dessen Zurückziehen die letzteren durch
die Federn e" aus einander gedrückt werden. Dies geschieht durch den Druck des aus dem
Rohr H1 gegen den Kolben Ea strömenden
Gases; dieser ist mit der Bolzenstange e1 fest
verbunden und bewegt sich in dem an der Kammer E1 sitzenden Cylinder E1.
Um den Druck des durch die Heizungsmischung entwickelten Gases reduciren zu
können, ist die Kammer E1 mit einem Sicherheitsventil
e 5 auf dem Rohr e β versehen, welches
sich bei e7 an die Kammer anschliefst und mit der Aufsenluft durch den Bootsrumpf
hindurch in Verbindung steht. Das Ventil ist gewöhnlicher Art, befindet sich aber beständig
in OeI getaucht, um einem Rosten der Feder vorzubeugen.
Das die Verbindung zwischen dem Boote und der Abgangsstation vermittelnde Kabel
besteht aus zwei isolirten Drähten, von denen der eine als Leiter zum Bethätigen der Ventile
der Antriebsvorrichtungen dient und der andere die in Fig. 17 bis 19 dargestellten Steuerapparate
beeinflufst. Der eine Draht k1 wird
durch die Polklemme k" des Relais k'" gehalten,
welches mit dem Elektromagneten K verbunden ist; das andere Drahtende schliefst
sich an der Station an einen Polwechsler an, so dafs die Armatur des Magneten K durch
die Bewegung einer Taste am Stromwechsler beliebig nach jedem Pol hin bewegt werden
kann.
Beim Ueberkippen der Armatur nach der einen Seite wird das Schieberventil j des Cylinders
J so verschoben, dafs- die motorische Kraft, das comprimirte Gas, durch den Kanal jl
in das Cylinderende einströmen kann; der Kolben J1 wird hierdurch vorgeschoben und
bewegt das Steuerruder J" nach Steuerbord, und zwar mittelst der Zugstange J3, welche
drehbar an einem Arm des Rahmens /4 des Ruderpfostens Js sitzt. Letzterer, der, um der
Hohlwelle G3 den Durchgang zu gestatten, in Form eines Rahmens construirt ist, tritt oben
gut abgedichtet durch den Rumpf, des Bootes hindurch und trägt hier auf dessen Oberseite
das Steuerruder.
Sobald das Ventil/ wie oben geöffnet wird, füllt das Gas nicht den Cylinder, sondern tritt
auch durch das Rohr H1 aus demselben heraus und gelangt nach den Gaserhitzungskammern
C E, um hier die Bolzenstange e1 zurück-
zuziehen und die Kalkstücke in die Säure zu stürzen.
In der Rohrleitung H1 ist das Absperrventil H" angeordnet, welches H1 durch den
Einlafs h und den Kanal hl mit dem Rohr h"
verbindet, welches sich ebenfalls an den Ventilkörper h 3 anschliefst und nach rechts und links
in die Rohre /i4/?5 abzweigt, Fig. 3 und 26,
die nach den zum Zurückziehen der Bolzen e1
der verschiedenen Kalkrohre E" dienenden Cylindern Ei führen. Das Ventil/z6 im Ventilgehäuse
hs wird von der gleitbaren Ventilstange h"7 getragen, welche an ihrem anderen
Ende den Kolben h8 trägt, zwischen welchem und dem Cylinderboden die Schraubenfeder h9
sitzt; letztere hält den Einlafs geöffnet, so lange nicht ein stärkerer Druck auf die äufsere Kolbenfläche
im Räume ft10 ausgeübt wird, in welchen das Rohr H'6 vom Cylinder / her
mündet.
Strömt das Gas vom Steuercylinder durch das Rohr H1, so ist in der Kammer h 10 kein
Druck und das Absperrventil ist offen, um das Gas nach den Bolzenzugcylindern i?4 strömen
zu lassen; sobald aber das Drosselventil geöffnet wird, wirkt das Gas aus dem Rohre H3
mit starkem Druck gegen den Kolben ha und schiebt das Ventil herab, um den Einlafs h so
lange zu schliefsen, wie das Gas aus dem Drosselventil nach der Maschine strömt, um
letztere in Thätigkeit zu setzen. Der Zweck des beschriebenen Absperrventils ist der, den
Zutritt des Gases nach den Erhitzungskammern jedesmal zu unterbrechen, wenn das Steuerruder
beim Lenken des Bootes nach Steuerbord gedreht wird.
Durch eine Bewegung der Anschlagtaste am Polwechsler wird der Strom unterbrochen und
die Armatur ausgelöst, so dafs das Schieberventil des Steuercylinders unter dem Zuge der
Feder j3, welche die Ventilstange _/2 umgiebt
und beim links- und rechtsseitigen Abweichen des Ventils von seiner Mittelstellung zusammengedrückt
wird, sich nach der Mitte hin bewegen mufs, wie Fig. 18 zeigt. Gleichzeitig
wird das Steuerruder durch das Zurückfedern der Feder J6 gerade gestellt, so dafs nun der
Kurs unverändert beibehalten und der Kolben J1 in seine Mittenstellung zurückgeführt
wird.
Die Anordnung der Theile zum Zurückführen von Ventil und Kolben in eine centrale
Lage ist bei den sämmtlichen Einrichtungen die gleiche; die Ventilstange j 2 gleitet in einer
Büchse y4, die gleitbar im Ende der Ventilkammer
sitzt und sich gegen den Bund_/5 der Ventilstange anlegt, zwischen welchem und
einem Bunde am äufseren Ende der Stange die Schraubenfeder ja sitzt. Wie aus Fig. 18
zu ersehen, mufs die Feder bei jeder Abweichung des Ventils von seiner Mittenstellung
zusammengedrückt und das Ventil beim Zurück-; federn der Feder wieder in diese Mittenstellung,,
von jeder Seite her, zurückgeführt werden. In gleicher Weise erfolgt die Rückführung des
Kolbens J1 in diese Stellung. ,
Das Spiel oder die Gröfse der Bewegung des Steuerruders wird durch Vorrichtungen im
Cylinder J geregelt; die Kolbenstange tritt hinten ein Stück durch den Kolben hindurch
und trägt hier die beiden Stellmuttern, Fig. 18. Im hinteren Cylinderdeckel befindet sich eine
Aussparung, in welche wohl das Ende der Kolbenstange eintreten kann, die aber zu eng
ist, um die Stellmuttern eintreten zu lassen, so dafs der Kolben in seiner Bewegung in der
Richtung des rückseitigen Cylinderdeckels durch die Stellmuttern genau geregelt werden kann.
In gleicher Weise wird die Vorwärtsbewegung des Kolbens durch zwei vor demselben auf
die Kolbenstange aufgeschraubte Stellmuttern begrenzt.
Durch die Taste an der Station wird nun ein Strom in umgekehrter Richtung durch die
Leitung geschickt, und Armatur, Ventil, Kolben und Verbindungstheile werden dadurch so verschoben, dafs das Steuerruder nach Backbord
gedreht wird.
Ehe diese Bewegung stattfindet, wird die Armatur B2 des Magneten -B1 durch den von
der Station aus durch den Draht B3 gehenden
Strom so verschoben, dafs das Schieberventil i, welches das Drosselventil d1 im Zuleitungsrohr D2 vom Kohlensäurebehälter nach den
Erhitzungskammern öffnet, dadurch ebenfalls verschoben wird. Durch diese Verschiebung
tritt das Gas aus dem oberen Theile des Behälters durch das Rohr H in den Cylinder I
und gelangt von hier durch das Rohr ΗΆ in
das Absperrventil H2. Die auf die Ventile einwirkenden Vorrichtungen an der Station
(Relais, Elektromagnete u. s. w.) bieten nichts Neues und bedürfen deshalb keiner näheren
Erläuterung.
Damit die Flüssigkeit in das Rohr D2 und das Gas aus dem Kohlensäurebehälter in das
Rohr H gedrückt werden kann, müssen die Hähne lll im Schraubenstöpsel L, Fig. 22, vor
Abgang des Bootes an der Station von Hand geöffnet werden.
Bezüglich der Sicherung ist zu bemerken, dafs der Zündbolzen Ä1, Fig. 4. ein wenig aus
dem spitzen Buge des Bootes heraussteht und eine begrenzte Gleitbewegung im Rohre A"
ausführen kann, welches ganz durch das Magazin hindurchreicht und durch die Querschotte
vor der Kammer B hindurchtritt. Der Zündbolzen wird von einer kräftigen Schraubenfeder Aa, Fig. 2, festgehalten und
beim Aufstofsen auf einen Gegenstand mit seinem hinteren Ende zwischen die Contacte α1,
Fig. 28, gestofsen, um die leitende Verbindung
zwischen denselben herzustellen. Letztere sind in den Stromkreis der localen Batterie α eingeschlossen,
deren Draht α2 an den Polklemmen as α4 noch einmal unterbrochen ist,
welche in dem Isolirblock a& sitzen und deren
Enden in gleicher Ebene liegen, so dafs beim Dagegendrücken der Scheibe an an der Kolbenstange
as, Fig. 4 und 28, die elektrische
Verbindung der Contacte stattfindet. Die Federn aw sollen etwaige Unregelmäfsigkeiten in
der Contactfläche der Scheibe an ausgleichen;
die Kolbenstange der letzteren arbeitet im Cylinder α9, der an der Schiffswandung oder
an der Querschotte sitzt und in den ein Zweigrohr des Rohres D2 von der der Maschine
zugekehrten Seite des Drosselventils her mündet. Die Folge hiervon ist, dafs,. sobald
das Drosselventil geöffnet und das Gas zum Antrieb der Maschine nutzbar gemacht wird,
ein Druck auf den. Kolben im Cylinder a9 ausgeübt und die Scheibe a7 gegen die Polklemmen
a3 ai gedrückt wird, um den Stromkreis
der localen Batterie zu schliefsen. Derselbe bleibt dann geschlossen, so lange die
Maschine arbeitet; wird aber das Drosselventil geschlossen oder hört der Gasdruck auf und
bleibt das Boot stehen, so wird der Stromkreis wieder unterbrochen, indem die Feder au die
Contactscheibe a1 niederzieht.
Befindet sich also die Maschine in Thä'tigkeit,
so bringt ein Zurückstofsen des Zündbolzens die Explosion hervor, während, wenn die Maschine gestoppt ist, der Stromkreis
unterbrochen ist und das Boot beliebig gehandhabt werden kann, ohne dafs die Gefahr
einer zufälligen Explosion vorhanden ist.
Das Boot liegt etwa 1 m tief im Wasser und hängt an dem Schwimmer M, der die
gleiche Form wie das Boot hat, aber etwas länger und mit Kork, Cellulose oder einer
grofsen Anzahl kleiner Gummiballons gefüllt ist, so dafs, selbst wenn der Schwimmer von
Kugeln durchlöchert ist, das Boot nicht sinken kann, da die Füllung des Schwimmers zwar
durchbohrt, aber nicht fortgespült wird. Am Heck überragt der Schwimmer das Boot und
verhindert so, dafs die arbeitende Propellerschraube das Boot mit der Bugspitze in die
Höhe und aus dem Wasser hebt, während umgekehrt das Eintauchen des Bootes vorn
durch den Hemmer m1 am Träger m2 verhindert
wird, so dafs also das Boot stets eine waagerechte Lage im Wasser einnimmt und mit
unfehlbarer Wirkung unter Wasser seine Zerstörungskraft äufsert.
Der Zündbolzen A1 ist ganz von der Magazinkammer
A abgeschlossen; es kann das Magazin also mit Explosionsstoff gut gefüllt sein, ohne
dafs die Gefahr einer unzeitigen Entzündung vorhanden ist, was bei unbedecktem Bolzen
nicht der Fall sein würde.
Die Abwickelungsvorrichtung für das Kabel des fortschwimmenden Bootes besteht aus der
Haspel N, Fig. 33 bis 37, welche mit den Flantschen n1 rc2 und der Trommel n3 versehen
ist. Der Flantsch n1 hat Schlitze κ4,
mittelst deren er an die Querschotte F1 der Kabelkammer angeschraubt wird. Die Haspel
liegt in der Längenrichtung des Bootes und das Kabel läuft über die Kante des Flantsches n2
weg und tritt durch ein gekrümmtes Führungsstück η5, welches fest an dem äufseren Ende
des Schwunghebels n6 sitzt. Der Hebel η6
sitzt seinerseits auf den Achsschenkeln nn der Haspel und kann sich zwar frei drehen, hat
aber in der Achsenrichtung der Haspel nur wenig Spielraum; mit seiner Nabe wird er
durch die von der Stellmutter n9 beeinflufste
Schraubenfeder w8 gegen die Trommel mit genügendem federnden Druck angeprefst, um
einem vorzeitigen Abwickeln der Drahtrolle vorzubeugen. Von der Haspel geht der Draht
durch die hohle Ventilstange nach dem Heck des Bootes und tritt durch die Hohlwelle
hinter dem Propeller G2 aus, wobei er durch das Absperrventil O der Hohlwelle hindurchgeht.
Dieses verhindert, dafs das Wasser durch die Maschine und deren Ventile in das Boot
eindringen kann, und besteht aus der fest an der durchbohrten Stange o1 sitzenden Scheibe 0,
welche unter dem Zuge der Schraubenfeder ο3 gegen den Schlitz o2 gedrückt wird. Die Feder
liegt zwischen den Vorsprüngen o4 und der ringförmigen Verstärkung o5, an welcher die
Ventilstange durch ihre Arme o6 befestigt ist. An der Aufsenseite des Ventilsitzes ist die
Dichtungsscheibe ο7 angeordnet, durch deren Mitte das Drahtkabel hindurchläuft, wobei
durch den Wasserdruck die vorspringenden Enden der durchbohrten Scheibenmitte sich
innig gegen das Kabel anlegen.
Der Druck des Abdampfes reicht hin, um dieses Ventil dem Drucke des Wassers entgegen
zu öffnen, und der von der Feder ausgeübte Zug, sowie der des Kabels genügen, um das Ventil geöffnet zu halten, wenn das
Boot sich fortbewegt; stoppt letzteres aber, so schliefst sich das Ventil sofort und läfst kein
Wasser zur Maschine gelangen.
Eine an der Maschinenseite des Drosselventils angeordnete Sicherung soll einer Explosion in
allen Fällen vorbeugen, wo das Boot sich nicht in Bewegung und unter Druck befindet;
die Explosion wird verhindert, sobald das Drosselventil geschlossen und dadurch die
Stromleitung der zum Entzünden der Ladung dienenden Batterie unterbrochen wird.
Durch die Anordnung eines Seihers in dem das tropfbar flüssig gemachte Gas von dem
Kohlensäurebehälter nach der Heizkammer leitenden Rohre wird jeder Möglichkeit, dafs
Claims (3)
- die Drossel- und übrigen Ventile durch gebildeten Niederschlag unwirksam werden können, vorgebeugt.PatEντ-Ανspruch:Ein elektrisch gesteuertes Torpedo, welches sich durch folgende Einrichtungen kennzeichnet; ι. den dasselbe am Heck überragenden Schwimmer (M), der an" seinem (nicht bis zum Bug. des Bootes reichenden) Bug an einem Tragständer den wippenden Hemmer (m>) trägt, um ohne Hinderung des Zusammenstofses des Bootes mit dem Angriifso b j ecte schräges Tauchen des ersteren zu verhindern;
- 2. die gleitbare Anordnung des Zündbolzens/^1,) in der ganz durch das Magazin hindurchreichenden Röhre (A2), durch welche Einrichtung derselbe vor jeder Berührung mit den Drähten im Magazin gesichert und einer unzeitigen Explosion durch zufälligen elektrischen Contact vorgebeugt ist;
- 3. die Anordnung der den Stromkreis der localen Batterie (a) unterbrechenden Sicherheitsvorrichtung (α3 α4,) in der Stromleitung dieser Batterie, welcher Stromkreis dadurch im Ruhezustande des Bootes stets selbstthätig unterbrochen ist;
die Einrichtung zum selbstthätigen Schliefsen des Stromkreises der localen Batterie (a) durch den Druck der die Schiffsmaschine treibenden motorischen Kraft, welche durch ein Rohr (D") eine die Leitung zwischen den Unterbrechungscontacten (a?al) schliefsende Platte (αη) gegen die letzteren vorschiebt, so dafs während des Ganges der Maschine die Stromleitung beständig geschlossen ist; die Vorrichtung zum selbstthätigen Zusammenmischen der Chemikalien, welche die zur Erzeugung dieser motorischen Kraft erforderliche Wärme entwickeln, bestehend aus dem aus aufklappbaren Segmenten gebildeten Kalkbehälter (E2), der unter dem Drucke des aus der Rohrleitung (H1) auf den Kolben (E3) wirkenden Gases durch Zurückziehen der Bolzenstange (e) geöffnet wird, und dem in die Rohrleitung (H1) eingeschalteten Absperrventil (H'2), welches beim Oeffnen des Drosselventils den weiteren Zutritt des Gases verhindert.Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE38508C true DE38508C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=314205
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT38508D Expired DE38508C (de) | Elektrisch gesteuertes submarines Torpedoboot |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE38508C (de) |
-
0
- DE DENDAT38508D patent/DE38508C/de not_active Expired
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