DE37728C - Verfahren zur Abscheidung von leichten Kohlenwasserstoffen und zur Gewinnung dickflüssiger oder asphaltartiger Oele aus Paraffinölen etc. durch Destillation unter höherem Druck - Google Patents
Verfahren zur Abscheidung von leichten Kohlenwasserstoffen und zur Gewinnung dickflüssiger oder asphaltartiger Oele aus Paraffinölen etc. durch Destillation unter höherem DruckInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 23: Fettindustme.
in HALLE A. Saale.
Die bisher üblichen Verfahren zur Destillation von schweren, dunklen Paraffinölen (Braunkohlentheerölen),
Rohpetroleum oder Rückständen der Raffinirang desselben, sowie der bei Bereitung des Oelgases aus Paraffinöl oder
Petroleumrückständen resultierenden Theere leiden sämmtlich an dem Uebelstande, dafs die
Ausbeute, an leichten Oelen, wie Benzin und Leuchtöle, eine relativ geringe ist, und dafs in
vielen Fällen die hinterbleibenden hochsiedenden Antheile als Schmiermittel und für andere
Verwendungen nur geringeren Werth haben. So konnten beispielsweise die schweren, dunklen
Paraffinöle (Braunkohlentheeröle) bislang lediglich zur Bereitung von Oelgas oder zur Herstellung
von geringwerthigen Schmiermitteln (Wagenfett) Verwendung finden. Ebenso war eine rationelle Verwendung der bei Bereitung
von Oelgas aus Petroleumrückständen resultirenden Theere ausgeschlossen.
Vielfache, in grofsem Maafsstabe angestellte Versuche, die genannten OeIe, Residuen etc.
der Destillation unter Druck zu unterwerfen, wobei weitgehende Zersetzungen stattfinden,
haben nun das Resultat ergeben, dafs durch ein derartiges Verfahren die Ausbeute an vorzüglichen
leichten Oelen (Benzin und Leuchtölen) aufserordentlich gesteigert wird, und dafs
sogleich Residuen resultiren,. welche als sehr gute Schmieröle und als Asphaltöle leicht Absatz
finden.
Der , zur Zersetzung der OeIe am vortheilhaftesten angewendete Druck ist. für jede einzelne Sorte ein ganz bestimmter, indem von
dem Druck die Ausbeute an. den einzelnen Producten, sowie auch der Verlust durch Vergasung
qualitativ und quantitativ abhängt. Wie die Erfahrung lehrt, eignet sich für schwere
Paraffinöle (Braunkohlentheeröle) je nach ihrer Beschaffenheit am besten ein Druck von 3 bis
6 at, für Rohpetroleum und dessen Residuen ein Druck von 2 bis 4 at und für Oelgastheer
ein Druck von 4 bis 6 at.
Der zur Destillation der genannten Producte unter Druck dienende Apparat besteht aus
einer mit Sicherheitsventil, Füllstutzen etc. armirten Blase, einer Kühlschlange und einem
Ventil. Die Blase besteht aus Gufsstabl und hat im allgemeinen die Form der gewöhnlichen
Destillirblasen der Braunkohlentheer-Industrie. Sie mufs bei Rothglut der vom Feuer
bestrichenen Theile noch dicht sein für den auf ca. 4000 erhitzten Inhalt unter einem Ueberdruck
von ι ο at. Die mit der Blase verbundene Kühlschlange kann im Durchmesser
der Kühlröhre enger gewählt werden, als bei der Destillation im Vacuum oder unter normalem
Druck.
Das zwischen Blase und Kühlschlange eingeschaltete Ventil ist so eingerichtet, dafs es
selbstständig sich aushebt bezw. sich öffnet und- die Verbindung zwischen Blase und Kühl- .
schlange herstellt, sobald der zur Zersetzung gewünschte Druck erreicht ist.
Beim Anheizen der . Blase bleibt zunächst infolge geeigneter Ventilstellung die Verbindung
zwischen Blase und Kühler offen, bis alle Luft durch Oeldä'mpfe verdrängt ist und das Verbindungsrohr
sich zu erwärmen beginnt. Hierauf wird das Ventil für den verlangten Druck eingestellt
und die Blase stärker beheizt. Ist der geforderte Druck erreicht, so hebt derselbe das
Ventil aus, worauf die Dämpfe in die Kühlschlangen treten, um dort condensirt zu werden.
Die Wirkung der vorstehend beschriebenen Destillation unter Druck kann durch nachstehende
, im Grofsbetriebe erzielten. Resultate illustrirt werden.
Zur Destillation gelangte ein dunkles, schweres Paraffinöl von 0,912 spec. Gew. bei 17,5° C.
und einer Viscosität (nach Engler) von 2,5. Es sieden 15 Vol.-Proc. bis 3000, der Rest
geht bei höherer Temperatur über. Die Destillationen unter Druck von ca. 3 at ergaben,
dafs das übergehende Zersetzungsproduct nicht wesentlich verschieden ist, ob es in einer Menge
von 30 pCt. oder 80 pCt. des Blaseninhaltes abgenommen wird. Es bildet eine braune,
leicht bewegliche Flüssigkeit von 0,800 bis 0,820 spec. Gew. bei 17,5° C. Dieses Zersetzungsproduct
ist dem Rohphotogen des Braunkohlentheers durchaus gleichwerthig und liefert
bei der Behandlung mit Chemikalien und nachfolgender Destillation in gewöhnlicher Weise
ein wasserhelles Leuchtöl von 0,815 bis 0,820 spec. Gew., dem Entflammungspunkte von
ca. 300C. und von grofser Leuchtkraft.
Bei einer Abnahme von 25 bis 30 pCt. Destillat hinterbleibt ein Residuum, das eine
Viscosität von 7 bis 10, ein spec. Gew. von 0,930 bis 0,950 besitzt und ein ausgiebiges, gutes
Schmieröl bildet. Werden mehr als 30 pCt. abgenommen, so wird das Residuum immer
asphaltartiger, so dafs schon bei 50 pCt. Destillat ein glänzendes schwarzes Asphaltöl von 1,005
spec. Gew. resultirt. Bei Abnahme von 80 pCt. Zersetzungsdestillat erstarrt das Residuum zu
kokigem Asphalt.
Für die Destillation unter Druck von 3 at beträgt der Verlust durch Vergasung bei Abnahme
von 25, bis 30 pCt. Destillat: 4 pCt. (also nicht viel mehr als bei gewöhnlichem
Druck), bei Abnahme von ca. 50 pCt. Destillat: 7 pCt. und bei Abnahme, von ca. 80 pCt.
Destillat: 15 bis 18 pCt.
Wird das Verfahren der Destillation unter Druck auf Schiefer- und Erdöle angewendet,
so entzieht man am vortheilhaftesten den rohen Oelen die leichten OeIe durch gewöhnliche
Destillation auf 70 bis 75 pCt. Residuum und zersetzt dann das Residuum unter Druck, wobei
man ca. 50 pCt. Destillat abnimmt. Ein auf diese Weise behandeltes elsässer Erdöl
(Pechelbronn) von 0,880 spec. Gew. lieferte gegenüber der gewöhnlichen Destillation eine
Mehrausbeute an Leuchtölen von 15,32 pCt., also um nahezu die Hälfte der bisherigen Ausbeute.
Das Residuum ist demjenigen der bislang üblichen Aufarbeitungsmethode gleichwerthig
und läfst sich für Zwecke der Asphaltbereitung oder durch nochmalige Destillation mit
überhitztem Dampf auf Schmieröle verarbeiten.
Wird die Destillation unter Druck auf die bei der Fabrikation des Oelgases resultirenden
Theere angewendet, so erhält man ähnliche Resultate. Die Ausbeute an leicht siedenden
Oelen beträgt ca. das 2 Y2 fache der bei gewöhnlicher
Destillation erzielten Ausbeute mit verdicktem Residuum und unter Wegfall der
sonst resultirenden Mittelöle von 0,950 spec. Gew.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Das Verfahren, durch Destillation unter Druck, welcher mindestens 2 at beträgt, aus schweren, hellen oder dunklen Paraffinölen (Braunkohlentheerölen), rohen Schiefer- und Erdölen, den bei Raffinirung der rohen Erdöle hinterbleibenden Residuen, den bei Bereitung des Oelgases aus Paraffinöl oder Petroleumrückständen resultirenden Theeren und allen sonstigen mineralischen Oelen leichte Kohlenwasserstoffe (Benzinund Leuchtöle) unter gleichzeitiger Erzeugung dickflüssiger Schmieröle oder asphaltartiger OeIe darzustellen.BERLIN. GEDRÜCKT IN DER REICHSDRUCKEREi.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE37728C true DE37728C (de) |
Family
ID=313467
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT37728D Expired - Lifetime DE37728C (de) | Verfahren zur Abscheidung von leichten Kohlenwasserstoffen und zur Gewinnung dickflüssiger oder asphaltartiger Oele aus Paraffinölen etc. durch Destillation unter höherem Druck |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE37728C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5362381A (en) * | 1993-03-25 | 1994-11-08 | Stanton D. Brown | Method and apparatus for conversion of waste oils |
| US5527449A (en) * | 1993-03-25 | 1996-06-18 | Stanton D. Brown | Conversion of waste oils, animal fats and vegetable oils |
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0
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5362381A (en) * | 1993-03-25 | 1994-11-08 | Stanton D. Brown | Method and apparatus for conversion of waste oils |
| US5527449A (en) * | 1993-03-25 | 1996-06-18 | Stanton D. Brown | Conversion of waste oils, animal fats and vegetable oils |
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