DE38325C - Verfahren zur Herstellung einer formbaren Masse für Bausteine, Wärmeschutzmassen etc. aus Gerbereiabfällen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer formbaren Masse für Bausteine, Wärmeschutzmassen etc. aus Gerbereiabfällen

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DE38325C
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lime
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DENDAT38325D
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ph. weickel, Fabrik Weinsheimer Zollhaus bei Worms am Rhein
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B26/00Compositions of mortars, concrete or artificial stone, containing only organic binders, e.g. polymer or resin concrete
    • C04B26/02Macromolecular compounds
    • C04B26/28Polysaccharides or derivatives thereof
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02WCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
    • Y02W30/00Technologies for solid waste management
    • Y02W30/50Reuse, recycling or recovery technologies
    • Y02W30/91Use of waste materials as fillers for mortars or concrete

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 28: Gerberei.
aus Gerbereiabfällen.
Bei den nachfolgend beschriebenen Verfahrungsarten kommen die Lohe und der Haarkalk ganz in dem Zustande zur Verwendung, wie solche den Gerbereibetrieb verlassen, während die Lederabfälle erst zerkleinert, und zwar am besten in ein gefasertes Material übergeführt werden müssen, was durch eine geeignete Zerreifsungsmaschine bewerkstelligt werden kann; aufserdem sind die so zerkleinerten Lederabfälle zweckmäfsig mindestens 2 Stunden vor der Verarbeitung mit dem zur Mischung vorgeschriebenen Wasser, event, auch noch mit dem Haarkalk zusammen zu bringen, damit sie gehörig aufweichen.
i. Zur Herstellung eines leichten, genügend festen und in Wasser unlöslichen Bausteines wird folgendes Verfahren angewendet:
2 Volumen Haarkalk,
ι - Lederabfälle und
6 . - Gerberlohe
werden unter Zusatz von ι bis 2 Volumen Wasser gemischt, wodurch eine Masse entsteht, welche ähnlich wie die Thonziegel geformt und an der Luft getrocknet wird; sie ist alsdann in Wasser unlöslich. Als Format ist die Reichsziegelgröfse 25 X 12 X 6 Y2 cm und deren Verwendung zum Ausmauern von Zwischenwänden im Innern der Gebäude in Aussicht genommen; ferner soll das Product in Plattenform in den Dimensionen 25 X 30 X 4 cm als Ersatz der Stakung zwischen Holzbalken etc., sowie als schlechter Wärmeleiter für die verschiedensten Zwecke Verwendung finden.
2. Zur Herstellung eines besonders leichten, elastischen und in Wasser unlöslichen Isolirmittels (schlechter Wärmeleiter) wird wie folgt verfahren:
ι Volumen Haarkalk,
3 - Lederabfälle und
8 - Gerberlohe
werden unter Zusatz von 6 bis 8 Volumen Wasser gemischt, so dafs ein dünnflüssiger Brei entsteht, welcher sofort in Formen gegossen wird. Die Formen selbst können aus Holz bestehen, müssen jedoch im Innern mit Filz oder einem feinen Drahtgeflecht überzogen und überhaupt so beschaffen sein, dafs das Wasser freiwillig abrinnen kann. Um die so geformte Masse aus der Form und auf eine entsprechende Unterlage zum Trocknen bringen zu können, ist es nöthig, durch leichte Pressung den gröfsten Theil des dadurch hell abfliefsenden Wassers zu entfernen, so dafs der Gegenstand immer noch stark feucht erscheint. In diesem Zustande wird er an der Luft getrocknet und ist alsdann porös, elastisch zähe und von geringem' specifischen Gewicht, wird von Wasser nicht mehr aufgelöst, quillt aber bei längerem Liegen darin auf. Die genannten Eigenschaften machen das Product in höherem Mafse als der unter 1. beschriebene Baustein zu einem schlechten Wärmeleiter, und es soll deshalb vorzugsweise als Wärmeschutzmasse Verwendung finden, wobei Form und Gröfse den Bedürfnissen angepafst werden können. Die Mischungsverhältnisse sind im allgemeinen und namentlich in Bezug auf die Lederabfälle
nicht als feststehende zu betrachten, weil diese in der Qualität, d. h. bezüglich ihres Leimgehaltes veränderliche sind, worauf Rücksicht zu nehmen ist, und es .mufs in jedem einzelnen Falle durch vorherige Versuche festgestellt werden, wie die Mischung in Bezug auf den beabsichtigten Zusammenhang der Masse zu ge-, schehen hat. Wenn der Haarkalk nicht in genügender Menge zu haben ist, so kann derselbe ganz oder theilweise fehlen gelassen oder durch gewöhnlichen Aetzkalk theilweise oder ganz ersetzt werden. Der Kalk bezw. kohlensaure Kalk in den fertigen Gegenständen bezweckt, dafs dieselben leicht mit Kalkputz versehen werden können, der im entgegengesetzten Falle picht .so gut haftet, auch wird dadurch gröfsere Festigkeit und Stabilität bedungen, dagegen, wird durch das theilweise oder ganze .Fehlen des Kalkes aber bewirkt, dafs die Gegenstände gröfsere Elasticität, geringeres Gewicht und gröfsere Porosität besitzen, was namentlich bei 2., schlechter' Wärmeleiter, zulässig erscheint. Das Trocknen der Gegenstände darf nicht künstlich beschleunigt werden, weil dadurch der Zusammenhang ein geringerer ist, als wenn dazu wenigstens 14 Tage verwendet werden. Ueber die gegenseitige Einwirkung beim Vermischen der Stoffe und das durch den Trocknungsprocefs bedingte Festwerden der neuen Masse läfst sich mit Sicherheit nichts Bestimmtes sagen. Es scheint im Grofsen und Ganzen das Festwerden lediglich auf einem stattfindenden Gerbprocefs zu beruhen, welcher durch das Vorhandensein von Alaun und Gerbsäure ein combinirtes sein kann, dagegen ist· es Thatsache, dafs bei Anwendung von Haarkalk oder gewöhnlichem Aetzkalk durch Aufnahme atmosphärischer Kohlensäure kohlensaurer Kalk gebildet wird.
Der Haarkalk enthält aufser den Haaren, welche in der Masse verfilzend wirken, Leim in Lösung, und es wird vermuthet, dafs dieser im Verhältnifs, als die Umbildung in kohlensauren Kalk stattfindet, frei und mit dem Gerbstoff verbindungsfähig wird.
Wie schon angedeutet, können die Mischungsverhältnisse veränderliche sein, und es sind deshalb in dem nachverzeichneten Patent-Anspruch die Grenzen definirt, innerhalb welchen ein Zusammenhang der Bestandteile erreicht wird.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Verarbeitung von Gerbereiabfällen zu einer formbaren Masse, und zwar aus einem Gemisch von 1 bis 2 Volumen Haarkalk (Aescherkalk), 1 bis 3 Volumen zerkleinerte Lederabfälle der Weifsgerbereien, 4 bis 10 Volumen benutzte Gerberlohe und 1 bis 10 Volumen Wasser bestehend, wobei der Haarkalk ganz oder theilweise fehlen gelassen oder durch gewöhnlichen Aetzkalk ganz oder theilweise ersetzt werden kann.
DENDAT38325D Verfahren zur Herstellung einer formbaren Masse für Bausteine, Wärmeschutzmassen etc. aus Gerbereiabfällen Expired DE38325C (de)

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DE38325C true DE38325C (de) 1900-01-01

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