DE37847C - Apparat zur Bestimmung der Triebkraft des Herzens und zur graphischen Darstellung der Pulsvvelle des menschlichen Körpers - Google Patents
Apparat zur Bestimmung der Triebkraft des Herzens und zur graphischen Darstellung der Pulsvvelle des menschlichen KörpersInfo
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- DE37847C DE37847C DENDAT37847D DE37847DA DE37847C DE 37847 C DE37847 C DE 37847C DE NDAT37847 D DENDAT37847 D DE NDAT37847D DE 37847D A DE37847D A DE 37847DA DE 37847 C DE37847 C DE 37847C
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. W
KLASSE 30: Gesundheitspflege.
Pulswelle des menschlichen Körpers.
In der bisherigen ärztlichen Praxis hat man zum Zweck der Messung der Triebkraft des
Herzens bezw. der Pulswelle keinerlei Apparate in Anwendung gebracht, welche nicht nur
eine zuverlässige Beobachtung der Pulsbewegung gestatten, sondern letztere auch
graphisch darstellen. Eine solche Einrichtung ist zur Feststellung von Krankheitsvefläufen
von ganz hervorragender Wichtigkeit, zumal dann, wenn dieselbe derart beschaffen ist, dafs
der Laie die Messungen und Aufschreibungen selbst von Zeit zu Zeit bewirken kann, so dafs
der Arzt aus den niedergeschriebenen Zeichen für die Blutbewegung den Charakter der
letzteren leicht und sicher zu beurtheilen im Stande ist.
Ein derartiger den wissenschaftlichen Anforderungen in hohem Grade entsprechender
und von Laien leicht zu behandelnder Apparat ist auf beiliegender Zeichnung in Fig. ι bis 11
dargestellt, und zwar zeigt Fig. ι theilweisen Verticalschnitt und Hinteransicht, Fig. 4 Verticalschnitt
und Seitenansicht, Fig. 2, 3, 7 und 8 sind Darstellungen einzelner Haupttheile, wahrend
Fig. 5 und 6 den Apparat darstellen, wie derselbe zum bequemen Transport für den
Arzt eingerichtet ist.
In Fig. 9 bis 11 ist die Anordnung eines
Pulsmessers mit länglichem Quecksilberbehälter dargestellt, welcher mit einer durch Zahnstange
und Getriebe verstellbaren Auflage versehen ist.
Der Grundgedanke liegt in der Anwendung einer federnden Platte x, über welcher sich
ein mit Flüssigkeit, am besten Quecksilber angefüllter Behälter b befindet. Dieser Behälter
läuft nach oben in ein Röhrchen c aus, in dem ein kleiner, mit Stange e verbundener
Kolben d leicht beweglich eingepafst is't. Gegen die federnde Platte α wird durch
eine geeignete Vorrichtung der Arm an der Stelle, wo der Puls zu fühlen ist, gedrückt,
so dafs die Blutwellenbewegung gegen α zur Wirkung gelangt und letztere in den Pulsschlägen
entsprechende Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen haben zur Folge, dafs die
im Röhrchen c befindliche Flüssigkeits- bezw. Quecksilbersäule ebenfalls in Schwankungen
geräth, wodurch wiederum der Kolben auf- und niederbewegt wird, und zwar in dem
Mafse, wie die Blutwelle mehr oder weniger, heftig auftritt. Die Stange des Kolbens d
wirkt beim Aufwärtsgang vermöge ihrer Reibung an der Zeigerscheibe f auf den
Zeiger i*■, so dafs dieser stofsweise auf dem
Zifferblatt, welches aufserdem mit Secunden- und Minutenzeiger versehen ist, fortschreitet.
Die Gröfse der Zeigerbewegung giebt die Stärke der Blutwelle an, während die Zahl
der Vorwärtsstöfse durch den Vergleich mit dem Secunden- bezw. Minutenzeiger gefunden
werden kann.
Beim Abwärtsgang des Kolbens d wird die Zeigerscheibe f durch ein Sperrrad gehemmt
und dadurch die Rückwärtsbewegung der Zeiger vermieden. Da jedoch die Vergleichung
des Secundenzeigers mit dem Pulswellenzeiger einiger Uebung bedarf, so ist ferner die Einrichtung
getroffen, die Pulsschläge durch das
Gehör wahrnehmbar zu machen, was dadurch geschieht, dafs die Kolbenstange e einen an
Feder e1 befestigten kleinen Knopf g gegen
das Glöckchen /2 schnellt. Um aber ein völlig zuverlässiges Bild von der Stärke der Blutwellen
und deren Zahl in gewisser Zeit niederzuschreiben, ist eine Schreibvorrichtung angebracht,
welche aus dem durch Uhrwerk in bestimmter Geschwindigkeit bewegten Papierstreifen
i und der Schreibstange k gebildet wird. Der an der Stange k befindliche
Schreibstift wird durch eine geeignete Feder gegen den Streifen i gedrückt und ist letzterer
durch Linien in Theile getheilt, welche bestimmten Zeitabschnitten entsprechen. Damit
der Papierstreifen stets mit gleicher Geschwindigkeit vorwärts bewegt wird, wird er durch
die Walze / angetrieben, gegen welche die
Aufwickelrolle hi mittelst Federn η gleichmäfsig
gedrückt wird. Die Abwickelrolle läfst sich leicht entfernen und umwechseln.
Um zu vermeiden, dafs beim Transport etc. das Quecksilber bezw. die über der Membran
befindliche Flüssigkeit aus dem Röhrchen heraustreten kann, ist letzterer über den normalen
Flüssigkeitsspiegel mit einem Absperrhahn oder einem entsprechenden Ventil versehen. Zwischen
Kolben d, dessen Stange einen Aufsetzbund 0 oder Stift trägt, und dem normalen Flüssigkeitsspiegel
befindet sich ein freier Raum, welcher beim Andrücken des Armes gegen die federnde
Platte ausgefüllt wird, so dafs der Kolben so spielt, dafs die aufgeschriebenen Zeichen für
die Blutwellengröfse stets fast auf der Mitte des Papierstreifens ihren Platz finden.
Die Bewegung der Zeigerscheiben kann auch wie in ,Fig. 7 und 8 dargestellt, durch Zahnstangenmechanismen
bewirkt werden.
Der ganze Apparat kann zum Aufstellen ausgeführt werden und als Zimmerschmuck
verwendet werden, indem er für diesen Fall noch mit Thermometer, Uhr,- Wetterzeiger etc.
combinirt werden kann.
Für ärztliche Zwecke kann der Apparat möglichst klein und einfach ausgeführt sein,
so dafs er, in einem Besteck untergebracht, bequem in der Tasche getragen werden kann.
In Fig. 12 bis 15 sind einige constructive
Veränderungen dargestellt, welche einestheils in der Anbringung des Schreibapparates, der Anhaltvorrichtung,
der Rollen und Rollenführung bestehen.
Der Schreibapparat besteht aus einem Farbebehälter p, der auf Stange k sitzt, mit seiner
Ausflufsöffnung q versehen ist und am Papier,
welches über die Gegenlagrolle r geführt wird, gleitet. Der Farbebehäter ist mit einer Luftzutrittsöffnung
s, Fig. 12, versehen, welche bei tiefster Stellung t luftdicht verschlossen wird,
so dafs die Farbe nicht auslaufen kann.
Der Armhalter u, Fig. 14 und 15, ist mit dem
auswechselbaren Kissen ν versehen, und aufserdem ist eine aus Segment w und Sperrklinke χ
nebst Hebel y bestehende Einrichtung angebracht, welche gestattet, die einmal gegebene
Armlage in bestimmter Stellung festzuhalten.
Damit die Papierrollen bezw. die Zapfen derselben keine seitliche Bewegung machen
können, ist neben den Federn η eine besondere Führung, bestehend in den Gabeln ^,
angeordnet, wobei die Gabeln % mit dem Haupttheil ^ l in Verbindung stehen.
Claims (4)
1. die durch den Pulsschlag bewegte Flüssigkeit
diese Bewegung mittelst Kolbens d und Frictionsscheibe f auf einen stofsweise
rohrenden Zeiger überträgt, welch letzterer sich über einem Zifferblatt befindet, das mit
Uhr- und Secundenzeigerwerk versehen ist, damit man die Differenz der Secunden und Pulsbewegung zu unterscheiden vermag;
2. ferner die Bewegung des Kolbens dazu dient, einen Schreibstift hin- und herzuschieben,
zu welchem Zwecke Kolbenstange e direct oder mittelst Hebels k den
aus Farbebehälter ρ und Abflufsröhrchen q nebst Absperrvorrichtung st bestehenden
Schreibapparat bewegt;
3. die graphischen Zeichen des Schreibapparates auf einem Papierstreifen, der mit Zeiteintheilung
versehen, fixirt werden, welcher durch die vom Uhrwerk getriebene Rolle / an der Schreibspitze vorbeigeführt wird,
4. die Einrichtung zum Andrücken der Pulsstelle des Armes aus dem auf- und abbeweglichen,
mit wechselbarer Einlage ν versehenen Träger u, der mittelst Stange yl
und Hebels y bewegt wird, wobei das Sperrsegment w die feste Lage des Armes
sichert, besteht.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37847C true DE37847C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT37847D Active DE37847C (de) | Apparat zur Bestimmung der Triebkraft des Herzens und zur graphischen Darstellung der Pulsvvelle des menschlichen Körpers |
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| DE (1) | DE37847C (de) |
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