Die Erfindung betrifft eine Brennstoffkassette für einen Kern
reaktor gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Eine solche
Brennstoffkassette ist der älteren, nicht-vorveröffentlichten
DE-OS 38 24 082 entnehmbar.
Eine Brennstoffanordnung für einen Siedewasser-Reaktor (BWR)
besteht aus einem quadratischen Gehäusekasten, in dem eine
Mehrzahl von Brennstäben systematisch angeordnet ist, wobei
jeder Brennstab eine metallische Hülle aufweist, in der sich
Kernbrennstoff befindet. Der Reaktorkern eines BWR besteht
aus einer Vielzahl von Zellen, deren jede einen kreuzförmi
gen Steuerstab und vier Brennstoffanordnungen aufweist, wel
che den Steuerstab umgeben. Die Zellen sind im Kern systema
tisch angeordnet. Dies bedeutet, daß jede Brennstoffanordnung
und jeder Steuerstab zueinander senkrechte und parallele Ach
sen aufweist, wobei ein als Moderator wirkendes Kühlmittel
von unten nach oben durch den Reaktor strömt.
Eine Brennstoffanordnung, wie sie üblicherweise verwendet
wird, sowie eine Brennstoffanordnung, wie sie in naher Zu
kunft wohl verwendet werden wird, und zwar jeweils für einen
Siedewasser-Reaktor, sollen nachfolgend anhand der Zeichnung
näher erläutert werden.
Fig. 13A ist eine perspektivische Darstellung einer Brenn
stoffanordnung üblicher Bauart, und Fig. 13B ein schemati
scher Vertikalschnitt durch einen Brennstab der Brennstoff
anordnung.
Die Brennstoffanordnung von Fig. 13A weist ein - nicht gezeich
netes - Wasserrohr, Brennstäbe 2, die durch eine obere Halte
platte 4, einen Abstandhalter 5 und eine untere Halteplatte 6
gehaltert sind, und einen Kanalkasten 1 auf, welcher den Au
ßenumfang des Wasserrohrs und der fixierten Brennstäbe 2 um
gibt. Jeder Brennstoff 2 weist gemäß Fig. 13B eine Schale
oder Hülle 7, eine Mehrzahl in der Hülle untergebrachten
Brennstoffkugeln 8, eine in einem Gasraum über den Kugeln 8
in der Hülle 7 untergebrachte Feder 9, einen oberen Stopfen
10 zum Abdecken der oberen Öffnung der Hülle 7 und einen unte
ren Stopfen 11 zum Verschließen der unteren Öffnung der Hülle
7 auf.
Fig. 14 ist ein Querschnitt durch die in Fig. 13 gezeigte üb
liche Brennstoffanordnung, wobei 62 Brennstäbe 2 und zwei Was
serrohre 3 in dem Kanalkasten 1 untergebracht sind und die
Brennstoffanordnung darstellen. Die Wasserrohre 3 dienen zum
Unterdrücken eines Kurzschlusses des als Moderator dienenden
Wassers im Inneren der Brennstoffanordnung.
Fig. 15 stellt ebenfalls einen Querschnitt durch eine Brenn
stoffanordnung dar, jedoch durch eine solche, die dazu ent
wickelt worden ist, die Eigenschaften der Brennstoffanordnung
von Fig. 14 zu verbessern. Die Brennstoffanordnung von Fig. 15
weist ein Wasserrohr 12 auf, dessen Durchmesser größer ist als
derjenige des Wasserrohrs 3, um so nicht-siedendes Wasser hin
durchzulassen.
Die Brennstoffanordnung von Fig. 16 besteht aus neun Unter
bündeln 15, deren jedes neun Brennstäbe 2 aufweist. Es ergeben
sich vergleichsweise große Spalten 16 zwischen den Unterbün
deln 15.
Wie erwähnt bilden sich bei einem Siedewasser-Reaktor im
wärmeerzeugenden Bereich Dampfblasen, und diese Blasen be
wegen sich nach oben in den oberen Kernbereich. Der Blasen
anteil im Siedewasser-Reaktor wird somit zum oberen Bereich
des Reaktorkerns hin größer, und die durchschnittliche Dich
te des Wassers sinkt. Die Moderator-Eigenschaften bezüglich
Neutronen nehmen zum oberen Kernbereich hin ab, und die Spal
tungsrate sinkt. In anderen Worten, der Abbrand schreitet im
unteren Bereich des Reaktorkerns fort, wohingegen er im oberen
Kernbereich verzögert wird. Um diesen Effekt zu vermeiden
und damit die Verminderung der Ausgangsleistung im oberen
Kernbereich auszuschalten, ist vorgeschlagen worden, den
Reaktorkern so zu gestalten, daß die Anreicherung an Spalt
nukleiden im Brennstoff im oberen Kernbereich erhöht wird.
Eine solche Auslegung des Reaktorkerns führt jedoch zu einem
Anstieg an Reaktivität im oberen Kernbereich, womit der unter
kritische Zustand während der Abschaltperiode des Siedewasser-
Reaktors abnimmt, was verständlicherweise nicht wünschenswert
ist.
Um die Wirtschaftlichkeit des Reaktors zu verbessern, und zwar
durch Verlängerung der Betriebsperiode oder Erhöhung der Ab
brand-Ausgangsleistung, ist es in der Tat vorteilhaft, die
Brennstoffanreicherung zu steigern. Eine Anhebung der Anrei
cherung des Brennstoffs führt jedoch im allgemeinen zu einer
weiteren Erniedrigung des unterkritischen Zustands während
der Reaktor-Abschaltperiode. Ist der Brennstoff stark angerei
chert worden, dann besteht die Gefahr, daß der Reaktor während
des Betriebs mit niedriger Temperatur nicht gefahrlos abge
schaltet werden kann. Dies macht es schwierig, mittels üblicher
Brennstoffanordnungen die Betriebszeit des Reaktors zu verlän
gern oder die Abbrandleistung zu erhöhen. Dazu kommt, daß bei
einer üblichen Brennstoffanordnung das Verhältnis (H/U) der
Zahl an Wasserstoffatomen H zur Zahl der Uranatome U so ver
teilt ist, daß dieses Verhältnis im oberen Bereich der Brenn
stoffanordnung größer und im unteren Bereich der Brennstoff
anordnung kleiner ist, verursacht ebenfalls durch die Vertei
lung der Dampfblasen während des Reaktorbetriebs. Der mittle
re infinitesimale Multiplikationsfaktor im Reaktorkern ist so
mit während des Leistungsbetriebs des Reaktors nicht genügend
hoch, was ebenfalls bei einem Kernreaktor ein beträchtliches
Problem darstellt. Dieses Problem des relativ niedrigen Multi
plikationsfaktors wird auch durch die Brennstoffkassette nach
der eingangs erwähnten DE-OS 38 24 082 nicht zufriedenstellend
gelöst, wobei diese Brennstoffkassette mit ersten und zweiten
kurzen Brennstäben versehen ist und die ersten und die zweiten
kurzen Brennstäbe die gleiche Anreicherung aufweisen, und zwar
eine Anreicherung gleich der mittleren Anreicherung des spalt
baren Materials aller Brennstäbe.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine demgegenüber
verbesserte Brennstoffkassette zu schaffen, bei welcher die
Verteilungskurve des Verhältnisses der Zahl von Wasserstoff
atomen zur Zahl der Uranatome über die axiale Aufstrom- und
Abstromseite des Reaktorkerns flach gehalten wird, um so den
Multiplikationsfaktor zu vergrößern und den Neutronen-Wirkungs
grad zu verbessern. Gelöst wird diese Aufgabe durch die kenn
zeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1.
Gemäß dieser Lösung kann das Verhältnis der Anzahl an Wasser
stoffatomen zur Zahl der Uranatome im oberen und unteren
Bereich der Brennstoffanordnung so bemessen werden, daß der
optimale Wert zur Sicherung der Reaktivität des Reaktors
angenähert erreicht wird, verbunden mit einer Verbesserung
der Wirtschaftlichkeit des Brennstoffs während des Reaktor
betriebs. Andererseits kann während der Niedertemperatur-
Abschalt-Phase des Reaktors die Reaktivität vermindert wer
den, um so den Abschalt-Sicherheitsbereich des Reaktors auf
rechtzuerhalten.
Bevorzugte Ausführungsformen der Brennstoffanordnung nach
der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Ausführungs
form der Brennstoffanordnung,
Fig. 2A und 2B grafische Darstellungen der Wirkungsweisen
der Ausführungsform von Fig. 1.
Fig. 3 und 4 Vertikalschnitte durch weitere Ausführungs
formen,
Fig. 5A bis 5D einen Vertikalschnitt bzw. Querschnitte durch
eine weitere Ausführungsform,
Fig. 6 in schematischer Darstellung Brennstäbe für
die Anordnung von Fig. 5,
Fig. 7 eine grafische Darstellung des Verhältnisses
zwischen der Betriebszeit des Reaktors und der
axialen Leistungsverteilung,
Fig. 8 eine grafische Darstellung der örtlichen Lei
stungsverteilung beim Auftreten der maximalen
Leistungsdichte,
Fig. 9 eine grafische Darstellung des Verhältnisses
zwischen der Reaktor-Betriebszeit und der
maximalen Leistungsdichte,
Fig. 10 eine grafische Darstellung des Verhält
nisses zwischen der Reaktor-Betriebszeit und der
Überschuß-Reaktivität,
Fig. 11A bis 11D einen Vertikalschnitt bzw.Querschnitte des
Ausführungsbeispiels,
Fig. 12A bis 12D ein Vertikalschnitt bzw.Querschnitte durch
eine weitere Ausführungsform ,
Fig. 13A eine perspektivische Darstellung einer
Brennstoffanordnung nach dem Stand der
Technik,
Fig. 13B einen Vertikalschnitt durch einen Brennstab
der Brennstoffanordnung von Fig. 13A,
Fig. 14 einen Querschnitt durch eine Brennstoff
anordnung nach dem Stand der Technik und
Fig. 15 und 16 Querschnitte durch Brennstoffanordnungen,
die vor vorliegender Anmeldung von denselben
Erfindern entwickelt worden sind.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch ein bevorzugtes Ausführungs
beispiel. Die Brennstoffanordnung dieses Ausführungsbeispiels
weist Brennstäbe 21 voller Länge, deren jeder eine Axiallänge
im wesentlichen gleich der gesamten axialen Länge der Brenn
stoffanordnung hat, erste kurze Brennstäbe 22, die kürzer
sind als die langen Brennstäbe 21, und zweite kurze Brenn
stäbe 82 auf, die noch kürzer sind als die ersten kurzen
Brennstäbe 81. Diese Brennstäbe 21, 81 und 82 sind so ange
ordnet, daß sie ein großes Wasserrohr 25 in der Mitte der
Brennstoffanordnung umgeben, wobei die unteren Enden der
Brennstäbe durch eine untere Halteplatte 18 gehaltert sind.
Durch diese Anordnung der Brennstäbe und des Wasserrohres ist
der Kühlmittel-Strömungsbereich im oberen Teil der Brennstoff
anordnung größer als in seinem unteren Teil, so daß der Druck
verlust des Kühlmittels beträchtlich vermindert werden kann.
Fig. 2 zeigt grafische Darstellungen der axialen Verteilung
des Verhältnisses (H/U) der Anzahl der Wasserstoffatome zu der
Zahl der Uranatome zwecks Vergleich dieser Ausführungsform mit
einer üblichen Ausführungsform. Bei der üblichen Ausführungs
form, bei welcher sowohl die Zahl der Brennstäbe als auch der
Außendurchmesser des Wasserrohres über die gesamte axiale Rohr
länge konstant ist, bewegt sich die H/U-Verteilung (Fig. 2A)
im Bereich zwischen etwa 4,0 und 7,0. Bei der Ausführungs
form nach der Erfindung dagegen, bei welcher die Zahl der
Brennstäbe gegen den oberen Teil der Brennstoffanordnung sich
stufenweise vermindert und der Außendurchmesser des Wasser
rohres im oberen Teil größer ist, bewegt sich die H/U-Verteilung
(Fig. 20B) im Bereich zwischen 4,5 und 6, so daß also die
Verteilungskurve im Vergleich mit dem üblichen Beispiel flach
ist, womit der durchschnittliche Multiplikationsfaktor des
Reaktorkerns groß gemacht werden kann.
Fig. 3 ist ein Vertikalschnitt durch eine weitere Ausführungs
form, die eine Verbesserung der Ausführungsform von Fig. 19
darstellt. Die Brennstoffanordnung dieser Ausführungsform
ist axial in einen oberen, einen mittleren und einen unteren
Teil unterteilt, wobei deren axialen Längen untereinander im
wesentlichen gleich sind. Die ersten kurzen Brennstäbe 83,
die in axialer Richtung kürzer sind als die Brennstäbe 21
voller Länge, sind so angeordnet, daß sie sich über den un
teren und den mittleren Teil der Brennstoffanordnung er
strecken, wohingegen die zweiten kurzen Brennstäbe 84 sich
nur im unteren Teil befinden.
Fig. 4 ist ein Vertikalschnitt durch eine weitere Ausführungs
form, die eine Modifikation der Ausführungsform von Fig. 3
darstellt. Die Brennstoffanordnung weist dabei eine Brenn
stabanordnung von 9×9 (9 Zeilen und 9 Reihen) Brennstäben
auf und im Zentrum befindet sich ein Wasserrohr 25, wobei
der obere und mittlere Teil des Wasserrohres einen Durchmesser
besitzt, der jeweils dem Dreifachen der Brennstoffrohre ent
spricht, wohingegen der untere Teil einen Durchmesser in
etwa gleich dem Außendurchmesser eines Brennstabes hat. Vier
oder acht zweite kurze Brennstäbe 84 sind benachbart dem
unteren Teil des Wasserrohres 25 gitterartig angeordnet.
Bei dieser Ausführungsform kann eine erhöhte Zahl von Brennstä
ben im unteren Bereich der Brennstoffanordnung angeordnet wer
den, so daß die H/U-Verteilung noch flacher wird.
Die Fig. 5A bis 5D stellen ein weiteres Ausführungsbeispiel dar,
wobei die Fig. 5A ein Vertikalschnitt ist, die Fig. 5B bis 5D
dagegen Querschnitte nach den Linien B-B, C-C und D-D von Fig.
5A darstellen.
Gemäß Fig. 5 weist die Bennstoffanordnung ein großes Wasser
rohr 25 mit einem oberen Teil großen Durchmessers und mit ei
nem unteren Teil kleinen Durchmessers in der Mitte der Brenn
stoffanordnung, Brennstäbe 91 voller Länge, erste kurze Brenn
stäbe 94 und zweite kurze Brennstäbe 95 auf, wobei alle diese
Brennstäbe das Wasserrohr 25 umgeben.
Die Brennstäbe sind dabei so aufgebaut, wie dies in Fig. 6
dargestellt ist. Wie aus den Querschnitten der Fig. 5 er
sichtlich ist, weisen die Brennstäbe 91, 92 und 93 obere
Teile einer Länge von 2/24 der Gesamtlänge der langen Brenn
stäbe und untere Teile einer Länge von 1/24 der Länge der
langen Brennstäbe auf, wobei die Brennstoffanreicherung N jedes
dieser Teile derjenigen natürlichen Urans entspricht. Die
anderen Teile (Hauptteile) dieser Brennstäbe (91, 92 und 93)
haben eine gleichmäßige Brennstoffanreicherung H, M bzw. L, wobei
die Anreicherungen H, M und L in dieser Reihenfolge abnehmen.
Die Anreicherung M entspricht im wesentlichen der mittleren
Anreicherung der Brennstoffanordnung. Die Brennstäbe 93 vol
ler Länge sind so angeordnet, wie dies aus den Fig. 5B bis
5D zu ersehen ist, befinden sich also an den vier Eckbereichen
der Brennstoffanordnung; die acht Brennstäbe 92 voller Länge
befinden sich im Umfangsbereich benachbart den Brennstäben 93.
Die Brennstoffanordnung weist somit 40 Brennstäbe 93 voller
Länge, acht Brennstäbe 92 voller Länge und vier Brennstäbe 93
voller Länge auf.
Die Brennstoffanreicherung der ersten kurzen Brennstäbe
94 entspricht der Anreicherung H der Brennstäbe 91 voller
Länge und die Anreicherung der zweiten kurzen Brennstäbe
95 entspricht der Anreicherung L der Brennstäbe 93 voller
Länge. Diese kurzen Brennstäbe 94 und 95 haben keine Abdec
kungen und der untere Teil jedes Brennstabes 94 bzw. 95
einer Länge von 1/24 der gesamten Länge besteht lediglich
aus der Hülle, in die anstelle von Brennstoffpellets ein Ad
sorptionsgitter aus einem Spaltproduktgas untergebracht ist.
Die acht ersten kurzen Brennstäbe 94 sind symmetrisch ange
ordnet, wie dies aus den Fig. 5C und 5D ersichtlich ist, und
zwar in den zweiten Teilen von dem Außenumfang der Brennstoff
anordnung an gezählt.
Der Brennstab 96 voller Länge beinhaltet eine Brennzone einer
Anreicherung M und ein brennbares Gift einer Dichte G. Sein
oberer Teil hat eine Länge von 2/24 seiner vollständigen axi
alen Länge und sein unterer Teil von 1/24 seiner Gesamtlänge
und sie sind mit Brennmaterial einer Anreicherung N versehen,
also einer Anreicherung entsprechend natürlichem Uran. Die
Brennstäbe 96 voller Länge mit brennbarem Gift sind symmetrisch
einander benachbart angeordnet, wie dies aus den Fig. 5B bis
5D hervorgeht.
Mit dieser Ausführungsform sind Untersuchungen unter der Voraus
setzung eines durchschnittlichen Abbrands von 38 GWd/t bis
45 GWd/t und einer Betriebszeit von 15 bis 18 Monaten durch
geführt worden, und zwar unter Verwendung eines dreidimensio
nalen Analysenprogramms, wobei sich die nachfolgend angegebenen
Effekte ergaben.
Weil bei dieser Ausführungsform eine geeignete axiale Anreiche
rungsverteilung realisiert ist, kann eine axiale flache Aus
gangsleistungsverteilung über fast die gesamte Betriebszeit
erreicht werden, wie dies aus Fig. 7 hervorgeht. Die örtliche
Leistungsspitze ist ausgesprochen niedrig, wie dies Fig. 8
zeigt, mit der Folge, daß die maximale lineare Leistungsdichte
beträchtlich vermindert werden kann, und zwar im Vergleich mit
einer in üblicher Weise aufgebauten Brennstoffanordnung; darge
stellt ist diese Kurve in Fig. 9. Trotz der Tatsache, daß
die Dichte des brennbaren Giftes in Axialrichtung im wesentli
chen gleichmäßig ist, kann gemäß Fig. 10 ein brauchbarer Ab
brand erreicht werden und auch eine genügende Überschußreak
tivität.
Diese vorteilhaften Eigenschaften können also bei dieser Aus
führungsform mit lediglich drei Arten von Brennmaterialien
unterschiedlicher Anreicherung erreicht werden. Außerdem hat
die Brennstoffanordnung über die gesamte axiale Länge eine
gleichmäßige Anreicherung. Damit können die erwähnten Eigen
schaften unter Verwendung von nur sechs Arten von Brennstäben
erreicht werden, einschließlich der kurzen Brennstäbe, der
Brennstäbe mit brennbarem Gift und dergleichen, womit die
Herstellung der Brennstäbe wesentlich vereinfacht und ihre
Herstellungskosten gesenkt werden.
Dadurch, daß nur wenige Arten von Brennmaterialien unterschied
licher Anreicherung erforderlich sind, ergibt sich, daß der Un
terschied zwischen der maximalen Anreicherung und der mitt
leren Anreicherung klein ist. Selbst bei einer Ausgestaltung
der Brennstoffanordnung mit einem Abbrandgrad von 45 GWd/t und
mit einer durchschnittlichen Anreicherung von 4,0 w/o ist es
möglich, mit einer Anreicherung unter 5 w/o auszukommen, so daß
also die maximale Anreicherung stark begrenzt werden kann.
Fig. 11 zeigt die Anordnung der Brennstäbe nach einer weiteren
Ausführungsform und eine Grafik der axialen Verteilung der
Anreicherung des Spaltmaterials und des brennbaren Giftes. Die
Fig. 11B bis 11D zeigen die Anordnung der Brennstäbe in der
Brennstoffanordnung, ähnlich den Fig. 5B bis 5D.
Die Brennstäbe 101, 102 und 103 voller Länge der Brennstoff
anordnung dieser Ausführungsform weisen jeweils einen oberen
Teil mit einer Länge von 2/24 der axialen Länge der langen
Brennstäbe und einen unteren Teil einer Länge von 1/24 dieser
Gesamtlänge auf, wobei die Brennstoffanreicherung N dieser
Endbereiche der Anreicherung natürlichen Urans entspricht.
Die anderen Teile (Hauptbereiche) der Brennstäbe 101, 102
und 103 haben eine gleichmäßige Brennstoffanreicherung H,
M bzw. L, wobei die Anreicherungen H, M und L in der angege
benen Reihenfolge verringert sind. Die Anreicherung M entspricht
im wesentlichen der durchschnittlichen Anreicherung der Brenn
stoffanordnung. Die Brennstäbe 103 voller Länge sind so ange
ordnet, wie in den Fig. 5B bis 5D zu sehen ist, also an den
Viereckbereichen der Brennstoffanordnung. Die acht Brennstäbe
102 voller Länge befinden sich im Unfangsbereich benachbart
den Brennstäben 103. Die ersten und zweiten kurzen Brennstäbe
104 und 105 haben alle dieselbe Anreicherung M.
Das brennbare Gift befindet sich in Teilen der Brennstäbe 106
voller Länge und in den zweiten kurzen Brennstäben 107, wobei
die Dichte des brennbaren Giftes der Brennstäbe 106 größer ist
als diejenige der Brennstäbe 107, wobei der Unterschied 1,0 w/o
beträgt. Die Brennstoffanordnung dieser Ausführungsform weist
40 Brennstäbe 101 voller Länge, acht Brennstäbe 102 voller
Länge, vier Brennstäbe 103 voller Länge, 12 Brennstäbe 106
mit brennbarem Gift und zwei kurze Brennstäbe 107 mit brennba
rem Gift auf.
Bei dieser Ausführungsform ist die Anreicherung der Brennstäbe
konstant und im Vergleich mit üblichen Brennstäben mit unter
einander unterschiedlichen Dichten des brennbaren Giftes können
die Brennstäbe nach der Erfindung sehr leicht hergestellt wer
den. Die erreichbaren Effekte und Eigenschaften sind im wesent
lichen gleich denjenigen der Ausführungsform nach Fig. 5.
Fig. 12 zeigt die Anordnung der Brennstäbe gemäß einem wei
teren Ausführungsbeispiel und eine Grafik zur Darstellung
der axialen Verteilung der Anreicherung des Spaltmaterials
und des brennbaren Giftes. Die Fig. 12B und 12D zeigen die
Anordnung der Brennstäbe in der Brennstoffanordnung, und zwar
in ähnlicher Weise wie die Fig. 5B und 5D.
Die Brennstäbe 111, 112 und 113 voller Länge dieser Brenn
stoffanordnung weisen obere Bereiche einer Länge von 2/24 der
gesamten Länge dieser langen Brennstäbe und untere Bereiche
auf,deren Länge 1/24 der gesamten Länge entspricht. Die Brenn
stoffanreicherung N dieser Bereiche entspricht derjenigen
natürlichen Urans. Die anderen Teile (Hauptteile) der Brenn
stäbe 111, 112, 113 haben eine jeweils gleichmäßige Anreiche
rung H, M bzw. L, wobei die Anreicherung in dieser Reihenfolge
abnimmt. Die Anreicherung M entspricht im wesentlichen der mitt
leren Anreicherung der Brennstoffanordnung. Die Brennstäbe 113
voller Länge sind entsprechend den Fig. 12B bis 12D in den vier
Eckbereichen der Brennstoffanordnung angeordnet. Acht Brenn
stäbe 112 voller Länge befinden sich im Umfangsbereich benach
bart den Brennstäben 113 voller Länge.
Die Anreicherung der ersten kurzen Brennstäbe 14 entspricht
der mittleren Anreicherung M, also im wesentlichen der durch
schnittlichen Anreicherung der gesamten Brennstoffanordnung.
Die Anreicherung der zweiten kurzen Brennstäbe 115 entspricht
der geringsten Anreicherung bis 11 Minuten. Das brennbare Gift
ist in Bereichen der Brennstäbe 116 voller Länge und in den
ersten kurzen Brennstäben 117 untergebracht, und zwar mit im
wesentlichen gleicher Dichte.
Die Brennstoffanordnung weist 40 Brennstäbe 111 voller Länge,
acht Brennstäbe 112 voller Länge, vier Brennstäbe 113 voller
Länge, acht erste kurze Brennstäbe 114, vier zweite kurze Brenn
stäbe 115, 12 Brennstäbe 116 mit brennbarem Gift und zwei kurze
Brennstäbe 117 mit brennbarem Gift auf.
Bei dieser Ausführungsform ist die Verteilung der Anreicherung
in zwei Teile unterteilt und die Verteilung des brennbaren
Giftes ist zusätzlich hinzugefügt, derart, daß im wesentli
chen die gleichen Eigenschaften erreicht werden wie bei dem
Ausführungsbeispiel von Fig. 5 bzw. 11.
Bei den beschriebenen Ausführungsformen weisen die Brennstoff
anordnungen 9×9 (9 Zeilen und 9 Spalten) von Brennstäben auf,
jedoch können diese Ausführungsformen auch bei Brennstoffanord
nungen Anwendung finden, die aus einer Vielzahl von Unterbün
deln aus jeweils einer Mehrzahl von Brennstäben bestehen. Auch
sind Kombinationen möglich.